Sparerfreibetrag ab 2007 um 50% gekürzt

sunzi

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Hi @all!
Ab Januar 2007 wird der Sparerfreibetrag, den man mittels Freistellungsauftrag beantragen kann, auf 50 % der jetzigen Gesamtsumme gekürzt.

Erst sollen wir uns privat fürs Alter finanziell absichern, dann wird uns dabei akiv in die Tasche gegriffen?!

Das ist so ziemlich die effektivste Art um den Vermögensaufbau zu verhindern; das also, was eigentlich politisch gewolltes Ziel ist.
Warum sollte man sich um den Vermögensaufbau kümmern, wenn dabei letztlich nur der Staat mitverdient?

Als psychologisches "Drehmoment" wird es voraussichtlich insofern funktionieren, als dass alle, die es sich leisten können einen Weg zu suchen, Ihre Finanzen ins Ausland zu verlagern, dies auch tun werden.
Dieses Geld fehlt dann wieder hier beim Umsatz und der Umsatzsteuer usw. . Dann wird eben wieder eine Steuer erhöht usw. .

Teufelkreis, oder?

Ich finde es in Ordnung, wenn gefordert wird, sich privat finanziell fürs Alter abzusichern.
Ich finde es dagegen NICHT in Ordnung, wenn sich der Staat am Ersparten Teile abzweigt, die den Sparern dann wieder im Alter fehlen.

Wie seht ihr den Sachverhalt?

Gruß
sunzi
 

Fu Manchu

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...Warum sollte man sich um den Vermögensaufbau kümmern, wenn dabei letztlich nur der Staat mitverdient?...
Ach herrje, wie schlimm. Als ob der Staat 100% des Geldes wegnimmt und nichts mehr übrig bleibt.

Ich sehe es eher so, das es ein weiterer Schritt in die Richtung ist, das wirklich jeder Euro, der eingenommen oder verdient wird, auch versteuert werden muss. Das fängt beim Gehalt an und geht weiter zu den verdienten Zinsen. Der Abbau des Sparerfreibetrages ist Abbau von Bürokratie und weiterer Ausnahmen vom Regelfall.

Auf er einen Seite schreien die Leute, es möge endlich Gerechtigkeit herschen und der Regel- und Ausnahmenwahnsinn abgebaut werden, und dann kommen sie wieder und wollen eine Ausnahme hier, eine Ausnahme dort. Erst wenn es am Ende keine Ausnahmen mehr gibt, herrscht Gerechtigkeit.


Edit: mal ne ganz einfache Rechnung um mal zu demonstrieren, worüber eigentlich gesprochen wird.

Um heute den Sparerfreibetrag von 1370,- Euro zu überschreiten, benötigt man bei einem normalen Zinssatz von 2,75% (z.B. DiBa) 50.000,- Euro ein Jahr lang auf dem Sparkonto ohne das Geld anzurühren.

Das heißt, du hast genug Geld, um 50.000 (FÜNZIGTAUSEND EURO - laut lesen) Euro einfach mal so wegzulegen und auf ein Konto zu parken und um damit Zinsen zu verdienen. Und darauf willst du nicht mal Steuern zahlen? Das waren mal 100.00,- DM ;).

Das ist genau der Kapitalismus und Egoismus, der hier im Forum bei jedem Wirtschaftsthread (Benq, Siemens, Microsoft, Apple, Telekom, Aktien, Gewinne, Entlassungen) bemängelt wird.
Du hast 50.000,- Euro so über, das du es frei anlegen kannst und willst die Gewinne daraus auch noch an der Gesellschaft vorbei einstreichen und privatisieren?
Selbst bei einem großzügig bemessenen Zins von 4% brauchst du immer noch 34.250,- Euro (bei 6% benötigt man 22.830,- Euro).

Wer nur ein paar hundert oder tausend Euro anlegt bleibt verschohnt, aber ab einer bestimmten Grenze hört der Spaß auf. Und wer 30.000 oder 50.000 Euro anlegen kann, den tun die Steuern dann auch nicht weh, der soll ruhig mal zahlen. Und es bleiben ja trotzdem noch Zinsen übrig. Und ob das Geld am Ende wirklich versteuert wird, hängt ja auch noch damit zusammen, was man gesamt verdient hat und ob man da über den Steuerfreibetrag hinauskommt.


...Ich finde es dagegen NICHT in Ordnung, wenn sich der Staat am Ersparten Teile abzweigt, die den Sparern dann wieder im Alter fehlen....
Der Staat zweigt nichts vom ersparten ab, sondern nur von den verdienten Zinsen. Das gesparte Geld selber wird nicht angerührt, wir haben zum Glück keine Vermögenssteuer in diesem Land, dann würde vom ersparten Geld was abgezweigt werden.
 
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maclion

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Man sollte bitte noch berücksichtigen das es bevor der Freistellungsauftrag für Kapitalerträge gab dieser bei 100 DM bzw. 200 DM lag. Desweiteren gibt es in Deutschland ausreichend genug Anlagemöglichkeiten um die steuerpflichtigen Kapitalerträge zu reduzieren und da rede ich nicht von Aktienwerte. Inwieweit es sich auf die Wirtschaft ausschlägt kann man auch in der Vergangenheit gut erkennen als der Sparerfreibetrag kam, damals flüchteten viele Anleger auch Kleinanleger ins Ausland. Unter Strich gesehen war es für die Meisten damals eine mehr als schlechte Entscheidung ins Ausland zu flüchten - am Ende hatten diese weniger.

Ausschlagebend ist wie immer, wer sich mit seinen Finanzen beschäftigt wird bei den Gewinnern sein. Ein weiterer Punkt der mehr als positiv für die Steuereinnahmen ist, ist das gerade viele Ruheständler unnötig die Vorabsteuer bezahlen und diese nicht mehr über die Einkommensteuererklärung zurückholen auch nicht zu Teilen. Somit profitiert Vater Staat von den Unwissenden und ergo profitiert die Wirtschaft wieder indirekt davon, ja jeder Einzelne von uns.
 

Spielkind

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Zinsen sind wie Löhne, Mieten oder Pachten Einkommen und werden eben versteuert. Sehe das Problem nicht?! Ein Problem wäre für mich, wenn statt oder zu der Zinsabschlagsteuer eine Vermögenssteuer eingeführt werden würde. Dann würden Sparbeträge, also bereits versteuertes Kapital, nocheinmal versteuert. Das würde ich dann wohl nicht mehr akzeptieren.
 

Seethaler

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In diesem Thread wurde eine Tatsache vollkommen außer Acht gelassen: Ein Sparerfreibetrag kann sich jederzeit im Zuge gesetzlicher Änderungen(= Reform) halbieren oder gar ganz abschaffen.

Daraus resultiert ein nachweisbares Vermögen, was man nicht so ohne weiteres "verschwinden" lassen kann. Nicht ohne Grund wurden vor der Harz IV-Reform ca. 145 Mrd. €uro ins Ausland "verschoben". Und diese Summe ist mit Sicherheit noch untertrieben.

Wer als Großeltern seinen Enkel einen Gefallen machen möchte, legt eine diesem zugedachte Summe immer im Ausland an. Und trägt Sorge dafür, dass die Bankauszüge des kontoführendem Institutes zu einem ausländischem Mailpostfach transferiert werden. Im Zuge der Globalisierung, hat die Bundesrepublik Deutschland eben einen "Kollateralschaden" erlitten.

Das Vertrauen der Bürger in seinem Staat ist entschwunden. Jetzt zieht jeder für sich selber die daraus resultierenden Konsequenzen. Eine moralische Beurteilung aus den gegebenen Tatsachen, lasse ich mal außen vor :)
 

Spielkind

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Auch hier besteht die Motivation das Geld ins Ausland zu transferieren eher in der Unwissenheit der Menschen. Das eigentliche Sparguthaben wird nicht angetastet. Lediglich die aus dem angesparten Geld resultierenden Zinsen werden versteuert. Wo liegt das Problem? Zinsen sind Einkommen, wie Gehalt auch.

Den Sparerfreibetrag empfinde ich sogar als lästig und ungerecht. Denn so zahlen nur die 'Spitzensparer'. Gerechter wäre es, Zinsen generell zum Gesamteinkommen dazu zuzählen und mit dem entsprechenden Steuersatz, statt pauschal, dann zu versteuern. So würden Geringverdiener wenig Zinsabschlagsteuer bezahlen und Gutverdiener entsprechend ihrem Steuersatz mehr.
 

maclion

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Gerechter wäre es, Zinsen generell zum Gesamteinkommen dazu zuzählen und mit dem entsprechenden Steuersatz, statt pauschal, dann zu versteuern. So würden Geringverdiener wenig Zinsabschlagsteuer bezahlen und Gutverdiener entsprechend ihrem Steuersatz mehr.
Die Kapitalerträge unterliegen ja der Einkommensteuerbelastung, die Kapitalertragssteuer ist eine Vorwegsteuer 31,25 % (ZASt + SoliZ). Jeder wer mehr als 31,25 % persönlichen Steuersatz hat zahlt aufgrund der ESt drauf und alle die weniger haben bekommen zurück (Kapitalerträge sind einkommensteuerpflichtig; Dividendeneinnahmen nach dem Halbeinkünftegesetz sowie private Veräußerungsgeschäfte nach dem Halbeinkünftegesetz als Sonstige Einkünfte).

Und die meisten die angeblich vor Hartz IV ihr Sparstrumpf ins Ausland geschafft haben, haben ein weiteres Problem, gewisse Länder haben sich schon seit geraumer Zeit dazu verpflichtet ausländische Gelder zu melden und wenn keine Offenlegung vorliegt wird dieses ebenfalls im Ausland versteuert - jedes Jahr ein wenig mehr (dazu gehört auch die Schweiz).

Und die Vermögenssteuer wird wohl wieder kommen, genaue Pläne liegen ja schon vor. Und den kleinen Mann wird dies wenig kümmern.
 

Spielkind

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>... die Kapitalertragssteuer ist eine Vorwegsteuer 31,25 % (ZASt + SoliZ)...

Damit meinte ich die 'pauschale' Besteuerung bei der Erhebung der Kapitalertragssteuer. Das die Kapitalertragssteuer bei der EInkommenssteuererklärung auf deas Gesamteinkommen und den Steuersatz umgelegt wird ist mir schon klar.

>... Und die Vermögenssteuer wird wohl wieder kommen, genaue Pläne liegen ja schon vor...

Die Vermögenssteuer wurde doch vom Bundesverfassungsgericht verworfen und ist daher nie gültig geworden?! Afair mit der Begründung, das der Spitzensteuersatz nicht über ~50% steigen sollte. Und doch, die Vermögenssteuer kümmert den 'vorsorgenden' kleinen Mann.
 

Spielkind

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> Wird nicht klappen ohne Grundgesetzänderung...

Ja, und bei einer möglichen Vermögenssteuer sehe ich dann auch den Widerspruch den 'sunzi' als Threadopener anspricht, da die Sparbeträge aus bereits versteuertem Nettoeinkommen finanziert werden. Eine Besteuerung von Vermögen müßte wohl durch einen reduzierten Einkommensteuersatz ausgeglichen werden, um im Bereich der vom Bundesverfassungsgericht vorgegebenen 50%- Regel für die Steuerbelastung zu bleiben.
 

sunzi

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@Spielkind
Das mit den Zinsen auf Sparguthaben sehe ich anders.
Ich finde, sie sollten den alten Sparerfreibetrag auf der bestehenden Höhe belassen.

Selbst bei privaten Altersvorsorgekonstruktionen wird oft eine Dynamik eingebaut, um die folgen der jährlichen Inflation auszugleichen.
Habe heute auf DLF gehört, dass die Einkommen prozentual betrachtet seit 1991 gleich geblieben wären. Wir verdienen zwar mehr, allerdings gibt es auch durch jährliche Preissteigerungen bedingte Wertminderungen.

Wenn jetzt die Zinsen steuerlich angetastet werden, wird besagtes Sparguthaben weniger wert sein, je länger man es anspart.
Die damit implizierte aber offiziell ausgelassene Aufforderung "Spart bitte kräftig fürs Alter, damit wir Euch dafür auch gleich wieder etwas wegnehmen können!" finde ich einfach nur heuchlerisch, auch und gerade in Verbindung mit der Mehrwertsteuererhöhung.

Dein Argument, dass nur diejenigen mit viel Geld profitieren, sehe ich ebenfalls anders. Für Spitzenverdiener wird es immer eine Möglichkeit geben, Ihren Finanzhaushalt so zu strukturieren, dass sie möglichst wenig Steuern zahlen. Aber "Otto-Normal-Verdiener" wird sich das aus zeitlichen und/oder finanziellen Gründen kaum leisten können.

Korrigiere mich bitte falls ich falsch liegen sollte, aber das betrifft dann auch das Bausparen des "kleinen Mannes", oder?

Verstehe mich bitte richtig: Ich bin für die Begrenzung steuerfreien Guthabens, glaube aber, dass die "alte" Grenze die bessere war.


@Fu Manchu
1375 Euro ist der alte Betrag. Der neue beträgt 750 Euro für Alleinstehende.
=> d.h. von den ehemals steuerfreien 50.000 Euro bleiben nur noch ca. 27.300 steuerfrei.

Finde es sehr nett von Dir, dass Du Dir Sorgen um meine Augen machst, Du kannst aber gerne (normal) klein schreiben, das kann ich SEHR GUT lesen! ;)

@Seethaler
Stimmt! Wir sind ein demokratisches Land in dem Gesetze von der demokratisch gewählten Regierung beschlossen werden. Von genau solch einer Änderung handelt dieser Thread.
Trotzdem:
Auch wenn das Gesetz bzw. die Gesetzesänderung von Politikern gemacht wurde, finde ich die dadurch verursachten Impulse falsch und die möglichen Folgen nachteilig.
Politiker 'kochen auch nur mit Wasser' und im Moment ist die Regierung eher ein gezwungener Kompromiss, was den Politikern die Arbeit erschwert.

Gruß und THX @all für Euere Beiträge zu diesem kontroversen Thema
sunzi
 
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Fu Manchu

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...@Fu Manchu
1375 Euro ist der alte Betrag. Der neue beträgt 750 Euro für Alleinstehende.
=> d.h. von den ehemals steuerfreien 50.000 Euro bleiben nur noch ca. 27.300 steuerfrei.

Finde es sehr nett von Dir, dass Du Dir Sorgen um meine Augen machst, Du kannst aber gerne (normal) klein schreiben, das kann ich SEHR GUT lesen! ;)
...
27.300,- sind immer noch eine Menge Geld, bei der man steuerlich nicht arm wird.

Und die Großschreibung war nicht für deine Augen, sondern heißt "lautes Sprechen / rufen / schreien" wobei ich mich aufs laute Aussprechen bezogen habe. Um deine Augen ging es nicht. -LOL-
 

Spielkind

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@sunzi

Du meinst die Reallöhne. Also die Lohnsteigerung abzüglich der Teuerungsrate. Tatsächlich liegt der Reallohn heute niedriger als Anfangs der 90iger Jahre.

Den gleichen Zweck sollen Zinsen erledigen. Sie dienen als Inflationsausgleich für das eingesetzte Geld. So verliert dieses nicht an Wert. Und richtig, die Kapitalertragssteuer beschneidet diesen Wertausgleich. Dieser ist aber auch abhängig von der gewählten Sparanlage.

Und nein, ich bin nicht der Meinung, das Gutverdienende von der Regelung profitieren. Eher denke ich, das viele Gutverdienende monatlich Solidarität leben, indem sie Steuern in Höhe des Spitzensteuersatzes abgeben. Und sollte es ihnen einmal schlecht gehen, ernten sie oft nur Häme und Spott in unserer Neidgesellschaft. Aber das ist ein anderes Thema.

Ja, das betrifft auch das Bausparen. Aber sind denn nicht div. Altersvorsorgeprodukte (Lebensversicherung, Riester-Rente) von der Kapitalertragssteuer ausgeschlossen, um den Sparern das Sparen nicht zu vermiesen? Kein Plan, ich meide instinktiv solch langfristige Anlagen.

Und ehrlich, den Freibetrag braucht kein Mensch. Er ist nur dazu da um die Finanzämter zu entlasten. Die Zinserträge gehören generell ohne Freibetrag mit dem individuellen Einkommensteuersatz besteuert. Ein Geringverdiener mit niedrigem Steuersatz zahlt wenig, ein Gutverdiener entsprechend mehr. Das wäre gerecht. Aber die Finanzämter machen das nur, wenn ein Steuerpflichtiger eine Anlage KSO ausfüllt. Was zu empfehlen ist, wenn Kapitalertragssteuer gezahlt wird und sein Einkommenssteuersatz unterhalb der 30% der pauschal erhoben Abschlagssteuer liegt.

Außerdem sollte jeder das Vergnügen haben dieses unmögliche Formular ausfüllen zu müssen.
 

bitfunker

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Hm, am Freibetrag selbst werd' ich nicht sterben, so viel Kohle auf dem Konto anzuhäufen wird mir eh in absehbarer Zeit nicht möglich sein. ;)

Aber wenn man sich mal umfassend ansieht, wo überall Geld weggenommen wird in Sinne dessen, dass "Erleichterungen", die früher galten, weg fallen, wird es einem schon ganz anders.

Pendlerpauschale, Eingenheimzulage, Heimarbeitsplatz und eben auch Sparerfreibetrag; überall wird zu ungunsten des Bürgers gekürzt und gestrichen, doch die von einem selbst verlangte Leistung, nämlich Steuern zu zahlen, bleibt.

Wie sähe die Sache denn aus, wenn der Bürger an sich mal kürzen wollte, also sagen würde: Hm, meine Kasse ist gerade knapp, ich kürze meine Lohnsteuer mal fix um 10%...

Mein Fazit:
Der Staat leistet auf diversen Wegen immer weniger, der Bürger dagegen hat keine Möglichkeit, hierauf zu reagieren.
 

sunzi

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@Fu Manchu
Keine Sorge, DER Satz war weniger ernsthaft gemeint! :)

*ernsthaft*
Wenn man alt ist und Krankenkosten kommen (mit größer werdender Wahrscheinlichkeit) auf einen zu, macht der Differenzbetrag schon etwas aus. So ein Betrag kann darüber entscheiden, ob eine entsprechende Behandlung durchgeführt werden kann oder evtl. auch nicht. Wenn man privat versichert ist, bezahlts vielleicht noch die Krankenkasse.

@Spielkind
Wenn ich Dich richtig verstehe, sind wir bei den oberen Punkten einer Meinung.
Grundsätzlich hast Du allerdings eine andere der meinen gegensätzliche Meinung.

Zum Thema Kapitallebensversicherung:
Auch die "Spielregeln" (Gesetze) wurden zum Jahresbeginn 2005 verändert. Voher war es so, dass man das verdiente Geld besteuern musste, egal wohin es fließt. Seitdem ist es so, dass Beträge zur Altersabsicherung steuerfrei sind, allerdings später, bei der Auszahlung der privaten Rente, die ausgezahlten Beträge (als Einkommen) besteuert werden.

Bisher war es so. dass man im hier und jetzt für sein Einkommen Steuern gezahlt hat.
Fand ich in Ordnung so.
Ab 2005 ist es so, dass durch dieses gesetzgeberische Maneuver dem Staat ermöglicht wird, die Zins- und Zinseszinseffekte der Ansparanlagen und somit der Renten mit einzustreichen.
Das passt ins Bild der Veränderungen.
Das finde ich ebenso falsch bzw. einen falschen motivationalen Impuls sendend wie die oben genannten Änderungen.

Die obigen Veränderungen stehen damit in direktem Zusammenhang mit dieser Änderung.

@b-runner
Stimme Dir voll zu.

Gruß
sunzi
 
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Der Daedalus

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Nur mal kurz meine Gedanken:

Da der Staat prinzipiell eher den Fluss des Geldes fördern sollte und nicht das anhäufen von Geld auf irgendwelchen Konten halte ich den Schritt für richtig.
 

Spielkind

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@b-runner
Mit der Pendlerpauschale, Eigenheimzulage, usw. sehe ich das genauso. Weg damit!

Es hört sich jetzt masochistisch, oder großkotzig an. Es ist beides nicht. Auch ich muß meinen Gürtel enger schnallen. Die Kürzungen sind, meiner Meinung nach, aber in Ordnung, weil der Staat nichts mehr zum Verteilen hat. Egal welche Regierung, seid dem Ende der 60iger Jahre, lebte jede über ihre Verhältnisse. Nun ist nichts mehr zum Verteilen da. Und (fast) jeder muß bluten. Der Staat muß Schuldendienst machen und versuchen diese abzutragen. Na ja, bislang versuchen sie die Neuverschuldung zu reduzieren.

Und doch, man kann als Einzelner etwas dagegen tun. In Deutschland seine Brücken abreisen und versuchen irgendwo anders (Schweiz, Skandinavien, Norditalien, usw.) neu anzufangen. Dabei wird so mancher feststellen, das es in Deutschland gar nicht so schlecht ist.

Nichts anderes machen Unternehmer indem sie sich globalisieren. Sie weichen bei widrigen Bedingungen ins Ausland aus. Nicht ohne Grund sind die Arbeitnehmer in Deutschland so erpreßbar geworden.

@sunzi
Hmm, natürlich kann man anderer Meinung sein. Es liegt mir fern jemanden zu bekehren.

Ich besitze keine Lebensversicherung oder sonstige langfristige Anlagen. Ich kann also nichts dazu sagen. Außer das mir meine Bank immer eine Riester- Rente aufschwatzen will. Ich meide instinktiv längerfristige Anlagen, um flexibler zu sein. Man kann ein Leben nicht planen. Wer weis wie alt ich werde? Oder ob ich noch eine Familie gründe? So sinnlos ist es für mich etwas für die Rente beiseite zu legen. Ergo braucht man keinen staatlichen Motivationsimpuls.

Ich denke auch nicht, das die heutige Altersarmut/ -arbeitslosigkeit in Zukunft noch ein Problem sein wird, im Gegenteil, wegen der Überalterung der Gesellschaft wird es selbstverständlich werden, bis ins hohe Alter zu arbeiten. Einfach weil der Nachwuchs fehlt.
 

sunzi

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@Spielkind
Stimmt! Wenn wenig Junge nachkommen, müssen die Alten länger arbeiten. Die Kausalität ist logisch und zwingend.

Der Nachteil:
Die körperlichen Alterungsprozesse bleiben die gleichen, auch wenn keine jungen Menschen mehr nachkommen. Wenn Du eine Arbeit hast, die Du locker bis 70 aushältst, herzlichen Glückwunsch.
Was ist mit den anderen?
Angenommen, Du wirst berufsunfähig. Wenn Du Dir eine Berufsunfähigkeitsversicherung (aus eigener Tasche) geleistet hast, kein Problem. Ansonsten bleibt nur Hartz IV. Damit lässt sich prima leben, vor allem wenn man jahrelang eingezahlt hat und kurz vor der Rente körperliches Pech hat.
Wir arbeiten einfach bis wir tot umfallen [so könnte man Deine Formulierung etwas überspitzt verstehen]!

Mich ärgert schlichtweg, dass sich der Staat Einnahmen aus Bereichen verschafft, die eigentlich dazu gedacht sind, später dem Staat viel Geld zu sparen; noch dazu wenn die staatlichen Vertreter uns dazu aufgefordert haben. Das wäre ungefähr so eine Aussage:
"Spart bitte alle viel, damit wir dann auch richtig mitverdienen können!"

Dein Konzept der flexibelen Anlagestrategien funktioniert auch nur, wenn Dir monatlich feste und ausreichende Beträge zur Verfügung stehen. Wenn Du dann noch einen Teil der inhaltlichen Vermögensverwaltung übernimmst, muss Dir zusätzlich genügend Zeit zur Verfügung stehen.
Nicht jeder hat so viel Glück, glaube Du gehörst eher zu den Wenigen.
Was ist aber, wenn Du Pech hast? Rücklagen für Kranken- bzw.Therapiekosten sind wahrscheinlich nicht vorhanden.
Und dann?

Die Tendenz im Krankensystem immer mehr wegzusparen bleibt auch weiterhin bestehen, könnte mir gut vorstellen, dass heute gezahlte Behandlungen in naher Zukunft wegfallen und man noch mehr aus eigener Tasche bezahlen muss.

Mit dem Bezahlen aus eigener Tasche wäre ich problemfrei, wenn es mir im Gegenzug steuerfrei und bis zur alten Grenze ermöglicht werden würde, mir die Möglichkeit des eigenen Bezahlens selbst auch aufzubauen.

Gruß
sunzi
 
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Spielkind

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Ja, tatsächlich kann man hinsichtlich Lebensarbeitszeit nicht auf jeden Beruf schliessen. Körperlich anstrengende Berufe sind sicherlich aussen vor um bis ins hohe Alter mitzuarbeiten.

Ja, ich habe das Glück derzeit im Büro zu arbeiten. Aber, obwohl als Schwarzseher bekannt, versuche ich die Zukunft nicht so düster zu sehen und sehe für mich und meinen Beruf hier eher die Chance als das Problem.

Ja, es ist ärgerlich das immer zusätzliche Belastungen auf den Einzelnen zukommen. Zumal wenn man, wie z.B. heute, sieht, wie manche ihren Schnitt machen und ihre Untreue straffrei, für ein im Verhältnis geringes Geld, erlassen bekommen! Aber es macht keinen Sinn sich darüber aufzuregen. Es bringt nichts. Man muß sich arragieren. Jeder hat dazu eine andere Strategie. Zinsen sind zusätzliches Einkommen und Einkommen wird versteuert.

Ja, das soziale Netz wird immer grobmaschiger und man muss immer mehr zusätzlich versichern oder bleibt unterversichert zurück. Deswegen auch bei mir ein eher kurz- oder mittelfristiger Anlagehorizont mit einem flexibeln Festgeld-/ Aktienfond- Anlagemix. So kann man in Notfällen auf Kapital zurückgreifen und muss nicht auf Solidarität der Gesellschaft hoffen.

Mein Vater legte damals mit einer Lebensversicherung so sehr drauf und wurde, sicherlich rechtlich unanfechtbar, um die Redite und einen Teil der Spareinlage 'betrogen', als er nach seinem 2. Herzinfarkt an sein Kapital wollte, um drückende Schulden zu begleichen. Für mich eine Lehre fürs Leben.
 

sunzi

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@Spielkind
Das mit Deinem Vater tut mir Leid, "Beschiss" ist immer 'ne blöde Sache.

Gruß
sunzi
 
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