Spulenfiepen auch auf Mainboard / RAM?

esteban313

Lieutenant
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Moin,

ich habe gerade während meiner Arbeit eine seltsame Feststellung gemacht:

Sobald ich in Matlab eine Variable festlege, z.B. nur eine 10x10 Matrix mit Nullen, oder auch ein gespeichertes MAT-File lade höre ich ein Fiepen vom Mainboard bzw. Ram. Bei größeren Dateien tritt dieses Geräusch nur auf, wenn der Ladevorgang abgeschlossen ist, d.h. wenn die CPU+Ram nicht mehr belastet werden.

Habe das System (siehe Signatur) jetzt so schon zwei Monate laufen aber noch nie etwas gemerkt.
Getestet habe ich:
- Energieoptionen auf Höchstleistung: ebenfalls Fiepen
- Ram-Belastung mit Prime95: während und nach der Belastung kein Fiepen
- Starten von Battlefield 1: kein Fiepen

Jetzt ist meine Frage: können das andere reproduzieren und was kann es sein? Und viel wichtiger: muss ich mir Sorgen machen? Habe leider keine Teile zum Tauschen um die Fehlerquelle etwas einzugrenzen.

System:
Crucial MX200 500GB, SATA (CT500MX200SSD1)
Intel Core i7-6700K, 4x 4.00GHz, boxed ohne Kühler (BX80662I76700K)
Crucial DIMM Kit 16GB, DDR4-2133, CL15 (CT2K8G4DFD8213)
Gigabyte GA-B150-HD3P
EKL Alpenföhn Brocken 2 (84000000094)
be quiet! Straight Power 10 400W ATX 2.4 (E10-400W/BN230)

Vielen Dank für eure Hilfe
 
Theoretisch kann jede Spule ein Fiepen erzeugen.

Praktisch kenne ich das aber nur von Grafikkarte oder Netzteil, kann es sein, das es letzteres auch bei dir ist?
Versuch doch mal mit einer Pappröhre, zB von einer Küchenrolle die Quelle besser zu bestimmen.

Etwas dagegen tun kannst du nicht, hast halt Pech, das du zu den Leuten gehörst, die so hohe Frequenzen noch wahrnehmen können.
Du kannst versuchen, das Gehäuse noch mehr zu Dämmen, aber das ist ja auch nur bis zu einem gewissen Grad möglich und der Effekt ist eher überschaubar und Kosten sowie Aufwand hoch (wenn du nicht gerade selbst was zusammenschustern willst).
 
sicher das es nicht vom NT kommt?
oder die asus karte?!
 
mykoma schrieb:
Etwas dagegen tun kannst du nicht, hast halt Pech, das du zu den Leuten gehörst, die so hohe Frequenzen noch wahrnehmen können.
ich dachte im Alter nimmt die Wahrnehmung der hohen Frequenzen ab :D

hab nochmal rein gehört: es kommt direkt vom Sockel. Auf der Rückseite ist es deutlich zu hören. Auch im Idle-Betrieb ist ein leises durchgängiges Fiepen wahrnehmbar. :(
 
Tja, an den billigsten Komponenten wird immer gespart. So ist das in dieser Wegwerfgesellschaft...
 
hmm schade, habe von Gigabyte (wenns das Board ist, was fiept) eigentlich mehr erwartet. Zumindest hatte ich das bei den bisher verbauten Gigabyte-Boards nicht.

Solang sich das nicht negativ auf die Lebensdauer auswirkt, kann ich mich dran gewöhnen. Dann wandert das Gehäuse eben wieder unter den Tisch.

EDIT: gerade ein BIOS Update gemacht und es tritt nicht mehr auf :freak:
 
Zuletzt bearbeitet:
mykoma schrieb:
Etwas dagegen tun kannst du nicht, hast halt Pech,
Doch, kann man. Fiepen = Lärm = schwingende Luft. Sowas entsteht nicht aus dem Nichts. Irgendein Ding muss die Luft in mechanische Schwingungen versetzen. Dieses Ding ist der Problembär. Das Ding muss recht groß (i.d.R. mehrere Millimeter) sein, damit es beim Schwingen zu hören ist. In Computern ist das "Ding" oft eine Spule eines Schwing- oder Regelkreises der Spannungsversorgung (gibts im Netzteil, auf dem Mainboard und auf der Grafikkarte), denn nur dort steckt in üblichen Computern so grobe E-Technik, dass sie Lärm machen kann.

Die Lösung liegt auf der Hand:
1. Das schwingende Ding finden.
2. Das Ding am Zappeln hindern.

Oft ist neben/unter dem Ding ein Spalt, in den durch Einklemmen eines kleinen Stückchen Holzes(etwa aus einem Streichholz o.ä.) das Ding festgeklemmt werden kann. Oder man fixiert das Ding mit einem Bindfaden oder man kuschelt das Ding in Heißkleber ein oder ... der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt - Hauptsache das Ding kann nicht mehr zappeln und damit keinen Lärm mehr verursachen.
 
Zuletzt bearbeitet:
die C-States regeln soweit ich das verstanden habe den Energieverbrauch. Die CPU taktet aber im Idle und unter Last genau wie bisher. Sind das tiefer integrierte Maßnahmen oder wie kann ich das verstehen?
 
Ich weiß nicht zum wievielten Mal ich das schreibe. Nun gut.

Hochfrequente, akustische Geräusche in Computer kommen immer dort vor, wo es hohe Frequenzen gibt.

Dies ist in den aller meisten Fällen bei den DC-DC BUC-/BOOST-Konvertern der Fall. Bereits im Netzteil ist jeder Vorgang hinter der Gleichrichterbrücke ein DC Schritt. Sowohl APFC als auch der Stepdown von ca. 380V DC auf 12V DC basiert alles auf Gleichspannung.
Bei den Schritten wird diese jedoch "zerhackt" und das mit Frequenzen >25kHz. Eigentlich nicht zu hören. Es können durch die Schwingungen jedoch gerade in Spulenkörpern Resonanzen entstehen die eine geringere Frequenz aufweisen. Und das kann man dann hören.

Selbiges trifft eben auf jede DC-DC Spannungsveränderung mit großer Leistung zu. Für winzige Leistungen reicht ein Widerstand (~0,5W max.). Darüber kommen dann lineare Regler (~5W max.) und zuletzt für alles was mehr braucht die DC-DC Konverter mit Schaltfrequenz. Also Schaltnetzteile.

Die finden sich auf Mainboards unter anderem für:
- CPU
- Chipsatz
- RAM Controller
- RAM selbst
- Diverse andere Chips (Featurechips)

Auf Grafikkarten findet man sie immer in großer Zahl (je nach Leistung). Dort ist die Wahrscheinlichkeit auch höher das es auftritt. Betroffen können jedoch alle DC-DC Konverter sein.

Warum?
Oft liegt es an günstigen Bauteilen oder einer zu knappen Dimension der Konverter. Das machen die Hersteller gezielt um Geld zu sparen und auch ein wenig um die geplante Obsoleszenz zu treiben. Eine Änderung der Denkweise ist aktuell nicht in Sicht. Es gibt genug Kunden die diese Produkte kaufen und viel zu wenige, echte Beanstandungen.
Schickt man eine Karte deswegen ein, bekommt man eine andere, die vielleicht besser ist. Der Hersteller nimmt die eingesendete Karte jedoch und vertreibt sie als B-Ware weiter. Der Vorgang tut also nicht sehr weh.
 
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Volle Zustimmung ! Zum kotzen sowas 😅 ich hab das aktuell auch bei einer RTX 3070 unter Last. Ich weiß noch nicht ob das als Reklamation durch geht
 
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