SSD bootet nicht mehr

MFK!

Cadet 4th Year
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Hallo zusammen!

Habe leider meinen PC mehrmals per Netzschalter ausmachen müssen, ließ sich nicht vermeiden. Nun bootet mein Rechner nicht, es erscheint "Reboot and select proper boot device".
Die Boot-Reihenfolge im Bios ist OK, SSD wird im BIOS erkannt.
Habe die SSD in einen anderen PC eingebaut, diese wird im Windows-Explorer nicht angezeigt, kann auf "normalem Wege" nicht darauf zugreifen.
Mit dem Tool TestDisc habe ich zumindest die Daten retten können, ich möchte die SSD jedoch wieder bootbar machen. Mit dem genannten Tool soll das gehen, ich komme damit allerdings nicht klar, Google hilft nicht weiter.
Ich weiß auch nicht was genau was mit der SSD nicht stimmt, MFT-File kaputt vielleicht?
Das Problem trat einmalig (ohne mein Zutun) vor etwa einem Monat auf, verschwand jedoch wieder von alleine.
Dis SSD an sich ist intakt, laut ChrystalDiscInfo alles OK.

Weiß jemand eine Lösung?
 
Kann sein, das sich der Controller verabschiedet, ein ähnliches Fehlerbild hatte ich bei meiner ersten SSD auch, wird im BIOS erkannt, aber zunehmend den Fehler beim Booten 'select proper boot device' .
Nach einigen Anläufen ging es dann meistens, CDI war unauffällig, aber nach einiger Zeit ging nix mehr.
 
Falls die Platte wieder zum Leben erweckt werden kann würde ich mal die SMART Werte ausgelesen. HDD Control von Ahampoo (gibts gratis) kann man dafür gut nutzen. Da kannst du sehen inwieweit die Platte noch brauchbar ist bzw. ob man sich die Mühe sparen sollte neu zu installieren. ;)
 
Poste doch bitte mal den Screenshot von CrystalDiskInfo für die SSD, ziehe aber bitte das Fenster soweit auf, dass alle Attribute und auch die Rohwerte vollständig sichtbar sind, also keine Scrollbalken mehr erscheinen.
 
Das klingt eindeutig danach, dass sich die Platte langsam verabschiedet. Hatte das auch mal bei einer SSD, die war dann eine Zeit lang einfach nicht mehr ansprechbar und funktionierte plötzlich wieder. Das trat mehrfach auf, irgendwann ging sie dann gar nicht mehr.
 
MFK! schrieb:
Habe die SSD in einen anderen PC eingebaut, diese wird im Windows-Explorer nicht angezeigt, kann auf "normalem Wege" nicht darauf zugreifen.
Mit dem Tool TestDisc habe ich zumindest die Daten retten können

Schau mal in die Datenträgerverwaltung wie die SSD angezeigt wird.
Klingt danach, dass die SSD im RAW Format ist und somit keinen Laufwerksbuchstaben hat.
Ich kamm mir gut vostellen, dass durch das mehrmaligen harte Ausschalten das Dateisystem zerschossen ist.
 
In der Datenträgerverwaltung wird die SSD als "nicht initialisiert" bzw. "nicht zugeordnet" angezeigt (Datenträger 2).
 

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Die Platte liegt schon bei über 50% der geschätzen funktionierenden Schreibvorgänge. Wenn das wear levelling nicht optimal funktioniert, sind einige Blöcke möglicherweise defekt, aber von der Firmware nicht als solche erkannt (zumindest sieht man in den Smart-Werten keine)
 
Ich schätze ich sollte das Ding wohl nicht mehr verwenden, vielen Dank für die Antworten.
 
Da gibt es offenbar ein Problem mit dem Datenkabel, schau Dir den Rohwert vom Attribut C7 hat. Das bedeutet das die Übertragungen mit dem Host Fehler haben wiederholt werden und wenn dies zu oft passiert, bricht z.B. ab und die SSD wird nicht erkannt. Abgesehen davon ist alles bestens, die NANDs haben noch über die Hälfte ihrer spezifizierten P/E Zyklen. Also schau ob beide Stecker des Datenkabels richtig sitzen und wenn ja, tausche es aus das es kaputt ist. Diese Kabel nehmen leicht Schaden, wenn man am Kabel statt am Stecker zieht, wobei man ihnen diese Schäden so nicht ansieht. Wenn alles in Ordnung ist, sollte der Rohwert vom Attribut C7 nicht mehr steigen, auf 0 fällt er nicht zurück, aber wenn auch nach größeren Übertragungen nicht gestiegen ist, sollte alles gut sein.
 
Habe soeben ein neues Kabel ausprobiert, leider keine Veränderung.
 
Die Platte ist mit ziemlicher Sicherheit hinüber. Wie wurde sie denn genutzt? War sie immer sehr voll? Dann klappt das mit dem wear levelling nämlich eher schlecht. Die 50% ist ja über den gesamten Bereich gerechnet. Wenn die Platte immer voll war und dauernd dieselben Dateien geschrieben wurden, bleibt zur Verteilung nur das hardwaremäßige overprovisioning. Dann bekommt man die Platte ganz schnell kaputt. Also z.B. als Systemplatte mit einer Swap-Datei drauf.
Samsung z.B. empfiehlt, wenn man deren Magician-Tool nutzt, zusätzlich 10% overprovisioning.
 
Ja, die SSD fungierte als Systemplatte und das seit 2011. Und sie war immer brechend voll (sind ja lediglich 64 GB).
Ich habe angesichts der Prognosen, welche früher zu SSD-Halbwertszeiten getätigt wurden, ohnehin nicht damit gerechnet, dass sie ganze 8 Jahre hält.
 
Die SSD hat lt. SMART Werten keinerlei defekte Blöcke und keine Write-Fehler. Die C300 hat genauso wie die M4 deutlich mehr mögliche P/E Zyklen als die 3.000 bzw. 5.000 die für den MWI herangezogen werden, allerdings betreibt man die SSD dann außerhalb der Spec.

Allerdings lohnt es sich bei den aktuellen SSD Preisen kaum, da viel Zeit in 64GB zu investieren oder ein Risiko einzugehen. Eventuell mal die SSD mit Secure-Erase zurücksetzen und/oder in einem anderen System mal testen. Muß ja nicht das Kabel alleine sein, da können auch die SATA Buchsen am Board oder der SSD ein Problem haben.
 
@juenger: Die Platte war als Systemplatte im Einsatz und immer voll. Deine möglichen Zyklen beziehen sich auf optimales wear levelling, wenn alle Blöcke gleichmässig beschrieben werden können. Auf einer vollen Platte ist das nicht möglich, daher ist es schon gut, wenn die Platte 50% ihrer erwarteten Schreibzugriffe überlebt hat. Keine SSD hält ihre geschätzen TBW ein, wenn sie gut gefüllt ist und dann z.b. immer die swap-datei beschrieben wird. In dem Fall werden nur die Reserve-Blöcke im wechsel beschrieben, wenn die Platte davon 10% hat, ist sie halt schon viel früher kaputt. Und leider werden defekte Blöcke auch nicht immer erkannt, hatte da auch schon einen Defekt
 
whiper schrieb:
War sie immer sehr voll? Dann klappt das mit dem wear levelling nämlich eher schlecht. Die 50% ist ja über den gesamten Bereich gerechnet. Wenn die Platte immer voll war und dauernd dieselben Dateien geschrieben wurden, bleibt zur Verteilung nur das hardwaremäßige overprovisioning. Dann bekommt man die Platte ganz schnell kaputt.
Das ist doch schlicht aus den Fingern gesaugt. Es gibt keinen Hinweis das auch nur ein NAND Block ausgefallen ist, also auch keinen darauf das bei dem Controller das Wear Leveling zu schlecht funktioniert hat. Das die S,M.A.R.T. Werte bei der C300 funktionieren, konnte man damals im Dauerschreibtest auf xtremesystems.org übrigens gut verfolgen.

Die NANDs haben im Schnitt 0x0941 = 2369 P/E Zyklen runter, was eben 47,4% der spezifizierten 5000 P/E Zyklen entspricht und damit sind ungefähr 53% der spezifizierten P/E Zyklen, was dem Aktuellen Wert des Attributes AD entspricht. 2369 * 64GB sind über 150TB, so viel wurde in der Zeit ganz sicher nicht vom Host geschrieben, die Write Amplification dürfte also recht hoch gewesen sein, was bei einer sehr vollen SSD noch ist, auch weil der Controller für das Wear Leveling immer wieder mal Daten einfach so intern umkopieren, wenn sie in NAND Pages stehen die noch recht wenig P/E Zyklen runter haben und außerdem ist nach einer bestimmten Anzahl von Lesevorgängen sowieso ein Refresh nötig, nicht nur bei TLC NAND.

Es kann sein das die SSD am Sterben ist, aber sicher nicht wegen verschlissener NANDs. Die FW ist ja auch recht alt, aktuell ist die Version 007. Dann sollte man bei einer C300 immer LPM deaktivieren, auch wenn Crucial das Problem mit den Laggs und Freezes wegen LPM angeblich bei der 006er und 007er FW behoben hat, so ist dies doch nie ganz gelungen und Probleme mit Enerpiesparzuständen und FW Update mit Bugfixes dafür, ziehen sich wie ein roter Faden durch die ganzen Crucial SSDs.
 
whiper schrieb:
Die Platte war als Systemplatte im Einsatz und immer voll.
Der SSD ist es egal ob da das System oder was anderes drauf ist, einzig die Tatsache das die Platte recht voll ist, wirkt sich auf die Write Amplification aus, was aber durch TRIM reduziert werden kann, wenn das System und die SSD dies unterstützen.

Keine SSD hält ihre geschätzen TBW ein, wenn sie gut gefüllt ist und dann z.b. immer die swap-datei beschrieben wird. In dem Fall werden nur die Reserve-Blöcke im wechsel beschrieben, wenn die Platte davon 10% hat, ist sie halt schon viel früher kaputt.
So kann man das generell nicht sagen. Dazu müsste man unterscheiden, ob die SSD dynamisches oder statisches Wear-Leveling durchführt. Dauerschreibtests haben aber bereits zig-mal gezeigt, das SSDs ein vielfaches der spezifizierten TBWs aushalten.


Nachtrag: Ganz wichtig ist aber der Punkt, das die TBW Angabe der Hersteller meist nichts mit der echten Haltbarkeit der SSD zu tun haben, sondern nur eine Einschränkung der Garantieleistung ist.
 
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Die Crucial C300 unterstützt TRIM und gab es damals für die überhaupt eine TBW Angabe?
 
Für die C300 weiß ich nichts bzgl. TBW, einzig hat damals, soweit ich mich erinnere, Intel mit der Series 320 angefangen, die durchschnittliche Datenmenge pro Tag mit 20 GB in die Garantiebedingungen einzubauen.

Die TBW Diskussion bezieht sich aber nicht auf die C300, sondern auf das Gespräch mit @whiper

Aber die Angabe von TBW kam glaube ich erst später auf, da diese permanente Angst, man könne seine SSD kaputtschreiben immer wieder zum Thema gemacht wurde, weil die Leute einfach nicht verstanden haben, daß das gesamte Schreibvolumen einfach selbst auszurechnen ist: Disk-Size * P/E Cycles = techn. TBW
 
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