Bright0001 schrieb:
Nein. Es wird vielleicht von Nerds und Archivaren vorangetrieben, aber gehen tut es um den gesamten Europäischen-Spielemarkt.
Ich sprach davon, wie viele Konsumenten das Thema überhaupt interessiert, nicht davon, wie viele Publisher, Spiele oder Spieler davon generell betroffen sind oder wären.
Bright0001 schrieb:
Das grenzt fast schon an Realitätsverweigerung. Schau dir bitte mal die Steamcharts an, und wie viele Titel dort 10 Jahre oder älter sind.
"Alte" Spiele machen einen sehr gewichtigen Anteil an allen gespielten Stunden aus, das wird auf den nachfolgenden Seiten der Charts nur noch deutlicher.
Um genau die Titel geht's hier aber nicht. Alte Spiele, die noch gekauft oder gespielt werden oder in sonst irgendeiner Weise für den Publisher Kohle bringen oder interessant sind, werden - von wirklich sehr wenigen Ausnahmen vielleicht mal abgesehen - weder abgeschaltet noch aus den Shops entfernt. Wenn es etwas gibt, das die Steam-Charts zeigen, dann doch genau die Tatsache, dass die Titel, die tatsächlich bewahrenswert sind, von dem in der Petition thematisierten Problem in der Regel überhaupt nicht betroffen sind.
Ich kaufe auch lieber bei GOG, weil ich den Gedanken an eine gewisse Unabhängigkeit und DRM-Freiheit sehr sympathisch finde, und ich würde mir auch wünschen, dass mehr Titel dort erscheinen. Ich finde gleichzeitig aber auch, dass nicht jeder Schrott aufgehoben und für die Nachwelt bewahrt werden muss, und ich halte irgendwelche weitergehenden Gesetze in diese Richtung auch für völlig illusorisch. Bestenfalls kann ich mir vorstellen, dass dabei irgendein festes Datum heraus kommt, bis zu dem ein Publisher Verfügbarkeit und Lauffähigkeit eines Titels garantieren muss, und jeder potentielle Käufer kann dann selber entscheiden, ob ihm das lang genug ist oder nicht. Der Markt wird dann entscheiden, ob und wie wichtig dieses Thema den Leuten beim Kauf sein wird.
Weitergehende Konservierungspflichten wird's nicht geben (und wären auch in dem Augenblick, in dem eine Firma pleite geht, sowieso obsolet). Das ist ungefähr so realistisch, als würde man für jede Waschmaschine, jeden Fernseher und jedes Auto eine zeitlich unbegrenzte Ersatzteilversorgung fordern.
Letztlich wird doch für die Politiker und Juristen die entscheidende Frage sein: Bekommt jemand von einem Publisher, der ein Spiel entwickelt und über mehrere Jahre mit allem betreibt, was dazu gehört (Support, Patches, erforderliche Server-Infrastruktur etc.) für sein Geld einen angemessenen Gegenwert, oder muss mit einem solchen Kauf gleichzeitig und über all das hinaus immer auch so etwas wie eine Ewigkeitsgarantie verbunden sein? Aus meiner - natürlich komplett laienhaften - Sicht ist die Antwort auf diese Frage klar: Ewigkeitsgarantien gibt es sonst nirgendwo und die wird es auch hier nicht geben. Und ob der Kram irgendwie kulturell wertvoll ist, interessiert sowieso kein Schwein.