textract schrieb:
Ihr habt in dem Artikel jetzt ausschließlich von Online-/Multiplayer gesprochen, darum geht es aber nicht ausschließlich.
Das liegt daran, dass sich das Statement von Video Games Europe, um das es im Artikel geht, bei der Argumentation halt im Kern auch darauf beschränkt.
Finde deren Statement und Positionspapier aber generell irgendwie schwierig. Jetzt nicht, weil deren Argumente jetzt alle Blödsinn wären (gut, manche sind es, manchen kann man aber durchaus zustimmen), sondern weil deren Aussagen auf einer (bewusst) falschen Interpretation der Bürgerinitiative basieren.
Die meisten Aussagen und Gegenargumente von VGE lesen sich nämlich so, als würden die Forderungen von "Stop Killing Games" den Zeitraum des aktiven Support durch den Hersteller betreffen. Unter anderem erkennbar am Argument, dass Community-Server mit den Herstellerservern in Konkurrenz stehen würden, dass der Hersteller die Onlinedienste für ein Spiel aus wirtschaftlichen Gründen selber nun mal nicht ewig weiter betreiben kann, dass Spiele teilweise als online-only entworfen sind und auch die Sicherheit der Nutzerdaten.
Bei keinem der Punkt fordert "Stop Killing Games" irgendeine Änderungen am Geschäftsmodell oder Spieldesign während der Hersteller es noch aktiv unterstütz. Es geht bei der Initiative einzig und allein um die Zeit, nachdem der Hersteller das Spiel fallen lässt, also es durch Abschaltung der Onlinedienste unbrauchbar macht.
Es wird lediglich verlangt, dass Spiele nach dem Supportende in einem weiterhin prinzipiell spielbaren Zustand hinterlassen werden, mehr nicht. Was die Hersteller bis dahin mit ihrem Spiel machen, bleibt unverändert, weil das gar nicht Thema der Petition ist. Aber VGE stellt es so dar, als würde man in deren Geschäftsmodell und Spieldesign reinreden und dort bestimmte Vorgaben machen wollen, was überhauot nicht der Fall ist.
Da liegt schon der Verdacht nahe, VGE versteht die Petition ganz bewusst falsch und stellt deren Anliegen auch bewusst falsch dar, einfach um die Sache zu diskreditierten - manche würden es schlicht FUD nennen. Denn der Großteil der Argumentation ist für das, was die Petition fordert, schlicht überhaupt nicht relevant.