Stuttgart 21 / Proteste allgegenwärtig ...

Wie steht ihr zum Bauprojekt "Stuttgart 21"?

  • Ich bin für "Stuttgart 21".

    Stimmen: 327 48,2%
  • Mir ist es egal, ob gebaut wird.

    Stimmen: 119 17,6%
  • Ich bin gegen "Stuttgart 21".

    Stimmen: 232 34,2%

  • Umfrageteilnehmer
    678
mugam schrieb:
(...) Die Meinung Tübingens ist sicherlich nicht repräsentativ, denn da sitzt Boris Palmer, Obergrüner und Dauerstänkerer auf dem OB-Stuhl. Was von da kommt ist militant Grün und sonst nichts...

... und in Stuttgart hockt Mappus (Oberschwarzer etc.). Dessen Meinung ist auch nicht repräsentativ. Diejenigen (Politiker etc.) die jetzt Stuttgart 21 durch peitschen wollen ist letztendlich vollkommen egal wenn S21 sich (in 15 Jahren) als Katastrophe entpuppt. Die hocken dann nicht mehr auf ihrem Stuhl.
 
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Weiß einer von euch wer oder welche Organisation die Schülerdemo angemeldet hat?
Die "Jugendoffensive gegen Stuttgart 21". Diese ist gegen Stuttgart 21 und dessen Kosten, die besser in Bildung investiert werden sollten:
Dass es ein Antifa Verein ist, der eine woanders angemeldete Schülerdemo in den Hexenkessel im Park umleitet, wundert nicht...

Gibt einen neuen Bericht zu den "friedlichen" Demonstrangen:
dass Polizisten am 30. September mehrfach mit Steinen und Flaschen beworfen worden waren.
...
In den Polizeiakten heißt es: „Ein Gitterwagen wurde von 16 Personen bestiegen und ein Reifen zerstochen. Die Lage konnte nur durch Zwangsmaßnahmen und Einsatz von Pfefferspray bewältigt werden.
...
Weiter heißt es in dem Einsatzprotokoll: „Ab 13 Uhr befanden sich mehr als 1400 Personen in den Anlagen und versuchten, den weiteren Gitteraufbau zu verhindern. Der Wasserwerfer kam zum Einsatz, um die Demonstranten zurückzudrängen.“ Später hätten etwa 1000 Aktivisten eine Fläche blockiert und versucht, die Zufahrt von Polizeifahrzeugen zu verhindern. Daraufhin sei der Wasserwerfer „erneut eingesetzt“ worden. Schließlich hätten einige Demonstranten „Reizgas gegenüber den Einsatzkräften“ benutzt und mit Steinen geworfen. Auch „Feuerwerkskörper und Flaschen“ seien auf Polizisten geflogen.“
Quelle: http://www.focus.de/politik/deutsch...provokationen-von-s21-gegnern_aid_560519.html

Edit:
Gerade gefunden, Polizeivideos der Übergriffe von Demonstranten und Einsatz der Wasserwerfer:
http://org.polizei-bwl.de/ppstuttgart/Seiten/Stuttgart21Video.aspx

Auch der "harmlose" Demonstrant, der mit seinen blutigen Augen auf jedem Titelbild zu finden ist. Nachdem er Gegenstände auf Polizisten geschleudert hat, mehrmals wegeskoriert wurde und trotzdem wieder vor den Wasserwerfer rennt - selbst schuld!
 
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@ Einhörnchen

Danke für die besseren Videos. Ich habe vor einigen Seiten schon mal ein Video hier verlinkt und aufgezeigt, wo welcher Demonstrant gegen die Polizisten agiert. Der Post wurde von nicoc und anderen natürlich vollständig ignoriert, ich hoffe, dass passiert mit deinem Post nicht auch.

Die Videos sind übrigens 30MB (3:32, Szenen) bzw. 20MB (1:58, Szenen) groß und der Server liefert 3MB/s.


Interessant finde ich auch, dass die Polizei über Lautsprecher die Leute auffordert, ihre "Kinder" von den LKW zu holen. Da wurde also nicht einfach blind und voller Gewalt draufgehauen, sondern, wie mehrfach von mir behauptet (damals leider noch ohne Videobeleg), erst der friedliche Weg gesucht.
 
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Interessant finde ich an dem Zitat, dass klar gesagt wurde, erst wurden Pfefferspray und Wasserwerfer von der Polizei eingesetzt, dann eskalierte die Lage.

Genau das ist der Punkt, der hier immer wieder angesprochen wurde. Es wäre nicht soweit gekommen, wenn die Polizeistrategie nicht so ungeeignet gewesen wäre. Vielleicht nimmt das auch mal jemand zur Kenntnis? Und ansonsten mag diese Taktik auch den problematischen "Notwendigkeiten" geschuldet sein, dass man trotz bekanntem Verbot die Fällung noch schnell und zum frühestmöglichen Zeitpunkt umsetzen wollte. Während die Demo noch lief und die Masse der Teilnehmer sich noch gar nicht verlaufen konnte. Der "Hexenkessel" wurde ja erst durch die doch ziemlich unglückliche Koordinierung geschaffen. Die Frage ist nur, wer ist dafür verantwortlich, wer hatte den Überblick über angemeldete Demos und wer drückte bei den beabsichtigten Arbeiten so aufs Tempo.

Genau dort rein geht man dann mit a) offenbar so wenig Personal, das man das Gelände nicht im Geringsten abschirmen kann (weshalb eben immer wieder Demonstranten zurück kamen) und b) greift dann unmittelbar zu Mitteln, als ob schwere Krawalle drohen. Während es nach der Eskalation allenfalls ein paar vereinzelte und unkoordinierte Angriffe mit Wurfgegenständen kam, die aber nicht ursächlcih für die eingesetzten Maßnahmen sind. Die Angriffe heißt niemand gut, das ist wie immer kontraproduktiver Bullshit, der dann eben wie hier auch zur pauschalen Stimmungsmache gegen die Gegner genutzt wird.

Aber es ist kein Zufall, dass es das Konzept der Deeskalation gibt (zu der die Polizei im übrigen auch angehalten ist). Das wurde auch nach dieser Aussage nicht erkennbar angewendet. Mit dem entsprechenden Ergebnis. Es ist keinesfalls beruhigend, dass man nicht gleich noch ohne Fragen jeden niedergeknüppelt hat, das ändert nichts an den Mitteln, die dann tatsächlich eingesetzt wurden. Die ganz bewusst nicht einzelne renitente "Störer" und Gewalttäter trifft, sondern recht großflächig Verletzungen verursachen können und zwar unabhängig davon, ob den einzelnen irgendeine Schuld trifft. Eine Überforderung der Einsatzkräfte kann dafür auch keine Entschuldigung sein. Auch dafür gibt es Verantwortliche, wenn das tatsächlich der Fall war.

Im übrigen frage ich mich, warum gegen die Videos agitierte wurde, die Gewalt gegen Demonstranten zeigten, hier aber unwidersprochen eine Vorauswahl der Polizei als die unmissverständliche Wahrheit gelten soll. Die Videos nehmen für sich weder in Anspruch, dass sie das komplette Bild zeigen, noch ordnen sie es in einen Kontext ein.

Das heißt, auch hier wird nur das als Wahrheit verkündet, was man selber glauben möchte, ohne die eigene Kriterien daran anzusetzen. Von daher sollte man schon grundsätzlich davon absehen, sich als der objektivere hinzustellen und das als Gegenargument in der Diskussion nutzen.
 
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Die Schülerdemo hätte gar nicht dort laufen dürfen. Siehe den Fokus-Bericht, siehe die zwei Videos der Polizei, bei dem "Gewalt gegen Polizei" ganz am Ende das Interview im Radio mit einem Schüler.

Wo liest du aus dem Zitat, dass erst deswegen die Lage eskaliert ist? Das "schließlich" klingt für mich eher wie ein "Außerdem", "des Weiteren" o.ä. und wird hier um Stuttgart herum auch so verwendet.

Die Polizei hat sehr wohl versucht, die Lage zu deeskalieren. Sie hat sich teilweise zurückgezogen und hat die Menge immer wieder über Lautsprecher aufgefordert, z.B. ihre Kinder vom LKW zu nehmen, bevor die Polizei das dann auf ihre Art gemacht hat.

Warum diese Videos genutzt werden? Weil es immer wieder hier in diesem Thread hieß, die Polizei hätte grundlos Wasserwerfer etc. angewendet und der Mann, den das Wasserwerfer-Video zum Hauptthema hat, doch auch in den Medien immer als armes Opfer dargestellt wurde.

Man kann auf den Videos, auch auf denen der Demonstranten, sehr gut erkennen, was der Wasserwerfer unter Beschuss nimmt. Nämlich niemanden, der sich auf den freigegebenen Demonstrationsflächen aufgehalten hat. Da kam der Wasserwerfer nämlich gar nicht zum Einsatz. Sein Einsatz war ausschließlich der gesperrte Park.

Wenn also ein Mittel nur lokal eingesetzt wird, und das in einer gesperrten Zone, dann kann man daraus schließen, dass nur Leute getroffen wurden, die sich in dieser Zone aufgehalten haben. Ich verstehe nicht, was an diesem Gedankengang nicht absolut einleuchtend ist.
 
Äh, die Zone im Park war Parkfläche, die noch nicht gesperrt war. Dort saßen die Demonstranten und es ist völlig egal, ob die Demo für diesen Ort angemeldet war. Ein Park ist ein öffentlicher Platz, zu dem jeder Bürger freien Zutritt hat. Für die CDU und die Polizei ist eine Sitzblockade jedoch kein friedlicher Protest sondern Gewalt. Und deshalb wird auch argumentiert, der Einsatz der Wasserwerfer sei gerechtfertigt. Sitzende Personen mit Wasserwerfern und aus zweiter Reihe (erste Reihe Polizei mit Kampfmontur und Schilden, zweite Reihe "Aktionskräfte") mit Pfefferspray zu "bearbeiten", ist einfach nicht akzeptabel. Hier sollte einfach Widerstand gebrochen werden, um Flächen abzusperren und um mit den Fällarbeiten beginnen zu können.
 
Ich habe nicht gesagt "deswegen" eskalierte es, ich habe gesagt dann. So schreibt es der Artikel. Die Kausalität liegt da schon nahe, wenn der Focus das Wort "Schließlich" verwendet und sich auf den Polizeibericht bezieht. Weshalb ich das auch als Argument nutzte.

Nun mag das für den Einzelnen nicht gelten, aber es ist hoffentlich von anderen Einsätzen bekannt, dass es eine Gruppendynamik gibt und das hier eine Lage entstand, in dem die Gegner schon an Ort und Stelle waren und friedlich dort verweilten und dann die Polizei und Baufahrzeuge anrückten. Es ist doch kaum eine Neuigkeit gewesen, dass die Anwesenden nicht einfach bei dem Beginn der Arbeiten zuschauen würden. Genau deswegen waren sie ja da, um es zu verzögern. Ist die Polizei so naiv und nimmt an, die würden dann in der großen Masse schon einfach gehen? Es entstand also auch erkennbar an der Beschreibung eine Situation, wo die anwesende Masse teils massiv unter Druck gesetzt wurden, mit den bekannten Folgen.

So und nun kommt es sicherlich zu Reaktionen die nicht besonnen waren, keine Frage. Die aber keineswegs von der großen Masse ausgingen. Wie darauf reagiert wurde, so wie es in dem Artikel auf den du dich stützt beschrieben wurde, das kann keinesfalls als deeskalierend empfunden werden. Aber selbst wenn man nun die Räumung des LKWs als angemessen betrachtet, selbst mit Einsatz von Pfefferspray und Wasserwerfern, was ich durchaus als hart betrachtet, so war das nach der Beschreibung ein isoliertes Ereignis. Wann die Demonstranten in welchem Umfang "schließlich"(!) die Polizisten beworfen haben, wie groß die Gefährdung überhaupt war, das ist äußerst unklar. Verletzungen genau deswegen scheint es nicht gegeben zu haben. Die Polizisten, die hier zum Einsatz kamen und deren Einsatzleiter, haben hoffentlich eine Ausbildung genossen, die Besonnenheit empfiehlt. Wenn die scheinbar vereinzelten Würfe der Grund für den Einsatz waren, obwohl das der Polizeibericht gar nicht behauptet, um so mehr Klärungsbedarf besteht über die Taktik.

Das Problem ist aber für mich, dass 1000 Menschen, die eine Fläche blockieren als Provokateure gelten und damit dann der massive Einsatz von Wasserwefern und Pfefferspray als angemessenen Reaktion hingestellt wird und dann eventuelle Gegenreaktionen die man damit zwangsläufig in Kauf nimmt als Rechtfertigung herhalten müssen. Es gibt keine weitere Begründung, warum das Vorgehen angemessen und notwendig war. Schön, dass man den ersten Vorfall und den zweiten zusammenwirft, aber letztendlich muss sich genau an dem Punkt die Polizei fragen: War das noch angemessen? Musste man die Blockade sofort und mit diesen Mittel auflösen? Selbst mit Vorwarnung ist das alles nur keine Deeskalation.

Und was du schon seit Beginn der Diskussion nicht verstehst: Auch der Aufenthalt in einer nicht "freigegebenen" Zone berechtigt keinen massiven Einsatz von Gewalt. Fakt ist, die Leute waren da und sie waren dort absichtlich da, weil es sonst keinen Effekt gehabt hätte, dass sie da waren. Das kann man nun sicherlich verurteilen, weil es rechtlich gesehen nicht legal war und wenn man es streng nimmt Nötigung. Das heißt aber nicht, dass deswegen Wasserwerfer, Pfefferspray oder vielleicht Gummigeschosse, wie du es vorgeschlagen hast, angemessen wären. Oder das alles angemessen wäre, weil es noch härtere Mittel gäbe und in anderen Ländern eingesetzt werden gegen Demonstranten.

Ich frage dich nochmal: Was hat die sofortige Räumung mit diesen Mitteln notwendig gemacht? Bitte sage mir nicht, weil die Blockade illegal war. Das sagt nichts darüber aus, ob es angemessen war.

Man hat sich mit dem Einsatz einen Bärendienst erwiesen, denn Härte und Zeitpunkt waren unverhältnismäßig. Man hat sich am Ende durchgesetzt, um die dann ohnehin schon illegalen Fällarbeiten zu beginnen, aber zu welchem Preis? Wenn immer derart so vorgegangen würde, die deutsche Polizei hätte nicht nur ein kleines Image-Problem. Denn mag es bei Hooligans, "schwarzen Blöcken" und Neonazi-Aufmärschen von der Mehrheit goutiert werden; wenn es die Mitte betrifft, sieht das anders aus. Dummerweise wird das in frühstens zwei Jahren von Gerichten geklärt werden, was angemessen war und was nicht. Gerade erst sind diverse Maßnahmen zum G8-Gipfel als rechtswidrig eingestuft worden.
 
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Ich habe nie vorgeschlagen, Gummigeschosse zu verwenden. Ein erneutes Lesen meiner älteren Postings könnte helfen, solche Unterstellungen in Zukunft zu vermeiden.

Wasserwerfer und Pfefferspray sind in der Doktrin der Polizei keine Mittel der absoluten/massiven Gewalt wie du es nennst, sondern dienen auch genau dazu, um zum Beispiel Sitzblockaden zu brechen. Wenn die Zeit oder die Umgebung es nicht erlaubt, die Leute wegzutragen. Das ist auch schon seit Jahrzehnten so und keine völlig neue Taktik, von der alle überrascht wurden.

Was hat die sofortige Räumung mit diesen Mitteln notwendig gemacht?

Was der exakte Grund war, weiß ich nicht. Da diese Mittel aber durch den Staat und die Polizeidoktrin gedeckt sind, die Demonstration es aber nicht war, ist völlig eindeutig, wer verantwortlich ist und wer nicht.

Gründe könnten z.B. sein, dass man nicht wollte, dass sich das alles ewig verzögert. Oder das die Gegenseite Zeit hat, sich richtig festzusetzen - eventuell mit Festketten usw. wie bei Castor-Transporten. Oder das die plötzliche so hohe Anzahl an Leuten dort eine offensive Strategie erfolgversprechender gemacht hat.

Wie "schließlich" in der Gegend um Stuttgart genutzt wird, habe ich doch schon erwähnt. Das ist mir ziemlich schnell aufgefallen, weil ich eben deutsch "korrekt" gelernt habe und sich das eben in solchen Punkten von den hier ansässigen Mundarten unterscheidet.

Fakt ist, die Leute waren da und sie waren dort absichtlich da, weil es sonst keinen Effekt gehabt hätte, dass sie da waren.

Selbstjustiz kann man nicht rechtfertigen. Und nichts anderes sind Sitzblockaden und Angriffe auf Polizisten.


Was bei G8 passiert ist oder welche Folgen das hat, ist Off-Topic, eröffenst du einen neuen Thread damit, würde ich gerne darauf antworten, mag aber hier nicht von dir erneut verwarnt werden.
 
Gut, der Einsatz von Gummigeschossen war kein Vorschlag von dir, es war bestenfalls impliziert, dass man auch die Einsetzen könnte, denn "Der gezielte Einsatz dieser nichttödlichen Mittel ist für mich verhältnismäßig," und "Achwas, von wegen Gefahr. Selbst bei Gummigeschossen gibt es keine wirkliche Gefahr, sofern man nicht aus kurzer Entfernung auf den Kopf schießt." Von daher war die Wortwahl nicht korrekt.

Aber du sagst es ja selbst: Es gibt Umstände bei denen der Einsatz von Wasserwerfern angemessen sein kann. Aber weder zeitliche Gründe, noch örtliche Gegebenheiten sprechen in dem Fall dafür. Und nochmal: Nein, es ist in keinem Fall so, dass Demonstranten verantwortlich gemacht werden können für eine unangemessene Wahl der Mittel. Es ist genau der Konflikt, um den es hier geht und von daher auch die Erwähnung wie lange solche Verfahren in der Regeln gehen, bis es geklärt wird, ob der Einsatz überhaupt gerechtfertigt war.

Die Zahl der Demonstranten wart nicht plötzlich so hoch ,das habe ich mehrfach schon als einen entscheidenden Fehler erwähnt. Man hat den Einsatz genau so gelegt, dass eine erhöhte Anzahl an Menschen überhaupt zugegen sind. Und man hatte zusätzlich nicht das Personal für diese Menge. Nur weil man dann mit dieser Situation überfordert ist, kann man nicht einfach Wasserwerfer und Reizgas zum Einsatz bringen.

Die Frage ist also viel mehr die: Wer aus der Poltik oder der Polizeileitung ist für die Planung verantwortlich. Wer hat die Eskalation bzw. die Fehleinschätzung die diese auslöste zu verantworten. Die sicher mehrere Faktoren hatte, die aber auch und gerade auf Seiten der Polizei liegen.

Ich diskutiere mit dir im übrigen keine Semantik. Der Focus weiß hoffentlich wie man korrekt etwas ausdrückt (oder zumindest weiß er, wie man etwas so ausdrückt, dass ankommt was er sagen will) und egal wie man das nun auslegen will, "schließlich" bezeichnet immer etwas, was danach passiert, also ein kausaler Zusammenhang unzweifelhaft möglich ist.
 
HappyMutant schrieb:
Nur weil man dann mit dieser Situation überfordert ist, kann man nicht einfach Wasserwerfer und Reizgas zum Einsatz bringen.

Doch, genau das ist der Sinn. Mittel der zweiten Linie kommen dann zum Einsatz, wenn die erste Linie aus egal welchem Grund nicht mehr hält.

Das ist beim Militär so, das ist bei Verhandlungen in der Wirtschaft so und die Polizei wird es nicht anders machen.

Die Frage ist also viel mehr die: Wer aus der Poltik oder der Polizeileitung ist für die Planung verantwortlich. Wer hat die Eskalation bzw. die Fehleinschätzung die diese auslöste zu verantworten. Die sicher mehrere Faktoren hatte, die aber auch und gerade auf Seiten der Polizei liegen.

Das Verhalten der Demonstranten ist in jedem Plan eine Variable. Die wichtigste Variable sogar, somit beeinflussen Demonstranten auch immer den weiteren Verlauf.

Ich diskutiere mit dir im übrigen keine Semantik. Der Focus weiß hoffentlich wie man korrekt etwas ausdrückt (oder zumindest weiß er, wie man etwas so ausdrückt, dass ankommt was er sagen will) und egal wie man das nun auslegen will, "schließlich" bezeichnet immer etwas, was danach passiert, also ein kausaler Zusammenhang unzweifelhaft möglich ist.

Der Focus hat das aber nicht formuliert, sondern irgendein Stuttgarter Polizist. Genau der, der auch konsequent "wie" statt "als" benutzt und die Uhrzeit mit "nach der 3" angibt, statt "nach 15 Uhr".
 
C3rone schrieb:
Mittel der zweiten Linie kommen dann zum Einsatz, wenn die erste Linie aus egal welchem Grund nicht mehr hält.

Was deutsche Gerichte ja glücklicherweise anders sehen. Aber so oder so muss sich dann jemand für das Versagen verantworten.

Das Verhalten der Demonstranten ist in jedem Plan eine Variable. Die wichtigste Variable sogar, somit beeinflussen Demonstranten auch immer den weiteren Verlauf.

Was die Frage aufwirft, warum ein Faktor, den selbst du anerkennst, dermaßen fehlerhaft eingeschätzt werden kann. Das ist eben einer der, wenn nicht gar der entscheidende, Auslöser der Kette von Ereignissen. Hier waren keineswegs militante Berufsdemonstranten unterwegs, denn das sieht ja dann tatsächlich deutlich anders aus. Das mit Demo und Blockade von vorne herein gerechnet wurde ist definitiv auch so. Warum man nach den Wochen zuvor und den zur gleichen Zeit angemeldeten Demos offenbar dennoch nicht in der Lage war mit angemessenen Mittel auszukommen, muss dann ernsthaft hinterfragen.

Der Focus hat das aber nicht formuliert, sondern irgendein Stuttgarter Polizist. Genau der, der auch konsequent "wie" statt "als" benutzt und die Uhrzeit mit "nach der 3" angibt, statt "nach 15 Uhr".

Ich frage mich schon woher du die Erkenntnisse zu der Bedeutung von "Schließlich" nimmst. Auch wurde das nicht hier im Thread von dir ausgeführt, so du das behauptest. So langsam interessiert mich da mal ein Beispiel, wer das in einem völlig anderen Kontext verwendet, also wo es weder einen kausalen Zusammenhang, noch zumindest einen zeitlichen bezeichnet.

Fakt ist, es war kein direktes Zitat in dem Artikel. Tatsache ist zudem, dass das Wort "Schließlich" eine irgendwie geartete Abfolge suggeriert, die zudem auch durch andere Berichte gedeckt wird, was die zeitliche Abfolge angeht. Und ich bin in keinem Fall bereit diesen Fakt nur deswegen zu ignorieren, weil du glaubst "schließlich" wäre in einem sonderbaren Dialekt von jedem tieferen Sinn befreit. Die Polizei ist sich über die Abfolge der Ereignisse sehr wohl bewusst und genau das sollte auch in der öffentlichen Debatte unzweifelhaft so dargestellt werden.
 
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Hi

also was ich auf den beiden verlinkten Filmen von weiter oben etwas komisch finde,
sie sollen als Beweis herhalten, das die Demonstranten angefangen haben,
die Bilder fangen an zu laufen aber alle und alles scheint schon "Nass".
z.b. schon nach 26 Sekunden (unterm LKW) und alles schon Nass und Reifen nix kaputt.

Cu
 
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Wirklich beschämend, wie die hiesige Landesregierung den Bahnhof entgegen einer Mehrheit der Bevölkerung in BW mit polizeilicher Gewalt gegenüber Rentnern und Jugendliche durchprügeln will.

Ich bin ja nicht grundsätzlich gegen einen Ausbau Öffentlicher Verkehrsmittel, jedoch finde ich es bedauerlich, dass dafür hart erarbeites Steuergeld zweckentfremdet werden soll!

Wenn ich bedenke, dass wenn es nach der CDU/FDP ginge, im Jahre 2006 die Bahn mitsamt kompletter Infrastruktur zu einem Viertel an die Börse gebracht werden sollte - das alles für einen angepeilten Betrag (zur Erinnerung, es war damals ein Emissionsvolumen von 6-8 Mrd € im Gespräch), der unter den Projektkosten von Stuttgart 21 liegt, ist es nicht einzusehen, dass der Steuerzahler für solche Prestigeprojekte einstehen soll!

Apropos: ich wäre durchaus dafür, dass bei Aufträgen der Öffentlichen Hand die Entscheidungsträger (Politiker) für die Fehlsummen, die den Kalkulationsbetrag überschreiten persönlich haftbar gemacht werden könnten. Damit wären wohl die Zeiten schöngerechneter Prestigeprojekte passe, die um der politischen Durchsetzbarkeit Willen vorsätzlich viel zu niedrig kalkuliert werden (Beispiele hierfür finden sich in nahezu jeder Kommune)!
 
longi schrieb:
also was ich auf den beiden verlinkten Filmen von weiter oben etwas komisch finde [..]

Es ist denke ich kein Zufall, dass der Zeitindex jeweils geschwärzt wurde. Die suggerierte Abfolge kann und wird so nicht unbedingt stattgefunden haben. Auf der Pressekonferenz direkt danach waren die noch zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=mUMt2ghtAxU

Was man aber gut bei den jetzigen Videos sieht ist, dass gegen Ende aus nächster Nähe auf Demonstranten mit dem Wasserwerfer geschossen wurde. Mit den bekannten Folgen. Es mag dumm sein, sich dort hin zu begeben, aber irgendwie gehen die Leute immer noch davon aus, dass die Polizei einen nicht unnötigerweise verletzt bzw. direkt auf Gesicht zielt. Da können die Polizisten direkt am Wagen auch nichts für, die bekommen das ja selber teils recht heftig ab. Aber der, der das Ding bedient und der der dafür dienstrechtlich verantwortlich ist.
 
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Athlonscout schrieb:
Wirklich beschämend, wie die hiesige Landesregierung den Bahnhof entgegen einer Mehrheit der Bevölkerung in BW mit polizeilicher Gewalt gegenüber Rentnern und Jugendliche durchprügeln will.

Naja, laut Meinungsforschungsinstitut TNS Forschung sind 46% für Stuttgart 21 und 43% dagegen. Also so klar sind die Mehrheiten vielleicht gar nicht verteilt. Und jetzt bitte nicht wieder mit Argumenten kommen, dass 1000 Befragt nicht genug sind. Wer ein bischen Ahnung von Statistik hat weiß, dass so eine Teilerhebung meistens sogar bessere Ergebnisse liefert als eine Vollerhebung ;)
 
BelaC schrieb:
Naja, laut Meinungsforschungsinstitut TNS Forschung sind 46% für Stuttgart 21 und 43% dagegen.

Meinungsforschungsinstitut TNS Forschung - wer ist denn das? Ich habe noch nie von denen gehört!

Forsa (die kennt wohl jeder!) hat da vor einer Woche deutlich andere Ergebnisse ermittelt!

Auch aus meinem Bekanntenkreis (ich komme aus BW), der sich über mehrere Gesellschaftsschichten erstreckt, sind die meisten gegen Stuttgart 21 in der Form wie jetzt geplant!
 
Ja, vielleicht liegen die auch daneben, wer weiß.

Auch wenns nix zum Thema beiträgt, in meinem Bekanntenkreis (ebenfalls BW bzw. Stuttgart) sind die Meinungen völlig gegenläuft. Von glühenden Befürwortern, über Leute ohne Meinung bzw. gespaltener Meinung, bishin zu radikalen Gegner ist alles dabei.
 
Klarheit hierüber kann wohl nur ein Volksentscheid bringen!

Einzig die Befürworter sträuben sich ja beharrlich dagegen.
 
Ja, so siehts wohl aus. Aber da stellen sich mir auch viele Fragen, die ich mir nicht beantworten kann.

Was passiert wirklich wenn die Sache abgeblasen wird? Belässt man den Bahnhof weiter 10-20 Jahre im jetztigen Zustand bis eine Alternative durch ist? Meiner Meinung nach kein Problem, da es in Stuttgart allein verkehrstechnisch viel größere Probleme gibt als den Bahnhof. Vor allem im Bereich Autoverkehr. Da haben wir teilweise unglaubliche Nadelöhre. Aber anscheinend sind sich ja Beführworter und Gegner von Stuttgart 21 einig, dass auf jeden Fall etwas gemacht werden muss.

Kann man dem Bürger zumuten bei einem Projekt mit dieser Reichweite eine weise und gutüberlegt Entscheidung zu treffen? Hier kann ich nur für mich sprechen: ich würde es mir nicht zutrauen. Ich habe mich auf Seiten der Gegner und der Befürworter sehr ausführlich informiert und bin zu keinem, auch nur im Ansatz zufriedenstellenden, Ergebnis gekommen. Für jedes Argument hat die jeweilige Gegenseite ein Gegenargument parat. Als Nicht-Experte keine Chance da durchzublicken was stimmt und was nicht.

Und wie soll es dann mit unserer Demokratie allgemein überhaupt weiter gehen? Ab wann sollte ein Volksentscheid durchgeführt werden und wann sollen die Parlamente entscheiden?
 
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