Stuttgart 21 / Proteste allgegenwärtig ...

Wie steht ihr zum Bauprojekt "Stuttgart 21"?

  • Ich bin für "Stuttgart 21".

    Stimmen: 327 48,2%
  • Mir ist es egal, ob gebaut wird.

    Stimmen: 119 17,6%
  • Ich bin gegen "Stuttgart 21".

    Stimmen: 232 34,2%

  • Umfrageteilnehmer
    678
@florian.

Erstens ist der Effekt von Stuttgart 21 quasi nur für den Personenverkehr spürbar. Die Behauptung, dass Rohstoffe schneller zugeführt werden können ist so kaum realisierbar. Im Gegenteil, diverse wichtige Projekte für den Güterverkehr werden aus Kostengründen nicht oder nur sehr zögerlich realisiert. Wo ein Teil der benötigten Gelder hinfließt, kannst du dir denken. Die einzige Entlastung kann die teilweise Verlagerung des Fernverkehrs sein, bzw. einige neue Kapazitäten gibt es durch die NBS generell. Aber Nadelöhre gibt es dann immer noch genug. Und die neue Strecke wird dann immer noch starke Steigungen aufweisen wir die bestehende Strecke, also im Güterverkehr problematisch werden.

Zweitens ist der Umbau von Frankfurt und München, als den beiden anderen Kopfbahnhöfen für die solche Planungen bestanden, an den Kosten gescheitert. Bzw. an dem was man mit dem vorhandene Geld hätte realisieren können und das wären auch nur Sparlösungen gewesen. Alleine Stuttgart bleibt übrig, mit den ganzen Problemen die die anderen Projekte zum scheitern verurteilten. Zu viel Geld für letztendlich zu wenig Kapazität.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_21

Der dritte wichtige Kopfbahnhof, Leipzig, erhält einen kurzen Tunnel vorallem für die S-Bahn, der ebenfalls schon eine Milliarde kostet. Das ist dann nur eine Verdoppelung gegenüber der Planung und natürlich verzögert sich auch hier schon der Bau um mehrere Jahre. Der Tunnel ist für den Fernverkehr auch deswegen kaum sinnvoll, weil die zuführenden Strecken noch nicht durchgehend elektrifiziert sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/City-Tunnel_Leipzig

Wieso wundert man sich in Politik und Bauwirtschaft über die massive Skepsis bei Großprojekten, wenn alles doppelt so teuer wird und doppelt so lange dauert? Das die alle inkompetent sind und aus Erfahrung nicht lernen, kann ich nicht glauben. Also ist doch die Planung schön gerechnet. Vielleicht wäre das schon mal ein Ansatzpunkt, was man von Anfang an besser machen kann.

Wir könne uns dann vielleicht irgendwann zwar wie ein Keks freuen, das wie in Japan alle Zentren mit ultraschnellen Zügen angebunden sind (und mich würde es freuen, ich bin ein Fan davon). Allerdings haben wir dann auch eine Staatsverschuldung, die unser Bruttosozialprodukt massiv übersteigt. Wenn das Zähneklappern bei der Bankenkrise schon jetzt so groß war, dann wird die nächste Rezession mit den Voraussetzungen erst ein richtiges Fest.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ nicoc: na mach das mal den Parkschützern klar!

@ Happy Mutant: Deine Aussagen sind immer "Was wäre wenn". Schiefgehen kann alles, oder auch alles auf anhieb klappen. Und dass die kosten von S21 die Verschuldung so verstärken kann ich dir nicht glauben: Bei fast 2 Billionen sind die bisherigen Milliarden "lächerlich", was der Bahnhof kostet.
 
Soll heißen, dass das Argument mit der Staatsverschuldung übertrieben ist, da die 4mrd den Bock auch nicht mehr fett machen. Allerdings kann man das Geld auch woanders investieren, wo es evtl. eher gebraucht wird oder sogar fehlt. Dass ich als Steuerzahler irgendwo den Leuten in Stuttgart nen fetten Bahnhof sponsere, wovon ich absolut nichts habe und stattdessen mit den regionalen Anbindungen bei uns gestraft bin... naja. Ist ein wenig delikat.

Generell bin ich ja für Fortschritt... sonst sieht es hier irgendwann so aus wie im Osten und dann beschweren sich die Leute auch... Womöglich ist das Denken an lediglich heute oder morgen zu kurz gedacht. In 10-20 Jahren denken die Leute evtl. anders drüber. Schließlich kann ich mir nicht vorstellen, dass die Verkehrsituation besser wird und wenn die Straßen dann zu voll sind, gibt es ein Chaos, wenn dann erstmal ein neuer Bahnhof gebaut werden muss, der entlasten soll oder einfach auch mehr Zugverkehr stattfindet.

Überhaupt ist es vielleicht besser für die Anwohner, wenn die Züge unterirdisch reinrasen, statt oberhalb... für alle gut hörbar, aber da ich nicht in Stuttgart wohne, kann ich das nur mutmaßen.
 
sidestream schrieb:
Soll heißen, dass das Argument mit der Staatsverschuldung übertrieben ist, da die 4mrd den Bock auch nicht mehr fett machen. Allerdings kann man das Geld auch woanders investieren, wo es evtl. eher gebraucht wird oder sogar fehlt. Dass ich als Steuerzahler irgendwo den Leuten in Stuttgart nen fetten Bahnhof sponsere, wovon ich absolut nichts habe und stattdessen mit den regionalen Anbindungen bei uns gestraft bin... naja. Ist ein wenig delikat.

Und von den vielen Mrd. die wir Baden-Württemberger dem Länderfinanzausgleich zuschieben, hätten wir schon 10 S21 realisieren können!
 
Ich bin auf fortschrittlich, deshalb muss ich doch nicht für S21 sein...

Es ist viel mehr eine Frage der Verhältnismäßigkeit der Kosten. Warum sollte man nicht lieber in einen endlich funktionierenden und modernen Regionalverkehr investieren? Da wäre das Geld wohl besser angelegt, als in einem Milliardenprojekt, dessen Mehrwert doch schon sehr in Frage steht.

@Crossfire Sebi: Auf diesem Niveau macht eine Diskussion wohl kaum einen Sinn.
 
Mit Argumenten, dass man das Geld aber woanders investieren sollte ist genauso umsonst, wie es z. B. sidestream geschrieben hat mit dem Regionalverkehr.

Die Gelder sind seit 14 Jahren für diese Projekt veranschlagt und fließen nicht einfach in andere Projekte falls S21 nicht realisiert wird. Aber viele scheinen das selbst nach hundert Hinweisen nicht zu verstehen!
 
Die Gelder sind seit 14 Jahren für diese Projekt veranschlagt und fließen nicht einfach in andere Projekte falls S21 nicht realisiert wird. Aber viele scheinen das selbst nach hundert Hinweisen nicht zu verstehen!
Nicht autmatisch, na und?
 
@ all

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht!

Jede Stadt sollte seinen City Tunnel haben / bekommen!

Übrigens die Bürger, die Haus- und Grundstücksbesitzer der Stadt Leipzig hat auch keiner im Vorfeld gefragt, ob das so gewollt war.

Und das Ganze war auch noch so günstig: die Baukosten sind nur von 380.000,- € auf ca. 1,5 Mio gestiegen - bei Projekten dieser Grössenordnung ganz normal - was war gleich die Begründung - ach ja der Stahlpreis wäre nach oben gegangen und der Untergrund (das weiss man in Leipzig seit den 20èr Jahren, da gab es die ersten Pläne für eine solche Verbindung) war so wie er ist und kein optimaler Sandboden...

Ich verstehe bloss nicht warum wenn eine nahmhafte Firma ein gültige Kalkulation abgibt - den Zuschlag erhält - Nachträge in dieser Grössenordnung noch möglich sind. Wenn die guten Leute sich (absichtlich) verkalkuliert haben um den Auftrag zu bekommen - ist das deren Problem!

Wenn Ihr in die Autowerkstatt geht, habt einen Kostenvoranschlag von 200,- € und man will plötzlich 1000,- € von Euch und es hat sich keiner im Vorfeld dazu gemeldet - na da gibt es dann auch Spass - oder?

Dumm nur, dass der Tunnel kein ICE Zulassung hat und auch nicht bekommt - das war dereinst auch so ein Argument für den Bau - es wird nur ein orginärer S - Bahn Tunnel mit maximal 13 Bewegungen in der Stunde. Aber die DB hat ja jetzt die Konzession für den Tunnel bekommen - wie schön!

Die Bauarbeiten gehen seit einer gefühlten Dekade mitten durch die Stadt - die an den entsprechenden Stellen gesperrt und duch den Transport von und zur Baustellen verschmutzt ist.

Die Besucher der Weihnachtmärkte werden es wissen, was ich meine.

Und das Ganze jetzt noch absagen - absurd! Da sind doch schon Mittel geflossen - wie sollen die jetzt wieder rückgebucht werden? Bei den Legalen ginge es ja noch - aber bei den anderen?

Also S 21 bauen - koste was es wolle! Warum sollte das in BW anders werden als bei uns in SA?

Wir sind halt doch auch eine Bananenrepublik - allerding ohne Bananenstauden...
 
addl1970 schrieb:
Ich verstehe bloss nicht warum wenn eine nahmhafte Firma ein gültige Kalkulation abgibt - den Zuschlag erhält - Nachträge in dieser Grössenordnung noch möglich sind.

Weil...

...die Entscheider über fremdes Geld entscheiden
...die Entscheider oftmals hervorragende Verbindungen zu den Firmen haben, die von den Mehreinnahmen profitieren

Das hat in BW seit vielen Jahrzehnten Tradition, dank der ausgezeichneten Kontakte von FDP und CDU in die örtliche Wirtschaft. Man kennt sich halt. ;)
 
@HappyMutant: Du hast ja den Anfangspost geändert. Nun habe ich ihn noch etwas passender formuliert, sodass auch Stuttgart 21 mit drin ist. Bist du damit einverstanden?

Danke!
 
Hi

hab nichts anderes erwartet, nachdem die Fernsehbilder der Pressekonferenz der
Polizeiführung für die Öffentlichkeit weiter oben auch nachträglich frisiert wurde. Zeitpunktfeststellungsmöglichkeiten wegretuschiert.

Cu
 
Athlonscout schrieb:
Wenns nur um einen Durchgangsbahnhof gehen würde, könnte man dies im Falle von Stuttgart deutlich günstiger im Bereich des Rosensteinparks oberirdisch realisieren!

Gibts dazu Pläne?
 
@BelaC

Konkrete Pläne sind mir nicht bekannt. Allerdings wurde diese Option schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts diskutiert!
 
... Stuttgart 21 ist ja nur noch ein Teil des Protestes. Inzwischen geht es auch um die Demokratiefrage. Das ist gut so.
 
Demokratie? Ich kann bei den S21-Gegnern keinerlei demokratische Züge erkennen.
Wer sich hinstellt und und schreit - S21 darf nicht gebaut werden und basta - der hat nichts demokratisches an sich - die zahlreichen Befürworter werden denunziert und bedroht.

Ist das Ihre Vorstellung von Demokratie? Insbesondere die Grünen haben richtig diktatorische Züge angenommen.

@Crossfie Sebi - Genau! Wir finanzieren seit Jahrzehnten die anderen Bundesländer und dann wollen die uns vorwerfen ihre Gelder zu verschwenden - das ist schon absurd.

@Sidestream - du sponserst unseren Bahnhof - steht ja nicht da woher du kommst, aber vermutlich ist bei Dir so einiges von den Baden-Württembergern gesponsert worden.

@Athlonscout:
Du hast geschrieben:
"Schön wäre, wenn die Pro-Argumente von einem ausgewisenen Fachmann kommen würden und nicht von einem Stuttgarter Stadtrat, der ja nur Stuttgart im Blick hat!"

Worum geht es hier denn, wenn nicht um die Interessen des Großraums Stuttgart - und ein Stuttgarter Stadtrat ist sicherlich ein Fachmann für die hiesige Situation. Wir beurteilen ja auch nicht, ob Berlin, Leipzig oder wer auch immer einen Bahnhof, einen Tunnel oder eine Straße braucht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Vertrauen in die Polizei ist unter den Stuttgarter Bürgern nahe Null gegangen.[...]Die Polizei hat dies geflissentlich auf ihrer Pressekonferenz verschwiegen! Das ist ein Skandal sondersgleichen und beweist, dass man dort nicht um Objektivität bemüht ist.

Ich will mich hier jetzt nicht als Befürworter von Stuttgart 21 hervortun (wie gesagt, bin unentschlossen). Aber vorhin wird der von mir verlinkte Text Pro-Stuttgart 21 als zu einseitig verissen und fast gleichzeitig kommt dann sowas. Wo geht denn das Vertrauen der Stuttgarter Bürger in die Polizei gegen Null!? Das geht vielleicht bei den paar tausend Demonstranten gegen Null, die an den Auseinandersetzungen im Park beteiligt waren. Aber zumindest bei denen, die ich da gekannt habe, ging die sowieso schon davor gegen Null.

Aber allgemein unter den Stuttgarter Bürgern? Unter 600.000 Menschen? Ich weiß nicht wo da die, von der Polizei andererseits geforderte, Objektivität bleibt.

Konkrete Pläne sind mir nicht bekannt. Allerdings wurde diese Option schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts diskutiert!

Naja, das ist jetzt aber doch schon ein Weilchen her und seit dem hat sich Einiges in Stuttgart verändert.
 
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