Stuttgart 21 / Proteste allgegenwärtig ...

Wie steht ihr zum Bauprojekt "Stuttgart 21"?

  • Ich bin für "Stuttgart 21".

    Stimmen: 327 48,2%
  • Mir ist es egal, ob gebaut wird.

    Stimmen: 119 17,6%
  • Ich bin gegen "Stuttgart 21".

    Stimmen: 232 34,2%

  • Umfrageteilnehmer
    678
... die Mitglieder der AfA (Arbeitsorganisation innerhalb der SPD) haben es immerhin mit internen Druck geschafft, dass die Rente mit 67 erst eingeführt werden soll wenn 50% der 60 Jährigen Arbeit haben (Gabriel hat die Akzeptanz dieser Proteste möglich gemacht). Da abzusehen ist, dass jenes nie erreicht werden wird ist die quasi Abschaffung der Rente mit 67 innerhalb der SPD klare Kante.
Das aber niemand dafür auf die Straße ging hat meiner Ansicht nach den Grund, dass die Leute nicht mehr glauben das Proteste und Demonstrationen bei unseren Politikern etwas anderes als Achselzucken auslösen. Unser allseitsgeliebter BASTA Politiker Gehrhard Schröder (Kanzler a.de) hat es sogar Parteiintern geschafft das Proteste nicht zur Kenntnis genommen werden.
Sollte am Ende der Demos gegen S21 nicht ein Baustop herauskommen sehe ich recht schwarz für unser Land. Und Nein, es ist keine Mehrheit für S21, auch wenn Schuster uns das Glauben machen will.
 
Zuletzt bearbeitet:
... wirklich plötzlich ist der Wandel eigentlich nicht: am Anfang der Umfrage war der Stand schon mal ähnlich und ging dann eine Weile zugunsten der Befürworter. Jetzt sind es ja gerade mal 2,36% Unterschied (6 Stimmen). Also nicht gerade viel.
 
Ich kann beim besten Willen auch keinen Wandel in der Umfrage erkennen. Die ist weiterhin sehr ausgeglichen.
 
Hi

wird ja etwas zäh hier, evtl. könnte so eine Überlegung gerade noch durchgehen, da das Thema als solches "evtl." nur Mittel zum Zweck sein könnte
(ja ja, ich bin paranoid und ein Verschwörungstheoretiker :) )

Also nochmal zu den Kosten, wo sie evtl. hinlaufen und wozu das evtl. dienlich scheint:

Für den Fall, die Zu-geschäfte für die DB werden über Steuergelder finanziert, z.B. Verträge über 1 Mrd. Gewinn durch „einige“ Streckennutzungsverträge rund um Stuttgart (ist ja so), bis "irgendwann", und dieser Gewinn (weitere aus ähnlichen Geschäften natürlich nicht ausgeschlossen) stellt dem Unternehmen eigentlich ein Zeugnis über eine "Rosige" Zukunft voraus (für Analysten),
ist es dann nicht evtl. ein doppelter Beitrag den die Steuerzahler in Deutschland zu zahlen haben werden, für den Fall die DB geht mit Teilgeschäften an die Börse
(wurde ja jetzt schon mehrfach verschoben), in der Hinsicht,

a. erst zahlt man verdeckte Subventionen für einen erhöhten Gewinn aus Steuergeldern, die wir alle bezahlen und das die Unternehmenszahlen verfälscht, weil z.B. Ausschreibungen unterbleiben/Streckennutzungsentgelte zu hoch,

b. dann gibt man Aktien "Volksaktien" raus, mithilfe dieser man Kapital ins Unternehmen schießt (man kauft sich ja Anteilseigner) und die Aktie den Ausgabekurs, wie
z.B. die Postaktie von € 21,40 Nov. 2000 auf € 13,55 22.10.2010,
z.B. die Telekom von € 14,57/1996, (€ 39,50/1999 u. € 66,50/2000) auf € 10,05 am 22.10.2010,
(hat jemand zufällig so ein Teil und die Nennwerte)
nicht mehr erreichen kann.
Als „Kunde“ hat man natürlich auch keine Chance „am Markt“ dagegen, laufen diese Titel dann in div. Fonds (hohe Nachfrage) z.B. Dax- / Transportsammelwerte / Technologie und gehen in der Masse der Anteile unter bei gleichzeitiger hoher Nachfrage durch Fondmanager. ;)

Wäre die Ausgabe der Aktie nicht eine doppelte Kapitalvernichtung oder nennt man a. dann Anschubfinanzierung für einen möglichen Dax-Handel/Privatiesierung mit „offensichtlich“ vorprogrammierter privater Kapitalvernichtung?

Ein Verlust des Bahnprojektes würde evtl. den bereits mehrfach verschobenen Börsengang der DB für die nächsten 10-15. Jahre ausschließen, hoffentlich. ;)

Cu
 
Zuletzt bearbeitet:
... ja sicher: im Falle eines Börsenganges der Bahn und beim Kauf einer Aktie kauft der Bürger zurück was im sowieso schon gehört. Deswegen wird z. B. vom DGB davor gewarnt diese Aktien (im Falle eines Börsenganges der Bahn) zu kaufen. Aktien sind ja erstmal Unternehmensanteile.
 
Sollte am Ende der Demos gegen S21 nicht ein Baustop herauskommen sehe ich recht schwarz für unser Land.

Das meinte ich in meinem letzten Post, mit der versteifung auf ein Thema.

Ich sehe aus ganz anderen Gründen schwarz für unsere Welt. Besser einige Entwicklungen müssen einen mit Besorgnis Erfüllen. Aber jetzt steht eben S21 auf den Titelseiten.
Das Thema wird total überstilisiert und ein ganzes Land geht daran mit sicherheit nicht zugrunde.
 
Daran geht nichtmal Stuttgart zugrunde. Ausser die Gegner fangen einen Bürgerkrieg an oder stecken Stuttgart in Brand... das wäre aber wie gegen Atomkraft demonstrieren mit ner Kippe im Maul. Obwohl - davon gibts genug.. aber btt:

In den Medien wird immer so getan, als sei ganz Stuttgart gegen den Bau. Dem ist nicht so. Bei einem Volksentscheid käme eben nicht raus, dass 100% nen Baustopp wollen.
Einen Volksentscheid kann man aber allein deshalb schon nicht machen weil unsere Bevölkerung für sowas nicht sensibilisiert ist. Das ist wie mit den Wahlen.. es gehen immer weniger Leute hin, trotzdem meckern alle über die Regierung. Die kleinen radikalen Rand-Parteien mit rechtem Ausguck oder linken Parolen, die haben radikale Wähler die bei der Wahl brav ihr Kreuz machen.

Was wenn bei Stuttgart21 nur 20% zum Volksentscheid gehen und davon 51% für nen Baustopp sind? Dann haben 11% über die gesamte Stadt entschieden.
Das ist der Grund warum kein Volksentscheid zugelassen wird.

Zum Rest:
Ich habe schonmal erwähnt: solange es keine gesetzlichen und rechtlichen Einwände gegen den Bau gibt MUSS die Stadt es der Bahn genehmigen. Wir sind kein Totalitäres System, wo die Regierung einfach sagen kann " Nein machen wir nicht, denn wir wollen nicht " sondern die Regierung muss sich ebenso an die Gesetze halten wie jeder andere. Ohne begründeten Einwand kann man niemandem etwas verbieten.
 
Was wenn bei Stuttgart21 nur 20% zum Volksentscheid gehen und davon 51% für nen Baustopp sind? Dann haben 11% über die gesamte Stadt entschieden.
Das ist der Grund warum kein Volksentscheid zugelassen wird.

Willkommen in der Demokratie! Es ist völlig unerheblich, ob nun alle abstimmen oder nur ein Teil. Es kommt darauf an, dass jeder die Möglichkeit der Wahl hat. Eine demokratische Entscheidung ist dann auch, nicht hinzugehen.

Deshalb wissen auch alle Mitdenkenden, dass Deine Gründe nicht für eine Ablehnung eines Volksentscheides herangeführt werden können. Nach einem Gutachten der Verfassungsrechtler Paul Kirchhof und Klaus–Peter Dolde sind es hingegen Gründe im Rahmen der Zuständigkeiten und Fristen, wegen derer die Landesregierung in BW einen Volksentscheid nicht zulässt.

Für Deine Bildung: http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=6981084/4m4wkx/index.html

solange es keine gesetzlichen und rechtlichen Einwände gegen den Bau gibt MUSS die Stadt es der Bahn genehmigen.

Die Stadt kann sowieso nichts alleine machen, das ist eher eine Frage des Regionalverbandes, der Stadt, der Landesvertretung und des Bundes. Diese sind Vertragspartner und wenn die nicht wollen, kann die Bahn natürlich ein wenig auf eigene Faust sandeln. Aber nur mit einem Budget, dass für mehr als Sandburgenbau nicht taugt. Zudem geben die Steuerzahler nicht nur den Mammutteil des Budgets, ihnen gehören auch viele der Objekte und Grundstücke, ohne deren Durchbohrung, Aushebung, Zerstörung etc. ein alleiniges Bahnprojekt nicht möglich wäre.

Lange Rede, kurzer Sinn: man muss und will der Bahn nichts verbieten. Aber ohne staatliche Hilfe gibt es kein Stuttgart 21.
 
"das wäre aber wie gegen Atomkraft demonstrieren mit ner Kippe im Maul"

So ein Schwachsinn. Was bitte haben diese Dinge miteinander gemein?

wenn ich nicht will das meine Kinder verstrahlt werden/whatever kann ich doch immernoch meinen eigenen Körper schinden.
 
So ist es. Fremd induzierte Gefahren werden gemeinhin als risikobehafteter wahrgenommen als solche, die auf eigenen Entscheidungen basieren und stoßen daher mit höherer Wahrscheinlichkeit auf Widerstand.
 
Ähm ja, nur leben wir hier (freiwillig) in einer repräsentativen und nicht in einer direkten Demokratie.
Die von uns gewählten Volksvertreter entscheiden, und sie haben sich FÜR S21 entschieden. Unser Einfluss liegt dann darin begründet, beim nächsten mal andere Volksvertreter zu wählen.
 
... sie können sich auch wieder anders entscheiden bzw gegen S 21(siehe Atomausstieg). Ganz verstehe ich dein Argument nicht wenn du damit für S 21 argumentieren willst. Warum bitte kann man eine Entscheidung (in einer wie auch immer gearteten Demokratie) die man korrigieren will nicht korrigieren?

@DugDanger,

mit Schwarz sehen meine ich nichts anderes als der Großteil der Bevölkerung: Schwarz sehen was unsere Demokratie anbetrifft. Solltest du aber keine Probleme mit unserer Demokratie haben, gehörst du glaube ich zu den letzten 2%.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin dafür das man den neuen Bahnhof auf keinenfall baut. Sowas aber auch was die wollen mit diesen schwachsinn projekt Stuttgart 21:mad::mad::stock:
 
Zudem geben die Steuerzahler nicht nur den Mammutteil des Budgets, ihnen gehören auch viele der Objekte und Grundstücke, ohne deren Durchbohrung, Aushebung, Zerstörung etc. ein alleiniges Bahnprojekt nicht möglich wäre.
Die Steuerzahler sind andersherum diejenigen, die auf schlechte Bahnanbindung schimpfen und vollgestopfte Züge - quasi die NUTZER des Systems "Bahn".

"das wäre aber wie gegen Atomkraft demonstrieren mit ner Kippe im Maul"

So ein Schwachsinn. Was bitte haben diese Dinge miteinander gemein?
Ich erinnere mich nur an ein Bild eines Protestlers - er trug ein Schild mit der Aufschrift "Atomkraft verursacht Leukämie und Krebs" und hatte ne Kippe im Mund. Die Krebszahlen kenne ich nicht, aber dass jährlich ( in Deutschland ) 150.000 Raucher an Zigaretten sterben, und sogar 3000 Nichtraucher unverschuldet durch das Passivrauchen ist anscheinend unerheblich.
Die Proteste sind teilweise echt obsolete... viele schließen sich blind jedem Protest an ohne wirklich abzuwägen oder überhaupt nachzudenken warum und wieso. Nach dem Motto "Wenn einige sagen es sei schlecht, kann es nicht gut sein".

Das Volk... tja. Das hat so ne typische Eigendynamik. Beispiel: Würde man jetzt per Volksentscheid abstimmen ob jeder vom Staat grundsätzlich 1000€ Monatlich bekommen sollte ohne Abzüge etc. Dann würden die meisten dafür stimmen.. dass es utopisch und unbezahlbar ist, darüber denkt keiner nach.

Ich bin immernoch dafür, dass die Bahn das Projekt sein lässt und den kompletten Ausbau der Strecken stumpf an Stuttgart vorbei führt. Das hat weder für den Tourismus, noch für die Wirtschaft einen positiven Effekt.

... sie können sich auch wieder anders entscheiden bzw gegen S 21(siehe Atomausstieg)
Warum immer der Atomausstieg als vergleich? Das passt vorne und hinten nicht. Bei S21 handelt es sich um ein - an sich - simples Bauvorhaben. Es haben auch Leute dagegen protestiert den Palast der Republik abzureissen ( obwohl er dank Asbest unbenutzbar gewesen wäre ).

Atomausstieg ja, aber bitte mit Alternative. Einfach "abschalten" funktioniert da nicht - der Strombedarf steigt stetig.
Gleiches bei Stuttgart 21 - Die Bevölkerungsdichte und der Verkehr nehmen zu. Bauvorhaben abbrechen? Ja, aber bitte mit Alternativen wie sich Stuttgart in den nächsten 20 Jahren entwickeln soll.
Dass die Stadt in einem Tal liegt ist nur zu bitter...
 
Zuletzt bearbeitet:
DugDanger schrieb:
Ähm ja, nur leben wir hier (freiwillig) in einer repräsentativen und nicht in einer direkten Demokratie.
Die von uns gewählten Volksvertreter entscheiden, und sie haben sich FÜR S21 entschieden. Unser Einfluss liegt dann darin begründet, beim nächsten mal andere Volksvertreter zu wählen.

Sehr interessanter Punkt.

An sich ist das Urteil zu S21 im Jahr 1996 gefallen, als die CDU mit dem Stichpunkt "Stuttgart 21" im Wahlprogramm zur Landtagswahl antrat. Mit 41,3% gewinnt die Partei - fühlt sich also in ihrem Vorhaben bestätigt. Im darauffolgenden Jahr wird der Architekturwettbewerb entschieden und erste Verträge geschlossen. 2001 findet die nächste Wahl statt und wieder steht im Wahlprogramm etwas von dem großen Bauprojekt. Ergebnis: 44,8% für die Christ-Demokraten. Im Jahr 2006 ein ähnliches Bild. Das ist meiner Meinung nach eine klare Botschaft an die Regierung: "Ja, baut den Bahnhof."

Ich empfinde es als oberste Bürgerpflicht vor der Stimmabgabe das Wahlprogramm der Parteien wenigstens zu überfliegen und die wichtigsten Stichpunkte zu überprüfen und zu überlegen, ob ich als Wähler damit übereinstimme. Wähle ich z.B. die CDU, weil ich überzeugter Papst-Verehrer bin, bin aber gleichzeitig strikt gegen S21, sollte ich mir die Entscheidung wirklich noch einmal überlegen. Ich glaube nach Jahrzehnten der (doch sehr erfolgreichen) CDU-Regierung haben sich viele Bürger diesen Kraftakt erspart und die CDU gewählt, 'weil sich das in BW eben gehört'.

Eine Regierung kann, oder besser gesagt 'muss', davon ausgehen können, dass Wahlprogramme gelesen und verstanden werden. Die CDU hat, was das angeht, keinen Fehler gemacht, da sie momentan einfach ihr Wahlprogramm der letzten Jahre durchzieht - und das mit einer Mehrheit der Bürger (theoretisch) hinter sich. Wo kommen wir hin, wenn einzelne Punkte der Wahlprogramme lange nach den Wahlen - ja, nach Vertragsschlüssen - von den eigenen Wählern torpediert werden? Wo liegt der Sinn von Wahlen, wenn die Entscheidungen im Nachhinein die Bürger durch Proteste und Demonstrationen entscheiden? Es ist nicht nur eine Verlangsamung der Prozesse in Deutschland, sondern widerspricht auch dem Prinzip der Demokratie*.

Im Streit um Stuttgart 21 den Politikern die alleinige Schuld in die Schuhe zu schieben, ist meines Erachtens mehr als dreist. Die Wähler haben gesprochen. Sie haben sich für Stuttgart 21 entschieden. Das ist Demokratie.

Der Bürger hat nun die Möglichkeit - nach Jahren der augenscheinlichen Versäumnis - im Jahr 2011 eine neue Regierung zu wählen. Stuttgart 21 wird das nicht mehr aufhalten. Doch vielleicht lernt der ein oder andere Bürger daraus...

so long.

______________
*Ich spreche hier nicht vom Recht zu demonstrieren, auch nicht von der Meinungsfreiheit, sondern von der Tatsache, dass Entscheidungen vor den Wahlen getroffen werden und die Bürger vor den Wahlen eine Seite beziehen für die sie dann abstimmen. Nicht hinterher.
 
hardwarekäufer schrieb:
Die Steuerzahler sind andersherum diejenigen, die auf schlechte Bahnanbindung schimpfen und vollgestopfte Züge - quasi die NUTZER des Systems "Bahn".

So ein milliardenschweres Prestigeobjekt trägt nichts zu den Fahrzeiten und der Qualität bei der Bahn bei. Die Züge in Teilen Sachsens schleichen trotzdem wie ein Bummelzug um die Kurve da die Neigetechnik in den Zügen abgeschalten ist weil Sie anfällig sei bzw. die Schienen in minderer Qualität vorliegen und die Zugachsen zu sehr belastet werden.

S21 ist keine Innovation, es ist das Verbrennen von Geld was woanders viel mehr Nutzen für die Allgemeinheit hätte. So eine andere Idee wird hier mit erläutert: Der Irrsinn deutscher Verkehrspolitik
Nur wer mit der Bahn quer durch Deutschland fährt (wie ich seit knapp 2 Monaten die Ehre habe) und die Baustellen die nicht angegangen werden kennen lernt, wird die Wut auf solch eine Geldverbrennung nur schwer unter Kontrolle halten können.
Einen der die Bahn nutzt bringt das Expandieren der Bahns in Ausland absolut nichts, genau so wenig das im Ausland investiert wird während in Deutschland alles vor sich hinvegetiert - Teilprivatisierung der Bahn sei dank!

Und das mit den demokratischen Prozessen von Projekten wird hier simpel erklärt: Protestkultur 21

Stuttgart hat da einfach die Öffentlichkeitsarbeit versäumt, das kann man nicht abstreiten.
Bei dem was im Hintergrund daran beteiligt ist aber auch kein Wunder: Stuttgart 21 und die Immobilienlobby.

Das gegen solch eine Prestige-Politik in heutiger Zeit Protest erhoben wird ist absolut richtig.
Wenn Großprojekte dann in transparenter und in gemeinsamer Arbeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi

also ich sehe da eigentlich auch kein Problem, auch nicht für einen Volksentscheid.
Wenn im Entscheidungsprozess die Prozess- und Entscheidungsbeteiligten keine vernünftige Kosten-Nutzenaufstellung erstellen können bzw. erstellen lassen können, dann liegt da doch schon der Fehler im System.
Man kann doch nicht an einem Projekt festhalten, bei dem die entstehenden Kosten plötzlich das 10 fache betragen könnten und dann sagen das sei "Demokratisch" legitimiert.

Das ist nämlich schon mal nicht normal. Als hätten die Bürger alle Brät im Kopf.

Wenn sie es halt nicht können, dann muss man ihnen halt mal Einhalt gebieten und alle Möglichkeiten dazu nutzen. ;)
Das geht hier evtl. auch nicht um Stuttgart21 allein. Im Steuerschwarzbuch stehen genug.;)
Sehe es so. Das Fass ohne Boden ist jetzt trotzdem mal am Überlaufen und Stuttgart hat es dazu gebracht.

Auch die Arbeitsplätze, die geschaffen werden sollen, halte ich für nicht realistisch.
Im Dienstleistungssektor werden, für den Fall auf dem Gebiet des Bahnhofes entstehen
Dienstleistungsunternehmen, im Umkreis dafür verschwinden. Es steigt doch die Nachfrage nicht dadurch, dass ein neues "Unternehmen" dort ist. Die bestehende Nachfrage wird sich auf mehr Anbieter verteilen und einige, die schon schwach am Markt sind, werden verdrängt.

@sc00ty
Zu den 44 %, bzw. der "Demokratischen Mehrheit", wann ist Ihnen mitgeteilt worden wie teuer das Projekt Stuttgart 21 sein wird?
Wie hoch war der Kostenansatz im Parteiprogramm?
Wie soll denn ein Wähler entscheiden ob das Projekt im Parteienprogramm zu teuer ist oder nicht bzw. jemand dafür oder dagegen sein, wenn der Preis nicht stimmt, fehlerhaft kalkuliert oder nicht angegeben war? :freak:
Dafür ist doch der Wähler nicht verantwortlich.
Was gibt es da zu lernen, für den Wähler?
So was nennt man dann verschweigen von entscheidungsrelevanter Tatsachen. ;)

Cu
 
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hardwarekäufer schrieb:
Die Steuerzahler sind andersherum diejenigen, die auf schlechte Bahnanbindung schimpfen und vollgestopfte Züge - quasi die NUTZER des Systems "Bahn".

Die Nutzer und Eigentümer der Bahn, möchte ich ergänzen. Bahnanbindungen sind übrigens eine Frage der Fahrplanplanung und Zugtaktung, überfüllte Züge eine Frage der Kapzitätsplanung. Beides kann man problemlos ohne S21 tun.

hardwarekäufer schrieb:
Die Proteste sind teilweise echt obsolete... viele schließen sich blind jedem Protest an ohne wirklich abzuwägen oder überhaupt nachzudenken warum und wieso.

Und das weißt Du, weil Du alle befragt hast?

hardwarekäufer schrieb:
Das Volk... tja. Das hat so ne typische Eigendynamik. Beispiel: Würde man jetzt per Volksentscheid abstimmen ob jeder vom Staat grundsätzlich 1000€ Monatlich bekommen sollte ohne Abzüge etc. Dann würden die meisten dafür stimmen.. dass es utopisch und unbezahlbar ist, darüber denkt keiner nach.

Es ist unklug, vom eigenen Handeln auf andere zu schließen. Da solche Entscheidungen in einem deliberativen Prozess getroffen werden, bezweifle ich, dass "die meisten" aus Gier wie von Dir beschrieben handeln. Denn spätestens wenn jemand erläutert, dass "der Staat" die Bevölkerung ist und diese über Steuern die 1000,- Euro selbst finanziert, werden viele ins Grübeln kommen.

hardwarekäufer schrieb:
Warum immer der Atomausstieg als vergleich? Das passt vorne und hinten nicht.

Natürlich passt das. Damals haben Teile der Bevölkerung dagegen protestiert, dass Politik und Atomlobby an ihren Bedürfnissen vorbei Kasse machen. Heute geht es gegen die Verdiener an einem überteurem Bauvorhaben. In beiden Fällen zahlt der Bürger die Zeche, soll aber keine Stimme haben. Das ist nicht in Ordnung und deshalb wird protestiert.

hardwarekäufer schrieb:
Bei S21 handelt es sich um ein - an sich - simples Bauvorhaben.

Wenn die größte Baustelle Europas, bei der selbst die verantwortlichen Ingenieure, Statiker und Geologen Angst vor der Durchführung haben, ein "simples Bauvorhaben" ist, dann ist alles simpel.

hardwarekäufer schrieb:
Es haben auch Leute dagegen protestiert den Palast der Republik abzureissen ( obwohl er dank Asbest unbenutzbar gewesen wäre ).

Asbestsanierung ist kein Hexenwerk, sondern Standard quer durch die Republik und das seit vielen Jahrzehnten. Außerdem wäre es deutlich günstiger gewesen als der Bau eines Stadtschlosses. Vor allem, da Berlin seit vielen Jahren pleite ist. Ganz davon zu schweigen, dass damit ein Stück Kulturgeschichte vernichtet und viele Leute vor den Kopf gestoßen wurden.

hardwarekäufer schrieb:
Atomausstieg ja, aber bitte mit Alternative. Einfach "abschalten" funktioniert da nicht - der Strombedarf steigt stetig.

Deshalb gibt es auch seit der letzten rot-grünen Regierung einen Migrationsplan für die bundesdeutsche Stromversorgung. Aus diesem wurden die Restlaufzeiten deduziert, an denen Förderungen, Steuern, Stipendien, Forschungsgeldern usw. für erneuerbare Energien festgemacht wurden. Ja die Businesspläne einer ganzen Industrie fußen auf dem geplanten Ausstieg aus der Kernenergie, damit mit erneuerbaren Energien eine Alternative zur Verfügung steht. D.h. hier geht es nicht um "einfach abschalten", hier geht es um die geplante Änderung des Energiemixes in einem langjährigen Prozeß, der ebenso auf Verträgen beruht, die mit der Politik gemacht wurden und die nun gebrochen werden. So viel zum Thema "Verlässlichkeit" und "Standort Deutschland".

hardwarekäufer schrieb:
Gleiches bei Stuttgart 21 - Die Bevölkerungsdichte und der Verkehr nehmen zu. Bauvorhaben abbrechen? Ja, aber bitte mit Alternativen wie sich Stuttgart in den nächsten 20 Jahren entwickeln soll.

Die Alternativen liegen auf dem Tisch. Und Stuttgart 21 ist ja eben deshalb bedenklich, weil es mit der jetzigen Kapazitätsplanung schon am Limit der Belastungsfähigkeit ist. Dies als zukunftsträchtiges Unternehmen zu bewerben, ist somit schlichtweg falsch.
 
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@longi:
Gegenfrage: Wie soll der durchschnittliche Wähler im Falle eines Volksentscheides überhaupt entscheiden was zu teuer und was gerade noch ok ist? Ich meine, solche Großprojekte wurden in der Vergangenheit so gut wie immer teurer als zuvor geplant und trotzdem erfüllen sie zum Teil einen (wirtschaftlich) sinnvollen Nutzen. Wie soll das der normale Bürger abschätzen können ob es sich lohnt oder nicht?

Ich würde mir das nicht zutrauen. Die Entscheidungen der Politiker mögen nicht immer optimal sein, aber der normale Bürger wird in den aller meisten Fällen noch immer die schlechteren Entscheidungen treffen, weil er einfach nicht die Zeit hat sich umfassend über alles zu informieren. Deshalb sollten wir es, auch bei Stuttgart 21, bei unserer indirekten Demokratie, mit der wir viele Jahre gut gefahren sind, belassen.

Und um eins klarzustellen: Ich persönlich bin weder für S21 noch für K21. Bevor sie am Bahnhof etwas umbauen sollten sie meiner Meinung nach erstmal die Nadelöhre im Autoverkehr, von denen es viel zu viele in Stuttgart gibt, entfernen. Das halte zumindest ich für viel, viel dringender.
 
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