Deliberation schrieb:
Wir leben aber in einer Demokratie und nicht in einer Expertokratie oder Oligarchie.
Richtig, dehalb wurde im Stadtrat (vom Volke gewählt!) abgestimmt. Zudem gab es jahrelang die Chance bei Wahlen das Projekt zu boykottieren. Die Bürger haben die CDU in den Jahren der Planung nicht abgewählt.
Wie sollen denn deiner Meinung nach große Bauvorhaben geplant werden? Ohne Experten? Dann hätte Stuttgart21 auch keine Gegner mit Ihren "Gutachten".
Bei den letzten relevanten Erhebungen war eine Mehrheit der Stuttgarter dafür. Das allein ist entscheidend. Wo kommen wir denn hin, wenn alle 3 Monate Umfragen erhoben werden und danach das Projekt ausgerichtet wird. Zudem lässt sich in der aktuellen Situation wunderbar die Ablehnung der Stuttgarter darstellen. Schließlich wird das Thema künstlich hochgeschaukelt und lediglich die Kontra-Position in den Medien vertreten - natürlich ohne Argumente. Achso Stuttgart21 ist ja ein großes Immobilienprojekt und nur darum geht es. Durch solchen Schwachsinn werden die Menschen beeinflusst.
Wie wurden die Belange der Bürger genau berücksichtigt? Indem Bürgerbeteiligungen vor Gericht und im Landtag abgeschmettert wurden? Und worin liegt der Kompromiss, wenn eine Seite ihre Vorstellungen komplett umsetzt und die Eingaben der anderen Seite entweder ignoriert oder ablehnt?
Die von den Bürgern eingebrachten Bedenken wurden berücksichtigt. Wie sehen denn Bürgerbeteiligungen aus? Wie oben geschrieben braucht nur eine Seite in den Medien Ihre Meinung vertreten und propagieren, dann werden die Bürger allein dadurch beeinflusst. Glaubst du, dass die zuständigen Stellen das Projekt aus Spaß an der Freude entwerfen und die gesetzlichen Vorgaben über Bord werfen? Wie gesagt, vor Gericht wurde festgestellt, dass die Planung gesetzeskonform verlief (also auch unter Berücksichtigung der Umweltbelange) und angebliche Grundwasserbeeinträchtigungen etwas deplaziert wirken.
Was auch immer ein "echter Stuttgarter" sein soll, die Gründe für den Protest sind vielfältig. Der Abriss der Seitenflügel (nicht des "alten Bahnhofs", es gibt übrigens keinen neuen) ist ein Thema, ein weiteres der Park, dann das Grundwasser, die Lärmbelästigung, die Geldverschwendung, der geringe Nutzen, die Behinderung des Güterverkehrs usw. Alles Teile des Projekts, gegen die es eben Widerstand gibt.
Genau dafür gibt es die Fachplanungen... Ich sehe keine Argumente, die schwerwiegende Umwelteingriffe darlegen. Vielmehr werden Behauptungen aufgestellt.
Anders wird ein Schuh daraus: wenn man den Stuttgartern von Anfang an die volle Wahrheit über Kosten, Aufwand und Nutzen genannt hätte, wären wahrscheinlich von Anfang an viel mehr Menschen dagegen gewesen.
Das Projekt wurde ausführlich erläutert. Natürlich sehen die Bauarbeiten in der Realität anders aus als im Modell, weshalb jetzt beim Abriss des alten Bahnhofs Tränen fließen nd die Beeinträchtigungen "fühlbar" werden.
Welche Informationen wurden denn vor den Bürgern zurückgehalten?
Die Kosten? Natürlich wäre eine Modernisierung und ein Umbau des Kopfbahnhofes günstiger, aber der Nutzen wurde mit anderen Alternativen als zu gering eingestuft.
Es gibt doch Vorteile ggü. dem Kopfbahnhof, also warum taucht immerwieder der Begriff Geldverschwendung in allen Facetten auf ? Sicherlich sind die Bauarbeiten mit Beeinträchtigungen und finanziellen Aufwendungen verbunden, aber was wäre wenn sich die Stuttgarter am Ende über den Bahnhof freuen? Genau dafür gibt es das Planungsverfahren: Der Nutzen des Durchgangsbahnhofes hat(te, je nach Sichtweise) zu einer Mehrheit in der Bevölkerung geführt.
Warum erwähnen die Gegner mit keinem Wort die Vorteile des Bahnhofes ? Klar, gibt ja keine. Da wären wir bei der verbohrten Sichtweise...
@nicoc
Die Umfragen auf welche du dich beziehst, sind allerdings neueren Datums und damit irrelevant. In der Planungsphase und zum Ende war die Mehrheit der Stuttgarter dafür und wenn, wie oben erwähnt, die Bauarbeiten beginnen und in den Medien die Contra-Seite breitgetreten wird, kann sich die Mehrheit verschieben. Es ist auch nicht wirklich hilfreich in der aktuellen Medienkultur über solch ein Thema eine "repräsentative" Umfrage zu erstellen.
Übrigens ist es wesentlich nervenaufreibender die Gegner mit Argumenten zu überzeugen, weil diese anscheinend wenig Ahnung von der Vorgehensweise bei solchen Projekten haben. Ansonsten würden Anschuldigungen wie Vetternwirtschaft gar nicht erst auftauchen.
Natürlich wurde vor Gericht nur die Vorgehensweise der Planung bewertet und dazu gehört auch die Betrachtung der Umweltbelange. Wenn jetzt also irgendwelche "Gutachten" auftauchen, die massive Umweltschäden befürchten, darf man die Quelle anzweifeln. Zumal die Funktionsfähigkeit schon in den Planungsbehörden geprüft wurde (siehe oben).
Wenn unter den Gegnern wirklich Leute sind, die so viel Ahnung haben, frage ich mich, warum die Vorteile unter den Tisch gekehrt und immerwieder der Kopfbahnhof als Alternativkonzept angepriesen wird, obwohl eben dieses Konzept aufgrund des geringen Nutzens abgelehnt wurde und immerwieder erzählt wird, dass die Politik Stuttgart21 erarbeitet hat.
Die Gegner scheinen jeden Strohhalm zu nutzen und hinterfragen die Quellen genauso wenig wie den Nutzen.