Stuttgart 21 / Proteste allgegenwärtig ...

Wie steht ihr zum Bauprojekt "Stuttgart 21"?

  • Ich bin für "Stuttgart 21".

    Stimmen: 327 48,2%
  • Mir ist es egal, ob gebaut wird.

    Stimmen: 119 17,6%
  • Ich bin gegen "Stuttgart 21".

    Stimmen: 232 34,2%

  • Umfrageteilnehmer
    678
Was viele garnicht wissen: Eine Nebenstrecke gehört auch noch zu dem Projekt. Die soll von Stuttgart durch ein benachbartes Tal führen ( weiss jetzt die genaue Streckeposition nicht ).
Momentan liegt dort schon ein Doppelgleis mit 2,5 % Steigung. Das ist optimal, dass auch Schwere Güterzüge die Strecke hochfahren können. Allerdings ist die Strecke mit Kurven versehen die einem Schnellzug keine HÖchstgeschwindigkeit ermöglichen.
Dazu soll jetzt ersatzweise eine neue Strecke gebaut werden die "gerader" ist damit Hochgeschwindigkeitszüge hier volle Geschwindigkeit fahren können. Nebeneffekt: die Steigung steigt auf über 3,75% und ist damit zu hoch für Güterzüge.
Einsparung bei der Fahrzeit: 10-15 min.

Da frage ich mich allerdings auch was es soll..
 
hardwarekäufer schrieb:
Schieben wir die kosten jetzt auch noch voran? Die
Unser Bahnnetz ist vll nicht qualitativ das beste, aber wenn man sich zu gute hält, dass hier selbst in jedem letzten Winkel ein Bahngleis liegt ist es relativ gut vernetzt.
Das Bahnnetz als "desaströs" zu bezeichnen nur weil in Timbuktudorf irgendwo kurz vor dem Wattenmehr kein IC fährt ist an den Haaren herbeigezogen.

Ja in fast jedem Dorf, was seit Jahren vor sich hin rostet da seit Jahren der Bahnbetrieb eingestellt ist. Von den Zustand des dortigen Bahnhofsgeländes brauch man auch erst gar nicht sprechen.
Zur Bahn gibt es ein Dokumentarfilm: Die Bahn-Privatisierung im Film.

Das mit dem Timbuktudorf ist auch stark übertrieben. DB hat hat beispielsweise den IC-Verkehr der Franken-Sachsen-Magistrale (Nürnberg nach Dresden) eingestellt.
Chemnitz, die drittgrößte Stadt Sachsens ist nur mit Bummelzug (RB, RE, IRE Produkt) erreichbar. Mit dem IRE von Nürnberg nach Chemnitz braucht man 3 Stunden 20 Minuten, von Chemnitz nach Dresden sind es etwa 1 Stunde mehr. Mit der RB gleich mal 2 Stunden mehr.
Von Offenburg in Baden nach Nürnberg braucht man knapp genau so lange, für eine wesentlich längere Entfernung und das ist auch nur ein IC und kein ICE.

RE und IRE klingt an sich gar nicht schlecht, wäre es so ein Zug wie sie im Ruhrgebiet, oder Baden-Württemberg verkehren aber dies ist nicht der Fall - stattdessen laute Dieseltriebwagen, deren Hoch und Runter-Schalten einem Kopfschmerzen bereitet.
Ein IRE von Chemnitz nach Leipzig, eine Strecke nach der Wende erst gebaut braucht über 1 Stunde, das ist die selbe Streckenentfernung wie von Offenburg nach Karlsruhe - dort braucht ein RE aber nur 40 Minuten. Früher als die IRE-Züge noch mit aktivierter Neigetechnik fuhren, wie z.B. zwischen Chemnitz und Leipzig war man zwischen 10 - 20 Minuten schneller Unterwegs. Da stimmte also auch noch das Versprechen was gemacht wurde mit Chemnitz - Leipzig in weniger als 60 Minuten.

Wenn man von Chemnitz spricht, so hat die EU ermittelt das im Raum Chemnitz der Bevölkerungsschwund am Stärksten niederschlagen wird - so attraktiv die Fernbahnanbindung ist, mitunter kein Wunder! Link.
 
... interessant. Hatte davon gehört, dass die Bahn auch größere Städte vom Netz nehmen will weil nicht genug Gewinn dabei heraus springt. Aber veröffentlicht wird dies ja tunlichst nicht. Die Bahn hätte nie privatisiert werden dürfen!
 
Jetzt fängt es an Off-Topic zu werden. Bitte bleibt beim Thema.
 
... laut Bahn ist S 21 von internationaler Wichtigkeit (spiegelt nicht meine Meinung wieder). Das geht offensichtlich soweit, dass zum Finanzieren von S 21 eben andere Bereiche bei der Bahn leiden. Warum jetzt obige Beiträge Off Topic sind?
 
Na ja, für die Bahn als Gewinnorientiertes Unternehemn ist ein S21 Großprojekt natürlich schon prestigelastiger und werbewirksamer als in irgendnem Kaff die Gleise zu erneuern.
 
Das ist doch ein Widerspruch in sich. Prestigeobjekte zeichnen sich doch gerade dadurch aus, dass der symbolische Wert vordergründig ist, aber real nicht viel einbringen und angesichts der nicht zu übersehenden Proteste dürfte der Bahnhof in der Werbewirkung eher negative Auswirkungen haben. Ein gewinnorintiertes Unternehmen würde eher den Güterverkehr ausbauen, anstatt Milliarden auszugeben, damit im Jahr 10 Leute von Paris nach Bratislava fahren können.

In der CDU muss die Verzweiflung mittlerweile schon ziemlich groß sein, wenn man nicht mehr krampfhaft versucht die Kosten kleinzureden, sondern die Message ausgibt, dass die Kosten doch sowieso nicht interessieren.
http://hirschbergblog.de/2010/10/25...n-kostet-kann-baden-wurttemberg-wurscht-sein/
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist auch vollkommen richtig.
Wer erwartet denn, dass der Bahnhof nichts kostet?
Im Übrigen segnet die Politik nur die von den Raumplanern vorgeschlagenen Entwürfe ab.
Also die Argumentation, wonach die Politik dieses Projekt vorantreibt, ist falsch und zeugt bei den Gegnern von mangelndem Wissen des Planungsapparats der BRD.
Mit Stuttgart21 werden schließlich auch der Flughafen und die Messe Stuttgart ans Fernverkehrsnetz angeschlossen und das Projekt Kopfbahnhof21 wurde, wie dutzende anderer Alternativen, abgelehnt, weil der Nutzen in keinem Verhältnis zu den Kosten steht.
Die anderen Parteien, die das Projekt jetzt als so unsinnig einstufen, hätten es genauso blockieren können wie die Gerichte, vor denen die Gegner in zwei Instanzen scheiterten.
 
aspro schrieb:
In der CDU muss die Verzweiflung mittlerweile schon ziemlich groß sein, wenn man nicht mehr krampfhaft versucht die Kosten kleinzureden, sondern die Message ausgibt, dass die Kosten doch sowieso nicht interessieren.
http://hirschbergblog.de/2010/10/25...n-kostet-kann-baden-wurttemberg-wurscht-sein/

Danke für den Link, das ist echt erschreckend. Der eine klöppelt die ganze Zeit auf seinem Blackberry rum, der andere versucht, mit Sprüchen wie "Wollen wir uns abhängen lassen?" die "Menge" emotional zu erreichen, statt mit Argumenten.

Neben der heutigen Ablehnung des Volksentscheids in Baden-Württemberg ein weiterer Meilenstein demokratischen Handelns. Offensichtlich will selbst die CDU, dass man sich im März gegen sie entscheidet. Ich hoffe nur, es klappt und dass in der Folge die Responsivität steigt.
 
nicoc schrieb:
... interessant. Hatte davon gehört, dass die Bahn auch größere Städte vom Netz nehmen will weil nicht genug Gewinn dabei heraus springt. Aber veröffentlicht wird dies ja tunlichst nicht. Die Bahn hätte nie privatisiert werden dürfen!

Dabei ist sie noch nicht einmal ganz privatisiert (der Staat hat ja noch immer seine Anteile) - der endgültige Gang zur Börse wurde durch die Wirtschaftskrise nach hinten verschoben.
Das groteske ist, dem Bund gehört die Bahn, betrieben wird sie aber nicht von ihm sondern von der Bahn AG woran der Bund Anteile besitzt - obwohl dem Bund die Bahn gehört, hat er kein Mitsprache- und Vetorecht bei Entscheidungen der Bahn AG. Die Bahn AG entscheidend auch was mit den staatlichen Geldern für den Netzausbau, der Wartung und co gemacht wird.

@aspro
An sich ist das mit dem Widerspruch richtig. Die Bahn AG feilt aber auch an Investitionen für das Ausland - kürzlich z.B. die Jubelfeier mit dem ICE von Paris nach London. Die Bahn AG hat die Ausschreibung "gewonnen" für den Zugverkehr im Eurotunnel.
Es heißt spricht man von S21 um international besser dazustehen, geht es selbstverständlich um die internationalen Reisekunden und ein Tick Prestige - das die Bahn für einen möglichen Börsengang spitze da steht - daran hatte auch schon der frühere Bahnchef Mehdorn gefeilt und ordentliche Gewinne herausgeholt beim Strecken der Qualität um rasch einen Glanz-Börsengang hinzubekommen - das geht nicht ewig, die Berliner S-Bahn ist da nur das Paradebeispiel.
Und GB sowie Neuseeland zeigen auch was mit einer voll privatisierten Bahn passiert, Müll an Müll - den der Staat, wie im Fall von Neuseeland, zurückkaufen und für den verursachten Schaden geradestehen muss.
 
Zuletzt bearbeitet:
Deliberation schrieb:
Neben der heutigen Ablehnung des Volksentscheids in Baden-Württemberg ein weiterer Meilenstein demokratischen Handelns.

Das Demokratieverständnis in Deutschland sieht eben keinen Volksentscheid auf Landesebene vor, wenn es um ein Bundesprojekt geht.

Offenbar wäre es aber dir und ein paar anderen lieber, man würde diesen demokratischen Grundsatz aushebeln und trotzdem einen Volksentscheid durchführen. Sehr schade. Auf der einen Seite Demokratie einfordern, und gleichzeitig dagegen verstoßen wollen.


Es bringt immer nur Probleme mit sich, wenn Leute Mitspracherechte bei Dingen haben, von welchen sie keine Ahnung haben. Dabei ist es egal, ob diese Leute aus dem Volk kommen (und meinen, sie hätten als z.B. Bäcker ein besseres Verständnis über die Sachlage als ein studierter Statiker oder ein Logistikmanager eines Bahnunternehmens) oder aus der Politik.

Gerade die lokale Bevölkerung ist quasi immer gegen alles. Völlig egal ob ein Flughafen, eine Autobahn, ein Supermarkt oder der neue Wintergarten des Nachbarn. Zum Glück für die Allgemeinheit wird (in Deutschland leider immer weniger) das Gesamtbild beachtet.
 
Meine Antwort auf das Thema Demokratie in der Krise? Wer die Sendung gesehen hat weiss warum. Und lasst euch nicht von der Überschrift gleich blenden Demokratie in der Krise den wir tragen dazu alle unseren Beitrag.
 
@C3rone,

Bundesprojekt? Selbst wenn das so wäre, soll doch der Bund seinen Bundesbahnhof woanders bauen. Und: auch die Befürworter sollten langsam ihre Augen öffnen. Es wirkt irgendwie langsam hilflos wie argumentiert wird.
Z. B. mir zu unterstellen ich wollte einen "demokratischen Grundsatz" aushebeln? Merkel hebelt momentan alle möglichen demokratischen Grundsätze aus, so das schon Transparency International aufmerksam wird.

C3rone schrieb:
... Gerade die lokale Bevölkerung ist quasi immer gegen alles. Völlig egal ob ein Flughafen, eine Autobahn, ein Supermarkt oder der neue Wintergarten des Nachbarn. Zum Glück für die Allgemeinheit wird (in Deutschland leider immer weniger) das Gesamtbild beachtet.

... wir verhindern viel zu selten unsinnige Bauprojekte!
 
Zuletzt bearbeitet:
C3rone schrieb:
Das Demokratieverständnis in Deutschland sieht eben keinen Volksentscheid auf Landesebene vor, wenn es um ein Bundesprojekt geht.

Und das hat mit Stuttgart 21 genau was zu tun? Nur der Bau, die Unterhaltung und das Betreiben von Schienenwegen der Eisenbahnen des Bundes fällt in die Zuständigkeit des Bundes. Das ist aber nur ein Teil des Gesamtprojekts Stuttgart 21, weshalb der Bund auch nur einen Teil der Kosten trägt.

Warum Du dann auf diesem Holzweg bist? Nun ja, wahrscheinlich bist Du auf die Propaganda der Landesregierung reingefallen, deren eigenes Gutachten Deine Argumente "erfunden" hat. Dass diese den Plänen der Landesregierung zur Umsetzung von Stuttgart 21 in die Hände spielen, ein Zufall? Sicher nicht, denn der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat kein Problem mit einer Volksabstimmung auf Landesebene. Hier wurde in einem Gutachten festgestellt, dass die Bevölkerung in ihrem Bundesland natürlich selbst bestimmen kann, wie und ob eigene Haushaltsmittel für solch ein Projekt ausgegeben werden.

C3rone schrieb:
Es bringt immer nur Probleme mit sich, wenn Leute Mitspracherechte bei Dingen haben, von welchen sie keine Ahnung haben.

Da hast Du recht, aber das ist weder ein Argument für noch gegen Volksabstimmungen. Ein paar Torfköppe in der Landesregierung können genauso viel und wenig verbocken, wie das Volk in einer Volksabstimmung. Hier wird dann wenigstens partizipiert und die "Magie der großen Zahlen" verhindert größere Schäden.

C3rone schrieb:
Gerade die lokale Bevölkerung ist quasi immer gegen alles.

Oh nein, die lokale Bevölkerung macht nur nicht jeden Mist mit! In meiner "lokalen" Umgebund hat zum Beispiel niemand protestiert, als die Stadtbahnhaltestellen über Monate erweitert wurden, damit es endlich mehr Platz in der U-Bahn hat. Es demonstriert auch niemand, wenn die Plätze für Kinderganztagesbetreuung aufgestockt werden. Es protestiert niemand, wenn der lokale Park runderneuert wird und dafür eineinhalb Jahre eine Baustelle stört. Und es demonstriert auch niemand, wenn ein Jugendhaus abgerissen und neu gebaut wird. Mit solchen Beispielen aus Stuttgart könnte ich stundenlang weitermachen. Eines haben aber alle Beispiele gemein: sie sind am Gemeinwohl orientiert, problem- und sachgerecht. Viele Menschen denken das von Stuttgart 21 oder der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke nicht und deshalb wird dagegen protestiert. Mit "gegen alles sein" hat das also nullkommagarnichts zu tun.

nicoc schrieb:
Bundesprojekt? Selbst wenn das so wäre, soll doch der Bund seinen Bundesbahnhof woanders bauen.

Gibt es sowas überhaupt? Bahnhöfe sind eigentlich Landessache.
 
... Bundesbahnhof gibt es nicht. Sollte scherzhaft sein.
 
Deliberation schrieb:
Da hast Du recht, aber das ist weder ein Argument für noch gegen Volksabstimmungen. Ein paar Torfköppe in der Landesregierung können genauso viel und wenig verbocken, wie das Volk in einer Volksabstimmung. Hier wird dann wenigstens partizipiert und die "Magie der großen Zahlen" verhindert größere Schäden.
Nocheinmal extra für dich: Die Landesregierung hat dieses Projekt , wie es jetzt gebaut wird, zwar verabschiedet, aber nicht entworfen. Daran waren Personen beteiligt, bei denen du ausgehen kannst, dass diese wesentlich mehr Ahnung von der Materie haben als du. Die Belange der Stuttgarter Bürger wurden ebenfalls berücksichtigt, allerdings kann es nur einen Kompromiss geben.
Zudem wird jetzt angefangen zu bauen, weil die Stuttgarter Bevölkerung eben für das Projekt ist. Wenn die Stuttgarter von Anfang an dagegen gewesen wären, hätte es das Projekt nie gegeben. Zudem richtet sich der Protest der echten Stuttgarter (wer weiß wieviele der contra-Demonstranten überhaupt aus Stuttgart kommen) nicht gegen den Bahnhof, sondern gegen den Abriss des alten Bahnhofes. Das haben viele Leute nicht bedacht und jetzt wo es ans Eingemachte geht, wird der Großteil sentimental.
Zu einer Demokratie gehört übrigens auch, dass Entscheidungen der Rechtsorgane (wie besagter Gerichte) akzeptiert werden. Warum haben die Gegner nicht die Größe zu sagen: "Hey, wir haben alles versucht, aber das Projekt wurde rechtmäßig entworfen und wir stehen zu unserer Niederlage."? Stattdessen werden aus der hintersten Ecke "Gutachter" und "Sachverständige" angehört um doch noch zu gewinnen.
Die Gutachten der Befürworter werden zerrissen und als unseriös eingestuft, die eigenen Gutachten etc. hingegen sind der Weisheit letzter Schluss.
Es wird langsam Zeit, dass die Gegner mit Argumenten kommen. Angebliche Vetternwirtschaft und der Begriff "Milliardengrab" sind keine.
 
Zuletzt bearbeitet:
Combine schrieb:
Nocheinmal extra für dich: Die Landesregierung hat dieses Projekt , wie es jetzt gebaut wird, zwar verabschiedet, aber nicht entworfen. Daran waren Personen beteiligt, bei denen du ausgehen kannst, dass diese wesentlich mehr Ahnung von der Materie haben als du.

Wir leben aber in einer Demokratie und nicht in einer Expertokratie oder Oligarchie.

Combine schrieb:
Die Belange der Stuttgarter Bürger wurden ebenfalls berücksichtigt, allerdings kann es nur einen Kompromiss geben.

Wie wurden die Belange der Bürger genau berücksichtigt? Indem Bürgerbeteiligungen vor Gericht und im Landtag abgeschmettert wurden? Und worin liegt der Kompromiss, wenn eine Seite ihre Vorstellungen komplett umsetzt und die Eingaben der anderen Seite entweder ignoriert oder ablehnt?

Combine schrieb:
Zudem wird jetzt angefangen zu bauen, weil die Stuttgarter Bevölkerung eben für das Projekt ist.

Nein, das ist unlogisch. Warum sollte eine gefühlte Befürwortung eines Projekts durch die Bevölkerung einer Stadt verantwortlich für den Start desselben sein? In allen nicht gefühlten sondern tatsächlich durhgeführten Umfragen sind übrigens mehr Bürger gegen das Projekt und nicht dafür. Quellen wurden etliche in diesem Thread genannt.

Combine schrieb:
Wenn die Stuttgarter von Anfang an dagegen gewesen wären, hätte es das Projekt nie gegeben.

Anders wird ein Schuh daraus: wenn man den Stuttgartern von Anfang an die volle Wahrheit über Kosten, Aufwand und Nutzen genannt hätte, wären wahrscheinlich von Anfang an viel mehr Menschen dagegen gewesen.

Combine schrieb:
Zudem richtet sich der Protest der echten Stuttgarter ... nicht gegen den Bahnhof, sondern gegen den Abriss des alten Bahnhofes.

Was auch immer ein "echter Stuttgarter" sein soll, die Gründe für den Protest sind vielfältig. Der Abriss der Seitenflügel (nicht des "alten Bahnhofs", es gibt übrigens keinen neuen) ist ein Thema, ein weiteres der Park, dann das Grundwasser, die Lärmbelästigung, die Geldverschwendung, der geringe Nutzen, die Behinderung des Güterverkehrs usw. Alles Teile des Projekts, gegen die es eben Widerstand gibt.

Combine schrieb:
Zu einer Demokratie gehört übrigens auch, dass Entscheidungen der Rechtsorgane (wie besagter Gerichte) akzeptiert werden.

Aha... in welchem Handbuch der Demokratie steht sowas?

Combine schrieb:
Warum haben die Gegner nicht die Größe zu sagen:...

Weil von Anfang an gelogen und betrogen wurde. Für Dich alles nochmal aufzuzählen wäre sinnlos. Siehe auch nächster Punkt:

Combine schrieb:
Es wird langsam Zeit, dass die Gegner mit Argumenten kommen.

Deine Ausführungen sind unpräzise und teilweise schlichtweg falsch. Ich habe den Eindruck, dass Du Dich nur beiläufig mit dem Thema beschäftigt und vor allem diesen Thread hier nicht aufmerksam verfolgt hast. Anders kann ich mir nicht erklären, warum tiefgreifende Erläuterungen komplett an Dir vorbeigegangen sind.
 
Combine schrieb:
... Daran waren Personen beteiligt, bei denen du ausgehen kannst, dass diese wesentlich mehr Ahnung von der Materie haben als du. Die Belange der Stuttgarter Bürger wurden ebenfalls berücksichtigt...

... solche Sprüche ziehen nicht weil: Es sind auch sehr viele Leute, die mehr Ahnung von der Materie haben als du, gegen das Projekt. Dann verbreitest du Unwahrheiten wie " die Mehrheit ist für das Projekt" wobei das Gegenteil richtig ist. Es ist immer Mühsam gegen falsche Behauptungen dieser Art ankämpfen zu müssen.
Hättest du heute die Schlichtung verfolgt, wüsstest du eventuell auch was die Gerichte beurteilt haben (Bsp. Verwaltungsgerichtsbarkeit). Diese Prüfen z. B. nicht ob die Bahn funktionsfähige Konzepte vorlegen (wie auch, sind nur Juristen und keine Ingenieure), sondern lediglich die Rechtmäßigkeit.

http://www.sueddeutsche.de/wirtscha...ft-die-politiker-und-das-liebe-geld-1.1017764. So landen Politiker die politisch an Großprojekten beteiligt waren.
 
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Deliberation schrieb:
Wir leben aber in einer Demokratie und nicht in einer Expertokratie oder Oligarchie.
Richtig, dehalb wurde im Stadtrat (vom Volke gewählt!) abgestimmt. Zudem gab es jahrelang die Chance bei Wahlen das Projekt zu boykottieren. Die Bürger haben die CDU in den Jahren der Planung nicht abgewählt.
Wie sollen denn deiner Meinung nach große Bauvorhaben geplant werden? Ohne Experten? Dann hätte Stuttgart21 auch keine Gegner mit Ihren "Gutachten".
Bei den letzten relevanten Erhebungen war eine Mehrheit der Stuttgarter dafür. Das allein ist entscheidend. Wo kommen wir denn hin, wenn alle 3 Monate Umfragen erhoben werden und danach das Projekt ausgerichtet wird. Zudem lässt sich in der aktuellen Situation wunderbar die Ablehnung der Stuttgarter darstellen. Schließlich wird das Thema künstlich hochgeschaukelt und lediglich die Kontra-Position in den Medien vertreten - natürlich ohne Argumente. Achso Stuttgart21 ist ja ein großes Immobilienprojekt und nur darum geht es. Durch solchen Schwachsinn werden die Menschen beeinflusst.

Wie wurden die Belange der Bürger genau berücksichtigt? Indem Bürgerbeteiligungen vor Gericht und im Landtag abgeschmettert wurden? Und worin liegt der Kompromiss, wenn eine Seite ihre Vorstellungen komplett umsetzt und die Eingaben der anderen Seite entweder ignoriert oder ablehnt?
Die von den Bürgern eingebrachten Bedenken wurden berücksichtigt. Wie sehen denn Bürgerbeteiligungen aus? Wie oben geschrieben braucht nur eine Seite in den Medien Ihre Meinung vertreten und propagieren, dann werden die Bürger allein dadurch beeinflusst. Glaubst du, dass die zuständigen Stellen das Projekt aus Spaß an der Freude entwerfen und die gesetzlichen Vorgaben über Bord werfen? Wie gesagt, vor Gericht wurde festgestellt, dass die Planung gesetzeskonform verlief (also auch unter Berücksichtigung der Umweltbelange) und angebliche Grundwasserbeeinträchtigungen etwas deplaziert wirken.

Was auch immer ein "echter Stuttgarter" sein soll, die Gründe für den Protest sind vielfältig. Der Abriss der Seitenflügel (nicht des "alten Bahnhofs", es gibt übrigens keinen neuen) ist ein Thema, ein weiteres der Park, dann das Grundwasser, die Lärmbelästigung, die Geldverschwendung, der geringe Nutzen, die Behinderung des Güterverkehrs usw. Alles Teile des Projekts, gegen die es eben Widerstand gibt.
Genau dafür gibt es die Fachplanungen... Ich sehe keine Argumente, die schwerwiegende Umwelteingriffe darlegen. Vielmehr werden Behauptungen aufgestellt.

Anders wird ein Schuh daraus: wenn man den Stuttgartern von Anfang an die volle Wahrheit über Kosten, Aufwand und Nutzen genannt hätte, wären wahrscheinlich von Anfang an viel mehr Menschen dagegen gewesen.
Das Projekt wurde ausführlich erläutert. Natürlich sehen die Bauarbeiten in der Realität anders aus als im Modell, weshalb jetzt beim Abriss des alten Bahnhofs Tränen fließen nd die Beeinträchtigungen "fühlbar" werden.
Welche Informationen wurden denn vor den Bürgern zurückgehalten?
Die Kosten? Natürlich wäre eine Modernisierung und ein Umbau des Kopfbahnhofes günstiger, aber der Nutzen wurde mit anderen Alternativen als zu gering eingestuft.
Es gibt doch Vorteile ggü. dem Kopfbahnhof, also warum taucht immerwieder der Begriff Geldverschwendung in allen Facetten auf ? Sicherlich sind die Bauarbeiten mit Beeinträchtigungen und finanziellen Aufwendungen verbunden, aber was wäre wenn sich die Stuttgarter am Ende über den Bahnhof freuen? Genau dafür gibt es das Planungsverfahren: Der Nutzen des Durchgangsbahnhofes hat(te, je nach Sichtweise) zu einer Mehrheit in der Bevölkerung geführt.
Warum erwähnen die Gegner mit keinem Wort die Vorteile des Bahnhofes ? Klar, gibt ja keine. Da wären wir bei der verbohrten Sichtweise...

@nicoc
Die Umfragen auf welche du dich beziehst, sind allerdings neueren Datums und damit irrelevant. In der Planungsphase und zum Ende war die Mehrheit der Stuttgarter dafür und wenn, wie oben erwähnt, die Bauarbeiten beginnen und in den Medien die Contra-Seite breitgetreten wird, kann sich die Mehrheit verschieben. Es ist auch nicht wirklich hilfreich in der aktuellen Medienkultur über solch ein Thema eine "repräsentative" Umfrage zu erstellen.
Übrigens ist es wesentlich nervenaufreibender die Gegner mit Argumenten zu überzeugen, weil diese anscheinend wenig Ahnung von der Vorgehensweise bei solchen Projekten haben. Ansonsten würden Anschuldigungen wie Vetternwirtschaft gar nicht erst auftauchen.
Natürlich wurde vor Gericht nur die Vorgehensweise der Planung bewertet und dazu gehört auch die Betrachtung der Umweltbelange. Wenn jetzt also irgendwelche "Gutachten" auftauchen, die massive Umweltschäden befürchten, darf man die Quelle anzweifeln. Zumal die Funktionsfähigkeit schon in den Planungsbehörden geprüft wurde (siehe oben).
Wenn unter den Gegnern wirklich Leute sind, die so viel Ahnung haben, frage ich mich, warum die Vorteile unter den Tisch gekehrt und immerwieder der Kopfbahnhof als Alternativkonzept angepriesen wird, obwohl eben dieses Konzept aufgrund des geringen Nutzens abgelehnt wurde und immerwieder erzählt wird, dass die Politik Stuttgart21 erarbeitet hat.
Die Gegner scheinen jeden Strohhalm zu nutzen und hinterfragen die Quellen genauso wenig wie den Nutzen.
 
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