Ich würde mich nicht wirklich als Gegner bezeichnen, versuche aber dennoch mal, Dir die Fragen zu beantworten.
DugDanger schrieb:
- S21 kostet 10 mal soviel als geplant
Ob Stuttgart 21 nun 10 mal soviel wie geplant kostet, weiß ich nicht. Von den Kosten her ist das Projekt aber schon jetzt sehr fragwürdig. Die wesentlichen Kritikpunkte sind:
1. Anfang der 1990er wurde der Bevölkerung das Projekt Stuttgart 21 schmackhaft gemacht, indem einfach behauptet wurde, die Kosten für Stuttgart 21 trügen sich durch den Verkauf der Immobiliengrundstücke selbst. Die Grundstücke werden dadurch frei, dass die Geleise unter die Erde gelegt werden. Entweder konnte man damals nicht richtig rechnen oder man wollte es nicht, denn bereits bei der grundlegenden Kostenkalkulation kam man nicht auf 0,- Euro, sondern auf 5 Milliarden.
2. Die 5 Milliarden wurden kurzerhand auf zirka 4 Milliarden geschönt, weil es bei Überschreiten von 4,5 Milliarden eine Ausstiegsklausel gab. Das Gutachten zu den Einsparmaßnahmen ist lächerlich, da es keinerlei konkret durchführbare Maßnahmen enthält und dennoch einen beträchtlichen Teil der Kosten einsparen sollte.
3. Gegner von Stuttgart 21 haben eigene Kostengutachten in Auftrag gegeben, die von einer Kostenexplosion ausgehen. Das wurde bereits vom Bundesrechnungshof bestätigt, von den Befürwortern aber bis heute ignoriert oder abgestritten.
4. Experten der Gegner wie Befürworter befürchten eine Kostenexplosion durch die Unsicherheiten, die der Tunnelbau birgt. Kein Mensch kann sagen, auf welche Gesteinsschichten man bei der Bohrung von über 30 Kilometer Tunnel stößt. Und jedes Hindernis, jede Herausforderung erhöht die Kosten.
Hier noch ein Artikel zur Kostenexplosion:
http://www.kopfbahnhof-21.de/index.php?id=317
DugDanger schrieb:
- Die Mittel sollten für Bildung verwendet werden
Im Bereich der Bildung fehlen seit Jahrzehnten Mittel, ja sie wurden gerade in den letzten Jahren nochmals reduziert. In Folge können viele Bildungseinrichtungen in BW nur noch durch private Investoren überleben. Gerade im universitären Bereich eine Katastrophe, da dadurch die Qualität der Lehre sinkt, Studium und Forschung erschwert werden und wissenschaftliche Erkenntnisse nur noch in den Bereichen gewonnen werden, die für die Geldgeber interessant sind. Vor diesem Hintergrund Milliarden für ein vom Nutzen her fragwürdiges Projekt auszugeben, erscheint geradezu wie ein Hohn.
Die Forderung der Gegner bezieht sich aber nicht nur auf Förderung der Bildung. Es geht vielmehr darum, dass keine Notwendigkeit für ein so teures Projekt gesehen wird und andere Bereiche in BW existieren, in denen das Geld viel dringender benötigt wird. Dazu gehört Bildung, Kinderbetreuung, das Gesundheitssystem u.v.m.