Stuttgart 21 / Proteste allgegenwärtig ...

Wie steht ihr zum Bauprojekt "Stuttgart 21"?

  • Ich bin für "Stuttgart 21".

    Stimmen: 327 48,2%
  • Mir ist es egal, ob gebaut wird.

    Stimmen: 119 17,6%
  • Ich bin gegen "Stuttgart 21".

    Stimmen: 232 34,2%

  • Umfrageteilnehmer
    678
Deliberation schrieb:
So richtig gehen die Gründe nicht aus dem Artikel hervor.

Nicht?
Azer habe sich immer wieder persönlichen Anfeindungen bis hin zu Drohungen ausgesetzt gesehen. Zuletzt sei ihm die Arbeit nur unter Personenschutz möglich gewesen

Ich könnte mir vorstellen, dass das mitunter ein Grund war.
 
@Noxiel: das sah mir eher nach einer Randnotiz aus. Dass er den Grund als Auslöser angegeben hat, steht da nicht. Der Link von nicoc ist da schon deutlicher (bzw. ein weiterer Link aus dem Text):

Der aus Kairo stammende Bauingenieur habe sich während seiner Arbeit „immer wieder persönlichen Anfeindungen bis hin zu Drohungen ausgesetzt“ gesehen, heißt es in einer Pressemitteilung der Bahn. Zuletzt sei es ihm „nur unter Personenschutz des Konzerns möglich gewesen zu arbeiten“. Azer habe sich deshalb „nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, das Bauprojekt nicht länger zu führen.

Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de/i...uch.20797627-5e1d-401e-a948-59bb6411d3d4.html

Die Frage ist nur, ob das wirklich der Grund war, denn der "sagenhafte" Ingenieur war beim genaueren Hinsehen nicht so toll, wie nun überall getönt wird:

autoritären und wenig kommunikativen Führungsstil des Projektleiters

oder

Zuletzt geriet Azer in die Schlagzeilen, weil er eine Risikostudie über das Projekt erarbeiten ließ, in der von Mehrkosten von mindestens 1,2 Milliarden Euro die Rede war.

oder

Wolfgang Schuster (CDU) dankte Azer am Montag für seinen „großen persönlichen Einsatz“, machte aber auch deutlich, dass nicht nur ein exzellenter Ingenieur benötigt werde, sondern auch ein guter Kommunikator

Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de/i...uch.20797627-5e1d-401e-a948-59bb6411d3d4.html

Hier weitere Fehler der "Koryphäe":

http://stuttgart-21-kartell.org/tag/hany-azer

Wenn der zweite Punkt stimmt, dürften die Befürworter ganz schön in Erklärungsnot kommen, die S21 als tolle ABM-Maßnahme für lokale Firmen und Arbeitnehmer propagieren...

EDIT: Spiegel Online bestätigt dies:

Verdeckte Subventionen und geschönte Kostenplanung - das Milliardenprojekt "Stuttgart 21" steht massiv in der Kritik. Jetzt kommt womöglich ein handfester Skandal hinzu: Bei einer Routinekontrolle des Zolls konnten rund 80 Prozent der überprüften Arbeiter keine ordnungsgemäßen Papiere vorweisen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,712304,00.html
 
Was soll eine bundesweite Volksabstimmung bringen? wie in einem früheren Advert. von mir ist S21 eine Angelegenheit von uns Stuttgarter. Wir mischen uns ja auch nicht in Projekte die in Hamburg, Berlin oder Esslingen durchgeführt werden, oder? Jeder soll vor seiner Haustüre kehren. Auch die Politiker.
Was den Projektleiter anbetrifft habe ich sowieso meine eigene Meinung und zwar: es gibt bessere Kollegen!
Die EU bedingte Ausschreibung hat selbst an bundeseigenen Vorhaben, auch in Berlin am Regierungssitz , zu einer hohen Schwarzarbeiterzahl geführt und ist nicht nur ein Problem von S21.
 
ie in einem früheren Advert. von mir ist S21 eine Angelegenheit von uns Stuttgarter. Wir mischen uns ja auch nicht in Projekte die in Hamburg, Berlin oder Esslingen durchgeführt werden, oder?
Finde solch eine Meinung immer ziemlich daneben. Natürlich Interessiert solch eine Investition auch Menschen in Deutschland die nicht in Stuttgart leben. Wir sind noch immer ein Volk und jeder sollte sich nicht nur um seine eigene "Dinge" kümmern.
 
... die Finanzierung ist ja nicht nur lokal. Deswegen kann S21 auch andere interessieren. Allerdings müssen die Stuttgarter den Dreck (voraussichtlich 15 Jahre lang) und die Verschandelung ihrer Stadt über sich ergehen lassen. Schwer zu sagen wie am besten man da vorgeht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Noxiel schrieb:
Nicht?
Azer habe sich immer wieder persönlichen Anfeindungen bis hin zu Drohungen ausgesetzt gesehen. Zuletzt sei ihm die Arbeit nur unter Personenschutz möglich gewesen

Ich könnte mir vorstellen, dass das mitunter ein Grund war.
Nachdem S21 Gegner schon Bahnchef Grube und Familie ausgespäht haben, wundert mich da nichts mehr.
 
... das waren die Behauptungen der Bahn mit "persönlichen Anfeindungen bis hin zu Drohungen". Da kommt bei mir der Verdacht auf, dass S21 Gegner in das kriminelle Eck gedrängt werden sollen. Anscheinend sind auf diesen Propagandatrick ja schon einige rein gefallen.
 
@nicoc

Das einfach als Propaganda abzustempeln, ist meiner Meinung nach falsch. Sicher ist die Mehrheit der Demonstranten friedlich, aber wer einmal im Schlossgarten oder auf einer der Demos in der Stuttgarter Innenstadt war, der weiß, dass das eine teils echt sehr aufgeladene Stimmung ist, wo man als Befürworter wirklich aufpassen muss...
 
nicoc schrieb:
... das waren die Behauptungen der Bahn mit "persönlichen Anfeindungen bis hin zu Drohungen". Da kommt bei mir der Verdacht auf, dass S21 Gegner in das kriminelle Eck gedrängt werden sollen. Anscheinend sind auf diesen Propagandatrick ja schon einige rein gefallen.

Richtig. Weil alles was auf dem Umfeld der Bahn heraus kommuniziert wird, schon von vornherein gefälscht, einseitig recherchiert und absichtlich irreführend ist.


Fragt sich nur, wer aus wessen "Propaganda" angesprungen ist. :rolleyes:
 
... angesichts des politischen Wandels braucht die Bahn Argumente um S21 realisieren zu können. Wenn man jetzt die Gegner schlecht macht (und somit auch ein bisschen die Gegner im Landtag) oder gar kriminalisiert versucht die Bahn sich in ein günstiges und die Gegner in ein schlechtes Licht zu stellen. Immerhin gab es ja auch Darstellungen die den Projektleiter nicht ganz so positiv sahen. Aber vielleicht hatte Azner einfach kein Bock mehr und die Bahn hat die Gelegenheit genützt um die Gegener ins kriminelle Eck zu stellen.
Und richtig: was die Bahn herausgibt ist zuerstmal als falsch zu betrachten. Zumindest hat sich ja jetzt oft genug heraus gestellt, dass Infos der Bahn meist nicht zu treffen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kefer kündigte an, die Bahn werde die Bauarbeiten schnell fortsetzen, wenn es im Lenkungskreis Ende der Woche zu keiner Einigung kommen sollte. „Bleibt das Spitzentreffen am Freitag ergebnislos, werden wir die Baumaßnahmen wieder aufnehmen“, sagte er.

Die Bahn hatte angeboten, den Baustopp zu verlängern, wenn das Land die Kosten für den Aufschub trägt. Diese liegen laut Kefer zwischen 50 und 60 Millionen Euro. „Auf diesen Kosten darf die Bahn nicht sitzen bleiben. Das ist für uns nicht verhandelbar“
Quelle

Ich bin ja gespannt, es wird doch eh gebaut :evillol: , da werden die Grünen auch nichts mehr dran ändern.
 
... das Deutschland nicht mehr von Politikern sondern Wirtschaftsbossen regiert wird dürfte inzwischen klar sein. Wer für S21 plädiert plädiert leider auch automatisch für eine Regierung durch Wirtschaftsbosse. Ist beim AKW Ausstieg auch nicht anders: Die Energie Bosse bestimmen letztendlich wo es hingeht und wenn es doch mal anders läuft wird gedroht: wenn ihr uns hindert (am Bauen) dann müsst ihr dafür zahlen. Eigentlich ist das doch komplett absurd nicht bis zum Ende des Stresstests zu warten. Sollte da nämlich heraus kommen, dass S21 eine Niete ist, dann wäre ja das verbuddelte Geld bis dahin auch weg. Und eventuell mehr als nur die paar Milliönchen.

Und hier mal die andere Sichtweise: http://www.stuttgarter-nachrichten....fen.76b6304b-ff63-4561-b00a-e603e8d46099.html

... Die von Grube genannten Zahlen seien bisher widersprüchlich. „Uns liegt schriftlich nichts vor. Davon muss die Bahn mal endlich weg.“

Grundsätzlich sei er „bass erstaunt“ gewesen, dass die Bahn von Grün-Rot eine Beteiligung an den Kosten verlangt, sagte Kretschmann. Für die frühere schwarz-gelbe Regierung sei der Baustopp gratis gewesen. „Auf einmal tischt man uns Forderungen...
 
Zuletzt bearbeitet:
nicoc schrieb:
... Wer für S21 plädiert plädiert leider auch automatisch für eine Regierung durch Wirtschaftsbosse...

Wieso das denn? Es gibt doch sicher auch Menschen, die S21 aus anderen Gründen erstrebenswert finden. Das muss man in einer Demokratie auch tolerieren können.
 
@Heelix

da stimme ich dir voll und ganz zu.

Aber ein schönes Wahlkampfprojekt ist es ja gewesen.

@nicoc

Keine Sorge, nicht nur Deutschland ;)

@others
Und an alle anderen. Die grünen sind auch nur an der Macht wegen Naturgewalten ;)
 
Deliberation schrieb:
Wieso das denn? Es gibt doch sicher auch Menschen, die S21 aus anderen Gründen erstrebenswert finden...

... das ist sicher Neidenswert. Allerdings gäbe es das Projekt ohne Interesse seitens der Wirtschaft nicht und was Bürger erstrebenswert finden hat relativ wenig Gehör. Und Interesse der Wirtschaft heißt jetzt nicht Arbeitsplätze für Alle sondern höchstmögliche Rendite für Wenige. Und wie bei uns (@Cpt. Subtext danke für den Hinweis) und auch in anderen Teilen der Welt Wirtschaft funktioniert, da bin ich mir sicher, hast du dir auch schon deine Gedanken gemacht.
 
Zuletzt bearbeitet:
nicoc schrieb:
Grundsätzlich sei er „bass erstaunt“ gewesen, dass die Bahn von Grün-Rot eine Beteiligung an den Kosten verlangt, sagte Kretschmann. Für die frühere schwarz-gelbe Regierung sei der Baustopp gratis gewesen. „Auf einmal tischt man uns Forderungen...

Na das stellt aber eine Verzerrung der Tatsachen dar.
 
nicoc schrieb:
Allerdings gäbe es das Projekt ohne Interesse seitens der Wirtschaft nicht

Ohne das Interesse der Wirtschaft hätte es auch nicht den derzeitigen Hauptbahnhof gegeben. Oder den davor. Oder möglicherweise die Eisenbahn wie wir sie kennen. Solche simplen Weltbildern mögen schön sein, um andere einzuordnen. Was dir gerade um die Ohren geflogen ist, was dich aber scheinbar nicht ausreichend irritiert um nicht eine weitere Plattitüde oben drauf zu geben. Die mögen auch schön sein um sich die Welt zu erklären. Aber sie sind nicht unbedingt das was die Welt tatsächlich bewegt.

Ja, man kann sagen, dass es ein Projekt der Wirtschaft ist. Man kann sagen, dass es den Stuttgarter selbst vermutlich eher weniger um Wirtschaft geht, sondern mehr um sein Lebensumfeld. Aber ob es tatsächlich wirtschaftlich und alleine Renditedenken ist, dass die Milliarden dort verschleudert wage ich zu bezweifeln. Wenn es danach ginge würde man das Minimum investieren und vorher seriöser kalkulieren. Nein, hier spielt viel mehr rein. Prestigedenken, Verkehrspolitik, Stadtentwicklung z.b. Die Projekte werden von einem Unternehmen geführt, was dem Staat gehört (und somit genau wem den Gewinn im Endeffekt vermacht, auch dem aus dem Ausland z.b.?). Die Verkehrsplanung selbst wird durch Politik massiv mitbestimmt. Genauso ist die Weiterentwicklung der Stadt eine originäre Aufgabe der gewählten Vertreter.

Nun, Politik ist dazu da um widerstrebende Interessen in der Gesellschaft zu vereinen. Das mag nicht immer gelingen, das mag vor allem nicht immer zur Zufriedenheit aller ausfallen. Nur so zu tun, als hätten (meine) Handlungen ohnehin keine Auswirkungen, als sei ohnehin alles fremdbestimmt, erzielt nur das, was man eigentlich beklagt.

Man kann über so viele Dinge bei S21 verwundert und erbost sein, man kann viele Punkte kritisieren. Ich selbst habe erhebliche Kritik hier geübt, auch an den politischen Begleitumständen. Aber genau das aufzugeben und zu sagen, hey, das machen die da oben ja eh unter sich aus und die eigentliche Kritik zu unterlassen, dafür braucht es keine Diskussion.

Entweder ich will ernst genommen werden, ich will Politik mitbestimmen und beeinflussen, möchte etwas verändern, dann informiere und äußere ich mich zur Sache. Und wenn ich glaube das die Verantwortlichen zu sehr von einer Seite beeinflusst werden, dann suche ich mir andere Verantwortliche oder aber ich versuche selber zu beeinflussen oder gar verantwortlich zu sein. Aber sich hier nach den ganzen Diskussionen hinzustellen und zu sagen, ist ja eh alles von der Wirtschaft beeinflusst, weil sie das macht, was sie ist, dann ist das ärgerlich naiv.

Die Wirtschaft hat ihre Interessen, du hast andere, ich habe andere (obwohl es vielleicht eine Punkt gibt, wo alle Punkte nahe beieinander liegen). Das Recht diese mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mittel auch zu verteidigen haben alle. Natürlich hat die Bahn Interesse daran die Bauarbeiten fortzusetzen. Zum eine weil sie das Projekt ja eh will, zum andern weil sie selbst natürlich Verträge darüber abgeschlossen hat, es also tatsächlich Geld kostet und man weder einen halben, noch einen ganzen Bahnhof hat. Weil der Bau nun mal schon begonnen ist. Der Baustopp war deswegen ausgesprochen worden, um dem Thema den Wind aus den Segeln zu nehmen. Er war also nicht kostenlos und sicher auch nicht für so lange Zeit kalkuliert. Die Umstände warum es dazu gekommen ist, die sind vielleicht nicht für mich moralisch unbedingt in Ordnung. Aber ist es verwerflich, wenn ein Unternehmen was seine Interessen schützen soll und muss, damit es eben genau diese Definition als Unternehmen erfüllt, genau das auch macht? Heißt das automatisch, dass dem statt geben wird? Genau dafür wähle ich ja die Vertreter, die meiner Meinung am ehesten zusagen.

Die Umstände wurden vorher von der Politik bestimmt und jetzt auch, nur eben unter anderen Vorzeichen. Man mag an der Ehrlichkeit bestimmter Gesten zweifeln, aber wir sind alt genug um zu wissen, dass jeder, auch die hier Anwesenden, zunächst seine Interessen beschützt. Entgegenkommen gibt es nun mal dann, wenn man sich davon etwas verspricht. Ja die Politik hätte vorher stärker intervenieren müssen, es hätte nicht zu den ganzen Begleiterscheinungen kommen müssen, aber am Ende hat es wiederum doch die Politik beeinflusst, gerade weil sie zunächst zu passiv war. Daraus versucht man ja zu lernen um nicht wieder vor vollendeten Tatsachen zu stehen.

PS. Das es einen Baustopp, einen Stresstest, einen Regierungswechsel, einen ständigen Strom an Nachrichten und Diskussionen dazu gibt, dass empfinde ich eben nicht gerade als "wenig Gehör finden". Höchstens halt als "nicht meinen Willen bekommen", je nach dem wie man zu Stuttgart 21 steht. Aber das sind für mich unterschiedliche Dinge.
 
Zuletzt bearbeitet:
... verwechselst du eventuell wirtschaftliche Notwendigkeit (momentaner HBF) mit Interesse der Wirtschaft an einem Projekt ohne wirtschaftliche Notwendigkeit? Zumindest ist doch vor dem Stresstest vollkommen offen ob S21 aus wirtschaftlicher Sicht notwendig ist.


Noxiel schrieb:
Na das stellt aber eine Verzerrung der Tatsachen dar.

... das könnte durchaus auch für die Bahn gelten. Und wo da Tatsachen verzerrt werden musst du mit 1-2 Worten klären.
 
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