Ich hab auch laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaange (grob 2 Jahrzehnte) Windows und Linux parallel betrieben. In unterschiedlichsten Konstellationen. Ich habe mehrere gescheiterte Umstiege hinter mir, natürlich auch wegen Spielen, aber ich habe immer versucht, die Lage im Auge zu behalten. Beruflich hatte ich sowieso immer damit zu tun, insofern war Linux eh mein ständiger Begleiter, nur nie so richtig mein privater daily driver. Und seit Ende Februar habe ich dann Tabula Rasa gemacht. Ganz bewusst auch alles an Festplattenplatz auf Linux Dateisysteme umgezogen, um den Rückweg steiniger zu machen

(Faulheit siegt...)
Aber ich sag's, wie es ist: Es hat sich gelohnt. Man guckt wirklich nicht zurück, man entfremdet sich regelrecht von Windows, ohne das absichtlich zu tun. Das hört man immer von anderen, und kann's dann gar nicht glauben, wenn man das erste Mal scheitert. Und für jeden ist der Absprungspunkt auch ein anderer. Aber wenn man's dann getan hat und tapfer dabei bleibt, stellt sich tatsächlich ein wenig das Gefühl der Befreiung ein, schließlich ist man ja an dem Punkt angelangt, da man mit vielen Entwicklungen im Windows Bereich nicht mehr einverstanden oder zufrieden ist. Und aus dieser Situation ist man dann raus.
Natürlich kann das nicht jeder. Ist der Workflow fest mit Windows-exklusiver Software verbunden, läuft ein Spiel wegen Anti-Cheat nur mit Windows auf das man nicht verzichten will, oder hat man gar Hardware, die nur mit Windows funktioniert, dann ist der Fall klar. Und ich kann auch jeden verstehen, der jetzt auch auf 10 hocken bleibt, weil eine solche Situation ist in der Geschichte von Windows in ähnlichen Formen schon häufiger eingetreten (Win3.11->Win95 wegen hardwareanforderungen, 98/ME -> 2000/XP wegen anderer Architektur bzw. kein DOS mehr, XP war eh das gallische Dorf zu ALLEM danach, 7->8/8.1/10 weil 7 auf einmal das neue XP war in den Augen der gleichen Leute, die vorher XP bis auf's Blut verteidigt haben, 10->11 weil 10 das neue... ich wiederhole mich hier....). Das ist also alles nichts neues.
Ich selbst habe auch noch eine Windows VM für alle Fälle parat. iTunes z.B. für mein iPhone, um da Musik drauf zu schieben. Ist ja auch nicht verkehrt, sowas in der Hinterhand zu haben.
Die Verlängerung dieses Updatezeitraums ist also die perfekte Gelegenheit, sich noch ein Jahr ein wenig umzuschauen. Weil ehrlicherweise, wenn man am Ende doch zu 11 geht, kann man das eigentlich schon jetzt machen. Dass sich das in 1 Jahr völlig auf die eigenen Bedürfnisse umkrempelt halte ich für höchst unwahrscheinlich.