AAS schrieb:
Absolut, das USB Standardchaos ist übel...
Das ist bei Kabeln nicht Standardchaos. USB hat gut erkennbare und klare Zertifizierungen für Kabel. Die meisten Leute achten halt schlicht nicht drauf und kaufen die billigen, unzertifizierten Kabel.
Das ist mehr theoretisch gewachsen. USB 5Gbps war noch so langsam, dass auch die billigen, minderwertigen Kabel noch gut gehen. Weil die Toleranzen überall groß sind. Jetzt kommen wir halt bei Geschwindigkeiten an, wo es knapper und knapper wird und die Toleranzen bei einem "ach bei dem Standard kommts doch nicht so genau und spart uns gut Geld" Herstellern halt immer häufiger nicht ausreichen.
An den Artikel:
Das
D1 SSD Plus mit USB4 platziert sich zwischen dem
D1 SSD mit USB 3.2 Gen 2 und dem
D1 SSD Pro mit Thunderbolt 5. Rund 3.800 MB/s sind über USB4 möglich.
Die offiziellen USB Namen davon wären auch "USB 10Gbps", "USB 40Gbps" und "USB 80Gbps".
USB4 alleine ist zu ungenau. USB4 gibt es aktuell in 20Gbit/s, 40Gbit/s (was TB4 nutzt) und 80Gbit/s (was TB5 nutzt).
Viele Leute meinen zwar aktuell mit "USB4" 40Gbit/s, weil das das meiste ist was sie aktuell sehen, aber zuverlässig ist das halt nicht. Spätestens wenn mehr nicht-TB5 zertifizierte USB4 Geräte rauskommen geht das Geplärr wieder los, das USB doch so unordentliche Namen hat. Aber alles wird unverständlich wenn man immer arbiträr die Hälfte der Namen weglässt und die andere Hälfte falsch macht...
Weiterhin: USB 3.2 Gen 2 ist falsch, das gibt es so nicht / meint was anderes.
Wenn man die internen, technischen Bezeichnungen von USB 3.2 nutzen will, dann Gen 2x1. Denn es gibt [Geschwindigkeit pro Lane]x[Lanes]. Und es gibt 5 oder 10 Gbit/s pro Lane und 1 oder 2 Lanes.
"Gen 2" alleine gibt entweder nur die Geschwindigkeit pro Lane an (und unterscheidet demnach nicht zwischen USB3 10G und USB3 20G, wie bei Kabeln) oder aber es aus der USB 3.1 PDF, weil es dort noch keine 2. Lane gab.
Aber alles das sind die technischen Details für die Ingenieure, die nach USB nicht für Endkunden geeignet sind. Für Endkunden sind die "USB 5Gbps" - "USB 80Gbps" vorgesehen. Für dies auch sehr klare Logos gibt (auch wenn sich viele Hersteller die Kosten für die Logos sparen).
Größtes Problem hierbei ist, dass die offiziellen Namen bei 20Gbps nicht zwischen USB4 und USB3 unterscheiden. Für alles andere sind die offiziellen Namen top und wir sollten Kunden das ganze korrekt beibringen und maximal die technischen Details als Ergänzung für die Neugierigen und die Falsch informierten anbieten. Denn die offiziellen Namen sind dafür gemacht konsistent und verständlich zu sein, die technischen Begriffe waren das nie.
Rund 3.800 MB/s sind über USB4
Wie gesagt, ihr setzt heimlich USB4 40Gbit/s voraus. Und auch 128 Byte MPS (die maximale PCIe Paket
Größe. Was der ASM2464, ASM4242 und viele USB4 Controller in Notebooks noch als Limit haben).
Aber mit MPS von 256 Byte und mehr wären auch noch leicht höhere Bandbreiten aus USB4 40Gbit/s herauszuholen. Die SN850X zB könnte sogar 512 Byte MPS, auch wenn insbesondere Intel Desktop Systeme auf 256 Byte limitiert sind.
In euren Benchmark Tabellen listet ihr noch "USB 4.0" was es nicht gibt. Aber dafür dann die Gbit/s...
Bei fertigen USB4-SSDs mit nativem USB-Controller bedeutet das aber keinen Nachteil und so sind diese beim Schreiben ohne Schreibcache deutlich flotter.
Habt ihr gecheckt, dass es nicht im im Performance anstatt im Quick Removal Mode war? Weil bei SATA Laufwerken zB ist das schlicht eine Sache des SATA Controllers ob er das Laufwerk als "extern" oder "intern" angibt, was Windows dann als Standard nutzt. Nicht dass die Phison Controller schlicht etwas signalisieren um einen anderen Default Modus zu nutzen.
Aber falls nicht wird es spannend wo genau die Performance herkommt.
Für interne SSDs ist die Performance wenn das OS alles blockierend macht fast irrelevant, während es für externe SSDs (und die Phison USB4 SSDs können ja genau nur "extern" genutzt werden) das wichtigste wäre.
Das könnte also eine Tuning-Frage sein. Ähnlich wie bisher fertige externe USB3 SSDs darauf getuned sind mit dem jeweiligen Powerbudget der verschiedenen Host-Ports zurecht zukommen. Während selbst-bau Lösungen je nach SSD und Host Port auch nicht auskommen (weil sie einfach verbrauchen was sie verbrauchen und viele Hosts auch einfach höheren Verbrauch erlauben als der USB Standard.
Aber auf der anderen Seite könnte die Auslegung als ausschließlich externe SSD auch ein wunderbarer Grund sein, die Hersteller zum Schummeln zu verleiten. Schließlich braucht die SSD nur ihren eigenen Schreibcache zu haben und geringfügig zu "lügen" (quittieren, das Daten fertig geschrieben wurden zu einem Zeitpunkt, wo die Daten noch nicht final geschrieben sind) und man kriegt ähnliche Effekte wie wenn Windows ganz offiziell Schreibcache nutzt / erlaubt.
Und das wiederum kann man mit Power Loss Protection bei Enterprise SSDs ja auch ganz offiziell machen...