Veränderungen, Regeln, Verbote

Darin kann man aber schon logik erkennen ... zumimndest aus rein egoistischer Perspektive.
Leider ist die aber eine schwache Basis für eine demokratische Gesellschaft.

Meine ganz persönliche Politikverdrossenheit hat übrigens soziologische Ursprünge ... insbesondere Niklas Luhmanns "Die Politik der Gesellschaft" hat mich stark beeinflusst.
Seit dieser Lektüre halte ich Politik für ein Funktionssystem unserer Gesellschaftm, von dem man als allerletztes Lösungen für konkrete Probleme erwarten sollte.
 
DerOlf schrieb:
Meine ganz persönliche Politikverdrossenheit hat übrigens soziologische Ursprünge ... insbesondere Niklas Luhmanns "Die Politik der Gesellschaft" hat mich stark beeinflusst.
Seit dieser Lektüre halte ich Politik für ein Funktionssystem unserer Gesellschaftm, von dem man als allerletztes Lösungen für konkrete Probleme erwarten sollte.

Eieiei, was liest du denn sowas? Warst du noch nicht desillusioniert und deprimiert genug? :p
Dann doch lieber positivere Genossen wie Ahrendt, Butler oder die alten Schinken von Platon, Aristoteles und Co. Da ist die Welt noch in Ordnung. :evillol:
 
DerOlf schrieb:
Seit dieser Lektüre halte ich Politik für ein Funktionssystem unserer Gesellschaftm, von dem man als allerletztes Lösungen für konkrete Probleme erwarten sollte.

Politik und unsere Demokratie ist vor allem ein Machterhaltungsapparat, mit gezielter Selektion und Klassenerhalt.

Den großen Umbruch, in Richtung Bürgerbeteiligung und ökologisch-ökonomischer Wende, wird es deshalb auch nicht geben.
 
Da denke ich eher, das dass Gro der Bevölkerung die Quadratur des Kreises von der Politik verlangt.
Auf der einen Seite soll die Politik das tun was das Volk möchte, und auf der anderen Seite, dass die Politik das Volk vor genau diesen möglichen negativen Auswirkungen des Volkswillen schützt.

Viele der Problem von heute sind Entscheidungen der Vergangenheit.
In den 50er / 60er wollte die Masse eine Auto freundliche Politik.
Da ging wer auf die Strasse um gegen Streckenschließungen von Busse und Bahnen zu demonstrieren? In den 70er während der Öl Krise protestierte man gegen die hohen Spritpreise, und nicht für mehr Fahrradwege.
Und das ist sicherlich nicht das einzige Beispiel!

Ist die Mehrheit der Bevölkerung tatsächlich in der Lage oder gar gewillt auch einmal weiter zu denken als bloß von der Tapete bis zur Wand? Weiter zu denken als bloß bis zum Eigennutz oder des momentanen Vorteils?
 
Tiu schrieb:
Ist die Mehrheit der Bevölkerung tatsächlich in der Lage oder gar gewillt auch einmal weiter zu denken als bloß von der Tapete bis zur Wand? Weiter zu denken als bloß bis zum Eigennutz oder des momentanen Vorteils?
Moin

Wenn dem so wäre müsste man der Bevölkerung auch das Wahlrecht absprechen. Denn wie sollte ein Volk, das nur von der Tapete bis zur Wand denkt, intelligent wählen?

Gruß
Nobsi
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: kellerbach
Moep89 schrieb:
Eieiei, was liest du denn sowas?
Soziologienahes Studium in Bielefeld ... da ist man um Luhmann eine ganze Weile nur sehr schwer herumgekommen.
Zum Desillusionieren reicht im Grunde "Platons 7. Brief ... auch der war zum ende hin etwas politikverdrossen.
Ergänzung ()

Nobsi schrieb:
Wenn dem so wäre müsste man der Bevölkerung auch das Wahlrecht absprechen. Denn wie sollte ein Volk, das nur von der Tapete bis zur Wand denkt, intelligent wählen?
Dann wärs aber doch keine Demokratie mehr ...
Es ist eben ein Gundproblem dieses Machtsystems, dass Menschen mitbestimmen dürfen, von wem sie regiert werden. Auch die, die nur von der Tapete bis zur Wand denken können oder wollen ... und auch die, die sich nur allzugerne manipulieren lassen.

Aber deswegen das Wahlrecht abschaffen? Wie hoch wäre die Wahrscheinlichkeit für gute Politik, wenn die Politiker plötzlich wieder ausschließlich einem Präsidenten, König, Kanzler oder kaiser Rechenschaft schuldig wären.
Die Befürchtung, Volkes Unwille auf sich zu ziehen, schützt eine Gesellschaft vor Revolutionen ... und nirgendwo klappt das besser, als in einer Demokratie, wo die Bürger unabhängig von IQ, Informationsstand oder Weitblick regelmäßig "jemand anderen" wählen könnten.
 
Zuletzt bearbeitet:
DerOlf schrieb:
Dann wärs aber doch keine Demokratie mehr ...
Es ist eben ein Gundproblem dieses Machtsystems, dass Menschen mitbestimmen dürfen, von wem sie regiert werden. Auch die, die nur von der Tapete bis zur Wand denken können oder wollen ... und auch die, die sich nur allzugerne manipulieren lassen.
Moin

Auch wieder wahr. Also bleibt es so wie es ist. Der Ist-Zustand ist aber auch nicht optimal. Warum anstatt Parteien wählen nicht mal aus den Vorschlägen der Parteien die Punkte einzel wählen.

Von Partei A findet die Bevölkerung die Ausländerpolitik gut, von Partei B die Außenpolitik und von Partei C die Wirtschaftspolitik, usw.

Dann regiert nicht eine Partei, sondern immer nur die Partei, deren Vorschlag in einer bestimmten Sache vom Volk die Mehrheit bekommen hat.

Das ist auch Demokradie.

Gruß
Nobsi
 
Tiu schrieb:
Da denke ich eher, das dass Gro der Bevölkerung die Quadratur des Kreises von der Politik verlangt.
Auf der einen Seite soll die Politik das tun was das Volk möchte, und auf der anderen Seite, dass die Politik das Volk vor genau diesen möglichen negativen Auswirkungen des Volkswillen schützt.

Erhalt des Status Quo- Merkel und Kohl als personifizierter Prototyp des "Volkswillens" im Kanzleramt?
Mir fehlt dabei der Einfluß von Lobbyverbänden, Politikern und den Medien, welche häufig Ängste schüren, die nicht einmal ansatzweise der Realität entsprechen, damit alles so bleibt wie es ist.
Ein schönes Beispiel dafür ist der Mindestlohn, einerseits wurde er mit heftigsten Methoden jahrelang bekämpft, nach der Einführung entpuppten sich alle Befürchtungen als falsche Annahmen. Wer jedoch genauer hinschaut, weiß warum der so niedrig gewählt wurde und warum es noch immer Ausnahmen gibt. Der wurde bewusst so konzipiert, dass er auch keinem Arbeitgeber wirklich weh tut, auf künftige Kosten der Allgemeinheit.

Tiu schrieb:
Viele der Problem von heute sind Entscheidungen der Vergangenheit.
In den 50er / 60er wollte die Masse eine Auto freundliche Politik.

Da muss man die Gegenfrage stellen: Wer hatte ein Interesse an autofreundlicher Politik, während z.B. Straßenbahnen abgeschafft wurden und unzählige, im Krieg unzerstörte, Altbauten Autostraßen weichen mussten? Oder anders gefragt: Wenn man viele Millionen Flüchtlinge und durch Fortschritt arbeitslos gewordene (z.B. Landarbeiter durch die Industrialisierung der Landwirtschaft) Menschen beschäftigen will und sich das Auto, mit seiner kompletten Infrastruktur, als eine solche Möglichkeit anbietet, der Große Bruder USA auch mit entsprechenden Erfahrungen auf dem Gebiet aufwartet, welche Wahl hat die Masse da noch?
Die dadurch erreichte hohe Mobilität, die Pendelei, Spass am Autofahren, sind dabei gerne nur die Folgen.

Tiu schrieb:
Da ging wer auf die Strasse um gegen Streckenschließungen von Busse und Bahnen zu demonstrieren? In den 70er während der Öl Krise protestierte man gegen die hohen Spritpreise, und nicht für mehr Fahrradwege.

Gegen die Streckenschließungen wurde häufig demonstriert, nur eben nicht von allen Bürgern. Wurde während und nach der Ölkrise gegen hohe Spritpreise demonstriert? Ich weiß das nicht, ist eine Bildungslücke. Die autofreien Sonntage führten jedoch sofort zur größten Massenmobilisierung mit dem Fahrrad, die das Land je gesehen hat.
Man hat die Bürger nie gefragt, ob sie "Fahrradbahnen" für ihre Mobilität haben wollen, man hat Fahrräder über Jahrzehnte hinweg gegenüber dem motorisiertem Verkehr einfach massiv benachteiligt. Das fing schon sehr früh an, schließlich sind nicht wenige Automobilfirmen ursprünglich auch einmal Fahrradhersteller gewesen.
 
Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus....
Aber wie, wenn der Abgeordnete mindestens aus drei Möglichkeiten auswählen kann?
1. Er ist lediglich seinem Gewissen verpflichtet
2. Partei- / Fraktioszwang / Wille
3. Der Wille der Mehrheit seiner Wähler aus seinem Wahlkreis

Letzteres würde ja der ursprünglichen Idee dahinter entsprechen.
Die ersten beiden aber nicht!
 
Tja, das ist das Problem. Wobei Punkt 1 und 3 mit etwas gutem Willen vereinbar wären, in dem Sinne, dass die Basis für sein Gewissen eben die Wünsche des Volkes sind.
Punkt 2 existiert deshalb, weil man meint, dass sonst keine Ordnung möglich wäre. Wenn jeder Abgeordnete ungeachtet seiner Zugehörigkeit in jeder Frage unvorhersehbar agiert, dann erschwert das Agendasetzung und Mehrheitsfindung.

Allerdings halte ich letzteres für irrelevant. Ich vertrete auch eher die Ansicht, dass die Politik (nahezu) uneingeschränkt tun soll, was das Volk (wegen dem es überhaupt so etwas wie einen Staat, eine Verwaltung und eine Politik gibt) will. Ob das im ersten Moment sinnvoll erscheint oder nicht.
Man bestellt sich ja auch keinen Gärtner, der dann den Garten nach seinen Vorstellungen gestaltet, weil er die Wünsche der Auftraggeber doof findet. So ein Gärtner fliegt in hohem Bogen raus. Er kann ja Vorschläge machen, aber am Ende ist der Kunde König. Wenn er das nicht will, soll er den Auftrag nicht annehmen, was sein gutes Recht wäre. Wenn der Garten dann scheiße aussieht und alles eingeht, dann ist das eben Pech.
Aber ob man Menschen vor sich selbst schützen soll, oder ob es eben Teil unserer Freiheit ist und uns als Menschen ausmacht, unsere eigenen Fehler zu machen, das ist wieder rein philosophisch.
 
Jede Partei oder wie auch immer politische engagierte Opposition will gemäß ihrer Vorstellung bestehende „Dinge“ verändern, regeln oder verbieten. Ganz gleich ob von links, rechts, oben, unten oder aus der Mitte. Insofern von „Bevormundung“ zu sprechen halte ich für die falsche Wortwahl – Interessenvertretung für Einige oder gar die eventuelle Mehrheit wäre passender.
Davon abgesehen, ist es ziemlich oberflächlich von dem „Volk“ zu sprechen, warum dem so ist sollte selbsterklärend sein.
 
Warum selbsterklärend @SE. ?
 
@Tiu
ich bezog mich auf die Aussage von @pedder59
pedder59 schrieb:
Das Volk will doch bevormundet werden:
Sowohl als Feststellung als auch Frage.
Der Begriff „Volk“ kann je nach Kontext verschieden besetzt werden und eigentlich wäre es ganz nett, wenn @pedder59 seine Aussage erklären könnte. Ich kann zwar mutmaßen, will aber niemanden zu schnell in meine Schubladen mit Vorurteilen sortieren. Einen Satz plus Link find ich ziemlich dürftig, Gedanken kann ich nicht lesen.
Hier wäre meine Interpretation, dass das Volk (welche Gruppe?) von der Partei Die Grünen (oder Umweltaktivisten?) bevormundet werden würde.
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Volk
 
Auf solche populistischen Ergüße muss man doch nciht wirklich eingehen oder? Wer es nicht für nötig hält, sich ansatzweise zu erklären, den kann man auch getrost ignorieren. An sich ist es Spam, der Beitrag wird dem PuG Regeln nicht gerecht und könnte genauso zu den Fischen wandern. Letzlich wirst du ohnehin höchstwahrscheinlich nur weiteres oberflächliches Stammtisch Gequake hören, sollte da noch etwas folgen.

Leider erkennt man auch bei CB, dass die meisten kein Interesse an Diskussion haben bzw. der Meinung sind, dass Diskussion sich darin erschöpft, sich Meinungen ohne fundierte, nachprüfbare Basis um die Ohren zu hauen. Ebenso merkt man auch, dass das Getrolle und auch die Netzwerke der politischen Randgruppen sich im Netz sehr weit trägt, was in der Öffentlichkeit und im besonderen in der Politik nach wievor zu wenig Aufmerksamkeit bekommt wodurch auch heute wieder zum Beispiel der Rechtsextremismus und die latente rechte Grundhaltung durch die Politik nicht hinreichend erkannt wird. Der Fall Lübcke zeigt dies wieder ganz erheblich. Man sieht ja schon nur die Öffentliche Agitation der rechten Netzwerke, ich will nicht wissen, wie es "hinter verschlossenen Türen" in einschlägigen Foren und Gruppen diesbezüglich abgeht. Extremismusforscher warnen in meinen Augen völlig zurecht, dass die Politik und auch die anderen Staatsgewalten viel zu lasch mit der rechten Gefahr umgehen. Wenn nun auch noch die CDU Niedersachsen anfängt, ganz offen darüber nachzudenken mit der AfD zu korrelieren um das Soziale mit dem Nationalen zu versöhnen (O-Ton!), dann rollen sich mir die Füßnägel hoch und es stellen sich die Nackenhaare auf. Sozial und National, hatten wir schon und ich denke es fehlt nur noch ein kleiner Funken und das Nationalsozialistische tritt wieder offen zu Tage und es werden weit mehr sein, als es sich Politik und Staatsgewalten derzeit vorstellen. Wie sehr der Narrativ der Islamisierung, der Entvölkung und nach wie vor der Judenhass stark in den köpfen vorhanden ist, haben wir die letzten Tage im CB Forum massiv gesehen. Beispiel die News über Intels Fabrik in Isreal, wo man feststellen musste, dass die Mär vom Weltfinanzjudentum immer noch erstaunlich viele Anhänger findet und hier im PuG kommt die Mär des Islamisierung Deutschlands auch nahezu in jedem Thread früher oder später zum Vorschein.

Ich möchte nicht wissen, wieviele solchen Märchen noch immer zugetan sind und es sich nur nicht trauen offen darüber zu reden und es daher nur im Netz weitgehend anonym postulieren und nur darauf warten, dass es sich etabliert in Politik und Gesellschaft, so dass offen darüber gesprochen werden kann.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Gefällt mir
Reaktionen: Tiu und Kausu
Mustis,
doch, warum nicht?
Ich hatte grad Zeit und wollte das so nicht stehen lassen und habe zunehmend auch keinen Bock mehr sowas lesen* zu müssen. Meine Hoffnung ist, dass so vielleicht der ein oder andere User mal etwas reflektiert, letzlich muss sich eine Community auch selbst regulieren.

*zum Glück bin ich hier kein Mod, hö hö
 
Ich auch nicht. Aber die Erfahrung lehrt, dass jemand, der so einsteigt, keine Argumente hat sondern rein emotional seine Meinung kundtun.
 
SE. schrieb:
zum Glück bin ich hier kein Mod, hö hö
Den Job habe ich vor über 10 Jahren bei StudiVZ abgelehnt ... damals mit der Begründung, dass ich mich zu gerne mit den Mods zoffe (war halt nen philosophisches Unterforum).
Heute würde ich den Job aus anderen Gründen ablehnen ... denn um mir den ganzen Müll wirklich durchzulesen, müsste das sehr gut bezahlt werden.
Ich habe ja auch keine Lust, den ganzen Tag in einer Stammtischkneipe hinterm Tresen zu stehen, wenns dafür dann nichtmal richtig gut Geld gibt ... in solchen Kneipen halte ich es nichtmal hackedicht vorm Tresen lange aus.

Ich finde es nebenbei richtig, bei solchen Beiträgen nachzuhaken ... wenn sowas einfach gemeldet und dann verschoben wird, ist es weg ... zusammen mit der Möglichkeit, die dahinterstehende Meinung zu thematisieren.

Ist zwar etwas weiter weg, aber Arbeitsunwillige in den Knast zu stecken damit man bei seinem "wir haben keine Arbeitslosen" nicht lügen muss (wie das die DDR-Führung lange Jahre gemacht hat) ist so ähnlch ... aus den Augen aus dem Sinn.

Lieber aufnehmen und diskutieren ... wenn da nur weitere Stammtischparolen kommen, auch egal ... der Urheber ist nicht Sinn und Zweck des ganzen, und daher ist es auch egal, ob der nur kurz seinen Senf absondern wollte, oder es wohlmöglich als intelligenten Beitrag verstanden haben will.
Eine substanzlose Aussage sollte man schon deswegen nicht einfach stehen lassen, weil es Menschen gibt, die sich eventuell genau durch diese substanzlose Aussage eine Meinung bilden ... oder (wahrscheinlich weit häufiger), sich dadurch in ihrer Meinung bestätigt fühlen.
Irgendwann ist die Stammtischmeinung dann eventuell bei so vielen etabliert, dass sie gesellschaftlich salonfähig wird ... und genau daran sollte man kein Interesse haben, wenn man der Meinung schon etwas entgegensetzen kann.

Solche Meinungen einfach unkommentiert stehen zu lassen, könnte genau das erreichen helfen, was damit eigentlich verhindert werden soll.

Der verlinkte Thread zeigt übrigens tatsächlich, dass viele Menschen eigentlich bevormundet werden wollen.
Denn sie WOLLEN, dass etwas für den Umweltschutz getan wird ... Sie wollen es nur nicht selbst tun (zumindest klingt die Liste der abgelehnten Alternativen etwas danach).

Die anderen müssten weniger fliegen ... haha ... man erreicht schneller weitaus mehr, wenn man einfach selbst den Anfang macht ... und aufs Fliegen so weit möglich verzichtet.
Die anderen sollen nicht jeden Pupsweg mit dem Auto erledigen ... aber wenn man dann bei Regen trockenen Fußes einkaufen will, dann sind die 500m im SUV nicht so schlimm.
Man will nicht mit dem Rad zur Arbeit, selbst wenn man es könnte, weil man auf Arbeit nicht duschen kann.
Gleiche Begründung für die Öffies ... Klimaanlage aus, keine Fenster zum öffnen ... und keine Dusche auf Arbeit.

Ich finde die Luft in den Öffies auch nicht schön, aber bei mir liegt es eher an den Nuttendiesel-Auren der Menschen mit kaputtem Verhältnis zum eigenen Körper.
Wirklich, bei manchen Leuten hat man dass Gefühl, die baden täglich dreimal in "Mufti-Eleganti" ... wenn ich in dem Dunst durch die Gegend rennen müsste, mir würden die ganze Zeit die Augen tränen.
Aber irgendwie gibt es in den Öffies nur zwei extreme Duftnoten, die mir auffallen ... die einen stinken nach tagealtem Schweiß ... und andere waren scheinbar anwesend, als bei Douglas eine Bombe hochgegangen ist.
Angenehm ist beides nicht ... und durch die 40° bei deaktivierter Klimaanlage wird das momentan definitiv nicht besser (denn bei den Temperaturen mischt sich dann der Douglas-Duft mit altem Schweiß ... und den Menschen, die Febreze für einen Waschersatz halten ... der normale Kacke-Geruch einer Großstadt fällt dabei schon garnicht mehr ins Gewicht ... da nimmt man schoin eher war, wenn die Freibadsaison eröffnet wurde.
Ach ja, und da gibts dann ja noch die Zwiebel-Jack Fraktion ... die einen gerne mit dem Duft ihres Mitnehm-Mittagessens erfreuen (ich verstehe das garnicht ... ich wurde in meinem Leben so oft am Einsteigen gehindert, weil ich was zu essen dabei hatte ... das habe ich nun seit Jahren nicht mehr beobachtet ... nur die Schilder mit der Aufforderung sind noch da).
Wenn man den Geruch in der Bahn in Tüten abfüllen würde, hätte man ein klasse Brechmittel mehr.

Und mal ganz ehrlich ... da habe ich lieber die Meckeromas und -opas, die sofort schreien "Fenster zu, es zieht" ... die finde ich nämlich wenigstens verständlich.
Ich wundere mich auch garnicht mehr, warum es in Bus und Bahn keine Nothämmer mehr gibt ... die Dinger hätten wahrscheinlich jeden Tag ein paar kaputte Scheiben ... einfach aus der Not heraus, bei 40° und Stinkalarm ein bisschen frische Luft zu bekommen.
Naja, wenigstens würden dann nach wenigen Wochen die Klimaanagen laufen ... von der CO2-Bilanz her könnte sich das der ÖPNV locker leisten ... und eventuell würde das dann auch von mehr Leuten "gerne" genutzt.

Insgesamt bedeutet das doch, dass "good will" zwar eine gute Idee ist (schön freiheitlich demokratisch und so), aber einfach nicht so recht funktioniert ... denn eigentlich suchen viel zu viele Leute nur nach Ausreden ... oder nach jemanden auf den sie zeigen können. Die Folge ist immer die selbe .... maximale Untätigkeit im Dauermeckermodus.

Mal als Beispiel: Schwerölbrenner im Frachtverkehr ... ja, das ist eine große Sauerei ... die aber nicht aufhören wird, solange wir uns nur über den Preis der Ware gedanken machen ... Schweröl ist billig (für den Betreiber ... und damit auch für den Kunden ... der letztlich im Supermarkt am Regal steht, und Wasabi-Erdnüsse aus Thailand kauft). Und wenn sich die Quinoah-Samen dann halt nur Öko-Tantchen leisten kann, um sie in ihre Gurken-Quark-Maske zu mischen (als peeling) ... dann ist das halt so.

Ich fände es durchaus korrekt, JEDER Ware eine Kilometerpauschale zuzuschlagen. Sollen doch die Leute, die das dringend brauchen, auch den Weg bezahlen, den die Exotik zu ihnen zurücklegen muss.
Ich denke dass die seltene Südfrucht schnell aus den normalen Supermarktregalen verschwinden würde, wenn sie pro Kg 3 bis 4 mal so viel kostet, wie lokal gepflückte Äpfel.
Mögen doch die die Folgen der Globalisierung bezahlen, die von ihr profitieren WOLLEN.

Es war nie gesund, wenn Importware billiger angeboten werden konnte, als lokale Erzeugnisse ... das ist in Afrika nicht gut ... und das ist auch in Europa eigentlich Wahnsinn ... und im Grunde der einzige "Haken" den A. Smith am Marktkapitalismus entdeckt hat (der ist olkswirtschaftlich nur gesund, solange die Transportkosten die Differenzen ausgleichen ... was sie momentan nicht tun).
Und uns ist das heute egal ... Hauptsache die Taiwan-SSD kostet nur 25c pro GB und aus unseren Supermarktregalen grinst uns bunt verpacktes aus aller Welt an ... ab und zu ein bisschen effizienz fürs Gewissen ... und damit erschöpft es sich bei der Mehrheit.

"Bevormundet werden wollen" trifft es aber nicht ganz ... denn es ist ja gerade der Wille, der fehlt.
Eine Verhaltensänderung halte ich aber ohne Zwang (gerne sanft, also über die Preise) bei vielen für sehr utopisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
DerOlf schrieb:
Ich fände es durchaus korrekt, JEDER Ware eine Kilometerpauschale zuzuschlagen. Sollen doch die Leute, die das dringend brauchen, auch den Weg bezahlen, den die Exotik zu ihnen zurücklegen muss.
Ich denke dass die seltene Südfrucht schnell aus den normalen Supermarktregalen verschwinden würde, wenn sie pro Kg 3 bis 4 mal so viel kostet, wie lokal gepflückte Äpfel.
Mögen doch die die Folgen der Globalisierung bezahlen, die von ihr profitieren WOLLEN.

Dafür wäre ich auch, CO2 und sogar evtl. andere Umweltschäden bei allem voll einzupreisen. Das hätte zur banalen Folge, dass die Globalisierung entzerrt würde. Die einstigen "Kolonialwaren" würden genauso wie unverderbliche Ware wohl irgendwann mit Segelfrachtern hier ankommen. Die derzeitig bei Kleinwaren aberwitzig beliebte Luftpost würde kaum noch jemand wählen. Blumen aus Afrika, Kartoffeln aus Nahost und Äpfel aus Neuseeland, wären dann wohl auch für die normale Bevölkerung Vergangenheit.
Deutschland wäre dann aber auch nicht mehr der globale Massentierzüchter und das größte Schlachthaus Europas, folglich würde sich das Gülleproblem von alleine lösen. Vermutlich wäre es sogar wieder lukrativ die Textilproduktion in Teilen nach Europa zurückzuholen..

DerOlf schrieb:
Eine Verhaltensänderung halte ich aber ohne Zwang (gerne sanft, also über die Preise) bei vielen für sehr utopisch.

Preise alleine bewirken gerade ich reicheren Ländern keine wirkliche Verhaltensänderung. Ich bin da eher für schonungslose Aufklärung. Zeige den Menschen die Wahrheit, nicht einmal, sondern ständig und schon werden die ihre Gewohnheiten sehr schnell ablegen. Wieviele Kinder würden noch täglich diese Schokocreme futtern, wenn sie sich wenigstens einmal die Woche ansehen müssten, woher das Palmfett darin kommt und welche Tiere dafür sterben mussten/gerade ausgerottet werden? Vielleicht würden die Skrupel auch schon wachsen, wenn man ihnen das menschliche Elend hinter moderner Kakaoproduktion zeigt, inkl. Krebs und allerhand andere Krankheiten durch Spritzmitteleinsatz?
Das kann man beliebig ausdehnen..
 
@Schrammler:
Auch kein schlechter Ansatz, das mit der schonungslosen Aufklärung.
Die vollgekotzten Märkte möchte ich aber nicht saubermachen müssen ... ich glaube vielen hier würde einfach alles hochkommen, wenn sie wüssten, WARUM ihr Hackfleisch eigentlich so billig ist.
Ich weiß das schon seit langer Zeit, daher kaufe ich den Dreck nicht ... da klebt mir zu viel Blut dran .. und nchtmal nur tierisches.

Als nächstes sollte man die Leute dann auch mal darüber aufklären, zu welchem Anteil ihre Waren eigentlich "teurer" sind, nur weil da Bio- oder FairTrade Siegel dran kleben. Die höheren Produktionskosten sind nämich nur die halbe Wahrheit.
Bei FT-Schokolade waren es vor knapp 10 Jahren noch 40% des EVP ... und damit ist die Organisation, die diese Siegel verteilt, der Hauptgrund dafür, dass FT doppelt so teuer verkauft werden musste .. und nicht ganz wenige genau deswegen auf den Spass verzichtet haben.
Bio- und FairTrade mussten zu lifestyle Symbolen erhoben werden ... denn für Lifestyle zahlen die Leute auch gerne mal das 10-fache.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben