Vermieter möchte Wohnung verkaufen und bietet Abfindung für vorzeitigen Auszug

th3o

Admiral
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Hey Leute,

ich lebe in der aktuellen Wohnung schon seit vielen Jahren. Der Eigentümer hat mich die Tage kontaktiert und mich darüber informiert, dass er die Wohnung gerne verkaufen würde und er es schön fände wenn ich dieses Jahr noch ausziehen könnte. Es sei natürlich finanziell lukrativer, die Wohnung ohne einen Mieter darin zu verkaufen. Mein Mietvertrag ist unbefristet also kann er mich nicht kündigen außer er meldet Eigenbedarf an (den er nicht hat). Nun hat der Vermieter mir eine gewisse Summe genannt, die er bereit wäre mir als Abfindung zu bezahlen. Interessanterweise hatte die Hausverwaltung mir auch eine Summe genannt, diese war jedoch höher als die die der Eigentümer nannte. Ich selbst habe es nicht gerade eilig auszuziehen, aber ab einer gewissen Summe würde ich es mir durchaus überlegen, da ich mittelfristig aus dieser Stadt weg möchte. Meine Frage ist wie ich mich jetzt am schlausten anstelle. Ich werde nächste Woche mit dem Mieterschutzbund reden und mich beraten lassen und vielleicht auch nochmal einen Anwalt konsultieren.

Wenn ich sage: Ich ziehe nicht aus, sorry, dann muss er entweder mit dem Verkauf weiterhin warten oder aber zu einem niedrigeren Preis verkaufen und ich werde dann rechtmäßig vom neuen Eigentümer gekündigt, weil dieser sehr wahrscheinlich Eigenbedarf anmelden wird. Und selbst wenn nicht, was dann aber auf jeden Fall kommen wird wäre eine Mieterhöhung und wer weiß was für Schikanen. Ich habe also nach beiden Seiten hin Vor- und Nachteile. Der Nachteil früher aber mit Abfindung ausziehen wäre dass ich eben eine neue Wohnung suchen muss, die deutlich teurer sein wird als meine aktuelle.

Der Grund weswegen ich mit dem Auszug zögere liegt darin dass ich noch nicht standortunabhängig mein Geld verdienen kann und meine anderen Projekte noch nicht so kicken, als dass ich es riskieren möchte von hier wegzuziehen. Und innerhalb derselben Stadt umziehen in eine teurere Wohnung erscheint mir nicht sehr attraktiv. Wenn ich ausziehe dann würde ich auch gerne die Stadt ganz verlassen. Aber halt noch nicht jetzt.

Würde mich sehr über Input oder Gedanken dazu freuen. Klar werde ich letzten Endes meine eigene Entscheidung treffen aber es würde mich interessieren was ihr dazu zu sagen habt wie ihr vorgehen würdet.

Dank im Voraus
 
Bei einem Verkauf der Wohnung hat man als Mieter nicht ein Vorkaufsrecht? Wenn dir die Wohnung gefällt, wäre ein Kauf nicht interessant? Und wenn du weg ziehst, dann selbst vermieten?
 
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Richtig, der Vermieter hat mich gefragt ob ich Interesse am Kauf hätte, dieses habe ich jedoch nicht. Er hat mir auch die Summe genannt die er gerne hätte. Und hat mir auch gesagt wieviel mehr er am Markt bekommen könnte wenn er sie leer vs besetzt verkauft. Ich nehme an dass die Kaufsumme die er mir genannt hat die ist, die er bekommen könnte wenn die Wohnung leer steht.
 
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th3o schrieb:
Ich werde nächste Woche mit dem Mieterschutzbund reden und mich beraten lassen
Gute Idee.

Ich kenne jetzt nicht die genauen Umstände dieses Einzelfalles, aber Du solltest auch über eine ordentliche Kündigung Deines Vermieters nach § 573 II Ziffer 3. BGB nachdenken.
 
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Als erstes finde ich es gut, dass dein Vermieter dich recht ehrlich über sein Vorgehen informiert.

Als zweites hast du alle möglichen Szenarien für dich schon durch gespielt.

Aus meiner Perspektive würde ich das Geld mit etwas mehr Verhandlungsgeschick nehmen.

Such dir eine kleine Wohnung als Übergangslösung…
 
Col. Jessep schrieb:
Such dir eine kleine Wohnung als Übergangslösung…
Diese Wohnung ist schon im grunde "klein", kleiner geht nicht so wirklich. Es ist 1Zimmer 40qm.
Meine Überlegung ist auch zu sagen: Guter Mann, ich brauche hier noch 2 Jahre, dann wäre ich mit dem anderen Zeug soweit dass ein Auszug Sinn machen würde. Ich meine dass er beim Telefonat auch kurz angesetzt hat zu sagen dass wenn ich nicht ausziehen möchte dass er dann weiter warten müsste. Klang also erstmal nicht so als würde er mir dann versuchen 'mit Gewalt' zu kündigen (wie weiter oben mit dem Paragraphen erwähnt). Die Abfindungssumme die er angeboten hat war auch lediglich 4stellig. Die Hausverwaltung meinte mir ggü etwas fünfstelliges. Das Optimalszenario wäre für mich Auszug in 2 Jahren mit seiner Abfindungssumme. Dann würde ich auch nicht versuchen rumzuverhandeln. Wenns ihm sehr wichtig ist dass ich dieses Jahr noch raus gehe, dann würde ich da versuchen deutlich mehr rauszuschlagen und darauf müsste man sich dann halt auch schon einigen. Er meinte bei seiner Summe auch gleich es sei seine "Schmerzgrenze", machte also gleich klar dass er nicht wirklich höher gehen möchte. Könnte also durchaus sein dass wir allein deswegen uns nicht einig werden. Was mir aber auch klar ist, ist, dass es für ihn auch irgendwie blöd ist warten. Er hat ja keine Garantie dafür, dass ich in 2 Jahren nicht sage "Och, nö doch noch nicht."
 
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Mach doch einfach eine Rechnung auf

Miete +5% für 2 Jahre
Umzug 1000€
Renovierungsarbeiten 500€
Ggf neue Möbel 1000€

Passt die Abfindung? Wenn nicht kannst du mit der Aufstellung fundiert nach verhandeln
 
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Würde klar sagen 10k mit 1 Jahresfrist und gut. Dann kannst du in Ruhe nach ner Wohnung gucken
Er will ja was von dir. Kein Ahnung was das für ne Bude ist, aber bei den heutigen Preisen sind das wahrscheinlich nicht mal 5% vom VK. Der Ratschlag von Micha ist wahrscheinlich das sinnigste.

Was zahlt du an Miete @th3o ?(ca.)
 
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5-stellige "Abfindungssumme" bei einer 40qm Wohnung ;)
Wenn man jetzt nicht gerade direkt in der Münchner Innenstadt wohnt, sollte man die Kirche auch mal im Dorf lassen.

EWs mit noch vorhandenen Mietern sind echt mit Vorsicht zu genießen, in D bekommt man die ohne Weiteres nicht raus (an und für sich erstmal gut, aber nach einer gewissen Karenzzeit möchte ich halt doch alleine über mein Eigentum verfügen können).
 
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Ich habe bei Reddit so Sachen gelesen wie die Mietdifferenz zwischen der aktuellen und einer ähnlichen neuen Wohnung für 3 Jahre quasi auf die Abfindung draufschlagen. Wären halt in meinem fall gute 300€x36, würde man also bei den 10k schon mal landen. Dann auf jeden Fall Umzugskosten, Streichen und ggf was neues an Möbeln, wären wir tatsächlich dann bei ca. 12-13k. Dann würde ich mit mir reden lassen für dieses Jahr. Aktuell sieht mein Plan so aus dass ich dem Vermieter Auszug in 2 Jahren plus seine vorgeschlagene Abfindung vorschalge, das könnten wir auch gerne als Nebenvertrag zum Mietvertrag festhalten. Und dann kann er ja was sagen.
 
th3o schrieb:
und ich werde dann rechtmäßig vom neuen Eigentümer gekündigt, weil dieser sehr wahrscheinlich Eigenbedarf anmelden wird.
Ich bezweifle, dass jemand mit genug Kapital für eine Wohnung eine 40qm Wohnung als Eigenbedarf kaufen würde.

Klar 40qm Wohnungen sind günstiger als große Wohnungen, aber ich bezweifle doch dass da legitimer Eigenbedarf kommen wird. Für Nichten kann Eigenbedarf zum Beispiel nichtig sein (pun intended).
 
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th3o schrieb:
Wären halt in meinem fall gute 300€ ...
Dann solltest du deinem Vermieter lieber dankbar sein, dass er dir bisher monatlich 300€ "geschenkt" hat und nach deinen Schilderungen wohl weit unter dem marktüblichen Mietspiegel an dich vermietet hat.
Klar würde ich auch nicht von heute auf morgen die Wohnung verlassen (wollen), aber du willst doch nicht allen Ernstes noch weitere volle 2 Jahre in der Wohnung bleiben und on top dann noch einen 4-5 stelligen "Abfindungsbetrag" fordern!?
 
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@vaju Ich spüre hier leichte Gepisstheit :)
Doch, mein Plan ist genau dieser: Mein erster Aufschlag wird sein: Auszug in 2 Jahren mit seiner 4 stelligen Abfindungssumme. Ansonsten, wenn er den Druck erhöht und es gerne früher hätte dann würde ich mich für eine höhere Abfindung einsetzen. Einfach alles Verhandlungssache.
Es ist nun mal ein älterer Mietvertrag, da kann man nicht einfach mal so nach Belieben erhöhen, und der Zustand/Lage der Wohnung ist auch alles andere als einer der den +300€ Mietpreis rechtfertigen würde, also gibts da nichts wofür man "dankbar" sein müsste. Mach bisschen ruhiger.
 
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h00bi schrieb:
Ich bezweifle, dass jemand mit genug Kapital für eine Wohnung eine 40qm Wohnung als Eigenbedarf kaufen würde.

Klar 40qm Wohnungen sind günstiger als große Wohnungen, aber ich bezweifle doch dass da legitimer Eigenbedarf kommen wird. Für Nichten kann Eigenbedarf zum Beispiel nichtig sein (pun intended).
Ich bezweifle das nicht, eine kleine Wohnung ist doch ideal für das eigene Kind, das bald ein Studium an einer örtlichen Hochschule beginnen soll. Der Eigenbedarf ist somit gut zu begründen.
 
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Pym schrieb:
Ich bezweifle das nicht, eine kleine Wohnung ist doch ideal für...
Genau das meinte auch der Mensch von der Hausverwaltung der vor einem Monat hier war um sich den Zustand der Wohnung anzusehen (den fand er übrigens super, er war fast schon erstaunt "oh wow eine weiße silikonfuge in der Dusche??"). Er meinte dass ein möglicher neuer Eigentümer die Wohnung beispielsweise für Sohn oder Tochter die hier studieren wollen nutzen könnte.
 
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Ich hatte den Spaß mit Verkauf der Wohnung, in der ich zur Miete lebe, letztes Jahr (ich wohne in einer 63m² Wohnung in Neuss - Miete 860€ warm).
90% der Kaufinteressenten haben bei der Besichtigung schon gesagt, dass Eigenbedarf gewünscht ist, oftmals für die Eltern oder ein Elternteil, wenn das andere verstorben ist, aber auch für Kinder, die in Düsseldorf arbeiten und nichts zu mieten finden.
Das stimmt auch, der Wohnungsmarkt ist hier quasi tot, man findet nichts vernünftiges und erst recht nichts bezahlbares, ich habe über ein Jahr gesucht und bin nur durch großes Glück an die Wohnung gekommen.
Ich hatte am Ende großes Glück, dass meine Wohnung von einer Kapitalanlegerin aus Köln gekauft wurde, daher konnte ich in meiner Wohnung bleiben.

Eigenbedarfanmeldung nach dem Verkauf ist immer möglich, es geht nur um die Kündigungsfrist, die richtet sich danach, wie lange du dort schon wohnst.
Daher finde ich das Angebot mit der Abfindung schon sehr fair und entgegenkommend, das ist kein Muss.
 
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boarder-winterman schrieb:
Daher finde ich das Angebot mit der Abfindung schon sehr fair und entgegenkommend, das ist kein Muss.
Naja, genauso wäre es von mir "entgegenkommend" wenn ich dem aktuellen Eigentümer dazu verhelfe gute 40-50k mehr zu bekommen für seine Wohnung indem ich aus meinem Mietvertrag freiwillig rausgehe. Da würde eine Hand die andere waschen, da sehe ich jetzt nicht dass mein aktueller Eigentümer etwas tut was besonders goutiert werden müsste. Wenn ich nicht freiwillig ausziehe und er die Wohnung mit mir drin verkaufen würde (was er dann denke ich tun würde) dann würde er eben deutlich weniger bekommen. Es liegt in seinem Interesse mir die Abfindung anzubieten. Ich auf der anderen Seite muss ich halt schauen ob es sich für mich lohnt dieses Jahr schon rauszugehen oder ob ich sage dass ich lieber hier drin bleibe und riskiere ohne Abfindung dann vom neuen Eigentümer rausgekickt zu werden.
 
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Ein Verkauf an Interessenten, die Eigenbedarf anmelden würden, führt bei diesen dazu, dass ein paar Monate gewartet werden muss, bevor das Familienmitglied einziehen kann.
Wie lange wohnst du genau in deiner Wohnung? Das hat Einfluss auf die Kündigungsfrist.

Sonderlich viel Preisnachlass beim Verkauf wird es dafür nicht geben, außer du lebst in einer Region, wo Wohnungen nicht so knapp sind.
 
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redjack1000 schrieb:
Wie kommst Du auf diese Zahl.
Dadurch dass der Eigentümer diese mir im Gespräch mitgeteilt hat.
Ergänzung ()

boarder-winterman schrieb:
Wie lange wohnst du genau in deiner Wohnung? Das hat Einfluss auf die Kündigungsfrist.
12 Jahre
 
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