Veröffentlichung eines Buches, wie sind da eure Erfahrungen?

awanagana

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Meine Mutter schreibt gerade an einem Buch, ganz fertig ist das Manuskript noch nicht. So langsam kommt bei uns aber trotzdem die Frage auf, was man damit eigentlich macht, wenn es dann irgendwann fertig vor einem liegt.

Dass sie es nach dem letzten Satz nicht gleich irgendwo hinschickt, ist eigentlich klar. Wahrscheinlich lässt man das Ganze erst mal ein bisschen liegen und geht später noch einmal drüber. Spätestens danach wären wir aber ziemlich planlos.

Ob sie dann zuerst nach Verlagen schauen sollte oder ob Selfpublishing überhaupt ein Thema wäre, wissen wir zum Beispiel noch gar nicht. Vielleicht denken wir da auch schon einen Schritt zu weit und vorher müsste sowieso erst mal jemand anderes den Text lesen.

Vielleicht hat ja hier schon jemand ein erstes Buch hinter sich. Wenn ja, wann habt ihr Testleser dazugenommen oder euch um ein Lektorat gekümmert? Und was würdet ihr beim ersten Buch heute nicht mehr genauso machen?
 
Ich bin kein Autor. Dafuer fehlt mir zugegeben schlicht das Durchhaltevermoegen. Und auch Ideen die umfangreich genug waeren ein ganzes Buch zu fuellen :D
Also meine Punkte sind nur aus Lesersicht.

awanagana schrieb:
Vielleicht denken wir da auch schon einen Schritt zu weit und vorher müsste sowieso erst mal jemand anderes den Text lesen.
Quasi in jedem halbwegs modernem Buch welches eine "Dankesseite" enthaelt, bedankt sich der jeweilige Autor bei einer Reihe von Testlesern.

Auf alle Faelle, bevor das Manuskript zu irgendwelchen Verlagen geht, sollten es ein paar Leute lesen, die vielleicht auch nicht zu gute Freunde sind und nur nach dem Mund reden und willens und in der Lage sind vernuenftige Kritik zu ueben. Ist nicht immer einfach.

Als Leser halte ich nicht viel von Selfpublishing. Dafuer ist in dem Bereich einfach viel zu viel Muell unterwegs. Erst Recht in Zeiten von KI sind solche Manuskripe mit wenigen Tastendruecken erstellt und liegen direkt bei Amazon zum Kauf bereit, wo es dann on Demand gedruckt und gebunden sind.
Ist natuerlich ein einfacher und schneller Weg sein Buch auf den Markt zu bringen. Aber man muss aus den Fluten herauskommen.
 
Ranayna schrieb:
Aber man muss aus den Fluten herauskommen.
Das gilt aber erst recht für Verlage. Ich möchte nicht wissen wie viele Manuskripte pro Woche eingehen. Und natürlich ist jeder Autor von sich und seinem Werk überzeugt.
Ich habe mal gehört, dass Lektoren sofort aufhören zu lesen, wenn sie nicht nach der ersten Seite neugierig oder „gefesselt“ werden.
 
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glaube auch, dass die erste Seite oder die ersten paar Seiten schon sehr wichtig sind, wenn man bei einem Verlag durchkommen will. Die werden und können sich sicher nicht die Mühe machen, dem Buch erst mal Zeit zu geben, wenn die pro Monat wahrscheinlich hunderte Manuskripte bekommen, von selbsternannten zukünftigen Literaturnobelpreisträgern :D Aber ich glaube, dass da Verlage auch unterschiedlich arbeiten, also ob man ein Exposé einreicht, ein ganzes Manuskript oder nur ein paar Probeseiten, glaube das ist unterschiedlich.
Man muss halt schnell herausfinden können, ob deine Mutter entweder eine wahnsinnige Geschichte zu bieten hat oder extrem gut schreiben kann, und im besten Fall beides gleichzeitig.
Würde mich da mal bei Verlagen die vom Genre her in Frage kommen erkundigen, wie die Anforderungen aussehen. Was ist es denn für eine Art von Buch? Glaube da sind die Unterschiede auch riesig. Ein Sachbuch von einem spannenden Experten wird sicher schneller mal durchgehen als ein Roman von einem Erstautoren. Aller Anfang ist da sicher extra schwer... Aber finde die Geduld und Muße extrem bemerkenswert, Hut ab.
 
Also ich würde mich an der Stelle mal ganz simpel mit dem Thema Amazon Selbstveröffentlichung beschäftigen. (klick) An der Stelle kommt man deutlich schneller zum Ziel - über die Plattform hast du primär erst mal dein Buch für die Kindle Plattform draußen. Weiterhin wird es bei Bedarf auch gedruckt.

Wenn dann das Buch von deiner Mutter entsprechende Verkaufszahlen hat - kann sie mit diesen Verkaufszahlen und ihrem zweiten Buch dann zu einem Verlag gehen. Da hat sie dann deutlich bessere Chancen.
 
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Bei einer Selbstveröffentlichung, und auch generell, würde ich in den Verträgen darauf achten, wie darin die Rechte und Einnahmen am Buch geregelt sind.
 
Man sollte da auch nicht zu viel erwarten, was die Kohle angeht. Ne frühere Freundin von mir hat auch mehrere Bücher veröffentlicht. Als unbekannter Autor bekommst da so gut wie gar nichts. Ihr Verdienst lag pro verkauftem Buch bei 50 Cent, die sie vom Verlag bekommen hat. Und sie hatte bei mehreren Verlagen veröffentlicht. Einzig, wenn sie dem Verlag dann vergünstigt Bücher zum selber verkaufen abgekauft hat, hat sie da etwas mehr in der Tasche gehabt.
 
Sicher, aber die Rechte an dem eigenen Buch z.B., die würde ich als Autor ungern verlieren durch einen für mich ungünstig gestalteten Vertrag.
 
@Ranayna Bei den Testlesern sehe ich inzwischen auch am ehesten den nächsten Schritt. In der Familie findet sich sicher schnell jemand, der das Manuskript liest. Ich weiß nur nicht, wie ehrlich das dann wirklich wird. Gerade bei Sachen wie einer Figur, die irgendwann nervt, oder zwanzig Seiten, bei denen einfach nichts richtig vorangeht. Dafür wären ein oder zwei Leute, die solche Bücher sowieso lesen, wahrscheinlich hilfreicher. Und vielleicht gerade welche, die meiner Mutter nicht unbedingt einen Gefallen tun wollen.

@00Julius @sonfab Mit Verlagen würde ich mich vermutlich wirklich erst beschäftigen, wenn das Manuskript fertig ist. Das Genre muss ich vorher sowieso noch einmal genau erfragen, sonst suche ich am Ende in die völlig falsche Richtung. Wenn das klar ist, kann ich wenigstens schauen, welche Verlage überhaupt solche Bücher machen und was die bei einer Einsendung sehen wollen.

@_killy_ Selfpublishing schauen wir uns auf jeden Fall an. Bei dem „deutlich schneller zum Ziel“ bin ich aber noch etwas skeptisch. Das Hochladen ist wahrscheinlich noch der unkomplizierte Teil. Danach kommen Lektorat, Cover, Formatierung und irgendwann auch die Frage, wie überhaupt jemand auf das Buch aufmerksam wird. Da steckt schon einiges drin. Wahrscheinlich müssen wir erst mal klären, ob meine Mutter auf diesen ganzen organisatorischen Teil überhaupt Lust hat.

@Pym Die Rechte wären für mich auch so ein Punkt, bei dem ich nicht einfach schnell unterschreiben würde. Also nicht nur, wer das Buch veröffentlichen darf. Ich würde mir auch anschauen, wie lange Rechte gelten und ob zum Beispiel E-Book oder andere Ausgaben gleich mit umfasst sind. Wenn da irgendwas komisch formuliert ist, würde ich lieber vorher jemanden draufschauen lassen.

@Tharamur Mit großen Einnahmen rechnet sie zum Glück sowieso nicht. Im Moment wäre schon viel gewonnen, wenn das Manuskript irgendwann wirklich fertig dasteht und sie danach einen Weg findet, mit dem sie sich wohlfühlt. Wenn später noch Geld dabei herumkommt, natürlich schön. Aber danach richtet sich das Ganze gerade überhaupt nicht.
 
Es gibt Netzwerke kleinerer Autoren. Mir ist z.B. „Schreibgeheimnis“ bekannt (hauptsächlich Fantasy), die auch einen Discord-Kanal betreiben. Evtl. kann man da Infos &Tipps erhalten.
Die Autoren veröffentlichen teilweise über Verlage, teilweise im Selfpublishing.

Eine weitere Autorin (Krimi), die ich über Twitch kenne, ist Danise Juno (Twitch: Cindewittchen). Sie hat schon Bücher über Verlage veröffentlicht.

Wenn man keinen Verlag will/findet, ist mMn heutzutage der Weg über soziale Netzwerke, die Hauptmöglichkeit Aufmerksamkeit zu erlangen. Hier sind Familie/Freunde/Bekannte, die dort Reichweite haben, Gold wert.
 
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Hier kann man auch mal schauen: Mein Buch Kostet allerdings etwas, dafür sind die Tantiemen überschaubar.
 
awanagana schrieb:
Mit Verlagen würde ich mich vermutlich wirklich erst beschäftigen, wenn das Manuskript fertig ist. Das Genre muss ich vorher sowieso noch einmal genau erfragen, sonst suche ich am Ende in die völlig falsche Richtung. Wenn das klar ist, kann ich wenigstens schauen, welche Verlage überhaupt solche Bücher machen und was die bei einer Einsendung sehen wollen.
ja das meine ich eben, dass ich mir nicht sicher bin, ob das der richtige Weg ist, wenn man bei einem klassischen Verlag veröffentlichen möchte. Ich glaube, dass man sich da wesentlich früher mit potentiellen Verlagen austauschen sollte, sonst hast du am Ende ein "fertiges" Manuskript, das dann aber sowieso noch geändert und angepasst werden muss.
Ich würde erst mal Verlage raussuchen und mich auch konkret melden, mit der Idee und einer Leseprobe und dazusagen, dass man dabei ist, das Manuskript fertig zu schreiben. Ist halt auch die Frage, wie offen deine Mutter für Änderunsgvorschläge ist. Wenn ein Verlag jetzt sagt, die Grundidee gefällt ihnen, aber man müsste einiges ändern, um in Frage zu kommen, würde das in Frage kommen oder bleibt sie eh fix bei ihrer Idee und dem Manuskript? Dann wird es mit klassischen Verlagen vielleicht eh eher schwierig.
Genre ist auf jeden Fall wichtig zu wissen, auch schon um Tipps zu geben.
00Julius schrieb:
Es gibt Netzwerke kleinerer Autoren. Mir ist z.B. „Schreibgeheimnis“ bekannt (hauptsächlich Fantasy), die auch einen Discord-Kanal betreiben. Evtl. kann man da Infos &Tipps erhalten.
Die Autoren veröffentlichen teilweise über Verlage, teilweise im Selfpublishing.
Sowas finde ich auch gut, oder so online oder in person Schreibgruppen. Da kann man dann nämlich Feedback bekommen, Ideen ausprobieren und sich vielleicht auch schon Tipps holen von Leuten, die den Weg schon gegangen sind. Aber auch hierfür müsste man wissen, wie offen deine Mutter da ist. Helfen würde es sicherlich, sich auszutauschen auf allen möglichen Wegen.
 
00Julius schrieb:
Es gibt Netzwerke kleinerer Autoren. Mir ist z.B. „Schreibgeheimnis“ bekannt (hauptsächlich Fantasy), die auch einen Discord-Kanal betreiben. Evtl. kann man da Infos &Tipps erhalten.
Die Autoren veröffentlichen teilweise über Verlage, teilweise im Selfpublishing.

Eine weitere Autorin (Krimi), die ich über Twitch kenne, ist Danise Juno (Twitch: Cindewittchen). Sie hat schon Bücher über Verlage veröffentlicht.

Wenn man keinen Verlag will/findet, ist mMn heutzutage der Weg über soziale Netzwerke, die Hauptmöglichkeit Aufmerksamkeit zu erlangen. Hier sind Familie/Freunde/Bekannte, die dort Reichweite haben, Gold wert.
So ein Netzwerk könnte uns schon helfen. Vor allem weil dort vermutlich nicht jeder denselben Weg gegangen ist. Bei Social Media bin ich mir bei meiner Mutter dagegen ziemlich sicher, dass das eher nichts für sie wäre. Ständig Reichweite aufbauen und dann noch das eigene Buch bewerben, das wäre für sie wahrscheinlich eher Arbeit, auf die sie keine große Lust hat.
Blackland schrieb:
Hier kann man auch mal schauen: Mein Buch Kostet allerdings etwas, dafür sind die Tantiemen überschaubar.
Danke, solche Angebote schaue ich mir mittlerweile auch genauer an. Wir hatten bisher irgendwie hauptsächlich zwei Varianten im Kopf: klassischer Verlag oder eben alles selbst machen. Dabei gibt es dazwischen ja offenbar doch einiges. Satz, Cover, Herstellung und was da sonst noch dranhängt möchte sie vermutlich nicht alles selbst koordinieren. Dafür würde sie dann aber auch Geld ausgeben.
sonfab schrieb:
ja das meine ich eben, dass ich mir nicht sicher bin, ob das der richtige Weg ist, wenn man bei einem klassischen Verlag veröffentlichen möchte. Ich glaube, dass man sich da wesentlich früher mit potentiellen Verlagen austauschen sollte, sonst hast du am Ende ein "fertiges" Manuskript, das dann aber sowieso noch geändert und angepasst werden muss.
Ich würde erst mal Verlage raussuchen und mich auch konkret melden, mit der Idee und einer Leseprobe und dazusagen, dass man dabei ist, das Manuskript fertig zu schreiben. Ist halt auch die Frage, wie offen deine Mutter für Änderunsgvorschläge ist. Wenn ein Verlag jetzt sagt, die Grundidee gefällt ihnen, aber man müsste einiges ändern, um in Frage zu kommen, würde das in Frage kommen oder bleibt sie eh fix bei ihrer Idee und dem Manuskript? Dann wird es mit klassischen Verlagen vielleicht eh eher schwierig.
Genre ist auf jeden Fall wichtig zu wissen, auch schon um Tipps zu geben.

Sowas finde ich auch gut, oder so online oder in person Schreibgruppen. Da kann man dann nämlich Feedback bekommen, Ideen ausprobieren und sich vielleicht auch schon Tipps holen von Leuten, die den Weg schon gegangen sind. Aber auch hierfür müsste man wissen, wie offen deine Mutter da ist. Helfen würde es sicherlich, sich auszutauschen auf allen möglichen Wegen.
Mit Änderungen hätte sie, glaube ich, gar nicht grundsätzlich ein Problem. Da käme es eher darauf an, was genau geändert werden soll. Wenn zum Beispiel eine Figur nicht richtig funktioniert, würde sie sich so etwas sicher anhören. Irgendwo wäre dann aber auch eine Grenze. Die ganze Grundidee sollte am Ende schon noch ihre bleiben.

Über das frühe Kontaktaufnehmen habe ich vorher ehrlich gesagt anders gedacht. Vielleicht schaut sie sich wirklich schon vorher ein bisschen um und wartet nicht erst, bis am Manuskript gar nichts mehr zu machen ist.

Das Genre frage ich sie jetzt auf jeden Fall mal genauer ab. Das hätte ich eigentlich längst machen sollen.
 
Ein Buch schreiben ist heutzutage nichts besonderes mehr. Es werden allein von Menschen so viele Bücher geschrieben, dass diese gar nicht alle verkauft werden können. Hinzu kommt neuerdings noch KI. Vergleiche mal mit Musikern und Bands. Es gibt so viele und nur wenige werden sozusagen berühmt. Viele kommen aus dem Proberaum-Stadium nie raus und manche wollen das auch gar nicht. Ein Buch zu schreiben, um es auflagenstark zu verkaufen, ist was für die Profis unter den Autoren.

Einen Verlag finden ... die sortieren bereits nach Titel, Autorenname und Genre aus und lesen nur das, bzw. nicht das was gut ist, sondern was sich gut vermarkten lässt. Es benötigt am besten eine Story zum Buch, wie sie meist auf den Umschlagseiten zu finden ist.

Selbstverlag ist nice, aber das Marketing muss dabei selbst übernommen werden. Das teuerste an einem Buch ist das Marketing. Deswegen verdient an einem Buch hauptsächlich der Verlag und nicht der Autor. Das Buch würde also nur geschrieben werden, damit ein Verlag sein Geld damit verdienen kann.

Das Lektorat übernimmt meist der Verlag. Es sollte aber am besten schon vorher alles passen. Deswegen Korrekturlesen durch Bekannte, sowohl Rechtschreibung und Grammatik als auch inhaltlich und so weiter.

Die Werbung "Schreib dein Buch ..." wird von vielen falsch verstanden. Das zielt nicht darauf ab ein Buch zu veröffentlichen und es auflagenstark zu verkaufen, also ein sehr guter Autor zu werden, sondern das Schreiben ist eher wie ein Hobby anzusehen, so wie Malen. Viele Malen, weil ihnen Malen Spaß macht, und nicht, weil sie ihre Gemälde verkaufen wollen.

Nur weil jemand ein Buch schreibt ... muss damit nicht unbedingt etwas gemacht werden. Lass sie schreiben, wenn es ihr Spaß macht.
 
awanagana schrieb:
Ständig Reichweite aufbauen und dann noch das eigene Buch bewerben, das wäre für sie wahrscheinlich eher Arbeit, auf die sie keine große Lust hat.
Selbstvermarktung ist so ziemlich der wichtigste Teil neben dem Buch, soweit ich weiß. Bin mir nicht sicher ob Verlage Interesse an einer Autorin haben die darauf keine große Lust hat. Selbstverlag ist dann nochmal anstrengender, da ja (noch) mehr selbst getan werden muss.

Ohne Angriff jetzt, ist eher als Denkanstoß gemeint.
 
Mirlo schrieb:
Ein Buch schreiben ist heutzutage nichts besonderes mehr. Es werden allein von Menschen so viele Bücher geschrieben, dass diese gar nicht alle verkauft werden können. Hinzu kommt neuerdings noch KI. Vergleiche mal mit Musikern und Bands. Es gibt so viele und nur wenige werden sozusagen berühmt. Viele kommen aus dem Proberaum-Stadium nie raus und manche wollen das auch gar nicht. Ein Buch zu schreiben, um es auflagenstark zu verkaufen, ist was für die Profis unter den Autoren.
Den Vergleich mit Musik finde ich eigentlich ganz passend. Meine Mutter hat jedenfalls nicht mit dem Schreiben angefangen, um damit Geld zu verdienen. Um eine riesige Auflage ging es dabei auch nie. Nur soll das fertige Manuskript am Ende natürlich auch nicht einfach in der Schublade verschwinden. Irgendwoher kam dann überhaupt erst die Frage, welcher Weg dafür passen könnte.
sedot schrieb:
Selbstvermarktung ist so ziemlich der wichtigste Teil neben dem Buch, soweit ich weiß. Bin mir nicht sicher ob Verlage Interesse an einer Autorin haben die darauf keine große Lust hat. Selbstverlag ist dann nochmal anstrengender, da ja (noch) mehr selbst getan werden muss.

Ohne Angriff jetzt, ist eher als Denkanstoß gemeint.
Den Punkt hatte ich bei Verlagen tatsächlich unterschätzt. Marketing gehört dort natürlich auch dazu, das führt der Börsenverein bei den Verlagsaufgaben ja selbst mit auf. Bei Social Media wäre für sie vermutlich eher Schluss. Bei der Vermarktung mal irgendwo mitzumachen, wäre sicher kein Problem, aber dauerhaft einen eigenen Kanal zu bespielen passt einfach nicht zu ihr. Das wäre bei den ersten Gesprächen jedenfalls etwas, wonach man direkt fragen müsste. Was bleibt später eigentlich bei der Autorin hängen?
 
awanagana schrieb:
Was bleibt später eigentlich bei der Autorin hängen?
Das ist ein großes Thema.
Ich habe irgendwann mal gehört, dass nur noch die Spitzenautoren allein vom Schreiben leben können.

Hier mal das „über mich“ von Jankia Hoffmann: https://www.janikahoffmann.de/ueber-mich/
Hier sieht man, dass es ganz schön viel Arbeit & und auch Glück ist.

Meiner Meinung nach ist heutzutage mindestens eine gut gepflegte Webseite Pflicht.

Schreiben erinnert mich in gewisser Weise an Youtube oder Twitch. Am Anfang der Plattformen konnte man mit verhältnismäßig geringem Aufwand Reichweite generieren. Wenn man jetzt einsteigt, ist es extrem schwierig aus der Masse an Contentcreatoren herauszustechen.
Selbst als Hobby-Streamer möchte man doch mehr als 2 Zuschauer haben.
 
awanagana schrieb:
Um eine riesige Auflage ging es dabei auch nie.
Dem Verlag schon. Oder dachtest du, ein Verlag hätte eine Pflicht ein Buch zu veröffentlichen? Das Buch muss in das Repertoire des Verlags passen. Deswegen gibt es so viele verschiedene Verlage. Manche schreiben extra so, damit sie in das Repertoire eines Verlags passen.

Vom Hobbyschreiber zum Bestseller-Autor? Das ist kein Genre in der Buchszene und vermarktet sich eher nicht.

Vielleicht dann doch eher klein anfangen: Im Selbstverlag drucken lassen. Dazu aber auch alles beachten, was es zum Buchdruck und zur Veröffentlichung benötigt. Vielleicht bieten Druckereien sogar einen Service dafür an, für Geld. Das Buch dann an Leute verteilen, die gerne und viel lesen und am besten einen Social Media Kanal mit viel Reichweite haben. Oder sie machen es für Geld. Nichts ist umsonst. Du musst dir irgendwie erstmal einen Namen machen.

Ansonsten einfach nur ein paar Exemplare in einer Druckerei deiner Wahl drucken lassen, eventuell mit Service und Lektorat sowie vorher verschiedenes Korrekturlesen, für das eigene Bücherregal und zukünftiges Erbgut.

Es ist auch hier wie beim van Gogh-Syndrom: Nicht der Künstler selbst entscheidet über seinen Erfolg, sondern die Anderen, außer er ist manipulativ.
 
Mirlo schrieb:
Vielleicht bieten Druckereien sogar einen Service dafür an, für Geld.
Geht das nicht inzwischen bei Amazon quasi vollautomatisch?
Dort als eBook veroeffentlichen, und dann koennen Kunden trotzdem ein gedrucktes Exemplar bestellen, welches on-Demand gedruckt wird.

Die haben dazu eine etwas seltsam wirkende (Ich vermute automatisch uebersetzte) Seite:
https://www.amazon.de/gp/browse.htm...727031&ref_=amb_link_QXBC922XNv2KnbNljvsI7A_1
Und hier ein englischssprachiges PDF mit technischen Vorraussetzungen fuer die Daten:
https://images-eu.ssl-images-amazon...ocol=1&ref_=amb_link_0td_1_DgPOaPwaDJAvJ7QA_1

Das ist durchaus selber machbar heutzutage, zumindest auf technischer Ebene.
Zum Rest der Konditionen von Amazon kann ich nichts sagen. Das sollte gruendlich geprueft werden wenn man das in Anspruch nehmen will.
 
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