News Viele Studienplätze in der Informatik bleiben frei

Ich hatte Informatik LK in der Oberstufe und mehr oder weniger auch immer so im Bereich von 12,13,14 Punkten.
Ich weiß worauf es ankommt und bin der Meinung, dass es doch phasenweise sehr sehr zäher Topak ist. Klar gibt es in jeder Studienrichtung sachen worauf man weniger Lust hat, aber wenn ich mir genau überlege was alles so vorkommt, traue ich es mir nicht vor 6 Semester lang Informatik zu studieren und am Ende Erfolg zu haben.
Der Studiengang erfordert einfach unglaubliches, in der einen Richtung eben logische Vorgänge nachvollziehen aber gleichzeitig auch selbst diese Gedankengänge selbst zu erschaffen um ein Problem zu lösen.

Kurz gesagt den meisten fehlt es an der Qualität im Bereich des logischen Denkens, aus diesem Grund sind es so "wenige" Informatik Studenten.
 
Ich kann leider nur bestätigen was hier im Forum schon gesagt worden ist.
Zum einen sind teilweise Klausuren unschaffbar und wenn du dich dann mit 3.0, 3.3 durchmogelst gehörst du schon zu den besten paar Prozent die es überhaupt geschafft haben. Wobei diese Zahl sogar noch geschönt ist, da sie nicht die Leute beinhaltet,die keine Klausurzulassung hatten.
Zum anderen steigt der Schwierigkeitsgrad kontinurlich, wenn ich mir die Klausuren von vor 4 Sem. anschaue muss ich sagen das diese wirklich gut schaffbar warem.Aber was uns teilweise vorgesetzt bekomme, fehlen mir teilweise die Worte. Und wenn ich dann nen studierten Physiker mit mir in der Übungsgruppe habe, der an der, ach doch so trivialen Mathe völlig verzweifelt, denk ich mir das hier doch einiges schiefläuft.
 
paxtn schrieb:
Generell finde ich die Bezeichnung "doof" für unangebracht. Jeder, der sein ABI schafft, hat erstmal Respekt verdient und er hat sich durchgekämpft. Nicht jeder ist so begabt fürs Lernen und so weiter (siehe mein Gedächtnis wie ein Sieb manchmal :D). Hauptsache ABI haben wir auf der Schule oft gesagt.

Das kann ich so mal gar nicht unterschreiben. Und die Einstellung "Hauptsache Abi" stellt genau das dar, was in Deutschland ständig falsch läuft. Es wird einfach nur auf den Lappen und die Zahl die drauf steht geachtet und der Rest interessiert keinen.
Wenn ich mir so anschaue, wie das Abi bei uns letztes Jahr abgelaufen ist. Wir waren um die 60 Leute von denen hatten wir einen der sein Abi das Jahr davor schon nicht geschafft hatte. Und der war auch der Einzige der es wieder nicht bestanden hat.
Wenn ich mir aber mal vor Augen führe, was da alles für Vögel mit einem gültigen Abi unsere Schule verlassen haben. Den Großteil dieser Leute würde ich als Filialleiter bei Aldi nicht mal hinter meine Kasse setzen wollen, weil die einfach doof wie Brot waren. Die waren wohl in der Lage sich für 1 -2 Wochen was ins Hirn zu pressen, dass sie dann im Abi wiedergegeben haben aber ansonsten waren die alle so dämlich dass man denen nicht mal die einfachsten Aufgaben übertragen konnte ohne dass es im Chaos endete.
Und jetzt lässt man diese Vögel ohne Vorstellungsgespräche und einfach nur auf Basis ihres Abischnitts auf die Hochschulen los. Wenn ich das so sehe, kann ich sehr wohl verstehen, warum die Abbruchquote bei bestimmten etwas fordernderen Studiengängen sofort in astronomische Höhen schnellt.

@ Topic.
Sehr gute Nachrichten für mich. Hoffe mal, dass die damit alle zu Informatik verwandten Studiengänge meinen. Dann muss ich mir wenigstens keine Sorgen mehr machen, dass ich meinen Studienplatz in Medieninformatik nicht bekommen. Den Studiengang habe ich ebenfalls gewählt weil mit den reinen Mathelesungen nach dem 2. Semester Schluss ist und man sich dann auf der FH doch etwas mehr praktisch mit den Themen beschäftigt. Es soll schließlich auch Leute geben, denen es wesentlich mehr Spaß macht zu lernen, wenn sie sehen, zu was das was sie Lernen überhaupt alles gebraucht werden kann.
 
Habe auch Anfang Juni meine Bachelor-Thesis abgegeben und "Allgemeine Informatik" an einer FH studiert. Habe nie sonderlich geglänzt durch Intelligenz oder durch super Noten in Mathe, war ein Durchschnittsschüler an einer Fachoberschule.

Am Anfang vom Studium hatte ich auch massive Probleme in Mathe, da wir eigentlich nichts davon gemacht haben, hatte halt nur eine Fachhochschulreife, so ging es vielen anderen auch. Bei uns haben auch ca. 100 angefangen und ich schätze mal ca. 30 werden das Studium abschließen, wenn man die dazu rechnet, die noch aktiv dabei sind. Hatte mir auch was anderes unter dem Studium vorgestellt, es aber durchgezogen, da mich 2/3 der Fächer doch begeistern konnte. Formale Sprachen und Automatentheorie, Elektronik usw. mochte ich überhaupt nicht, da fand ich BWL schon viel interessanter.

Über Wirtschaftsinformatik und Medieninformatik sagten unsere Professoren immer "Bindestrichstudiengänge" und meinten das abwärtend. In wie weit das aus wirtschaftlicher Sicht/Jobchancen/Gehalt gemeint ist kann ich nicht sagen, glaube es lag an der überwiegenden Abneigung von Ingenieuren gegenüber BWL bzw. Wirtschaft, die sich aus Vorurteilen ableitet.

Ich bin der Meinung, dass jeder der ein wenig was im Kopf hat das Informatikstudium durchziehen kann, man muss einfach viel viel lernen und gas geben, dann ist Mathe auch keine Hexerei sondern gut machbar.

Wenn einer zwischen der Entscheidung Studium Informatik oder Ausbildung Fachinformatiker steht, dann würde ich immer zu Studium raten. Man lernt in der Ausbildung im Prinzip nur das, was einem der Betrieb beibringt, was nicht allgemein auf dem gleichen Niveau erfolgt. Die Berufsschule ist nichts anderes als sinnloses Absitzen der Zeit. Das Niveau der Berufsschulen, was ich von Erzählungen mitbekommen habe, liegt auf dem von Hauptschulen. Mathe = 0, Englisch = "wir bestellen etwas im englischen Onlineshop" usw. echt unfassbar.
 
das die Zahlen 2007/2008 nach oben gegangen sind würde ich sagen hängt damit zusammen das dort relative Starke Jahrgange oder wie in M-V 2 Jahrgänge (12 und 13 ABI) aus der Schule rausgekomen sind.
 
Ich seh es als gute Nachricht ;) Da klaut mir keiner meinen Studienplatz!^^

Hab mich dieses Jahr auch für ein Informatikstudium beworben!
Jobmäßig wirds in dem Bereich immer gut ausschauen.
Wie schon einige geschrieben haben, schrecken viele zurück, weil Sie an das Klische denken:

Computer, dunkler Raum, Programmieren, Freak^^
 
dgschrei schrieb:
@ Topic.
Sehr gute Nachrichten für mich. Hoffe mal, dass die damit alle zu Informatik verwandten Studiengänge meinen. Dann muss ich mir wenigstens keine Sorgen mehr machen, dass ich meinen Studienplatz in Medieninformatik nicht bekommen.

Medieninformatik... sorry aber das kann ich nur belächeln. Alle stürmen sie das, und was soll das bringen?

Da kommst lieber zu uns an die TUM und machst ganz normale Informatik und belegst dann als Wahlpflichtvorlesungen Bildverstehen, 3D Engines, und Gamedevelopement, dann hast was vernünftiges.

Dieser Run in die "Medieninformatik" wird nur darin enden, dass die Leute alle keinen Job kriegen, wirklich jeder macht das mittlerweile. Ein normaler Informatiker kann das locker auch in kurzer Zeit erlernen, weiß aber noch wesentlich mehr.

Der Markt für Medieninfler ist in ein paar Jahren genauso voll wie der für FI/SI, da sind die Jobchancen eher schlecht und das hat auch überhaupt nichts für die guten Aussichten für normale Diplom/Master/Bachelor Informatiker zu tun.

Eigentlich ist Info garnicht sooo mathelastig, es ist eher "knobellastig". Kombinatorik, Stochastik und diskrete Wahrscheinlichkeitstheorie nimmt mehr Platz ein als normale Funktionenalgebra oder Analysis. Also mehr das Tüftelgebiet, weniger die klassische höhere Mathe.
 
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F_GXdx schrieb:
Dieser Run in die "Medieninformatik" wird nur darin enden, dass die Leute alle keinen Job kriegen, wirklich jeder macht das mittlerweile. Ein normaler Informatiker kann das locker auch in kurzer Zeit erlernen, weiß aber noch wesentlich mehr.

So weit er die enormen Matheanforderungen packt. Und die Chancen dafür stehen mir ganz einfach zu schlecht.

Und wie sie das alle stürmen sollen möchte ich auch mal wissen. In Bayern gibt's gerade mal 3 Fhs die das anbieten. Und das was die da in Ansbach haben kann man wohl kaum als Medieninformatik bezeichnen. Diese eigenartige Mischung aus Informatik, Mediendesign und Journalismus. Was zum Teufel hat denn Journalismus mit der Thematik zu tun?
 
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Hat vielleicht jemand nen Link, der die Inhalte eine Informatikstudiums veranschaulicht? In vereinzelten Studienfächern, die ich demnächst belegen will, ist Informatik mit dabei... bloss finde ich nicht viele, was da so auf einen zukommt ;) Findet man was bei der Informatik-Fakultät?
 
Ernie123: bist du personaler oder Informatiker oder hast du zufällig BWL oder was in die Richtung studiert, würd mich mal interessieren.

Was bringt der firma es wenn ich mit tollem anzug daher komme vielleicht über all die fachkenntnisse mit auswendig gelernten personalerfragen super bestehe und ich dann vor ort nichts auf die Reihe kriege. Versteh solche einstellung nicht. In erster Linie soll ich doch etwas entwickeln.


Aber was ich auch festgestellt habe so nebenbei die Personaler suchen komplett fertig ausgelernte Leute, also keine quereinsteiger. Also es hat nicht mal gereicht das ich mit PHP nen Portal mit 3 anderne Leuten gemacht habe, nein weil ich dieses nicht nicht Objektorientiert entwickelt habe, und dies auch noch offen zugegeben habe auf nachfrage, auch wenn ich natürlich in anderen Sprachen OO zigfach benutzt habe, war das wohl das no-go.

Also wenn man etwas das der Markt fordert perfekt kann perfekt in c++ ist oder so. Das ist (obwohl es auch das gerücht gibt das firmen keine fachidioten suchen) sehr wichtig. Leider hab ich mich auf etwas Spezialisiert wo der deutsche träge it-markt erst in paar jahren flächendeckend benutzen wird.
 
blackiwid schrieb:
Ich für meinen Teil gehe erstmal davon aus das wenn jemand mit dem Anzug kommt das er von informatik wewnig bis gar keine Ahnung hat bis er das gegenteil beweißt.
Du bist also auch so einer der unser Berufsbild in diese Richtung drängt, dass Informatiker lange, ungewaschene, zottelige Haare haben, und jederzeit in T-Shirts und Jeans rumlaufen. :D
Ich hab was richtiges Studiert und will in dem Bereich arbeiten und nix representieren oder verkaufen.
Sobald du für eine Firma arbeitest, represäntierst du sie aber automatisch in einem gewissen Maße. Und da man als Informatiker eben nicht in einem dunklem Kämmerchen sitzt wo man nie rauskommt, ist das auch für Informatiker wichtig...
 
Mechatronik bleibt einfach der King. Der Job wartet förmlich auf dich wenn du aufhörst...so ist es zumindest bei uns in Ba-Wü. Alle die ich kenne, sind sofort untergekommen. Und bei den meisten Arbeitgebern wird man dann in der Softwareentwicklung eingesetzt, somit erübrigt sich die reine Informatik.
 
Ich habe mal eine Frage: Es ist doch so, dass man im Informatikstudium kaum mit Programmieren in Berührung kommt, sondern ehr mit Logik und dem strukturierten Lösen von Problemen, oder? Ich mache in einem Jahr Abitur und würde gerne in meinem Beruf programmieren, aber ein Informatikstudium schreckt mich dank der vielen Theorie auch ab. Es ist auch so, dass alle Programmierer die ich in meinem Alter kenne auch mehr durch praktische Arbeit lernen, als wenn sie irgendetwas theoretisch lernen, deshalb kann ich auch die größere Auslastung der FHs erklären.
 
@Milgo:

es kommt halt darauf an ob du an die Uni gehst oder an die FH. An der Uni kann es sein dass du niemals mit Programmieren in Berührung kommst sondern nur mit anderweitiger Theorie, anders sieht es bei der FH aus. Da wird einem sehr wohl Programmieren beigebracht und es kommt auch in den Klausuren vor
 
Naja, es ist halt so, das wenn du eine Sprache kannst, du quasi alle kannst. Die Sprachen an sich zu leren ist nicht das Problem. Viel eher schon, Modellierung, Optimierungen, bla bla bla. Viel Theorie halt. Es ist halt immer noch ein Studium und keine Ausbildung. Du sollst nicht nur können was du tust, sondern auch verstehen. Evtl sogar noch besser machen!

es kommt halt darauf an ob du an die Uni gehst oder an die FH. An der Uni kann es sein dass du niemals mit Programmieren in Berührung kommst sondern nur mit anderweitiger Theorie,

Naja, selbst ich habe 2 Semester lang vorlesungen in C/++ gehabt und ich studiere Mathematik. Die Informatiker haben da ganz sicher auch einiges in die Richtung zu leisten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kenne Studienverlaufspläne von drei verschiedenen Unis und bei allen ist in den ersten beiden Semestern jeweils eine reine Programmier-Veranstaltung vorgesehen.

Man lernt darin normalerweise anhand einer modernen Hochsprache alle geläufigen Programmkonstrukte und allgemeingültige Regeln. Man weiß danach normalerweise so gut Bescheid, dass man auch mit kurzem Vorlauf in Softwareprojekten mitarbeiten könnte.

Trotz all der Wir-sind-keine-Freaks-Debatte, programmieren muss man schon können als studierender / studierter Informatiker.
 
Ab dem Wintersemester bin ich voraussichtlich auch dabei, wobei ich derzeit mehr zur Wirtschaftsinformatik denn zur Angewandten oder "reinen" Informatik tendiere.
 
Soweit ich informiert bin, bleiben die meisten Leute im Informatikstudium in Mathe haengen. Und ich muss sagen, wenn ich nicht mein komplettes Leben ans lernen verschwenden wuerde, wuerde ich den Matheteil auch nicht schaffen. Und das programmieren ist noch der einfache Teil.

Kann es denn nicht einfach sein, das fuer die meisten Heutzutage die Anforderungen zu hoch sind?
 
Wundert mich wenig, das Fach besteht ja auch größtenteils aus staubtrockener Mathematik. Das wissen wohl viele oder erfahren es dann an der Uni und deshalb brechen auch so viele ab/treten garnicht erst das Studium an. Man muss schon ein Mathefreak sein um daran Spaß haben zu können, habe ich jedenfalls öfters schon gelesen/gehört.
 
serra.avatar schrieb:
@mountWalker


das ist doch genau das Problem: weil jeder Primat glaubt er müsste unbedingt Abitur/Studium machen ...auch wenn er total unfähig ist geht unser System den Bach runter ... .
Das ist zwar das, was dir an jeder Uni an Dogma eingeimpft wird, aber es ist absoluter Stuss, denn unser Problem ist nicht, dass unsere Elite zu wenig gefördert würde - siehe wie viele Deutsche immernoch Nobelpreise absahnen - sondern dass wir nur 20% Akademiker haben, wo Schweden 30% hat, und davon bei uns in Deutschland zu viel in medizinische Fächer geht, was zu zu vielen Ärzten und Zahnärzten im deutschen gesundheitssystem führt bzw. schon lange geführt hat. (wir haben bspw. doppelt so viele Zahnärzte wie 1991). Ich weiß auch nicht wieso ein hoch gebildeter Akademiker nicht im Stande ist die News richtig zu lesen, denn da steht ja nunmal auch klipp und klar drin, dass wir kein Qualitätsproblem, sondern ein Quantitätsproblem haben. Das Problem von Deustchland ist, dass man hier entweder Eliteingenieur oder Gurkenpflücker ist - es gibt kein Mittelmaß dazwischen, und wo jeder Mittelmäßige gezwungen wird, Spargel zu stechen, ist es imho absolut kein Wunder, dass die Mittelklasse schrumpt.
 
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