Also die Tipps zum Ankleiden sind naja, wenn ich mal aus meiner Erfahrung meiner letzten drei Bewerbungsgespräche berichten darf.
1) Privatbank: Sakko + Hose (keine Jeans) + Hemd + Kravatte
gegenüber saß mir jemand mit "Yachtclub"-Sakko und goldenen Manschettenknöpfen, älterer Herr braungebrannt mit lange gegelten Haaren:
Habe mich total unwohl gefühlt, Gespräch wurde 10 Minuten mit dessen Assistent geführt, 2 Minuten mit ihm, ich bekam nicht mal eine Antwort, die Atmosphäre war seitens der Firma total kalt
2) Versicherung: schwarze Jeans + sportliches Sacko + Hemd + Kravatte
2 Damen gegenüber, die nicht besonders gekleidet waren, normale Bürokluft:
Angespanntes Gespräch, war eine Blindbewerbung und die beiden wollten wissen, was ich gerne im Unternehmen machen würde, hatten mich aber für eine bestimmte Position vorgesehen
3) Buchhaltungsagentur des Bundes: schwarze Jeans, sportliches sacko + Hemd, ohne Kravatte
Gegenüber saßen mir 3 absolut kompetente Mitartbeiter, Abteilungsleiter, Bereichsleiter, Personalabteilung:
Aufgrund der lockeren Kleidung, gab ich mich auch viel lockerer, ich konnte zum ersten mal locker weg reden, das ging dann soweit, das mich die beiden Heeren, mehr über mein abgebrochnes Studium (das nichts im entferntesten mit der Arbeit zu tun hatte) gefragt haben, weil sie beide selbst total interessiert in dem Fach sind.
Im Endeffekt lief das Gespräch am lockersten, wo ich mich auch am lockersten gab und für mich angenehm angezogen bin. Hier arbeite ich nun und meine Kollegen rennen rum wie sie wollen (außer kurzer Hose zb), und selbst nur vereinzelte Abteilungsleiter tragen Anzug.
Ich denke solange man sich sauber und gepflegt und halbwegs passend anzieht und man sich dabei noch selbst wohlfühlt, ist es am besten.
PS: Handy abstellen, ist erst meinem Schwager passiert, das es negativ bei einem Bewerbungsgespräch aufgenommen wird wenn das kurz tutet, schließlich unterhälst du dich gerade geschäftlich mit jemanden und das nicht gerade auf selber Ebene. Wenns ein geschäftlicher Anruf wäre, wäre es noch vertretbar (wenn man davon weiß, das er passieren könnte, dein Gegenüber vorab darüber informieren, das ihr unterbrochen werden könntet) - aber sind wir realistisch, jemand der einen Job sucht, wird bis auf andere Anrufer für Termine zu Vorstellungsgespräche nichts geschäftliches Telefonieren.