News Warhorse Studios: Kingdom-Come-Entwickler bestätigt schweren Cyberangriff

dev/random schrieb:
Cybersecurity hängt von jedem Mitarbeiter ab, bzw. den am wenigsten qualifizierten.

Ich zeige in meinen Schulungen immer gerne das Video mit der Leiter und wie Mitarbeiter noch schön die Tür aufhalten :D

Ich finde es lustig wie in dem Thread automatisch auf KI, Zero-Days, etc. gegangen wird statt Ockhams Rasiermesser anzuwenden. Die einfachste Erklärung ist nun mal, dass etwas nicht abgesichert wurde, schlicht falsch konfiguriert wurde oder ein Cookie geklaut wurde. Sollte es wirklich ein Zero-Day gewesen sein wäre das schön blöd gewesen diesen an dem Studio zu "verschwenden". Da gäbe es sicherlich deutlich höhere und lukrativere Ziele.
 
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dev/random schrieb:
Schön dass es für Dich funktioniert, der Satz enthält trotzdem zwei Denkfehler.
1. Ein CISSP/... Zertifikat sagt nicht viel über die tatsächlichen Fähigkeiten der Mitarbeiter aus.
2. Cybersecurity hängt von jedem Mitarbeiter ab, bzw. den am wenigsten qualifizierten. Wenn ein CEO sich an keine Regeln hält und das Verhalten von CEO-Fraud nicht unterscheidbar ist, kann auch das beste Cybersecurity Team nicht viel bewirken.


Skills und Erfahrung, zumindest meiner Erfshrung nach 🙂

Bekomme erst mal die Zertifikate, dann reden wir weiter. Sind nicht umsonst die teuersten Mitarbeiter bei mir. Ich muss mich an die Regeln halten, mir bleibt nichts anderes übrig, sonst sperre ich mich selber aus. Vorschriften zu umgehen sind bei uns nicht möglich.
 
@Syntax_41 Zertifikate als Argument bringen, wenn jemand sagt, dass die wenig über echte Skills aussagen, ist halt keine Antwort. Ich hab früher bei einem Hersteller für staatliche Sicherheitsbehörden selbst Lücken ausgenutzt, um Software auf fremden Systemen unterzubringen, und arbeite heute auf der Verteidigerseite im Cloud-Umfeld. Reingekommen ist man selten, weil die Technik schlecht war, sondern über Menschen oder irgendein vergessenes Altsystem. Dass bei euch jede Regel technisch erzwungen wird, hilft dir null gegen CEO-Fraud oder nen Admin, der brav den MFA-Prompt bestätigt.
Und gegen einen Zero-Day hilft von dem, was du aufgezählt hast, auch nichts. Das Einzige, was da noch greift, ist Schadensbegrenzung danach (Segmentierung, Monitoring), aber dass keiner reinkommt, kannst du damit nicht garantieren.
 
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Syntax_41 schrieb:
Das ist Quatsch, ordentlich abgesichert, kommt da keiner so schnell rein, vor allem nicht unbemerkt.
Ein bisschen kann ich darueber sagen, wie wir nur knapp einem Cybereinbruch entgangen sind.

Ist halt schoen, wenn die Perimeter Firewall eine CVE 10.0 Luecke hat, die spaetabends deutscher Zeit veroeffentlicht wurde. Plus zeitgleich auf Twitter funktionierender Exploit-Code die Runde machte.
Und das war nix mit Managementinterface erreichbar aus dem Netz. Das war alles nach Best Practice des Herstellers eingerichtet.

Bei zwei Geraeten waren in den Logs auch tatsaechlich dann Angriffsspuren zu sehen. Wir hatten Glueck, dass unsere zustaendigen Kollegen noch nicht am pennen waren, so konnten die Firewalls schnell vom Netz getrennt werden, wurden gepatcht und anschliessend resettet.
 
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Syntax_41 schrieb:
Denkst du, sowas wird nicht getestet?
Das wird wohl getestet, aber die KI-Angriffe agieren scheinbar schneller als die Tester sichern können.
Oder die ganzen Angriffsmeldungen inkl. der Erfolgreichen Datenabschöpfungen sind nur Show
 
Wie zu erwarten sind hier schon wieder die ganzen Stammtisch-Bundestrainer äh, Stammtisch-Securityexperten zugange. 🤦‍♂️🤦‍♂

Nein, ich gebe hier keine Vermutungen ab, was warum und wie passiert ist, da ich es nicht weiß. Aber ich weiß, dass in wesentlich größeren Firmen und Konzernen Securityvorfälle an der Tagesordnung sind und die beschäftigen mehr (hochqualifizierte) Leute dafür, als die Warhorse Studios an Personal haben. Gerade in der momentanen Zeit, wo schneller Zero-Day Exploits gefunden und ausgenutzt werden, als man schauen kann.

onetwoxx schrieb:
Tja, wahrscheinlich mal wieder nicht richtig abgesichert
Syntax_41 schrieb:
Tja, scheiße abgesichert.
Könnt ihr mir bitte noch die Lottozahlen für die nächste Ziehung schicken? Meine Glaskugel ist nach einem Zero-Day Exploit gerade in der Reparatur... 😏

Syntax_41 schrieb:
Das ist Quatsch, ordentlich abgesichert, kommt da keiner so schnell rein, vor allem nicht unbemerkt.
Syntax_41 schrieb:
Vorschriften zu umgehen sind bei uns nicht möglich.
Ah, ich sehe schon. Du warst auf einer dieser Securityschulungen, wo Dir der Anbieter erzählt hat, mit seiner Lösung hättest du 100% Sicherheit?! 😂

Syntax_41 schrieb:
Wie lange du etwas machst, ist irrelevant, es kommt ganz auf deinen Skill an.
Den selben Satz hat der Angreifer sich sicher auch immer erzählt.

Syntax_41 schrieb:
Bei der Ignoranz kann ich dir aber zustimmen, die ist in dem Bereich leider sehr hoch, und vieles wird aus Bequemlichkeit nicht gemacht.
Ja, die Ignoranz ist schon hoch, wie man hier so sieht.
 
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SheepShaver schrieb:
Zertifikate als Argument bringen, wenn jemand sagt, dass die wenig über echte Skills aussagen, ist halt keine Antwort. Ich hab früher bei einem Hersteller für staatliche Sicherheitsbehörden selbst Lücken ausgenutzt, um Software auf fremden Systemen unterzubringen, und arbeite heute auf der Verteidigerseite im Cloud-Umfeld. Reingekommen ist man selten, weil die Technik schlecht war, sondern über Menschen oder irgendein vergessenes Altsystem. Dass bei euch jede Regel technisch erzwungen wird, hilft dir null gegen CEO-Fraud oder nen Admin, der brav den MFA-Prompt bestätigt.
Und gegen einen Zero-Day hilft von dem, was du aufgezählt hast, auch nichts. Das Einzige, was da noch greift, ist Schadensbegrenzung danach (Segmentierung, Monitoring), aber dass keiner reinkommt, kannst du damit nicht garantieren.

Die Zertifikate bekommt man nicht einfach so. Um unsere Sicherheitssysteme und Zugang zu bekommen, muss man eine Sicherheitsüberprüfung bestehen.

Ranayna schrieb:
Ein bisschen kann ich darueber sagen, wie wir nur knapp einem Cybereinbruch entgangen sind.

Ist halt schoen, wenn die Perimeter Firewall eine CVE 10.0 Luecke hat, die spaetabends deutscher Zeit veroeffentlicht wurde. Plus zeitgleich auf Twitter funktionierender Exploit-Code die Runde machte.
Und das war nix mit Managementinterface erreichbar aus dem Netz. Das war alles nach Best Practice des Herstellers eingerichtet.

Bei zwei Geraeten waren in den Logs auch tatsaechlich dann Angriffsspuren zu sehen. Wir hatten Glueck, dass unsere zustaendigen Kollegen noch nicht am pennen waren, so konnten die Firewalls schnell vom Netz getrennt werden, wurden gepatcht und anschliessend resettet.

Bei uns passiert dann ein Air-Gap.

shadowrid0r schrieb:
Das wird wohl getestet, aber die KI-Angriffe agieren scheinbar schneller als die Tester sichern können.
Oder die ganzen Angriffsmeldungen inkl. der Erfolgreichen Datenabschöpfungen sind nur Show

Wir testen das wie gesagt regelmäßig und weitere Sicherheitsvorkehrungen hindern daran, dass überhaupt eine Datenabschöpfung stattfinden kann. Ansonsten Air GAP.


M@tze schrieb:
Ah, ich sehe schon. Du warst auf einer dieser Securityschulungen, wo Dir der Anbieter erzählt hat, mit seiner Lösung hättest du 100% Sicherheit?! 😂

Wir greifen nicht auf „Lösungen“ von anderen zurück.

M@tze schrieb:
Den selben Satz hat der Angreifer sich sicher auch immer erzählt.
Kann er sich auch gerne weiter erzählen, unsere Systeme halten und falls nicht, gibts nen Air-Gap.

M@tze schrieb:
Ja, die Ignoranz ist schon hoch, wie man hier so sieht.

Was ignoriere ich denn? Bei uns wird jeder Zugriff von außen überwacht. Nein, nicht protokolliert, sondern in Echtzeit überwacht. Gibts Unstimmigkeiten, greift Mensch oder Software ein...
 
Ist die Betrachtung nicht etwas einseitig technisch? Faktor Mensch kommt da etwas kurz, oder?

Bestes Panzerschott hilft nicht, wenn es jemand aufhält oder die Schlüssel dazu "verleiht".

Also was waren die Angriffsvektoren und wie konnten sie ausgenutzt werden?
 
Zuletzt bearbeitet:
Um nicht zu sehr in die Probleme anderer Leute abzuschweifen:
Warhorse ist sicherlich nicht die letzte Spielefirma, die angegriffen wird. Es hat ja auch schon deutlich größere Entwickler wie Rockstar getroffen.
Aber Warhorse sollte inzwischen groß und erfolgreich genug sein, um so einen Vorfall zu überleben. Für kleinere Studios könnte das schnell das finanzielle Aus bedeuten.
 
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