Warum gibt es keine modernen µATX-Boards für AMD FX CPUs?

kwolf

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Hallo zusammen,

mit dem o.g. Thema beschäftige ich mich nun schon länger, und ich verstehe einfach nicht die Produktpolitik der Mainboard-Hersteller bzw. AMD selbst.

Mit Erscheinen des Sockels AM3+ sowie der FX-CPUs wurden einige gute Mainboards auf µATX-Basis auf den Markt gebracht wie beispielsweise das Asus M5A88M oder das Gigabyte GA-880GMA.

Diese Mainboards unterstützten durch die verbaute Southbridge SB850 schon damals den SATA 6 Gbps-Standard und kamen auch teilweise mit USB 3.0-Support daher.

Mittlerweile, also ca. 2 Jahre später werden solche Boards nur noch auf Basis veralteter Chipsätze AMD760G/SB710 angeboten (nur SATA 3 Gbps im Zeitalter der SSDs!). Das ist doch ein klarer Schritt zurück anstatt nach vorne!

Wie kann das sein?
Möchte AMD die Kundschaft wirklich dermaßen vergraulen hin zu Intel-basierten Systemen?

Es dürfte für die Hersteller ein leichtes sein, hier moderne verfügbare Chipsätze aus der 800er oder 900er Serie zu verbauen, aber scheinbar ist es einfach nicht gewollt! Habt Ihr hier Ideen oder mögliche Gründe?
 

AdoK

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Möchte AMD die Kundschaft wirklich dermaßen vergraulen hin zu Intel-basierten Systemen?
Das hat mit AMD nichts zu tun, sondern dafür sind die Motherboardhersteller für verantwortlich ob sie nun ATX- oder µATX-Boards mit einem aktuellen Chipsatz designen und produzieren.

Und möglicherweise sind µATX-Boards ein gern genommenes Format um sich von den noch vorhandenen Lagerbeständen alter Chipsätze zu trennen.
 

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Luxuspur

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na liegt vielleicht auch daran das wer sich ein Sockels AM3+ sowie der FX-CPUs und die Highend Chipsätze baut nicht unbedingt nen GamerPC baut und außerhalb dieser Sparte eben uATX nicht so angesagt ist.
 

kwolf

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na liegt vielleicht auch daran das wer sich ein Sockels AM3+ sowie der FX-CPUs und die Highend Chipsätze baut nicht unbedingt nen GamerPC baut und außerhalb dieser Sparte eben uATX nicht so angesagt ist.
Das verstehe ich nicht.
Die Performance-Klasse der AM3+ µATX-Mainboards soll sich mit langsameren älteren Chipsätzen begnügen als bei FM2-basierten Boards die nur in der Mittelklasse rangieren?

Die Mainboards gab' es ja immerhin schon mal. Statt dessen setzt man auf neuere Modelle mit alten langsameren Standards? Sowas gab' es irgendwie noch nie in der Geschichte.

Ich wäre gerne bereit dafür auch etwas mehr Geld auszugeben. Aber so bleibt wohl am Ende "nur" ein Intel-System. Dort kann ich mittlerweile sogar ein Sockel 2011-System mit 6 Kernen auf µATX unterbringen, gigantisch.
 
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Wer braucht schon neue Boards für eine veraltete Plattform?

Das verstehe ich nicht.
Die Performance-Klasse der AM3+ µATX-Mainboards soll sich mit langsameren älteren Chipsätzen begnügen als bei FM2-basierten Boards die nur in der Mittelklasse rangieren?
Ist doch ganz einfach: FM2/FM2+ ist die Zukunft und von diesen Prozessoren werden weitaus mehr verkauft.
Warum sollte ein MB Hersteller eine µATX Version für eine auslaufende Plattform bringen?
Dort kann ich mittlerweile sogar ein Sockel 2011-System mit 6 Kernen auf µATX unterbringen, gigantisch.
Und dann kannst du dich auch noch über mehr Leistung freuen. ;)
 

kwolf

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Ist doch ganz einfach: FM2/FM2+ ist die Zukunft und von diesen Prozessoren werden weitaus mehr verkauft.
Warum sollte ein MB Hersteller eine µATX Version für eine auslaufende Plattform bringen?
Ist AM3+ denn auslaufend?
Das würde ich verstehen, wenn die FX-CPUs irgendwann auf FM2+ Basis angeboten werden würden. Aber davon ist bislang ja noch keine Rede. So wie ich die AMD-Roadmap für 2014 gesehen hatte, werden AM3+ und FM2+ koexistieren.
 

Der Nachbar

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Aktuelle AM Chipsätze sind durch das zwei Chipdesign zu teuer für µATX, was FM jetzt schon günstig bereit stellt. Die Hersteller müssen auch kalkulieren.
Die schiefe Geschäftslage bei AMD erlaubt mit AM3 und mögliche Nachfolger derzeit durch den von AMD begünstigten Preisdruck keine Zukunft. Vielleicht hält man sich diese Plattforn noch etwas warm. Die AMD Chipsätze sind auch nicht berauschend und hier müsste man die AM Plattform mit LGA2011 vergleichen. Ging es AMD mal schlecht, wurde die AM Plattform vermehrt mit µATX Produkten geschwemmt.

Die FM Plattform mit höherer Integration ist das was der Kunde eher wählt und mit USB aufrüstet. Wer baut schon umständig Karten ein? Auch die Ausrichtung zum sparsamen Kleinst PC im Endkundensegment ist seit langer Zeit sichtbar. Sehr viele Office AMD AM Komplettrechner hatten µATX verbaut und hier wurde nicht auf die leistungsfähigsten Chipsätze zurückgegriffen.

Die AMD Folien beinhalten kaum nennenswerte Aussagen, da die Hersteller mit den Produkten spät nachziehen, wenn überhaupt. Der Notebookmarkt wird bei AMD weiterhin trotz FM Basis stiefmütterlich behandelt, während intel seine Produkte gut positioniert und verkauft. So gut, dass man sogar ein Ultrabook als Geräteklasse mit Voraussetzungen spezifiziert. Bei AMD muss man die Geschäftspolitik nicht verstehen, weil es ausreicht sich die Geschäftszahlen anzuschauen.

Ein AMx LGA mit 32Bit HT-Link und möglicher Nvidia MCP (nvidia und ULi waren hier schon AMD/ATi zu Sockel 939 Zeiten im Chipdesign weit voraus) wäre interessant, wenn auch die Prozessoren auf intel aufschliessen müssten.
24PCIE Lanes von der CPU im 12 Kerner und nochmals 24PCIE Lanes vom Chipsatz und man kann sich mehr als eine Spieleplattform basteln. Würde AMD dann noch einen HT Slot ermöglichen, wäre denn der AMx multiprozessorfähig, könnte man sich über diesen Slot eine zweite CPU, Co Prozessoren oder andere Lösungen wie Thunderbolt oder Glasfaser produktiv einbauen. Das setzt aber von AMD eine strategische Entwicklung und Unterstützung solcher Hardware voraus. Was sagt denn die Folienentwicklung zu den Entscheidungen als Chipdesigner und SoC Lieferant für Konsolen aus?;)

FX hat auch nichts mehr zu bedeuten. Selbst die Marke Pentium hat intel abgestuft, was früher mit Leistung verbunden war. Made in Germany hat auch nichts zu bedeuten.
 
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kwolf

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@Der Nachbar: Danke für Deine ausführlichen Erläuterungen.

Genau, als Kunde würde ich mir die FX/AM3+ Plattform mit höherer Integrationsdichte wünschen. Wenn man nicht gerade im High-End Gaming Sektor unterwegs ist, reicht eine einzige leistungsfähige Grafikkarte. Damit hätte ich ein System, welches für Video-Encoding, Bildbearbeitung usw. sehr gut geeignet wäre. Dafür sind die aktuellen FM2-Chips einfach noch zu schwachbrüstig, also bleibt hier nur der FX-Bereich.

Aber zurück zur Ausgangsfrage: µATX-Boards für AM3+ gibt es / gab es ja schon, dann zumindest mit dem Chipsatz aus der 800er Serie, welcher in Verbindung mit der SB850 immerhin 6x SATA 6 Gbps mitbringt. Die Hersteller müssten nicht mal was neues entwickeln, das gab' es alles schon. Nur was sich mir eben gar nicht erschließt ist, dass man neu entwickelte Boards mit Chipsätzen der 700er Serie ausstattet.

Warum bietet AMD diesen Chipsatz also überhaupt noch an und setzt nicht konsequent zumindest auf die 800er Serie und höher? Es ist also alles da was man braucht, nur die Hersteller setzen es nicht ein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es hier im Performance-Segment nur darum geht, ein paar wenige Dollar in der Herstellung zu sparen. Das wäre definitiv am falschen Punkt gespart.

Man müsste denke ich die Hersteller direkt befragen. Vielleicht hat ja hier jemand Kontakt zu einem Produktmanager von Asus oder Gigabyte? Seltsamerweise verhalten sich die Hersteller hier alle gleich, also scheint es auch mit seltsamen Vorgaben seitens AMD zu tun haben.
 
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