Warum sind die Deutschen so stolz auf "Girocard"?

Ich fände es ja geil, wenn man auf seiner Karte ein digitales Flag setzen könnte, dass man einen digitalen Beleg an das bei der Bank hinterlegte Emailpostfach haben möchte.
Das Zahlterminal zeigt dann an: Digitaler Beleg verschickt.
Für mich wäre sowas bei der Einführung der Belegpflicht obligatorisch gewesen.
Obligatorisch in dem Sinne, dass es jeder Kartenherausgeber und jeder Zahlprovider anbieten muss und ebenso jedes ab sofort neu herausgegebene Kartenterminal. Schlussendlich entscheidet aber der Karteninhaber selbst ob er es aktivieren möchte oder nicht.
 
Incanus schrieb:
Warum nur samstags?
Weil ich nicht in einer Großstadt lebe oder arbeite, in der ein Gravis oder ein andere größerer Computerladen direkt vor Ort ist. Also sind das entweder 25 km zum nächsten Mediamarkt (da dürften derzeit noch >10% der Kunden Bar bezahlen) oder 50km nach München. Letzteres mache ich aber nur Samstags und nicht Abends nach der Arbeit. Damit ist es für mich abseits vom Spontanbedarf am Samstag (bei Gravis für mich schon eher unwahrscheinlich) genauso schnell, per Versand zu bestellen.

Jeder hat halt seine Prioritäten. Mir ist eine problemose Rückgabe kurz nach dem Kauf, oft auch eine einfachere Abwicklung der Gewährleistung und der Verzicht auf 50-100km Autofahrt im Gewährleistungsfall (beim Ladengeschäft muss ich dafür zweimal fahren) mehr Wert wie ein Begrabbeln eines IT-Kartons vor dem Kauf. Welche der Farben eines Apple-Produktes ist möchte, weiss ich ohne mir das im Laden vorher angesehen zu haben und bei PC-Produkten ist es mir sowieso egal.

h00bi schrieb:
Ich fände es ja geil, wenn man auf seiner Karte ein digitales Flag setzen könnte, dass man einen digitalen Beleg an das bei der Bank hinterlegte Emailpostfach haben möchte.
Ohne mehr Datenweitergabe wie bisher wird das schwierig. Soll die Bank Deine eMail an den Händler rausrücken oder soll der Händler den Beleg an die Bank senden? Bisher weiss noch nicht einmal der Zahlungsdienstleister, was Du genau gekauft hast, noch kennt er alle bei der Bank hinterlagten Daten.

An wen wendest man sich, wenn der Beleg nicht ankommt, der Hersteller aber eine Registrierung des Produktes (u.U. inkl. Einreichung der Rechnung) innerhalb von ein paar Wochen nach Kauf verlangt, um eine erweiterte Garantie zu gewähren.

Bis Händler, Kassenhersteller, Kartengesellschaft, Bank und eMail-Provider geklärt haben, wer die Weiterleitung nicht durchgeführt hat, sind die 4 Wochen Registrierungszeit schnell vorbei. Und wer ist in der Beweispflicht, wenn die Rechnung nicht ankommt? Bisher ist mind. der Händer aus allem raus, wenn er vom Zahlungsdienstleister die Zahlungsbestätigung hat und die Quittung ausgehändigt hat.
 
gymfan schrieb:
Weil ich nicht in einer Großstadt lebe oder arbeite, in der ein Gravis oder ein andere größerer Computerladen direkt vor Ort ist.
Dann wäre es aber sinnvoll gewesen so zu formulieren, dass das für Dich persönlich der einzige Vorteil sei statt allgemein:
gymfan schrieb:
Damit bleibt als einziger Vorteil fürs Ladengeschäft nur noch die direkte Verfügbarkeit der Ware am Samstag übrig.
Für andere gilt das so nämlich nicht.
gymfan schrieb:
Mir ist eine problemlose Rückgabe kurz nach dem Kauf, oft auch eine einfachere Abwicklung der Gewährleistung und der Verzicht auf 50-100km Autofahrt im Gewährleistungsfall (beim Ladengeschäft muss ich dafür zweimal fahren) mehr Wert wie ein Begrabbeln eines IT-Kartons vor dem Kauf.
Wer spricht denn vom Karton? In einem Fachgeschäft kann man das Produkt selber anfassen, Fragen stellen, Ausprobieren etc. Das geht über das Begrabbeln weit hinaus. Und Farben sehen auf dem Monitor manchmal ganz anders aus, als in der Wirklichkeit. Das kann auch die Kaufentscheidung beeinflussen, gibt ja nicht nur IT-Produkte im stationären Handel. Aber selbst da kann es einen Unterscheid ausmachen, ob die Smartphonehülle nun signalrot oder doch eher pink aussieht ;).
 
@Incanus
Ich geb Dir zwar voll und ganz recht und auch ich gehöre zu der aussterbenden Spezies die gern mal außerhalb des world wide web shoppt, aber das juckt doch heutzutage kaum einen mehr. Nicht umsonst schließen mehr und mehr Filialen auch großer Ketten. Hier in Fürth zum Beispiel hat der Saturn erst Fläche halbiert und mittlerweile ist er zu.
 
Ich habe ja auch nicht gesagt, dass das für jeden gilt. Selber nutze ich ja auch, was gerade besser passt. Als ich noch in der Großstadt gewohnt habe, war der Weg in die Filialen kurz, jetzt ist es auch für mich schwieriger geworden.

Nur einem Fachgeschäft außer samstags jegliche Existenzberechtigung abzusprechen halte ich dennoch für übertrieben ;).
 
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hallo7 schrieb:
Wie kann man auf den Kassenzettel verzichten?
Bei meinem EDEKA zahle ich nur per App und bekomme auch erst gar keinen physischen Kassenbeleg angeboten.

Der Kassenbon wird instant digital in der App hinterlegt.
 
h00bi schrieb:
Ich fände es ja geil, wenn man auf seiner Karte ein digitales Flag setzen könnte, dass man einen digitalen Beleg an das bei der Bank hinterlegte Emailpostfach haben möchte.
Das Zahlterminal zeigt dann an: Digitaler Beleg verschickt.
Für mich wäre sowas bei der Einführung der Belegpflicht obligatorisch gewesen.
Obligatorisch in dem Sinne, dass es jeder Kartenherausgeber und jeder Zahlprovider anbieten muss und ebenso jedes ab sofort neu herausgegebene Kartenterminal. Schlussendlich entscheidet aber der Karteninhaber selbst ob er es aktivieren möchte oder nicht.
Einfach einen Link in der Abbuchung zum Beleg hinzufügen und fertig. Dann muss man da auch nichts steuern. Aber das wäre zu einfach :D
 
Incanus schrieb:
[...] beim Bäcker steht ein QR-Code auf der Kasse, den man scannen kann, um einen Beleg zu bekommen [...]
Ob das auch wirklich den gesetzlichen Bestimmungen entspricht, weiß ich nicht.
Haufe schreibt jedenfalls mit Verweis auf ein BMF-Schreiben (Fettdruck durch Haufe):
Bei Belegen in elektronischer Form ist folgendes zu beachten:

  • Die Bereitstellung eines elektronischen Beleges muss in einem standardisierten Datenformat (z.B. JPG, PNG oder PDF) erfolgen.
  • Empfang sowie Sichtbarmachung des elektronischen Beleges auf dem Endgerät des Kunden müssen mit einer kostenfreien Standardsoftware möglich sein.
  • Auf den Übertragungsweg bei der Übermittlung der Daten z.B. per E-Mail, Whatsapp, MMS, QR-Code, Freigabe-Link etc. kommt es nicht an.
  • Lediglich ein Sichtbarmachen des Bons auf dem Gerät des Händlers, ohne die Möglichkeit der elektronischen Entgegennahme, reicht nicht aus.
  • Auch hier kann auf die elektronische Entgegennahme verzichtet werden.
Ich persönlich glaube nicht, dass die Möglichkeit, ein Foto zu machen, als "Möglichkeit der elektronischen Entgegennahme" gilt. Evtl. ja aber die Möglichkeit, den QR-Code auszulesen/zu scannen.
 
Incanus schrieb:
Dann wäre es aber sinnvoll gewesen so zu formulieren, dass das für Dich persönlich der einzige Vorteil sei statt allgemein:
Entschuldigung, aber dass ich hier, wie jeder, nur meine persönliche Meinung äußere, die max. durch nicht belegbare Aussagen von Freunden oder Kollegen gestützt wird, sollte wohl klar sein.

Für mich ist schon seit Einführung des Fernabsatzgesetzes der stationäre Handel im IT-Bereich nur noch sinnvoll, wenn ich Equipment schnellstmöglich haben möchte. Das letzte mal, dass ich im IT-Handel wirklich Beratung wollte, war ca. 1990, als ich meinen ersten PC habe zusammen bauen lassen.

Incanus schrieb:
Wer spricht denn vom Karton? In einem Fachgeschäft kann man das Produkt selber anfassen, Fragen stellen, Ausprobieren etc. Das geht über das Begrabbeln weit hinaus.
Klar, kann man alles und wer es will, soll es halt genauso tun wie Läden aufsuchen, die kein Bargeld mehr akzeptieren. Zum Glück gibt es bisher noch eine Auswahl und die rückständigen Alten sterben auch irgendwann aus.

Incanus schrieb:
Und Farben sehen auf dem Monitor manchmal ganz anders aus, als in der Wirklichkeit.
Auch der Händler hat in der Regel weder Normbeleuchtung noch die Beleuchtung, die ich zufällig zu Hause habe und die sich auch noch zwischen natürlichem Tageslicht und Kunstlicht unterscheidet.

Nicht ohne Grund kalibriert man seinen Monitor in der gleichbleibenden Umgebung, in der er genutzt wird, wenn es darauf ankommt.

Aber wenn man bei Gravis exakt das fabrikneue Exememplar des Monitors vorher testen kann (Pixelfehler und unterschiedliche Ausleuchtung soll es auch heute noch geben), das man dann auch kauft, dann wäre das für mich durchaus ein Grund für einen Ladenkauf.
 
gymfan schrieb:
die rückständigen Alten sterben auch irgendwann aus
Hoffentlich wirst du nie mal alt ;)

Diese "rückständigen" Alten haben dir übrigens vor langer Zeit den Nährboden eines angenehmen, von Krieg und Hunger entfernten Lebens ermöglicht. Solltest mal vom Hochmut wieder runterkommen.

Und ich bevorzuge auch Bargeldzahlung und regional kaufen beim Händler vor Ort. einfach, weil ich mein Geld lieber Einheimischen Unternehmen gebe anstatt raffgierigen US-Firmen
 
Ja, ich weiß, es ist der Friedrich, aber imo hat er einige gute Argumente, weshalb wir uns das Bargeld erhalten sollten: https://www.focus.de/finanzen/news/...eld-abgeschafft-werden-soll_id_183102561.html
Nur etwa zwei Prozent der Geldmenge ist in Scheinen und Münzen als Bargeld vorhanden. Oder anders ausgedrückt: nur jeder fünfzigste Euro. Würden nur fünf oder zehn Prozent der Europäer ihr Geld von der Bank abheben, würde das Kartenhaus zusammenbrechen und die meisten ohne Geld dastehen. Das bargeldlose Bezahlen wird in Zeiten von Kreditkarten, Apple-Pay, Paypal und Co immer beliebter. Über 90 Prozent aller Zahlungen werden mit EC- und Kreditkarte oder Überweisung/Lastschrift getätigt. De facto haben wir schon einen digitalen Euro. Warum also pusht die EZB so sehr die Einführung eines digitalen Euros in Form eines CBDC (Central Bank Digital Currency) für das Eurosystem?
Natürlich werden die Notenbanken mit Charme alle Register ziehen, um uns diese schöne neue Welt schmackhaft zu machen: Zahlungen sind dann sicher, praktisch, hygienisch, kontaktlos, effizienter, günstiger und schneller.
Der Preis dafür wäre aber hoch, denn jeder Kunde und jede Transaktion ist dann komplett transparent und nachvollziehbar. Eine digitale Währung kann unzählige Daten über die Zahlungsströme und das Nutzerverhalten der Bürger liefern. Man könnte die Wallets praktischerweise verknüpfen mit beispielsweise dem Impfzertifikat sowie weiteren Daten. Und dann haben wir die wahrlich gläserne Kundschaft.
Die EZB will bis 2024/25 den digitalen Euro einführen. Global wird bei allen Notenbanken mit Hochdruck an digitalen Währungen gearbeitet, da die Vorteile für sie auf der Hand liegen. Im Endeffekt ist ein digitaler Euro nichts anderes als das ungedeckte Fiatgeld-System, das zu 100 Prozent digitalisiert ist. Für uns Bürger hat es nur Nachteile, weil wir dann problemlos überwacht und enteignet werden können. Es können Negativzinsen installiert werden, ohne dass wir uns davor schützen können. Denn in einem solchen Fall ist der Fluchtweg versperrt, nämlich Bargeld abzuheben, es aus dem Bankenkreislauf herauszunehmen und es damit legal der Überwachung und dem Zugriff der Staaten zu entziehen.
Sie sehen also, warum der Erhalt von Bargeld so wichtig für Anonymität, Freiheit und Demokratie sind.
 
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