Was gibt es bei Gamer-Headsets zu beachten?

Golden_Eagle

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Vorwort


Breitband-Internetanschlüsse sind mittlerweile nicht mehr aus dem Alltagsleben wegzudenken. Und da es bei den Computerspielen ohnehin einen Trend zu Multiplayer-Modi gibt, ist der Anteil der online-spielenden Spieler in den letzten Jahren stetig gewachsen. Gerade bei teambasierten Spielen spielt dabei die Kommunikation mit den Mitspielern keine zu unterschätzende Rolle. Sowohl Clans, die Taktik-Shooter wie Counter-Strike, Call of Duty oder Battlefield spielen, als auch Gilden, die in Online-Rollenspielen wie World of WarCraft aktiv sind, können daher auf VoIP-Tools wie beispielsweise TeamSpeak oder Ventrilo nicht mehr verzichten.
Aber auch überall, wo es darauf ankommt, keinen Dritten mit dem Klang aus dem eigenen Computer zu stören, sind Kopfhörer nicht zu ersetzen - sei es auf LANs oder zu Hause, wo man Rücksicht auf andere nehmen muss.

Oft sind Headsets als Kombination aus Kopfhörer und Mikrofon die ideale, weil sehr praktische Lösung. Doch wer auf der Suche nach einem passenden Headset ist, steht vor mehreren Entscheidungen: Man hat nicht nur die Wahl zwischen mehreren Modellen diverser Hersteller in einem weit gefächerten Preisspektrum, sondern auch zwischen Stereo, Virtual Surround und Real Surround, zwischen ohraufliegender und ohrumschließender Bauweise sowie zwischen Klinke- und USB-Anschluss (mit integriertem Soundchip). Einige eher günstigere Headsets werden mit Vibrationseffekten o.ä. beworben. Darauf mag der ein oder andere sicherlich abfahren, für audiophilere Hörer ist das aber nur lächerlich.

Dieser Guide soll dabei die Entscheidung erleichtern, indem Vor- und Nachteile dieser Spezifikationen erklärt werden. Allerdings werde ich mich auf Gamer-Headsets beschränken, d.h. auf Headsets, die bereits herstellerseitig für Computerspiele empfohlen werden. Entsprechende Headsets werden im Preisrahmen von etwa 15,00 € bis 300,00 € angeboten.


1. Stereo oder Surround?

Surround-Headsets finden seit einigen Jahren zunehmende Verbreitung. Im Gegensatz zu Stereo-Headsets sind in jeder Hörmuschel mehrere Lautsprecher eingebaut, was laut der Hersteller ein besseres (Raum-)Klangerlebnis und eine bessere Ortung von Geräuschen ermöglichen soll.
Tatsächlich haben entsprechende Headsets in der Regel mit einigen Nachteilen zu kämpfen:
- Das Gewicht ist spürbar höher, was dem Tragekomfort auf Dauer nicht förderlich ist.
- Der Preis ist höher als bei vergleichbaren Stereo-Headsets.
- Oft ist eine eigene Stromversorgung mittels USB oder Netzteil erforderlich.
Die beiden deutlichsten Nachteile gegenüber vergleichbaren Stereo-Headsets sind aber:
- Nachteile beim Klang, bedingt u.a. dadurch, dass mehrere kleine Lautsprecher anstatt zwei größerer verbaut sind.
- Günstige Surround-Headsets haben keinen Digitalen Sound-Prozessor (DSP), der die eigentlich notwendigen Laufzeitunterschiede berechnen könnte. Somit kommt der Ton gleichzeitig aus allen Lautsprechern, korrekten Raumklang gibt es aber nicht.
Besseren Raumklang gibt es mit einer guten Soundkarte, die Surround-Effekte für Stereo-Headsets simulieren kann (Virtual Surround, 3D Sound). Dies ist z.B. mit einer Sound Blaster X-Fi möglich (CMSS 3D). Auch Headsets mit gutem USB-Soundchip (z.B. bei Sennheiser) bieten Virtual Surround, wobei dieser aber meist nicht an eine X-Fi herankommt.

Selbst in der "Fachpresse" werden immer wieder Surround-Headsets ohne DSP gelobt und es gibt auch zufriedene User, die ihr Surround-Headset niemals wieder hergeben würden. In Foren liest man dagegen immer wieder von enttäuschten Nutzern, die ihr Surround-Headset nach kurzer Zeit durch ein Stereo-Modell ersetzt haben.


2. Ohrumschließend oder ohraufliegend?

Ohraufliegende Headsets folgen einer offenen Bauform: Die Ohren sind nicht komplett abgeschirmt und es können Geräusche in beide Richtungen durchdringen. Einerseits kann man noch recht gut mitbekommen, was um einen herum in der Realität passiert (z.B. klingelndes Telefon), solange man die Lautstärke nicht zu weit aufgedreht hat. Andererseits bleibt die unmittelbare Umgebung aber auch nicht ganz von Geräuschen verschont.
Viele ohrumschließende Headsets folgen einer geschlossenen Bauform. Die Ohren werden komplett und dicht umschlossen, Umgebungsgeräusche werden dadurch meist deutlich gedämmt und sind kaum noch wahrnehmbar, auch dringen kaum Geräusche nach außen. Dafür ist der Klang oft etwas weniger dynamisch als bei halboffenen Headsets.
Eher wenige ohrumschließende Headsets - bei Kopfhörern gibt es hier eine größere Auswahl - setzen auf eine halboffene Bauform. Umgebungsgeräusche werden nicht zusätzlich gedämmt, dafür ist der Klang eher etwas dynamischer.

Bei ohraufliegenden Headsets üben die Ohrpolster Druck auf die Ohren aus. Bei einigen Modellen kann dies schnell unangenehm werden, bei anderen Modellen dagegen ist der Druck nur leicht und der Tragekomfort auch nach mehreren Stunden noch sehr gut.
Bei manchen ohrumschließenden Headsets können die Ohren unangenehm warm werden, sodass Schweiß austritt.
Es stimmt also weder, dass ohraufliegende Headsets allgemein unbequemer zu tragen sind, noch dass der Tragekomfort bei ohrumschließenden Headsets allgemein besser ist. Der Tragekomfort ist einerseits vom einzelnen Modell und andererseits von der individuellen Kopfform seines Trägers abhängig.


3. Klinke-Anschluss oder USB-Soundchip?

Ob ein Headset mit Klinke-Anschluss oder mit eigenem USB-Soundchip sinnvoller ist, kommt vor allem darauf an, wie gut die Soundkarte / der Onboard-Soundchip im Computer ist. Denn kein Headset mit USB-Soundchip kann es mit einer qualitativ hochwertigen Soundkarte wie z.B. Creatives X-Fi aufnehmen. Zusammen mit einer guten Soundkarte – egal ob intern oder extern – erreicht man mit einem per Klinke angeschlossenen Headset eine deutlich höhere Klangqualität.
Wer allerdings nur Onboard-Sound hat, kann dagegen meist bedenkenlos auch zu einem USB-Headset mit guter integrierter Soundkarte greifen. Viele USB-Soundchips klingen kaum bzw. nicht besser als Onboard-Sound, einige unterstützen aber spezielle Funktionen wie z.B. Virtual Surround.
Um Modelle mit einfachem USB-Soundchip, die vor allem im niedrigen Preissegment zu finden sind, sollte man dagegen einen Bogen machen. Diese eignen sich allenfalls für Sprachübertragung, sind aber für Musikwiedergabe oder Spiele nicht zu empfehlen.

Headsets mit USB-Anschluss haben gegenüber den Modellen mit Klinke-Anschluss aber auch Vorteile:
- Man spart sich das ständige Umstöpseln zwischen Boxen und Headset. Wenn man die USB-Soundkarte anschließt, wird die normale Soundkarte bzw. der Onboard-Soundchip deaktiviert und die Anzahl der Lautsprecher automatisch umgestellt.
- USB-Headsets lassen sich bei identischer Klangqualität problemlos an andere PCs / Notebooks anschließen.

Bei einigen Headsets mit USB-Soundchip ist dieser als Adapter abnehmbar, das Headset lässt sich also auch per Klinke anschließen.


4. Alternativen

Wer sehr viel Wert auf hohe Klangqualität - v.a. bei Musik - legt und dabei auch bereit ist, etwas mehr auszugeben, ist mit einem hochwertigen Hifi-Kopfhörer und z.B. einem Clip-Mikro (z.B. Zalman ZM-MIC1) deutlich besser beraten. Gute Hifi-Kopfhörer, die den meisten Headsets überlegen sind, gibt es schon für um die 50 € (z.B. AKG K 530). Gegenüber Headsets klingen Hifi-Kopfhörer ausgewogener, d.h. Bässe sind oft weniger dominant und Höhen nicht angehoben. Die Aufnahmequalität ist bei guten Headsetmikrofonen aber oft besser als mit Standalone-Mikros.

Notebook-Nutzer, denen die Qualität von Onboard-Sound und USB-Soundchips nicht ausreicht, können mit einer Notebook-Soundkarte für den PCMCIA- (z.B. Audigy 2 ZS Notebook) bzw. ExpressCard-Slot (z.B. X-Fi XtremeAudio Notebook) oder einer externen Soundkarte (z.B. Xmod, X-Fi Surround 5.1) deutlich besseren Klang erreichen.

Auch wer nicht ständig an seinem eigenen System spielt und sich aber nicht mit unterschiedlichen Klangverhältnissen abfinden will, kann mit einer externen Soundkarte die richtige Wahl treffen.


5. Einige Modelle im Überblick

beyerdynamic
MMX 2 Digital Gaming Headset
MMX 300 Digital Premium Gaming Headset

Creative Labs
Fatal1ty Gaming Headset, Preisvergleich
HS-900 Headset, Preisvergleich
HS-950 USB Gaming Headset, Preisvergleich
HS-1000 Fatal1ty USB Gaming Headset, Preisvergleich
HS-1100 Tournament Gaming Headset
HS-1200 Digital Wireless Gaming Headset, Preisvergleich

Cyber Snipa
Sonar 5.1 USB, Preisvergleich

Everglide
S-500, Preisvergleich

Koss
SB45 Stereo-Headset, Preisvergleich
SB49 Stereo Headset, Preisvergleich

Logitech
G35, Preisvergleich

Plantronics
.Audio 350, Preisvergleich
.Audio 355, Preisvergleich
.Audio 365, Preisvergleich
.Audio 370, Preisvergleich
.Audio 650 USB, Preisvergleich
.Audio 750 DSP, Preisvergleich
.Audio 770 USB, Preisvergleich
GameCom 367, Preisvergleich
GameCom 377, Preisvergleich
GameCom 777, Preisvergleich

Raptor Gaming
H1 7.1 USB-Headset
Zockershirts 5.1 Interceptor, Preisvergleich

Razer
Piranha Gaming Communicator, Preisvergleich
Carcharias Gaming Headset, Preisvergleich
Barracuda HP-1 Gaming Headphones, Preisvergleich
Megalodon Gaming Headset

Saitek
GH20 Vibration Headset , Preisvergleich
GH50 Surround Headset, Preisvergleich
Cyborg 5.1 Headset, Preisvergleich

Sennheiser Communications
PC 151, Preisvergleich
PC 156 USB, Preisvergleich
PC 161, Preisvergleich
PC 166 USB, Preisvergleich
PC 350, Preisvergleich

Sharkoon
Gamer Headset GHS1, Preisvergleich
Cosmic 5.1, Preisvergleich
Majestic 5.1, Preisvergleich
X-Tatic II 5.1, Preisvergleich
X-Tatic III Analog 5.1, Preisvergleich
X-Tatic III Digital 5.1, Preisvergleich

SpeedLink
Medusa Stereo Jack, Preisvergleich
Medusa 5.1 Mobile Edition, Preisvergleich
Medusa 5.1 ProGamer Edition, Preisvergleich
Medusa 5.1 Home, Preisvergleich

SteelSeries
SteelSound 3H, Preisvergleich
SteelSound 4H, Preisvergleich
Siberia Full-size Headset, Preisvergleich: schwarz, weiß, rot, pink
Siberia Full-size Headset USB, Preisvergleich: schwarz, weiß
Siberia Neckband Headset, Preisvergleich
SteelSound 5H V2, Preisvergleich
SteelSound 5H V2 USB, Preisvergleich

Teac
HP-7D, Preisvergleich
HP-11, Preisvergleich


6. Empfehlungen

Im Folgenden einige Empfehlungen für Stereo-Headsets mit Klinke-Anschluss. USB-Headsets sind nur bei bestimmten Bedingungen (siehe 3.) zu empfehlen.

bis 20 €
Plantronics .Audio 350

20 bis 30 €
Creative Labs Fatal1ty Gaming Headset
Plantronics GameCom 377

30 bis 50 €
Sennheiser PC 151

50 bis 100 €
beyerdynamic MMX 2
Razer Carcharias
Sennheiser PC 161
SteelSeries SteelSound 5H V2

ab 100 €
beyerdynamic MMX 300
Sennheiser PC 350


7. Tests, Reviews, Vergleiche etc.

testberichte.de
12 Gamer-Headsets im Alltagstest, ComputerBase
Kopfhörer-Soundcheck, ComputerBase
Ohrenschmaus: 10 Headsets im Vergleich, Hardware-Mag
Headset-Special: Grosser Hardware Test, GBASE
Spielesuechtig.de
GameStar.de
Hartware.net

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Updates
14.08.2007:
- Link zum Headset-Special bei GBASE hinzugefügt
- Everglide S-500 hinzugefügt
16.08.2007:
- Sharkoon Cosmic 5.1 hinzugefügt
01.09.2007:
- Plantronics .Audio 365, .Audio 770 USB und Sennheiser PC 350 hinzugefügt
26.01.2008:
- kleinere Textüberarbeitung
- diverse Modelle hinzugefügt
13.03.2008:
- Textüberarbeitung
- Neu: ohrumschließend oder ohraufliegend?
- diverse Modelle hinzugefügt bzw. entfernt
- Neu: Empfehlungen
14.03.2008:
- Fehler beseitigt
21.03.2008:
- zwei Modelle hinzugefügt
19.07.2008:
- Textüberarbeitung
- diverse Modelle hinzugefügt bzw. entfernt
- Empfehlungen aktualisiert
22.08.2008:
- Textüberarbeitung
- neue Modelle hinzugefügt
29.08.2008:
- neue Modelle hinzugefügt
30.12.2008:
- kleinere Aktualisierung
18.02.2009:
- Aktualisierung
 
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