Interessantes Thema hier. Ohne jetzt auf die politischen Aspekte einzugehen, finde ich die medizinische Seite viel bedeutender.
Mich hatte es zum Ende der Pandemie auch erwischt, „leichter Verlauf“ ohne Krankenhausaufenthalt. Dennoch war es mit 3 Wochen die längste Krankschreibung wegen einer Infektionskrankheit, die ich in meinem gesamten Berufsleben hatte. Und selbst nach 4 Wochen spürte ich noch relativ deutliche Symptome von Husten/Schnupfen, war jedoch dann nicht mehr positiv.
Zudem war es für mich auch die bisher schwerste und unangenehmste Erkrankung dieser Art in meinem ganzen Leben. Nicht weil ich schmerzen durch besonders viel Husten oder Schnupfen hatte, nein, das war zwar unangenehm aber nicht sonderlich viel schlimmer, als üblich, da hatte ich schon schlimmeres erlebt. Aber die Erkrankung hat mich einfach unfassbar erschöpft und mich gesamtheitlich quasi dahingerafft, wie ich es noch nicht erlebt habe.
Die ersten 5 Tage hatte ich praktisch nur im Bett verbracht und jeweils die gesamte Nacht + den halben Tag geschlafen, weil ich körperlich so am Ende und extrem Erschöpft war. Das hatte ich bisher noch nie. Vielleicht hatte ich sonst mal 1, maximal 2 Tage vermehrt Bettruhe, dann war es aber immer so, dass ich darauf keine Lust mehr hatte und lieber versucht habe, etwas aktiv zu sein. Das tat mir dann auch immer gut. Aber eine Woche im Bett zu liegen und kaum wirklich lebensfähig zu sein, das war neu für mich…
Ich will jetzt nicht weiter ausführen, wie ich das ganze empfunden habe, das tut am Ende ja wenig zur Sache. Fakt ist nur, dass es meine bisher mit Abstand schwerste Erkrankung dieser Art war und mir wirklich Angst und Bange wird, wenn wir in Zukunft damit rechnen müssen, dass bei den typischen Infektionskrankheiten, die einen vielleicht 1-2x im Jahr erwischen, bald regelmäßig Covid19 dabei ist.
Klar, ich habs jetzt nur einmal erlebt und weiß nicht, wie mein Körper mit weiteren Infektionen fertig wird, dennoch sehe ich die Situation eher erstmal kritisch. Wenn das jedesmal so endet oder vielleicht auch noch schlimmer wird, weiß ich nicht, wie oft ich sowas durchstehe und wie lange es dauert, bis sowas wirklich seine Spuren Zeigt. Es scheint jedenfalls eine enorme Belastung für unseren Körper zu sein.
Dazu sei gesagt, dass ich dreimal geimpft war. Ob das am Ende gut oder schlecht war ob es geholfen oder sogar gegenteiligen Effekt hatte, kann ich nicht beurteilen. Dennoch bin ich der Meinung, dass für diesen Virus eine Gegenmaßnahme in Form einer Impfung, sofern sie denn wirklich wirksam ist, wahrscheinlich notwendig ist. Denn wie gesagt, so eine Erkrankung will (bzw. kann?) ich nicht regelmäßig durchmachen.
Die Pandemische Lage mag vorbei sein, dennoch sehe ich die existenz dieses Virus als ziemlich problematisch an. Denn aufgrund der Ansteckungsgefahr wird man sich ja früher oder später wieder neu infizieren. Wie unser Immunsystem damit auf Dauer klar kommt und welche Maßnahmen erforderlich sind, könnte noch spannend werden.