Was soll dieses neue MIR bedeuten?

hurricane89

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Moin

Für das neue Ubuntu wird es ja MIR geben. Auf News Seiten lese ich eigentlich nur, wie sich die Leute darüber aufregen und als Erklärung steht immer dabei "neuer XServer". Könnte das jemand auf Noob-Sprache etwas genauer erklären?

Wäre euch sehr dankbar!


Gruß
 

nickless_86

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Das wird schlicht eine der Weitreichendsten änderungen in den Kommenden Linux Distributionen. Mir ist der Anzeige"server" für die Oberfläche. Im gleichen Atemzug wird bei vielen Programmen und Distris die Darstellung wie z.B. in Unity auf Qt5 umgestellt
 

sturme

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Das wird schlicht eine der Weitreichendsten änderungen in den Kommenden Ubuntu Versionen.
ftfy

Im gleichen Atemzug wird bei vielen Programmen und Distris die Darstellung wie z.B. in Unity auf Qt5 umgestellt
Qt hat damit nichts zu tun, außer dass Canonical beschlossen hat mit Unity diesen Wechsel zu vollziehen.


MIR ist ein neuer Displayserver den Canonical im stillen Hinterzimmer entwickelt hat, während sie die Community im Glauben ließen Wayland zu unterstützen. Wayland ist die von der übrigen Community mit überwältigender Mehrheit unterstützte Lösung, mit Gnome und KDE arbeiten die beiden größten DEs seit langer Zeit an der Umsetzung. Außerhalb von Ubuntu genießt MIR soweit keinerlei Unterstützung.
 
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Daaron

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Der Hintergrund ist: Wayland bietet nicht die Möglichkeiten, eine einheitliche Lösung für Desktop, Tablet, Smartphone,... zu bieten. Aus diesem Gedanken heraus ist MIR entstanden.
Ob das Ganze am Ende dann sinnvoll ist steht auf einem anderen Blatt. Im Zweifel liegt Wayland dann irgendwo in den Repositories, z.B. nem PPA, und man entsorgt MIR zusammen mit Unity, wenn man Xfce, KDE oder evtl. auch Gnome nutzen will.
 

mensch183

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Heißt das Ding eigentlich Mir nach dem russischen мир (dt. Frieden) oder nach dem bayrischen mir (dt. wir)?
 

Fonce

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sacridex

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MIR ist ein neuer Displayserver den Canonical im stillen Hinterzimmer entwickelt hat, während sie die Community im Glauben ließen Wayland zu unterstützen.
Immer diese Hater.
Ja, Canonical hatte angekündigt Wayland zu verwenden und dann stattdessen auf Mir gesetzt.
Aber im stillen Hinterzimmer ist da nichts entwickelt worden. Mir wurde schon seit einer Weile vorgestellt und wird auf Launchpad öffentlich einsehbar entwickelt.

Ob das Ganze am Ende dann sinnvoll ist steht auf einem anderen Blatt. Im Zweifel liegt Wayland dann irgendwo in den Repositories, z.B. nem PPA, und man entsorgt MIR zusammen mit Unity, wenn man Xfce, KDE oder evtl. auch Gnome nutzen will.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Wayland in den Standard Repos sein wird, genau wie auch X.
Allein schon weil viele offizielle Derivate auf Wayland setzen werden.

Heißt das Ding eigentlich Mir nach dem russischen мир (dt. Frieden) oder nach dem bayrischen mir (dt. wir)?
Ich tippe mal auf ersteres. :)
 

Daaron

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Fragt sich: kriegen die mit ihrem Sailfish eine einheitliche Darstellung hin? Der Grundgedanke von Unity steckt ja schon im Projektnamen. X Geräte, ein Look&Feel.

Ich bezweifle, dass du auf einem Smartphone ein Xfce oder KDE nutzen könntest, auch ein Gnome3 geht nicht.

Wenn Canonical mit ihrem Unity eben nur über MIR einen vernünftigen Ansatz gefunden haben, dann ist das deren Sache.
Außerdem ist MIR eben schon ein ganzes Stück weiter als die von dir verlinkte Lösung. Hier wurde eher in Wayland das nachgemacht, was mit MIR bereits möglich ist.
 

sturme

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Ja, Canonical hatte angekündigt Wayland zu verwenden und dann stattdessen auf Mir gesetzt.
Aber im stillen Hinterzimmer ist da nichts entwickelt worden. Mir wurde schon seit einer Weile vorgestellt und wird auf Launchpad öffentlich einsehbar entwickelt.
Leider falsch. Zum Zeitpunkt der Ankündigung, man würde mit MIR einen eigenen Displayserver bringen, war der bereits 8 Monate in Entwicklung. Die ganze Zeit wurde von Canonical erwartet, wie geplant mit lightdm einen zukunftssicheren Displaymanager für Wayland fertig zu bringen, wenn schon Wayland selbst nicht mit Unterstützung in Form von Code bedacht worden ist.

@Daaron: Pass auf, dass du nicht Displayserver mit Windowmanager durcheinander bringst. Was Canonical mit Unity verfolgt hat wenig mit dem darunterliegenden Displaymanager zu tun. Die Sailfish Codebase wird auf die Wayland Libraries portiert, da wurde nichts "nachgemacht". Da Sailfish nicht auf dem Desktop läuft, braucht es keine einheitliche Darstellung.

Ein (KDE) Plasma Active läuft sehr wohl auf einem Tablet oder Phone, es verfolgt lediglich nicht denselben Ansatz wie Unity sondern stellt ein spezialisiertes Interface zur Verfügung. Wiederum: das läuft sowohl mit X als auch Wayland, wie auch Unity wenn Canonical das so wollte.

Dass Canonical MIR entwickelt hat nichts mit den Möglichkeiten von Wayland zu tun. Was auch immer ihnen gefehlt hat, hätten sie mit aktiver Mitarbeit in Wayland schneller haben können. Allerdings hat die mangelnde Kompetenz in der Kommunikation mit Upstream bei Canonical schon fast Tradition, siehe Gnome.

Außerdem ist MIR eben schon ein ganzes Stück weiter als die von dir verlinkte Lösung.
Keineswegs. MIR hat noch einen weiten Weg vor sich und die Einführung mit 14.04 ist nicht die erste zu optimistische Einschätzung Canonicals. Und während Ubuntu Edge gescheitert ist, entwickelt sich das Jolla Phone nach Plan.
 
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Fonce

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@Daaron
Was bitte hat den jetzt der Displayserver mit dem Look&Feel zu tun? Theoretisch könnte man hier auch weiterhin X11 verwenden und es würde auch allen Geräten gleich aussehen und verhalten(Aber eben mit allen seinen Nachteilen(wie z.B das extreme Tearing) auf allen Plattformen).
Wayland soll diese Nachteile von X11 eben nicht mehr haben und so schlanker, performanter und bessere Grafik liefern.

@sturme
Nach einigen Aussagen die man von Canonical, Nvidia oder AMD gelesen hat(Keine Ahnung mehr wo das war), könnte ich mir vorstellen das es Canonical darum gehen könnte das Nvidia und AMD bei ihren propritäen Treiben am besten nur Mir unterstützen und Canonical Ubuntu so einen Vorteil verschaft, den andere Distributionen werden nicht auf Mir gehen solange Wayland technisch besser ist.
 

sacridex

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@sturme
Nach einigen Aussagen die man von Canonical, Nvidia oder AMD gelesen hat(Keine Ahnung mehr wo das war), könnte ich mir vorstellen das es Canonical darum gehen könnte das Nvidia und AMD bei ihren propritäen Treiben am besten nur Mir unterstützen und Canonical Ubuntu so einen Vorteil verschaft, den andere Distributionen werden nicht auf Mir gehen solange Wayland technisch besser ist.
Wenn die Treiber Mir unterstützen, unterstützen sie auch Wayland, da beide EGL benutzen.
 

DeoDeRant

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MIR + Wayland bedeutet eben unnötiger Mehraufwand für die Programmentwickler und Maintainer da um auf beiden Displayservern lauffähig zu sein natürlich beide berücksichtigt werden müssen. Die Absicht von Canonical ist eigentlich offensichtlich, sie möchten verhindern dass bestimmte Apps aus ihrem Ökosystem einfach auf andere Systeme zu portieren sind und sich so einen "Wettbewerbsvorteil" verschaffen. Eben eine ähnliche Strategie wie mit Unity selbst, welches ja auch mehr oder weniger Ubuntu exklusiv bzw. sehr mühsam auf andere Distris zu portieren ist.

Seit 2008 arbeitet ein hohes Microsoft Tier bei Canonical im Vorstand, seit dem ging es mit der Nutzerfreundlichkeit immer weiter abwärts. http://techrights.org/2013/05/15/ubuntu-and-microsoft-veteran/

Durch die CLA (Canonical License Agreement) die jeder der Code beisteuert akzeptieren muss, hat Canonical auch die Möglichkeit eben diesen Code zu close sourcen wenn sie wollen. Das sollte man nicht vergessen. Kann jedem der es ernst mit open source und freier Software meint nur von Ubuntu abraten.
 

sturme

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Wenn die Treiber Mir unterstützen, unterstützen sie auch Wayland, da beide EGL benutzen.
Das kann man so nicht sagen.

Wayland ist schon länger mit den bestehenden Treibern lauffähig.

Canonical patcht derzeit (naja, eigentlich schon lange) selbst den Ubuntu Grafikstack (mesa, userspace Treiber), damit die OpenSource Treiber MIR unterstützen. Von Intel wurde der Support vor kurzem integriert, die anderen fehlen noch.
 

entropie88

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Mir ist nicht upstream im Gegensatz zu wayland. Canonical schafft sich sein eigenes Ökosystem, mit Unity hat es angefangen. Die Mainline Distros Debian/Gentoo/Fedora/Arch usw werden es wie Unity nicht offiziell supporten.

MIR + Wayland bedeutet eben unnötiger Mehraufwand für die Programmentwickler und Maintainer da um auf beiden Displayservern lauffähig zu sein natürlich beide berücksichtigt werden müssen.
Nein, normalerweise wird nur upstream supportet. Den wayland Support muss Cannonial selbst bewältigen.
 

mensch183

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@entropie88
Deine Begrifflichkeit hat keinen Sinn. Für alle außer Ubuntu käme Mir genauso von einem "upstream" wie andere Software auch. "Upstream" steht bei den Linux-Distris für so viel wie "Original-Hersteller, dessen Software wir nehmen und zu Paketen verwursten" . Es gibt haufenweise Softwarepakete, für die einzelne Distris keinen "Upstream" kennen, weil sie aus eigenem Hause kommen.
 

Daaron

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Unabhängig von Begrifflichkeiten ist MIR trotzdem kein Problem.
Wem es einfach nur egal ist und wer Unity mag, der wird keinen Unterschied zwischen X, Wayland und MIR sehen. Wenn man Unity hingegen nicht will, stellt sich die einfache Frage, ob man (z.B. über PPAs) auf Wayland wechseln kann, um Gnome3, KDE,... zu nutzen. Wenn ja: "Jest do it, yer pansy!" Wenn nein: Tschüß Ubuntu, hallo wer mich sonst will.

Die meisten Leute, die über MIR wettern wie die Bekloppten sind am Ende so oder so nicht einmal ansatzweise betroffen, da sie für ihre Bleeding-Edge - Desktops Arch oder Gentoo verwenden und für "es muss einfach ewig laufen" - System Debian oder CentOS.
 

entropie88

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@entropie88
Deine Begrifflichkeit hat keinen Sinn.
Hatte mich evtl schlecht ausgedrückt. Mir erfordert stark gepatchte Versionen von zb mesa dadurch wird Mir inkompatibel zu der upstream version von mesa die aber von anderen Distributionen eingesetzt wird.

Edit: http://www.heise.de/open/artikel/Die-Woche-Canonical-wiederholt-Fehler-1920097.html

Die meisten Leute, die über MIR wettern wie die Bekloppten sind am Ende so oder so nicht einmal ansatzweise betroffen, da sie für ihre Bleeding-Edge - Desktops Arch oder Gentoo verwenden und für "es muss einfach ewig laufen" - System Debian oder CentOS.
Was ist den an Gentoo stable bleeding edge? Da ist sogar noch Gnome2 klick stable.
 
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