Stören tut mich eine nicht glaubwürdige Welt.
Dabei geht es weniger um die Grafik als um das Verhalten der Figuren um mich herum. Bei FarCry 2 versuchte jeder ausserhalb der Städte nur mich abzuknallen. Da herrscht Bürgerkrieg und jeder Einwohner hat es auf mich und nur auf mich abgesehen? Wirklich? Hat mich z.B. bei Max Payne auch genervt: Scheinbar gibt es Städte, in denen in jedem Hochhaus 50 Penner nur darauf warten, dass irgend nen Typ vorbeikommt der nicht wie ein Penner aussieht.... Grade in stark Handlungsgetriebenen Spielen (Also nicht grade Serious Sam...) die ein ernsthaftes Szenario darstellen ist der Bodycount doch arg unglaubwürdig. Da wiedersprechen sich dann Gameplay und Atmosphäre. Ich würde den Entwicklern da Mut zur Lücke raten. Ein Spiel kann auch interessant sein, wenn ich nicht in jedem Level 200 Gegner erschieße. Bestes Beispiel ist hier Amnesia.
Bei den meisten RPG's kann ich zu jeder Tages- und Nachtzeit in die Häuser und die Bewohner stört es nicht. Plötzlich steht da ein Fremder im Haus, weckt einen auf und sagt dann nur "Auf Wiedersehen", bevor er kurz alle Truhen und Schränke durchwühlt und wieder geht...
Oder NPCs, die einen auch im tiefsten Gebüsch enddecken. Oder auf der anderen Seite: Stealthspiele, bei denen man scheinbar nur von Blinden, Tauben und Schwachsinnigen umgeben ist. Assassins Creed z.B: Man sticht mitten auf der Hauptstraße inmitten von Leuten jemanden mit dem Schwert ab (Nichtmal mit der Armklinge) und alle die ausserhalb eines 5 Meter radius sind interessieren sich nicht dafür und laufen an der Leiche vorbei als wäre es das normalste der Welt. Und dann kommt die Stadtwache, die 15 Meter weiter stand und fragt "Was ist hier passiert, wer war das....?"

Schön auch die Kommentare der NPC-Gegner in solchen Spielen: Finden eine Leiche, laufen 5 Minuten im Kreis und drohen und wenn sie den Spieler nicht finden heißt es "Hrm, war vermutlich nichts." und kehren wieder auf ihren Wachposten zurück....
In die selbe Kategorie passen auch Gespräche, die wie Menüs aufgebaut sind durch die man sich hangeln muss und zwischendurch immer wieder an den selben Satzfragmenten vorbeikommt ("Darf ich euch noch was fragen?" - "Natürlich, was wollt ihr wissen?")
An der PC-Spiele-Entwicklung stören mich viele Dinge, die hier schon genannt sind.
DLC: Völlig überteuert und miese Qualität. Statt eines richtigen Addons, welches eine komplette Story erzählt gibt es nur noch Missionen für viel Geld ohne Zusammenhang, ohne Tiefe. Ich bin bereit, auch 35€ für ein Addon auszugeben in der Qualität von Frozen Throne, Mysteries of the Sith, Lord of Destruction, Throne of Bhaal oder Brood War. Aber ich bin nicht bereit, für 3 zusammenhanglose Missionen die mich nicht fesseln 15€ auszugeben.
Casualisierung: Es gibt nur noch wenige anspruchsvolle Spiele. Die meisten Serien gehen seit Jahren den Weg in die Einfachheit. Der grundlegende Schwierigkeitsgrad ist stark gefallen und auch die Komplexität der Spiele sinken immer mehr: Weniger Freitheit, weniger Optionen, weniger Möglichkeiten, wenigere Nachdenken. Was heute unter dem Schwierigkeitsgrad "Schwer" durchgeht wäre früher grade mal "Einfach" gewesen.
Fehlende technische Entwicklung: Aufgrund der aktuellen Situation bei Konsolenhardware und Multiplattformentwicklung stagnieren Videospiele technisch seit 3 Jahren. Crysis 1 ist immer noch State-of-the-Art und dass ist von 2007. Hat wer den aktuellen UnrealEngine 3 Trailer gesehen? Sieht fantastisch aus, trotz der uralten Engine. Läuft aber nicht auf Konsolen.
Kaum originäre PC Spiele: Ich denke auch, es gibt spielerische Unterschiede zwischen PC- und Konsolentiteln. Versteht mich nicht falsch, es gibt viele sehr coole Marken und Spiele auf der Konsole: Devil May Cry, Final Fantasy, Resident Evil, Darksiders... Grade auf die japanischen Spiele war ich als PCler immer neidisch. Aber PC- und Konsolenspiele fühlen sich anders an. Die Genres sind anders, die Steuerung, die Inszinierung: Es gibt typische Konsolenspiele und typische PC-Spiele. Durch Multiplattform kommen typische PC-Spiele allerdings seit einigen Jahren zu kurz, was ich bedauere, da dadurch die Abwechslung flöten geht. Alles fühlt sich irgendwie gleich an.
Wo sind Titel wie Freespace und Homeworld? Wo ist ein storygetriebenes Spiel wie Planescape: Torment? Wo ist ein echter Unreal 1 Nachfolger? Was ist mit Legacy of Kain, quasi dem Urahn von God of War? Nur das Legacy of Kain viel mehr Rätseleinlagen hatte. Und wo wir grade dabei sind: Was ist mit Vampire: Masquerade oder Vampire: Bloodlines? Oder Commandos? Bockenschwer, langsam und typisch PC-Spiel. Hab gehört sie entwickeln momentan ein neues Jagged Alliance. Das war mal ein Strategiespiel, dass einem wirkliche Freiheit gewährte, was deshalb aber auch sehr komplex und undurchsichtig war. Mir war es damals offen gestanden zu schwer, aber ich war ja noch jung
Ironischerweise ist ja ausgerechnet Heavy Rain Playstationexklusiv. Das hätte ich gerne auf dem PC gesehen, Fahrenheit habe ich gern gespielt. Und Demon Souls würde ich auch gerne ausprobieren, wegen dem legendären Schwierigkeitsgrad.
Mangelnde Innovation: Nehmen wir mal die typische 3rd Person Action-Klopper. Sei es God of War, Force Unleashed, DevilMayCry.... coole Spiele, aber langsam bin ich übersättigt. Teilweise sind da sogar die Tastenkombinationen für die Moves gleich. Darksiders war da schon recht erfrischend, weil es einen starken Rätselpart hat. Aber so geht es mir bei vielen Dingen: Ein Shooter fühlt sich an wie der andere. Wieviele Militär-Shooter sind in den letzten 5 Jahren erschienen? Ich baller mich immer mit den selben Waffen durch die selben Szenen. Jedes Jahr ein neuer Aufguss. Neue Elemente, Themen, Szenarien findet man nur noch extrem selten. Als Halo die Selbstheilung einführte war es noch relativ spannend, mittlerweile hat das ja jeder Shooter...
Es gibt aber auch Ausnahmen: Gears of War fand ich damals interessant, obwohl es eigentlich nur ein 3rd Person Shooter war. Aber es bot zum ersten Mal ein konsequentes Deckungssystem, welches man auch nutzen musste, sowie eine intuitive, gelungene Steuerung um von Deckung zu Deckung zu hechten. Es fühlte sich einfach cool an. Zudem gab es abwechslungsreiche Levels, die das Spiel auflockerten (Das Nachtlevel, wo man nicht im Dunkeln stehen durfte, Panzerfahren und mit dem Flutlicht die Gegner abwehren, oder den blinden Endboss, den man durch richtiges Stellungsspiel und gezieltes anlocken besiegen musste) Richtig genial wurde das Spiel dann im Koop.
Ich muss leider sagen, ich bin die letzten Jahre müde geworden. Ich freu mich immer noch auf Spiele, bin interessiert was Ankündigungen angeht, freu mich auf große Messen und Trailer. Aber das meiste reizt mich dann kaum mehr als für nen Abend oder zwei. Dass ich mal ein Spiel Durchspiele kommt nur selten vor. Ich hoffe ja, dass es auch an der Wirtschaftskrise liegt und wieder vorbei geht. Ein Anhaltspunkt dafür ist eine andere Medienbranche: Was die letzten Jahre aus Hollywood kommt geht ja auf gar keine Kuhhaut mehr. Saw 7? Wie weit kann man eine Serie auslutschen? Ich höre nur noch Reboot und Remake. Die wollen eine neue Spiderman-Trilogie auflegen? Hatten wir das nicht erst im letzten Jahrzehnt? Ich hab momentan das Gefühl, 80% aller Filme sind nur Neuauflagen von alten Teilen. Predators? Aliens vs. Predator 2? Terminator 4? Freddy vs. Jason? Die Originale waren erfolgreich, weil sie INNOVATIV waren und was neues boten, nicht weil sie remakes waren von Filme aus den 50ern. Bin ich froh, dass in den 70ern, 80ern und Anfang der 90er noch Filme gemacht wurden, die nicht vorher schon da waren.
Wenn das nicht so ist bleibt nur noch zu hoffen, dass all die großen Firmen über kurz oder lang vor die Hunde gehen, Platz machen für kleinere, innovativere Studios und die Videospielbranche sich wie Phoenix aus der Asche selbst erneuert.