Ganz ehrlich: (Angry long-ass rant incoming!)
Die
PC-Community.
Diese Antwort fällt schwer, denn ich seh mich als Teil dieser, aber in den letzten Jahren identifiziere ich mich immer, immer weniger mit großen Teilen der PC-Community.
Es ist vor allem die große Heterogenität der PCler die ein ständiges schwanken zwischen, "PC-Gaming ist großartig und der PC der beste Ort für Games" und "Oh mein Gott, typisch behinderte PC-Community" hervorruft.
Großartig: Die Modding-Community. Was man dort sieht ist fantastisch. Machinimas, Texturpacks, Total Conversions, Community-Patches für kaputte Spiele, es ist unglaublich. Alles Gratis.
Umso unverständlicher, dass in "unserer" Hardcore-Userbase selbst in den Foren von Moddern und ihren Youtube-Video-Kanalen sogenannte PCler unterwegs sind die trotzdem rumstänkern, gegen verspätete Mod-Releases, FlameWars á la "XY Texturpack ist viel besser als Deins ZY! U suck!", und über Bugs bei Free-Projects rumschreien.
Großartig: Multiplayer mit Dedicated Servern, Mods für Mods (Counterstrike Mini-Mods), und Admins die auf den Servern für Ordnung sorgen. Trotzdem müssen Teile der selben PC-Community, Cheats und Hacks erstellen um aus der Ordnung, Chaos zu machen.
Aber das größte Problem ist einfach, dass ich das Gefühl bekomme, dass ein Großteil der Community nur Schwarz/Weiß sehen. Der ständige EastCoast WestCoast Beef, Keynsianer vs Neoklassik.
Konsolen vs PC.
In den letzten Jahren ist es genau das, worauf es immer bei jeder Diskussion, egal bei welchem Thema hinausläuft. Und die Meinung der meisten PC Gamer ist klar.
Es wäre ja kein Problem wenn die Konsolen alleingelassen werden, man nur auf seinen eigenen Teller gucken würde und sich darüber freut. Aber nein.
PC-Gamer fühlen anscheinend häufig sie hätten einen Anspruch auf alles. "Konsoleros müssen für Map-Packs zahlen, was soll das? Wir wollen es umsonst.
Wir wollen bessere Grafik, wir wollen besseren Sound, wir wollen bessere Server, wir wollen weniger zahlen", bei allem heißt es : Her damit, ihr raffgierigen Publisher.
Das es die PC-Plattform ist, auf der am meisten Raubkopiert wird, interessiert keinen, dass es die PC-Plattform ist, welche die kleinste Gaming-Plattform inzwischen ist, interessiert auch keinen.
Das die PC-Plattform sich selbst kanibalisiert hat, interssiert auch niemanden. Wer hat Space-Sims und Flugsimulatoren sterben lassen? Die Konsolen waren es nicht. Wir selber haben aufgehört sie zu kaufen und wollten immer mehr Ego-Shooter und Action-Spiele.
Jetzt trauern wir z.b einem FreeSpace 2 von 1999 immernoch hinterher und schreien: "Mehr Vielfalt!".
Unsere Brieftasche scheint aber, obwohl wir uns über eben jene Spiele jedes Jahr beschweren, immer wieder für FIFA, Call of Duty und Call of Duty Klon XY, aufzugehen.
Der Schuldige dafür ist aber immer der selbe. Die Konsole.
Und wenn das ganze dann noch mit Begriffen wie "Fail Konsole" "Casuals" und "Ego-Shooter mit Pad spielen! Lolz!" geschmückt wird, will ich nur noch schreiend davon laufen.
Und ist der Schuldige nicht die Konsole wird auf die Publisher eingeprügelt. War es vor 2 Jahren noch vorzugsweise, Bobby Kotick und Activision ist es jetzt wieder Ricitello und EA, der die tollen PC-Spiele kaputt macht. Da wird Innovationsarmut bemängelt, von Raffgier gesprochen, und dass der Kunde geprellt wird.
Dass ganze Spielereihen durch EA's Geld an die Entwickler verhunzt wurde.
Niemals wird der schwarze Peter den Entwicklern zugeschoben, und werden diese dann konsequenterweise geschlossen, z.B. Pandemic nach dem gescheiterten Mercernaries 2 und The Saboteur, wird weiterhin über EA gejammert.
Umso erstaunlicher wirkt das ganze wenn man sieht wen die Community bejubelt und anhimmelt.
Da wäre Blizzard zu nennen, ein Unternehmen dass seinen Jungbrunnen durch die Monetarisierung des Online-Gamings gefunden hat, und sich auf seinen Millionen ausruht und nun alle 5 Jahre ein Spiel released, dass so komisch es wirken mag, sich dadurch auszeichnet dass kaum was daran neu ist. Siehe StarCraft 2, oder das kommende Diablo 3.
Das andere Unternehmen, ist wohl das beste und effektivste Business in der Branche. Ich ziehe persönlich auch meinen Hut vor ihnen, aber hauptsächlich deswegen weil sie 4 Schritte der Branche vorraus sind.
Valve.
Es ist beeindruckend, dass ich nie ein schlechtes Wort über Valve und ihrer Raffgier gehört habe aus der PC-Community. Ich schaue mir die Releaseliste von Valve an und denk mir: Ein Originalspiel haben sie auf die Beine gebracht:
Half-Life.
Alles andere ist quasi von der Community "geklaut". Counter-Strike, Day of Defeat und Team Fortress. Alles Mods von Communitys entwickelt, Team Fortress seinerzeit für Quake. Portal, war eine Entwicklung von einigen Studenten die dann abgeworben und angestellt worden (Narbacular Drop). Und auch Left for Dead hat man quasi von den diversen Zombie Mods (Zombie Panic, Zombie Mod für CounterStrike) von der Community geklaut. Garrys Mod was man nachträglich monetarisiert hat braucht wohl nicht erwähnt werden.
Und Reibach machen sie damit dicke. Doch Steamworks ist die wahre Geldmaschine. Speziell Indie Entwickler wird dadurch ein Plattform gegeben um schnell mit einer großen Userbase zu kommunizieren. Randy Pitchford, GF von Gearbox vermutete aber bereits, dass Steam und Valve daran besser profitiert als die Indies.
Klar leben und verdienen die Indies besser mit Steam als ohne, aber das größere Plus geht in Valves Taschen.
Dem User ists egal. Er freut sich über seine Steamdeals und denkt: Günstiger gehts kaum. Das stimmt wohl auch, aber Valve macht hier auch sein Geld. Fast perfekt werden Produkt- und Marktelastizitäten ausgenutzt um selbst noch aus Jahre alten Titeln, teils verpackt in größeren Bundles, Geld zu machen.
Bei Steam wird jeder Cent 3 Mal umgedreht.
Ich muss schon sagen, Valve beherrscht die Business Seite, perfekt. Und mit dem Zug Steamworks auf die PS3 zu bringen ist Gabe Newell, der eben diese Plattform nahezu 3 Jahre wegen der Architektur schlecht geredet hat, der Meister-Coup gelungen. Mit dem Release von Portal 2 wird die mögliche Userzahl auf einen Schlag um knapp 50 Mio erweitert.
Aber ich schweife aus... so wie ich es häufig und gerne mache.
Wo waren wir. Richtig die PC-Community. Dann machen wir doch eine tolle Überleitung. Mit Steam fällt gleichzeitig auch eine der letzten PC-Only Bastionen
Mal sehen wie die Community damit zurecht kommen wird.
Wahrscheinlich hab ich in den letzten Jahren nur so ein negativen Eindruck der PC-Community, da ich mich mehr in PC-Foren rumtreibe, die teilweise auch etwas jüngeres Publikum haben, und die wenigen Konsolenforen die aufgesucht werden, doch sehr "Erwachsen" sind (GAF und unser kleines Forum CB-KonsolenForum, wo ich den Altersschnitt bei über 24-26 schätze).
Aber ein Blick in n4g-Comments oder Gametrailers-Foren reicht, um zu sehen dass auch genügend, wenn nicht noch mehr Konsoleros auf der Welt verteilt sind, die genauso ticken wie die Schwarzen Schafe der PC-Community.