Webdesigner Traumberuf?

fishx7

Cadet 2nd Year
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Hi, ich bin noch ziemlich jung und bin mir derzeit noch nicht ganz sicher in welche Richtung ich gehen will/werde.
Ich habe vor ca 5. Jahren angefangen mich mit den Adobe Produkten auseinander zusetzten und auch schon im Bekanntenkreis oder in kleinen Foren mal wieder Aufträge erledigt.
Von Webdesigns bis hin zu Social Media Auftritten, war dort alles dabei und habe auch super Feedback erhalten.
Eine eigene Portfolio mit etlichen Referenzen sowie ein angemeldets Kleingewerbe habe ich auch jedoch habe ich keinen aussagekräftigen Lebenslauf/Ausbildung.

Bisher habe ich das als Nebenjob betrieben, aber mir ist irgendwann die Idee gekommen mich damit selbständig zu machen bzw. mein Unterhalt damit zu verdienen.

-Ist es schwer in dem Beruf ein Standbein aufzubauen?
-Falls ich mich wirklich damit selbständig machen sollte, wo erhalten die Agenturen/Freelancer ihre Aufträge wenn es nicht gerade Stammkunden sind? Gibt es da irgendwelche Foren oder Portale die am Anfang einer Existenzgründung kostenlos zu benutzen sind?
-Wiehoch liegt der Stundenlohn bei qualifizierten Webdesigner?

Gruß
 
also ich würde dir ganz dringen empfehlen ein praktikum bei einer kleinen agentur zu machen, da bekommst du eine menge mit wie es in der branche läuft.

und durch meine 6 monatige praktiumserfahrung würde ich sagen, wenn du genug kunden hast und die zufrieden sind mit deiner arbeit, dann läuft es. viele wollen dann aber auch eine menge anderes zeugs, wie drucksachen, plakate, eine CI usw
Ergänzung ()

fishx7 schrieb:
-Wiehoch liegt der Stundenlohn bei qualifizierten Webdesigner?

Gruß
so 40€?
 
Was hast du denn bis jetzt beruflich gemacht? Schule, Ausbildung, Studium?
Sich ohne eine Grundlage selbständig zu mahen ist etwas riskant. Sonst stehst du vielleicht mit 30, 35 oder 40 Jahren ohne irgendwas da, wenn es mit der Selbständigkeit nicht mehr läuft.

WIe alt bist du?
 
Meinst du mit Webdesigner auch wirklich Webdesigner? Denn als Webdesigner alleine ist es in der Tat schwierig über die Runden zu kommen. Da brauchst du schon ein paar Kontakte die dir unter die Arme greifen können (Webentwickler, SEO, SEM). Wenn du das alles selber kannst und auch mehr als nur HTML und CSS schreiben kannst, dann sieht es wieder etwas besser aus. Zu deinen Fragen:

fishx7 schrieb:
-Ist es schwer in dem Beruf ein Standbein aufzubauen?

Ja. Jedoch ist es doch in so ziemlich jeden Beruf am Anfang schwer, sich ein Standbein aufzubauen ;) Was wirklich hilft ist, die nötige Erfahrung in einer Agentur zu sammeln. Und das bedeutet, dass du ein paar Jahre intensiv Projekte betreuen, Kunden beraten und Aufwände kalkulieren solltest.

fishx7 schrieb:
-Falls ich mich wirklich damit selbständig machen sollte, wo erhalten die Agenturen/Freelancer ihre Aufträge wenn es nicht gerade Stammkunden sind? Gibt es da irgendwelche Foren oder Portale die am Anfang einer Existenzgründung kostenlos zu benutzen sind?

Das nennt sich Akquise und ist kein Zuckerschlecken :( Es gibt da viele Wege Kunden zu gewinnen. Mailings, Werbung über Anzeigen, Telefonakquise... Ist halt alles sehr arbeitsintensiv. Es gibt noch ein paar Portale im Web wo man für Aufträge bieten kann. Jedoch wirst du dort niemals glücklich werden, da du dort mit Kampfpreisen zu tun hast. Und grade im Web meint der Kunde in der Leistungsbeschreibung oft etwas völlig anderes als er sagt ;)

fishx7 schrieb:
-Wiehoch liegt der Stundenlohn bei qualifizierten Webdesigner?

Kommt auf die Erfahrung und die Qualifikation drauf an. Da gibts so ziemlich alles zwischen 40 bis 80 Euro. Wohlgemerkt als WebDESIGNER. Wenn du dann noch zusätzliche Qualifikationen mitbringst (siehe oben) dann bewegt man sich nicht selten im dreistelligen Bereich.

Gruß
Kiwi
 
Da gibts so ziemlich alles zwischen 40 bis 80 Euro. Wohlgemerkt als WebDESIGNER.

Würde eher von 10 Euro bis oben offen sagen.
 
In der Realität kannst du mit reinen Weblayouts keine 100 Euro/ Stunde verlangen. Trotzdem gebe ich dir recht. Es gibt Designer die das tun.
 
fishx7 schrieb:
-Ist es schwer in dem Beruf ein Standbein aufzubauen?
Je nach Region... nahezu unmöglich. Eine Agentur mit ein paar Angestellten kann den Kunden ein Komplettpaket aus Programmierung, Web-Layout, Prints, SEO,... bereit stellen. Du allein wirst in diesen Bereichen nie genügend Kenntnisse vorweisen können, um dem Paroli bieten zu können.
Das Zauberwort heißt dort schlichtweg Mischkalkulation. Mal hat der Programmierer mehr zu tun, mal die Grafiker, mal der Fotograf,....

-Falls ich mich wirklich damit selbständig machen sollte, wo erhalten die Agenturen/Freelancer ihre Aufträge wenn es nicht gerade Stammkunden sind? Gibt es da irgendwelche Foren oder Portale die am Anfang einer Existenzgründung kostenlos zu benutzen sind?
Mir ist noch kein Kunde unter gekommen, der wirklich in solchen Foren gesucht hätte. Akquise ist und bleibt ein hartes Pflaster, vor allem Kaltakquise (also sich an vollkommen Fremde zu wenden). Bestandskunden noch einmal an dein Portfolio zu erinnern ist da deutlich leichter, aber dafür brauchst du erst einmal einen großen Kundenstamm.

-Wiehoch liegt der Stundenlohn bei qualifizierten Webdesigner?
Falsche Frage. Ich rate dir dringend, ein Existenzgründerseminar zu besuchen. Die ARGE kann dir da bei der Vermittlung helfen.
In solchen Seminaren lernst du z.B. die richtige Frage, und wie du dir selbst die Antwort gibst.
Wie hoch muss mein Stundenlohn sein, um mein Leben zu finanzieren UND eine Altersvorsorge aufzubauen?

In deine Kalkulation fließen viele Aspekte ein: Deine privaten Ausgaben für das pure, nackte Überleben (Miete, Essen, Nebenkosten... aber weder Kino noch Disko). Deine Ausgaben für Büro-Material, Internet-Zugang, deine Software, deine Akquise, Sprit,.... Versicherungen musst du auch abschließen. Du musst für dein Alter vorsorgen. Du musst Steuern zahlen. Du musst etwas zurücklegen für Rechtsstreitigkeiten mit zahlungsunwilligen Kunden. Du musst einen Gewinn einkalkulieren, den du DANN in Luxus-Güter investieren kannst. Während du krank bist, kannst du kein Geld verdienen... Urlaub bringt auch kein Geld. Wochenende bringt kein Geld.

Airbag schrieb:
Würde eher von 10 Euro bis oben offen sagen.
Für 10€ Brutto brauchst du nicht aus dem Bett kriechen.

Wenn du selbständig bist und davon auch nur leidlich leben willst, dann musst du pro Woche 800-1000€ Brutto einfahren. Was? 4000€ pro Monat? Bin ich wahnsinnig? Nein. Ich muss davon noch Steuern und Sozialabgaben bezahlen. Ich muss vorausplanen. Netto bleiben dann vielleicht 1500-1600.
Du kannst pro Woche über längere Zeit vielleicht 50h arbeiten, eher 40. In dieser Zeit musst deine Software & Hardware in Schuss halten, dich weiterbilden, deine Buchhaltung machen und natürlich Akquise, Akquise, Akquise. Du kannst deinen tatsächlichen Kunden also vielleicht pro Woche 15-20h in Rechnung stellen... wenns hoch kommt.
Oh, und mit der Kohle musst du auch noch deine grauen Haare ausgleichen. Selbständig = selbst und ständig. Kein Urlaub, keine Pause, keine Ruhe. Graue Haare und soziale Entfremdung sind da vorprogrammiert, bis du einen GROSSEN Batzen Stammkunden hast.

Wenn du für 10€/h anfängst, dann solltest du lieber direkt Hartzen gehen oder dir aber einen Arbeitgeber suchen. Der zahlt dir dann im Zweifel, wenn du die nötigen Fähigkeiten vorweisen kannst, über 10€/h, und zwar Netto. Er bezahlt deine Krankenversicherung, er bezahlt deinen Urlaub, er bezahlt deine zukünftige Arbeitslosigkeit.

Kiiwii83 schrieb:
In der Realität kannst du mit reinen Weblayouts keine 100 Euro/ Stunde verlangen. Trotzdem gebe ich dir recht. Es gibt Designer die das tun.
Sie tun das, weil sie es müssen, um nicht nebenher noch Hartzen zu gehen.
Du hast als Designer 2 Optionen:
- Du arbeitest nur auf Kundenauftrag und buchst den Kunden dann eben 80€+/h ab, einfach weil du im Zweifel gar nicht soooo viele Aufträge hast.
- Du erstellst Web-Templates für Wordpress am Fließband und vertickst sie Kistenweise bei Themeforest für 10-20€
 
Kiiwii83 schrieb:
Das nennt sich Akquise und ist kein Zuckerschlecken :( Es gibt da viele Wege Kunden zu gewinnen. Mailings, Werbung über Anzeigen, Telefonakquise... Ist halt alles sehr arbeitsintensiv. Es gibt noch ein paar Portale im Web wo man für Aufträge bieten kann. Jedoch wirst du dort niemals glücklich werden, da du dort mit Kampfpreisen zu tun hast. Und grade im Web meint der Kunde in der Leistungsbeschreibung oft etwas völlig anderes als er sagt ;)

Kenne jetzt den Gesetzesstand in Deutschland nicht in Österreich könntest damit aber gemütlich in Grund und Boden geklagt werden. Das Einzige was du machen darfst ist soweit ich auswendig weis ist das verschicken von Briefen ;)
Jemanden Emails zu schicken oder anzurufen ohne vorherige Geschäftsbeziehung ist nicht zu empfehlen.
 
Kommt drauf an.
Briefe: immer zulässig
e-Mail: nur zulässig, nach vorherigem Kundenkontakt. Für Newsletter ist separat noch ein Opt-Out nötig
Telefon: bei Privatpersonen absolut tabu... aber für Privatpersonen baut man auch keine Webseiten. Hast du schon mal eine Privatperson gesehen, die 3-4000 für ihre "meine kleine Katze"-Homepage ausgibt? Im B2B hingegen ist telefonische Kaltakquise durchaus zulässig.
 
Funart schrieb:
Kenne jetzt den Gesetzesstand in Deutschland nicht in Österreich könntest damit aber gemütlich in Grund und Boden geklagt werden. Das Einzige was du machen darfst ist soweit ich auswendig weis ist das verschicken von Briefen ;)
Jemanden Emails zu schicken oder anzurufen ohne vorherige Geschäftsbeziehung ist nicht zu empfehlen.

Mit "Mailings" meinte ich natürlich Briefsendungen. Keine E-Mails! :) Sorry, das sollte nicht zu Missverständnissen führend. In der Agentur versteht man unter Mailings eben oft Briefmailings.

@Daaron
Du kommst aus einer Agentur/bist selbstständig?
 
Für 10€ Brutto brauchst du nicht aus dem Bett kriechen.

Viele Webentwickler/designer nehmen solche Aufträge(dürfte die Mehrzahl am Gesamtmarkt ausmachen, weil das Angebot so hoch ist) auch nur an um einen Kundenstamm zu bilden oder den vorhandenen zu erweitern, auch wenn man letztendlich auf +-0 rauskommt.

die 3-4000 für ihre "meine kleine Katze"-Homepage ausgibt?

Wenn ich ehrlich bin, ja - ist aber natürlich eine absolute Ausnahme gewesen,.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kiiwii83 schrieb:
@Daaron
Du kommst aus einer Agentur/bist selbstständig?
Ich bin Angestellter, versorge aber im Nebenerwerb ein paar Bestandskunden. Ich hab mich ernsthaft mit der Machbarkeit einer Selbständigkeit im Alleingang in diesem Bereich befasst, und die Auswertung ist eben schlichtweg erschütternd.

Airbag schrieb:
Viele Webentwickler/designer nehmen solche Aufträge(dürfte die Mehrzahl am Gesamtmarkt ausmachen, weil das Angebot so hoch ist) auch nur an um einen Kundenstamm zu bilden oder den vorhandenen zu erweitern, auch wenn man letztendlich auf +-0 rauskommt.
Sowas kannst du aber nur machen, wenn du mit richtigen Aufträgen alle laufenden Kosten deckst. Von solchen Pro Bono - Aktionen zu leben ist hingegen absolut unmöglich. Rechne mal nach, du kämst selbst im Extremfall auf vielleicht 1600 Brutto. Nach Steuern, SV, Miete,... bleibt dann am Ende weniger als wenn du direkt Hartzen gehst.

Wenn ich ehrlich bin, ja - ist aber natürlich eine absolute Ausnahme gewesen,.
Nun... Schwein gehabt, wer auch immer den Auftag hatte.
Aber schau dich doch mal hier im Forum um bei den Threads zum Thema Homepage-Entwicklung. Es vergeht doch kaum eine Woche, in der nicht wieder jemand für sein kleines Unternehmen einen tollen Webshop aufbauen will, dafür aber keinen Cent bezahlen will.
Nein, selbst bei Geschäftskunden mit gut gehender Firma und eigentlich stattlichem Werbe-Budget ist für den Werbe-Posten "Webseite" kaum mehr als n Tausender eingeplant, und auch der nur zähneknirschend. Ich seh es doch an unseren Kunden: Du gibst ihnen am Telefon ein paar Tips, wie sei das und das Problem selbst lösen könnten. Sie kriegen es nicht auf die Reihe, wir müssen es doch selbst machen, aber wenn dann die Rechnung ins Haus flattert wird diskutiert ohne Ende... oder es werden nachträgliche deutliche Erweiterungen der Leistung gefordert, natürlich unentgeltlich.
Solche Kunden sind leider nicht die Ausnahme, sie sind die Regel. Das ist noch ein Grund, warum Selbständigkeit in diesem Marktsegment ein Schuss ins eigene Knie ist. Selbst wenn deine Zahlen auf dem Papier gut aussehen und du Aufträge genug hast, Geld ist trotzdem keines auf dem Konto.
 
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