Wechselrahmen verursacht Kurzschlüsse bei HDD

Luelli

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Ich habe in meinem Tower in den 5,25" Frontschächten drei trägerlose Dual-Wechselrahmen für insgesamt sechs 2,5" SATA-Festplatten eingebaut.
Im ersten Rahmen läuft das C-Laufwerk und darunter eine identische Platte, auf die ein tägliches inkrementelles Backup läuft.
Im nächsten Rahmen laufen zwei Datenlaufwerke und in den 3. Rahmen sollen die Laufwerke rein, auf welche ebenfalls täglich ein inkrementelles Backup laufen soll.
Letztere werden täglich getauscht, so dass insgesamt 8 Platten betrieben werden.
Soweit mein Wunschdenken.

Das C-Laufwerk ist eine Samsung SSD und die funktioniert in dem Wechselrahmen einwandfrei.
Die Datenlaufwerke waren(!) zwei 2,5er Seagate HDD und die liefen auch am Anfang.
Im dritten Rahmen habe ich zwei 2,5er HGST reingeschoben, aber die sind mir gleich am Anfang verreckt.

Bei den Wechselrahmen handelt es sich um das Teil auf dem ersten und zweiten Bild.
Einen Produktnamen nenne ich bewusst nicht, weil nahezu alle trägerlosen 2,5er Wechselrahmen absolut identische Innereien aufweisen.
Es kann doch nicht normal sein, dass ein solcher Wechselrahmen vom Hersteller ausdrücklich für SSD und HDD angeboten wird, die HDD aber ruckzuck verrecken.
D.h., die Platten laufen plötzlich nicht mehr an und sind auch sonst nicht mehr ansprechbar.

Ich habe ein SATA-Kabel von dem Wechselrahmen gelöst und an eine neue Platte direkt angeschlossen.
Die Platte funktionierte, wurde erkannt, ließ sich partitionieren usw.
Dann Rechner runtergefahren, SATA-Kabel wieder an den Wechselrahmen angeschlossen, Platte reingesteckt und Rechner wieder hochgefahren. Die Platte lief gar nicht erst an und roch nach dem Auswerfen im Bereich der SATA-Anschlüsse auch irgendwie verschmurgelt.
Insgesamt habe ich jetzt vier Platten an verschiedenen Slots vergeigt und jetzt die Notbremse gezogen.:freak:

Da ich z.B. in den Bewertungen bei Amazon oder anderen Händlerportalen oder auch über Google keine Hinweise auf dieses Problem fand, habe ich einen Rahmen auseinander genommen, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Die eingeschobenen Festplatten liegen auf einer metallenen Trägerplatte.
Auf Bild drei sieht man (gelbe Pfeile), dass die Platine der Festplatten direkt auf dieser Trägerplatte aufliegen.
Tatsächlich gibt es noch einen hauchdünnen Spalt von ca. 0,2mm zwischen Platine und der Trägerplatte.
Ich gehe davon aus, dass der enge Kontakt zwischen der Festplattenplatine und der Trägerplatte zu Kurzschlüssen führen kann.
Meine SSD sind von dem Problem nicht betroffen, vermutlich weil sie vollständig verkapselt sind.
Wenn ich die Trägerplatte z.B. mit Folie isolieren würde, könnte die Wärme nicht mehr so gut abgeführt werden.
Außerdem könnte es zu statischen Entladungen kommen.

Kennt jemand dieses Problem oder liege ich mit meiner Vermutung falsch?
Gibt es für 2,5er HDD trägerlose Wechselrahmen oder Backplanes mit Kunststoffführungen?
Habe bis jetzt noch nichts gefunden.

Bild 1 Aplic01.jpg
Bild 2 Aplic02.jpg
Bild 3 Aplic03.jpg
 
Ist das der Artikel 47189 von DeLock? Ich hatte 2 über Amazon bezogen. Ich habe diese zurückgegeben, weil es laufend zu Problemen mit der Erkennung der HDDs kam und der Support von DeLock nicht helfen konnte.
 
Die 2,5 Zoll Platten können ja mit Schrauben auf der Platinenseite bündig befestigt werden. Es bleiben dann kleine Lücken. Sollte also problemlos funktionieren.

Eventuell ist das bei deinen Platten aber nicht so. Da muß man dann genau schauen.

Trotzdem ist bei vielen Notebookherstellern noch eine Isolierende Plastikscheibe oder Isolierband dazwischen.
 
Nein, es ist der Dual-Wechselrahmen von Aplic.
Aber Sharkoon, Dshot und natürlich auch DeLock haben das gleiche Innenleben und auch die gleichen Anschlüsse.
Kann man übrigens auch gut erkennen, wenn man in Google unter "Dual-Wechselrahmen 2,5" nachschaut und dabei unter der Suchtextzeile auf Bilder klickt.
Du hast echt Glück gehabt, dass du in deinem Rahmen "nur" Erkennungsprobleme hast...
Ergänzung ()

@miac
Du schiebst die Platte durch die max. 1 cm hohe Öffnung.
Wie willst du da die Platte mit Schrauben fixieren?
Das ist aber auch nicht Sinn der Sache, sondern das schnelle rein-raus.
Wie ich bereists schrieb, könnten isolierende Folien den Warmeabtransport behindern oder schlimmstenfalls zu statischen Stromüberschlägen führen.
 
Nee, ich sage nur, das normalerweise das Anschrauben der Platten so möglich ist und deshalb es eigentlich nicht zu einem Kurzschluß kommen dürfte, weil mit einem Aufliegen gerechnet wird.
 
Vergiss diese Wechselrahmen, gerade die trägerlosen Wechselrahmen sind nicht für dauerhafte Wechsel der Platte gemacht wie Du sie vorhast. Nimm lieber USB Platten für die Backups!
 
Luelli schrieb:
Du schiebst die Platte durch die max. 1 cm hohe Öffnung.
Wie willst du da die Platte mit Schrauben fixieren?

Er meint die Schrauben mit denen die Platine an der Festplatte befestigt ist. Diese Schrauben stehen oft noch etwas raus, so das es zum Kurzschluß kommen kann. Dafür hatte ich mir eine HDD protective film Folie von 3M besorgt, die zu keinen Wärmestau geführt und die Verwendung in einem Wechselrahmen im Schacht des Diskettenlaufwerkes verbessert hat. Beim Einführen und Auswerfen der 2.5" HDDs bliebt nichts hängen. Aber auch diesen Wechselrahmen hatte ich einige Wochen später wegen immer wieder auftretenden Probleme bei der Erkennung der HDD am SATA-Port entsorgt.
 
Die Schrauben, die zum Befestigen der Platten vorgesehen sind, werden grundsätzlich gegen Masse und dem Gehäuse geschlossen. Das soll auch so sein.
 
@miac
Es handelt sich um einen so genannten "trägerlosen" Wechselrahmen.
Man kann keine Festplatte darin verschrauben, die wird einfach nur lose reingeschoben und beim Verriegeln des Schachtes wird die Festplatte in die Buchsenleiste gedrückt.

Habe die Ursache für das Problem übrigens immer nicht nicht ganz gelöst und bin jetzt auf der Suche nach einem industrietauglichen Wechselrahmen.
Hat jemand einen Tipp?
 
Unter den "trägerlosen" Wechselrahmen wirst Du sicher keinen finden und sowieso sind die SATA Anschlüsse meine ich nur für maximal 500 Steckvorgänge spezifiziert, tägliche Wechsel also nicht ratsam.
 
Luelli schrieb:
@miac
Es handelt sich um einen so genannten "trägerlosen" Wechselrahmen.
Man kann keine Festplatte darin verschrauben, die wird einfach nur lose reingeschoben und beim Verriegeln des Schachtes wird die Festplatte in die Buchsenleiste gedrückt.

Auf Bild drei sieht man (gelbe Pfeile), dass die Platine der Festplatten direkt auf dieser Trägerplatte aufliegen.
Tatsächlich gibt es noch einen hauchdünnen Spalt von ca. 0,2mm zwischen Platine und der Trägerplatte.
Ich gehe davon aus, dass der enge Kontakt zwischen der Festplattenplatine und der Trägerplatte zu Kurzschlüssen führen kann.

Es geht nicht um die Verschraubung an sich, sondern darum, daß der Kontakt nicht zu einem Kurzschluß führen kann (sollte).

Also kann eigentlich nur eine schlechte Qualität oder z.B. Wackler in der Steckverbindung zu Problemen führen.
 
miac schrieb:
Es geht nicht um die Verschraubung an sich, sondern darum, daß der Kontakt nicht zu einem Kurzschluß führen kann (sollte).

Also kann eigentlich nur eine schlechte Qualität oder z.B. Wackler in der Steckverbindung zu Problemen führen.
Öhm, die Stecker, Verbinder und Anschlüsse habe ich schon durchgemessen, da ist alles im grünen Bereich.
Wenn die intakte HDD in die Schublade gesteckt und danach der Rechner eingeschaltet wird, dann haut es auf auf der Festplattenplatine die Diode hinter dem 5 Volt-Anschlüssen weg.
Eine nichtzustande gekommene Steckverbindung kann das nicht verursachen.
Das Bild mit dem gelben Kreis zeigt die Stelle, wo die Diode war, das hatte ich noch schnell nach dem ablöten gemacht.
Ich vermute irgendwo einen Masseschluss, weil das Aufnahmefach komplett aus Metall ist.
Die Platine selbst hat zum Boden des Fachs nur wenige 10tel mm Abstand und die Motorabdeckung, die durch die runde Öffnung der Platine ragt, hat direkten Kontakt mit dem Gehäuse.
Ich bin da im Moment noch echt ratlos ...
 

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Hat denn die Platte nach dem Ablöten der Diode wieder funktioniert? Dann wäre es auch nicht auszuschliessen, dass die 12V an die 5V Leitungen / Kontakte kommen. Dann müsste man schauen, ob das auf der Platine passiert, also beim Kontakt mit dem "Untergrund" oder im Gehäuse vielleicht was andere defekt ist.
 
Bei mir werkelt ein IB-168 von Raidsonic seit bald 10 Jahren. Gesteckt wird ca. 1/Woche und manchmal auch 15x am Tag.
Mit viel Fingerspitzengefühl kann man auch eine 2,5" SSD stecken :)
Den Begriff Industriequalität würde ich hier nicht verwenden. Aber gerade das An- und Abstecken macht schon einen präzisen Eindruck und eine fehlerhafte Erkennung oder ein unerwartetes Abmelden gab es auch noch nie.
Über die Steckzyklen habe ich mir noch nie Gedanken gemacht muss ich sagen, weil der Sataanschluss ja doch für Hotplug geeignet ist und auch mechanisch nicht den Eindruck macht als wenn der nicht dafür geeignet wäre. Na jedenfalls was die Kontakte betrifft.
 
Ich möchte kurz noch ein Bild der Unterseite einer normalen 2,5" HDD einstellen. Eventuell sind die vom TE ja anders, meine sehen alle so aus:
25_hdd.jpg

Auf der Kontaktseite der Controller Platine gibt es keine Überstände oder Drähte. Zudem ist die Platine mit einem Schutzlack überzogen.

Alle abstehenden Teile, wie die Schrauben, Gewinde und der Motorpart sind elektrisch mit dem Gehäuse verbunden.
Da kann es keine Kurzschluß geben, es sein denn, das Metall des externen Gehäuses wurde eingedrückt.
 
@Holt
Nein, nach dem ablöten der Diode hat die Platte nicht wieder funktioniert.
Habe den ganzen Schrott auch inzwischen entsorgt, um Platz für Neues zu schaffen.
Eine alte Hitachi HDD habe ich hier noch liegen, mein Torx ist aber schon rund und das neue Set kommt lt. Amazon wohl erst Montag. :(
D.h. nächste Woche mache ich die Platte auf, löte die Diode aus (ich vermute mal, dass die es wieder ist), stecke die Platine an die Buchse des Rahmens und messe das Ganze noch mal durch.
Den Verdacht, dass da irgendwo 12, statt 5 Volt aufliegen hatte ich auch schon, halte es aber eher doch für unwahrscheinlich.

@klampf, die Steckzyklen waren bei mir auch noch nie ein Thema, sonst müsste ich jedes Jahr meinen Rechner runderneuern...

@miac
Richtig, die Platinenunterseite steht nicht über und wenn die Platte auf dem Rahmen aufliegt sind zwischen Rahmen und Platine noch einige Zehntelmillimeter Luft. Die Platte liegt mit ihrem Gehäuse, bzw. mit den unteren Gewindelöchern auf.
Allerdings hat der Rahmenboden direkten Kontakt zu der runden Motorabdeckung in der Mitte und der Aufkleber isoliert ja nicht vollständig.
Außerdem hinterlässt diese Motorabdeckung nach mehrmaligem Wechseln Schleifspuren auf dem Rahmenboden.
Was das Bild deiner HDD angeht - betroffen waren bei mir zwei HGST, eine WD, eine Seagate und zwei Hitachis, das Problem tritt also herstellerübergreifend auf.
Und zwar nur bei HDD's, nicht bei SSD's!
 
klampf, es geht nicht um den IB-168, sondern um den Aplic 5,25" Dual Wechselrahmen (und baugleiche Modelle anderer Anbieter) für 2,5"-Laufwerke, siehe Fotos im Eingangspost. ;)
 
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