Welche Bücher sind empfehlenswert zum Lernen von Linux (Debian)?

DHC schrieb:
ich habe hier schon bei den kleinsten, für alle von euch selbstverständliche Sachen so meine Probleme.
Ich habe nun mehrere Beiträge von Dir in diesem Thread gelesen, und versuche rauszufinden wo exakt Deine Probleme liegen. Kannst Du mal ein konkretes Beispiel nennen? Möglichst auf Linux/Debian selber bezogen (nicht irgendein Problem mit paperless oder Docker)?

Du musst bedenken, Linux als solches (also Kernel + elementare Teile des Userlands), Anwendungen wie Paperless und Docker sind jedes für sich genommen komplexe Themen, die man auch nicht vermischen darf.
Wenn Du ein Problem bei der Installation von Paperless hast, ist es ein Paperless Problem, das nicht unbedingt was mit Linux selbst zu tun haben muss.

Die Komplexität und der Umfang des gesamten Linux-Ecosystems ist so dermaßen riesig, dass man es als einzelne Person garnicht komplett überblicken kann. Man muss sich das rauspicken, was man für sich selbst braucht.

Was vielleicht generell hilft, ist den grundlegenden Aufbau von Kernel und Userland zu verstehen und wie die Konzepte zusammenhängen. Da ich vor 30 Jahren mit Unix (also bevor es Linux gab) angefangen habe, weiß ich leider nicht, ob es aktuelle Bücher auf dem Niveau gibt. Damals hat mir tatsächlich Tannenbaums "Operating Systems Design and Implementation" die Augen geöffnet.

Auch wenn es da garnicht um Unix, sondern eben den Unix-Clon "Minix" ging. Aber da wurden eben die grundlegenden Unix Konzepte erklärt. die im Prinzip sogar noch heute an vielen Stellen gelten - zumindest konzeptionell. Die Manuals von realen Unix Systemen (z.B. von Sun Microsystems) waren schon damals eher verwirrend als nützlich. Und wenn ich die Debian Installationsanleitung so ansehe, ist das in 30 Jahren nicht besser geworden :-)

Wenn man die Grundkonzepte verstanden hat, sind auch manche darauf aufbauende Dinge verständlicher. Docker (und andere Container Systeme) sind z.B. im Prinzip ein glorifiziertes chroot Envirionment. chroot selber ist uralt, gab es schon immer in Unix. Wenn man weiß wie das funktioniert, versteht man schon relativ intuitiv was Docker macht.
Wenn man weiß, wie Devices (und speziell Block-Devices) verstehen, dann ist einem z.B. klar was ein loop Device macht.

Wenn man in den Grundkonzepten halbwegs sattelfest ist, ist für konkrete Problemlösungen heute doch die KI der Wahl effizienter. Mit Basiswissen merkt man schnell, wie die KI falsch abgebogen ist.

DHC schrieb:
In fast jeder Anleitung findet man "sudo" vorangestellt vor Befehlen.
Debian (Core) kann erst mal nichts damit anfangen.
Also muss das nachinstalliert werden.
Was hast Du da genau installiert? Debian hat diverse Installationsmöglichkeiten.
Ich würde Dir aber, gerade wenn Du noch so wenig Linux Erfahrung hast, einfach empfehlen, ein Standard Desktop System zu installieren. Das ist auch in einer VM kein Problem, ich habe Debian VMs mit 3GB RAM Zuweisung, die können problemlos auch den Desktop benutzen. Man muss sich das Leben auch nicht unnötig schwer machen, etwa Plattenpartitionen mit irgendwelchen Kommandozeilentools verändern, das geht mit GPartEd im GUI sehr viel bequemer und vor allem sicherer.
Selbst bei heutigen RAM Preisen lohnt es sich nicht, hier am falschen Ende zu sparen.

Grundsätzlich gibt es in Debian das tasksel Kommando, damit kann man Vorkonfigurationen auswählen. Ohne GUI wäre dann ssh-server die richtige Task, kann mir jetzt nicht so recht vorstellen, dass da sudo fehlt. Aber ok, falls doch apt install sudo löst das Problem.

DHC schrieb:
Echte Linux-Experten sind nicht gerade Ubuntu-Freunde.
Was ist ein "Echter Experte"? Sowas gibt es nicht. Jeder weiß nur das, wo er schon Erfahrung hat. Und Vorliebe oder Abneigung gegen bestimmte Distributionen ist nunmal inhärent für die Linux Welt, sonst würde es nicht so viele geben. Nimm die Distribution, die Dir sympathisch ist oder von der Du glaubst, dass sie Deine Anforderungen erfüllt.
DHC schrieb:
Aber ich ging davon aus, dass das nur etwas für absolute Experten auf dem Gebiet ist.
Komplexe Installationen sind einfach komplexe Installationen, egal ob Anfänger oder Experte. Wenn man sich das antun will (oder muss, weil es aus irgendeinem Grund keine Alternative gibt) dann kann man es tun, mit weniger Erfahrung ist halt noch etwas anstrengender als mit mehr Erfahrung. Ich selber versuche, sowas zu vermeiden, es ist in der Regel nämlich einfach nur anstrengend und zeitraubend.
 
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DHC schrieb:
OK. Ich habe verstanden. Debian ist für meinen Anwendungsfall nicht die erste Wahl.

Ich denke nicht, dass das gemeint war. Und angesichts dessen, dass Du eine Applikation in Docker laufen lassen willst, ist die Distribution, auf der Docker laeuft, egal. Und wenn Du Schwierigkeiten mit der Applikation in Docker hast, hast Du die wohl, egal auf was fuer einer Distribution Du Docker laufen hast.
 
Im Buch von Kofler wird auch Docker behandelt, ich weiß aber nicht, wie tiefgehend das ist.

Ich mag Debian nicht so, für Server-/Homelabkram nehme ich meist Ubuntu Server in einer LTS-Version, damit bin ich bisher gut gefahren.
 
TomH22 schrieb:
Kannst Du mal ein konkretes Beispiel nennen?
Ich gehe davon aus, dass die meisten Anleitungen von einem kompletten Linux-System ausgehen, indem alle notwendigen Pakete schon installiert sind.
Das ist bei Debian (Core) eben nicht der Fall. Da muss man so einiges nachinstallieren.
Man tippt dann fleisig ab, was in den Anleitungen steht und muss sich dann mit irgendwelchen Fehlermeldungen herumschlagen. Jemand der tagtäglich mit Linux arbeitet weiß, wo er nachschauen muss. Da stehe ich halt meist auf dem Schlauch.

TomH22 schrieb:
Möglichst auf Linux/Debian selber bezogen (nicht irgendein Problem mit paperless oder Docker)?
Die meisten Probleme in letzter Zeit habe ich tatsächlich mit Linux (Debian) gehabt.
Docker-Installation war noch das kleinste Problem.
Paperless dagegen hat auch an der einen oder anderen Stelle meine Nerven stapaziert.

TomH22 schrieb:
Was hast Du da genau installiert?
Debian (Core) kommt je erst mal sehr schlank daher.
Was ich händisch installieren musste war
  • sudo (Mittels su -, dann apt install sudo)
  • curl (Mittels su -, dann apt install curl)
  • docker (Nach der Anleitung auf den Homepage von Paperless mit dem Verweis auf die Homepage von Docker, hier Debian)
  • paperless (Skript nach Anleitung auf der Homepage)
Ich hoffe, dass ich nichts vergessen habe.
Die letzten zig Stunden haben mich echt zur Verzweiflung getrieben.

TomH22 schrieb:
Was ist ein "Echter Experte"?
Mit Experte meinte ich halt die alten Linux-Hasen.
Man liest auch ab und zu in den Medien, dass Ubuntu da etwas verhasst ist.
Ob das nur Ubuntu an sich liegt oder an der Firma, die Ubuntu baut, kann ich nicht sagen.
Ich hatte früher immer wieder mit Ubuntu hantiert.
Es gab da mal eine Version, speziell für Kleinkinder, mit entsprechenden Programmen. Damit hatte meine Tochter damals viel Spaß und konnte so einiges lernen.

In letzter Zeit bin ich da mit LMDE unterwegs.
Bekannte haben oft alte PCs und dann kommt die Frage auf, was macht man.
Neuen PC kaufen mit Win 11 oder alten PC weiter nutzen. Und da kann man sich überlegen, ob mal da eben auf Linux setzt.
Wenn das einmal installiert ist, gibt es in der Regel nicht mehr viel zu tun. Das meiste, was benötigt wird, ist schon mit an Board.
Ansonsten spiele ich gerne mal mit Arch-Linux (Endeavouros) rum.
 
DHC schrieb:
Man liest auch ab und zu in den Medien, dass Ubuntu da etwas verhasst ist.
Ubuntu wird naturgemäß von einigen gehasst, da dahinter eine gewinnorientierte Firma steht.
Man löst sich von Windows und Microsoft, um dann wieder unter einer anderen Firma zu stehen.

Dazu kommen noch die Ubuntu Alleingänge, wie jetzt Sudo rs, snap oder auch manchmal genannt netplan.

man muss aber auch sagen, dass Ubuntu gerne im enterprise Bereich eingesetzt wird, durch die Möglichkeit auf einen 10 jährigen Support einer Version.

Trotz all dem dürfte Ubuntu Desktop die meistbenutzte Distro (Desktop Bereich) sein und wenn man sich an den paar Punkten nicht stört, dann ist die auch durchaus gut und man wird glücklich mit ihr.
 
DHC schrieb:
Mit Experte meinte ich halt die alten Linux-Hasen.
Man liest auch ab und zu in den Medien, dass Ubuntu da etwas verhasst ist.
Die alten Hasen scripten und programmieren ihre Tools oft selbst. Da nervt es einfach, wenn man bei einer Distro erst mal hunderte teils verpatchte *-dev-Pakete nachinstallieren zu müssen.
Ich bin in einer Discord-Gruppe, in der man noch viele dieser alten Hasen antrifft. Da sind u.a. Slackware, Arch, aber auch Debian sehr beliebt. Wobei man auch sagen muss, ein Slackware oder Arch ist natürlich auch nicht ganz frei von Patches. Komplett ohne geht es ja kaum. Aber es ist eben deutlich näher am Original als bei vielen anderen Distros.
 
Ich will selbst Debian installieren, frage mich selbst, ob das zu kompliziert ist (bisher im Wesentlichen nur Kubuntu auf USB-Stick verwendet (ein bisschen auch Debian und andere), aber auch da viel installiert, aber hatte nichts mit Benutzerverwaltung zu tun. Aber damit hat man ja bei fester Installation bei jedem Linux zu tun. Was ist denn für Dich an Debian so anders?)

Ich hab jetzt kaum Threads finden können, wo Du mit Debian Probleme hast. Das mit paperless (scheint allgemein für sich schon nicht so einfach zu sein, unanhängig von der Distro) und Docker. Ich hab die (allerdings ältere) Version vom Kofler, fettes Buch, ca. 1300 Seiten, 1 Kapitel (von >10) geht nur über Docker, also recht viel. Da hätte Docker für mich erstmal niedrigere Priorität, es zu nutzen.

Das andere ist, wenn Du sagst, dass Du keinen Desktop hast. Ich benutze zwar auch immer die Kommandozeile zum installieren, oder anfängermäßig was nachsehen, aber ggf. kann ich auch Desktopprogramme verwenden. Ich weiß nicht, ob das jetzt das Problem ist.

In fast jeder Anleitung findet man "sudo" vorangestellt vor Befehlen.
Debian (Core) kann erst mal nichts damit anfangen.
Also muss das nachinstalliert werden.
Was meinst Du damit? In der debian-Live-Version klappte sudo genauso wie unter Kubuntu und andere Linuxe.

Das reicht aber auch nicht. Man muss noch weitere Dinge erledigen, bis man endlich damit arbeiten kann.
Was denn?
Vielleicht hat es damit zu tun, ob man es als net-Installation installiert oder ein hybrid-Iso für den Stick. Das schein keine so triviale Entscheidung zu sein und ich durchblicke es auch noch nicht so.

Zum Thema Bücher oder nicht:
Ob das zeitgemäß ist, wäre mir herzlich egal. Hauptsache, ich kapiere etwas nach der Lektüre. Und da sind Bücher, durch ihre gute Strukurierung und dass man sie von vorne nach hinten lesen kann, ohne Sprünge machen zu müssen, also einfach linear, in meinen Augen besser (es stellt sich kaum die Frage, ob etwas vorausgesetzt wird, denn fast alles, was vorausgesetzt wird, steht weiter vorne). Aufgrund der Linearität ist es mMn schwieriger, GUTE Bücher zu schreiben.
Jedenfalls, der Kofler ist mMn ein ganz gutes Buch. Man kann den Einstiegsteil einfach von vorne lesen und dazu kann man auch bestimmte Kapitel zur Administration lesen (in dem Teil wird auch alles (was ich gelesen habe) nur zur Kommandozeile geschrieben, aber eben mit Hintergrundinformationen).

Ob aktuell oder nicht: Ich hab auch mal was mit einem Buch gelernt, was damals schon veraltet war. Aber da es dadurch noch simpler simpler war, konnte man leichter die Grundprinzipien lernen. Und wenn man die verstanden hatte, war es einfacher, von da aus einen Schritt weiterzugehen.

Wie soll ich dann ein "fettes" Linux wieder auf Minimum reduzieren.

Nur, wenn Du ein "fettes" Linux hast, musst Du ja nicht alles davon nutzen. Und wenn Du eine Lösung für Dein Problem gefunden hast, hast Du ja eine Struktur, wie Du das Problem angehen kannst. Wenn Du es dann simpler haben willst, musst Du nur ein Analogum für den Schritt auf dem fetten Linux finden. So wie beim Programmieren, top-down.

Weil ich das einfach umziehen können möchte ohne alles möglich wieder einrichten zu müssen.
Deshalb habe ich das in eine VM gepackt.

Du willst ja mit der Kommandozeile arbeiten (was ich auch gut finde). Dann kannst Du Dir jeden notwendigen Befehl aufschreiben, sowie Du ihn rausgefunden hast. Am Schluß hast Du ein kleines Skript, was Du einfach woanders ablaufen lassen kannst. Dann ist das mit VM nicht mehr nötig.

Echte Linux-Experten sind nicht gerade Ubuntu-Freunde.

Wann ist jemand ein "echter Linux-Experte" und woran erkennst Du das? Vielmehr wichtig ist, WARUM meint er das? Sind diese Gründe für Dich überhaupt relevant?
 
Tanne schrieb:
Was ist denn für Dich an Debian so anders?
Für jeden Linux-Konsolenanwender ist das alles wahrscheinlich kaum ein Problem.
Ich habe aber schon gelesen, das einige von Debian wieder weg sind, aus Gründen.
Welche es auch immer sind.

Tanne schrieb:
Was meinst Du damit? In der debian-Live-Version klappte sudo genauso wie unter Kubuntu und andere Linuxe.
In der Live-Version sind auch viele Pakete aktiv, vermute ich mal.
Ich habe die nackte Version gewählt, wenn man das so sagen kann.

Tanne schrieb:
Ich bin halt über Sachen, wie z. B. sudo gestolpert.
In fast jeder Anleitung ist sudo vorangestellt.
Ging halt nicht, weil das Paket nicht installiert ist.
Die Installation alleine reicht aber auch nicht.
Man muss als Benutzer erst der sudo-Gruppe beitreten.
Selbiges z. B. bei Docker.
Da steht, meine ich, in der Anleitung zu nichts dazu.
Gerade eben musste ich feststellen, dass es mehrere Befehle gibt, einen neuen Benutzer anzulegen.
Da gibt es z. B. adduser und useradd. Die machen wohl unterschiedliche Sachen. Vermute ich mal.
Gleiches gilt wohl auch für Benutzer zu Gruppen hinzufügen. Da gibt es wohl auch mehrere Möglichkeiten.
Man muss das halt wissen.

Tanne schrieb:
Wann ist jemand ein "echter Linux-Experte" und woran erkennst Du das? Vielmehr wichtig ist, WARUM meint er das? Sind diese Gründe für Dich überhaupt relevant?
Linux-Experte war wohl der falsche Begriff.
Es geht wohl darum, dass Ubuntu bei einigen Linux-Anwendern nicht beliebt ist, da das Unternehmen dahinter damit verdienen möchte. Was im Prinzip ja auch andere machen, durch ihren Support. Oder weil es verbastelt ist und nicht 100% dem Unix-/Linux-Kodex folgt. Was auch immer.
Da haben wohl manche ihre Probleme damit.
Und nein. Für mich sind die nicht relevant.
Ich dachte mir, ich hole mir ein stabiles Linux, dass nicht alle Nase lang upgedatet wird und irgendwann nicht mehr läuft.
Das System läuft im Hintergrund. Wenn alles installiert und eingerichtet ist, soll es einfach problemlos und stabil laufen ohne herumzuzicken.
Das hatte ich selbst schon, eben mit Linux Mint (Basiert auf Ubuntu) erlebt.
Wobei mir das auch schon mit EndeavourOS passiert ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bis Du ein Buch hast, kann man ganz gut bei ubuntuusers.de im wiki schauen. Z.B. adduser (und Unterschied zu useradd): https://wiki.ubuntuusers.de/adduser/

Generell: Wenn die Kommandozeile ein Problem ist für Dich (glaub ich nicht per se, es geht nur drum, die relevanten Informationen zu finden und da ist die Dokumentation bei Ubuntu wahrscheinlich besser als bei Debian), hast Du das überall. Dein Weg mit Buch ist da auch sicher besser als einfach "Internet". Aber jetzt versteh ich, es gibt wohl bei Debian so ein paar Besonderheiten, wie das mit der sudo-group, das hab ich auch schon gelesen. Wäre ja kein Problem, wenn es transparenter wäre und man es in dem Augenblick weiß...

Ich dachte mir, ich hole mir ein stabiles Linux, dass nicht alle Nase lang upgedatet wird und irgendwann nicht mehr läuft.

Versteh ich voll. Es sollte aber meiner Meinung nach keinen großen Unterschied machen, ob Du debian stable nimmst oder ein Ubuntu (am besten Ubuntu selbst) als LTS-Version. Da kriegst Du da wie dort nur Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen, keine neuen Programmversionen. Und je nachdem, was Du nimmst, geht das ziemlich lange (Ubuntu 5 Jahre). Aber gut, debian stable ist länger ausgetestet, das stimmt schon. Nur ob das in der Praxis so einen Unterschied ausmacht?! Und wenn Du jetzt Ubuntu24.04 nimmst, ist das ja auch schon fast 2 Jahre "getestet".
Aber an der Kommandozeile ändert das auch nichts...
Aber vielleicht hast Du jetzt auch das Ärgste hinter Dir und wenn Du hier auch Hilfe kriegst...
Das Kapitel über Docker in meiner Kofler-Ausgabe ist übrigens 46 Seiten...
 
Zuletzt bearbeitet:
DHC schrieb:
Ich habe aber schon gelesen, das einige von Debian wieder weg sind, aus Gründen.
Welche es auch immer sind.
Recht simpel. Die Pakete sind in der Regel recht alt und es gibt keinen Enterprise Support. Dafür ist Debian aber unglaublich verlässlich.
Distributionen wie Proxmox und TrueNas Scale setzen vermutlich deswegen darauf.
 
Das mit dem Alter der Pakete sollte man aber über flatpaks usw. lösen können?! (wenn man nicht alles neu will)
 
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Tanne schrieb:
Ich will selbst Debian installieren, frage mich selbst, ob das zu kompliziert ist
Debian ist genauso einfach zu installieren wie jedes andere Linux: Man erstellt ein Boot Medium, bootet und dann hat man entweder ein Live System oder installiert mit einem interaktiven Installer.
Bei mir ist die letzte Debian Installation jetzt mehr als ein Jahr her, deswegen erinnere ich mich nicht mehr genau wie sie ablief, aber es war nichts Bemerkenswertes dabei, sonst würde ich mich erinnern :-)

Was bei Debian schwieriger ist, ist dass die Download Seite kryptisch und unübersichtlich ist, und dass man keine Easy-peasy Einsteiger Anleitung bekommt, wie man die ISO auf einen USB Stick bekommt.

Tanne schrieb:
Vielleicht hat es damit zu tun, ob man es als net-Installation installiert oder ein hybrid-Iso für den Stick. Das schein keine so triviale Entscheidung zu sein und ich durchblicke es auch noch nicht so.
Der Unterschied zwischen Net Install und full ISO ist nur, dass die Full-ISO eine Offline Installation erlaubt, die Net install lädt halt Pakete während de Installation nach. Hat nebenbei den Vorteil, dass man gleich ein aktuelles System hat, und nicht noch mal einen extra Update lauf fahren muss.

DHC schrieb:
Ich bin halt über Sachen, wie z. B. sudo gestolpert.
In fast jeder Anleitung ist sudo vorangestellt.
Ich rätsele immer noch, wie Du es geschafft hast, ein Debian ohne installiertes sudo zu installieren. Evenutell hast Du ein Userland installiert, dass eigentlich für Container gedacht ist.
Man kann ein Debian in der Tat auch manuell "from Scratch" mit deboostrap oder mmdebstrap installieren, da kann man dann auch ein Rumpf-System bekommen, wo außer der Shell und den Basic Utilities nichts drin ist. So ein Userland wird meistens als Basis für Container verwendet.

Das habe ich z.B. in diesem Leserartikel beschrieben:
https://www.computerbase.de/forum/t...bian-trixie-auf-dem-visionfive-2-sbc.2249632/

Das dort verlinkte GitHub Repo von mir könnte auch für Dich als "Lernobjekt" nützlich sein, denn der Prozess mit mmdebstrap ist unabhängig von der Architektur, das geht genauso auch mit x86-64. Wenn Host und Zielsystem die gleiche CPU Architektur verwenden, braucht man natürlich keine Emulation mit qemu.

Die gute Unterstützung für andere Architekturen ist übrigens für mich der Hauptgrund für die Verwendung von Debian. So nutze ich auch diverse Debian @ ARM VMs auf meinem Macbook.

Tanne schrieb:
Generell: Wenn die Kommandozeile ein Problem ist für Dich (glaub ich nicht per se, es geht nur drum, die relevanten Informationen zu finden und da ist die Dokumentation bei Ubuntu wahrscheinlich besser als bei Debian), hast Du das überall.
Die Kommandozeile ist erst mal grundsätzlich weitgehend unabhängig von der Distro, zumindest wenn es um die Kommandos selbst geht. Im übrigen ist auch man <kommando> eine Option die in jedem Termina geht und schon vor 40 Jahren funktioniert hat...

Man muss aber unterscheiden zwischen den shell befehlen und der Systemkonfiguration. Beim Thema Konfiguration gibt es natürlich Unterschiede, z.B. systemd vs. klassiches Init System, oder z.B. ob da Netzwerk mit network-manager konfiguriert ist, oder "klassich".

Linux ist da übrigens in den letzten Jahren viel einfacher geworden, gerade neue Systeme wie systemd oder eben network-manager konfigurieren das System zu 99% anhand der vorgefunden Hardware selber, man muss fast nichts mehr in Konfigurationsdateien rumbasteln. Selbst eine /etc/fstab wird oft nicht mehr benötigt. Wenn man sich das Installscript im oben verlinkten Artikel anschaut, sieht man, dass nur sehr wenige individuelle Konfigurationsdateien erstellt werden.

"Experten"-Wissen braucht man eigentlich nur wenn man hinter die "Magie" dahinter steigen will oder muss.

Was in diesem Thread schon mehrmals angesprochen wurde, ist das Thema Pakete/Paketabhängigkeiten bzw. Probleme mit diesen.
Klar, keine Linux Installation ist ein "Full-Install" in dem Sinne dass das ganze Repo der Distro installiert ist, d.h, man kann immer über etwas stolpern was fehlt.

Gute How-Tos für irgendwelche Dinge enthalten oft am Anfang einen "Prerequisites" Abschnitt in denen z.B. so was wie eine "apt install ...." Zeile steht, um alle Abhängigkeiten zu installieren.

Wenn nicht hilft folgende Strategie:
Sagt das System irgendwas wie "xyz not found" oder meckert eine fehlende Shared Library (xxx.so) an, dann hilft oft ganz stumpf "sudo apt install xyz" oder "sudo apt install libraryname".
Wenn das nicht hilft dann geht man zum KI Chatbot der Wahl und fragt:
"Wie installiere ich xyz in debian?". Aber auch ohne KI führt eine klassische Internetsuche relativ schnell zum Ergebnis.

Solange man nur Software aus dem Repo der Distribution installiert, hat man das Problem sowieso nicht, da sollten alle Abhängigkeiten mit installiert werden. Deswegen immer der Tipp: Schaut erst mal nach, ob es das Paket in der Distri gibt. Selbst wenn es etwas älter ist, sollte man erstmal damit anfangen, und nur was von außerhalb installieren, wenn es notwendig ist.

Dabei kommt man allerdings in der Linux Welt in die Fahrwasser, wo es schnell mal holprig wird, und leider auch holpriger, als man es von Windows gewöhnt ist.

Der Nachteil bei Linux Installations "Paketen" wie tarballs oder selbtauspackenden Shell-Archiven, usw. ist, dass sie öfter gegen ein ganz bestimmtes Userland und entsprechende shared Libraries gebaut sind. Wenn dann das Programm schon beim Start damit crasht, dass es keine passende glibc findet, dann hat man in der Regel echt verloren. Fehlen nur spezielle Libraries, kann es sein, dass man sie nur nachinstallieren muss.

Ich selber kann leider nicht viel zu flatpack und snap sagen, die ja die "Dependency-Hell" lösen soll - ich habe da wenig bis keine Erfahrung mit. Ich nutze Linux hauptsächlich für Entwicklung, und da wo ich regelmässig neuere oder andere als die Distri-Versionen brauche (etwas dem gcc für RISC-V oder dem freien VDHL Slimulator ghdl) compiliere ich mir meine Pakete selbst.

Das ist dann die nächste Baustelle wo es holprig werden kann. Es gibt Software da macht mein ein git clone und folgt dem Readme und alles ist flauschig.
Lange war das beim gcc so, kürzlich hatte ich aber das Problem dass der gcc beim sich selbst compilieren sämtlichen virtuellen Speicher inkl. Swap verbrauchte und dann abstürzte. Sowas ist dann natürlich nicht trivial. (Falls es jemand wissen will warum: Ursache war, dass die defaultmässig aktive Option link-time-optimization (lto) den Speicherverbrauch des Linkers ins Unermessliche steigerte).

Gerade bei kleineren Softwarepaketen kann man sich auch als Nicht-Entwickler durchaus mal an die Selbst-Compilierung wagen. Große Programme wie chromium oder Libre Office sind dagegen nicht dafür geeignet, sie mal eben selbst zu bauen.
 
TomH22 schrieb:
Ich rätsele immer noch, wie Du es geschafft hast, ein Debian ohne installiertes sudo zu installieren.
Wenn ich mich richtig erinnere, dann ist in der Minimalinstallation (also das was man mit Debian-netinst installiert) ohne sudo. Zumindest war das mal früher so. Wie es für die aktuelle Version aussieht, weiß ich nicht.

Ergänzung:
Ich bin anscheinend nicht der einzige, dem das noch im Kopf ist :-)
 
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@TomH22
Genau wie @RedPanda05 und @andy_m4 schreiben
Wenn man auf debian.org geht bekommt man als Download die ...netinst.iso angeboten.
Da sind nur Standard-Komponenten dabei, wenn man alle Desktops abwählt.
Ich habe noch zusätzlich SSH-Server ausgewählt, damit ich mit KiTTY/PuTTY drauf zugreifen kann.

Da gibt es halt nichts OOTB.
Man muss alles möglich händisch nachinstallieren.
Und wenn da schon Profis darüber stolpern, was denkst du, wie es mir dabei geht.
Ich habe so langsam das Gefühl alle hier halten mich für einen Vollidioten.
Und mit all deinen anderen Begriffen kann ich überhaupt nichts anfangen.
Aber das wird hoffentlich, wenn ich das 1.4xx-Seiten Buch mal durchgelesen habe.
 
andy_m4 schrieb:
Wenn ich mich richtig erinnere, dann ist in der Minimalinstallation (also das was man mit Debian-netinst installiert) ohne sudo. Zumindest war das mal früher so. Wie es für die aktuelle Version aussieht, weiß ich nicht.
Das ist immer noch so und der Grund warum sich der TE in den Fuß geschossen hat. Es heißt auf der Debian-Website zum netinst-ISO nicht ohne Grund For advanced users
 
DHC schrieb:
Ich habe so langsam das Gefühl alle hier halten mich für einen Vollidioten.
Nope, ich habe 500 Seiten Anleitung gelesen und weiß gefühlt immer noch nichts ;)

Daher kann ich nachvollziehen, dass man davon schnell überfordert ist.

Ich nutze btw bis heute den netinstall :) herunterladen geht so schön schnell ^^
Ergänzung ()

Evil E-Lex schrieb:
Es heißt auf der Debian-Website zum netinst-ISO nicht ohne Grund For advanced users
Bin ich blind, wo steht das ‚„😅

1768498348107.png
 
DHC schrieb:
Wenn man auf debian.org geht bekommt man als Download die ...netinst.iso angeboten.
Deswegen klickt man auch nirgends den fetten Download-Button an, sondern den kleinen Link da drunter. 🙂 Aber allein aus solchen Gründen mag ich Debian zum Beispiel nicht. Die Website sieht aus wie 1995 und die Nutzerführung ist entsprechend.

@RedPanda05 Klick mal auf den Link a small installation image
 
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