Ich kann momentan Rücklagen aufbauen, WEIL ich im Eigentum wohne und damit eben kein "passives Einkommen" mehr mitfinanziere.
Klingt verrückt ... der Platz, den ich momentan habe, würde mich am Wohnungsmarkt deutlich mehr kosten, als ich monatlich verdiene. Ich werde einen Mitbewohner in mein Haus nehmen, und da der "normale" Miete zahlen möchte ... also in etwa 6,- pro m² ... (ich sprach ja von "normal" und nicht von "ortsüblich + 10%" - die Aufwärtsspirale, die uns als Mietpreisbremse untergejubelt wurde*), bleiben bei mir momentan jeden Monat gut 700,- zum Leben übrig. Ich bin sparsam genug, dass ich ganz locker 500,- im Monat beiseite legen kann ... wenn der Mitbewohner erstmal eingezogen ist. Das sind 6k im Jahr ... und nach zwei oder drei Jahren wäre damit die WP Nebst einbau bezahlbar.
Ich kann momentan mehr Geld zurücklegen, als mein vorheriges Mietklo (WG-Zimmer unter 12m²) gekostet hat. 5k im Jahr sind definitiv drin ... nur weil ich keine überzogene Kaltmiete mehr zahle.
Aber: Wenn ich das Haus gekauft hätte, statt ein schuldenfreies Haus zu erben, dann sähe das dank der Kreditzinsen ganz anders aus ... dafür bräuchte ich einen mindestens 4 mal so hohen Verdienst (Netto), um überhaupt noch in diesem Leben von den Schulden wieder runter zu kommen.
Ein verschuldetes Haus hätte ich als Erbe ausgeschlagen ... einfach, weil ich meinen Hals nicht freiwillig in die Schlinge legen will.
Bauen oder Kaufen ist momentan definitiv keine Option, wenn man nicht richtig gut verdient (definitiv so viel, dass man auf ein paar Euro schon Spitzensteuersatz zahlt (Jahresbrutto 260k aufwärts).
Wenn es das Erbe nicht gegeben hätte, würde ich definitiv noch zur Miete wohnen ... und würde mich weiter darüber ärgern, dass fast 50% des Mietpreises einfach das Passiveinkommen des Besitzers sind und ich keinen Einfluss drauf habe, wie der in seine Hütte investiert (man kann viel Geld versenken und dabei nur Makulatur betreiben).
Gerade Menschen, die ihr Wohneigentum vermieten können, leben um einiges günstiger, als Menschen in Mietwohnungen oder solche, die ihr Eigentum nicht vermieten.
Bei denen, die es vermieten, habe ich absolut kein Verständnis dafür, wenn keine Rücklagen aufgebaut wurden. Ihr kassiert für jeden m² jährlich gut €150,-, obwohl er euch faktisch nichtmal ein Drittel davon kostet.
Ich nutze mein doch recht niedriges Einkommen, um eine Rücklage aufzubauen ... und es klappt. Ich habe das vor 2 Jahren noch nicht geglaubt, und habe meinem Vater daher immer wieder gesagt, dass ich mir das Haus nicht leisten kann ... warum er daraufhin immer nur abgewiegelt und gelächelt hat, habe ich erst verstanden, als ich die tatsächlichen Kosten des Hauses kannte.
Die Hütte mit fast 100m² Wohnfläche und Garten kostet mich momentan knapp 100,- mehr, als ich jetzt für mein vorheriges 12m² Wohnklo in einer WG an Miete zahlen müsste (natürlich hat der Vermieter den Mieterwechsel für eine saftige Erhöhung genutzt ... "Inflationsausgleich" für sein Passisveinkommen ... wenn das alle Vermieter so machen, dann gibt das einen schönen Inflations-Booster).
*) bitte nicht falsch verstehen ... ohne diese "Mietpreisbremse" würden sich die Kaltmieten jährlich wohl mittlerweile verdoppeln.