OdinHades schrieb:
Und wir drehen uns wieder im Kreis. Dass China also Co2 ausstößt, ist das Totschlagargument dafür, dass wir hier nichts zu tun brauchen. [...]
Nein, aber es zeigt die Grenzen des eigenen Handlungsrahmens auf.
Weder geteaxt noch ich haben hier die Notwendigkeit hinsichtlich Klimaschutz und Umbau auf EE angezweifelt oder kritisiert.
In der Kritik stehen der geplante Weg und die Führungsgröße. Ich zum Beispiel halte einen 1,5°-Ziel > CO2-Budget > Dreisatz Ansatz für naiv und gefährlich.
Es mag sein, dass neben den 2 % CO2 die Deutschland selbst verursacht es noch gewissen Einfluss auf die restlichen 98 % hat. Zunächst wäre da (noch!) die EU, klar, aber dann kommt eigentlich nur noch die wirtschaftliche Stärke, welche zuletzt stetig sinkt.
Alles in allem, ist klar, es gibt einen großen Anteil auf den Deutschland keinen Einfluss hat.
Wenn man es mit einem großen Unsicherheitsfaktor zu tun hat, dann muss der eigene Plan mehrere Szenarios abdecken. Und ja, dazu gehört eben auch, dass das CO2 einfach weitersteigt.
Die Schweiz zum Beispiel hat sich auch das Ziel Klimaneutralität gesetzt, aber sie lässt sich 5 Jahre mehr Zeit und macht jede weitere Maßnahme abhängig davon, ob es dafür demokratische Mehrheiten gibt. Sie bleibt flexibel und stellt sich jeweils auf die neue Situation ein.
Eventuell kommen die USA und China zu dem Schluss, dass es nicht um Klimaschutz, sondern die Bewohnbarkeit des Planeten geht und mit Geoengineering starten. Was passiert eigentlich mit dem 1,5°-Ziel, wenn die Temperatur durch Geoengineering nicht mehr ansteigen sollte?
Deshalb meine ich bedarf es einer anderen budgetbasierten Führungsgröße, nämlich die technische und wirtschaftliche Machbarkeit, welche an die jeweilige Entwicklung angepasst werden kann.
R.Kante schrieb:
[...]Der Atmosphäre ist es dabei herzlich egal, ob dass CO2-Molekül nun Rot mit Hammer und Sichel angemalt ist, oder Schwarz-Rot-Gold daherkommt. Die Auswirkungen sind die gleichen, also sind wir in der Pflicht unseren Ausstoß zu verringern.[...]
Und mindestens im selben Maße hilflos, wenn andere es nicht tun.
Erkekjetter schrieb:
[...] Es ist nur zu erwarten und völlig unüberraschend, dass viele Menschen mehr CO2 produzieren als wenig. Ich kann dieses Scheinargument nicht mehr hören...[...]
Der Trend geht nach oben, das ist kein Schein, sondern Fakt.
Selber schrieb:
@getexact Was ist eigentlich der Punkt auf den du hinaus möchtest? Wir brauchen nichts zu tun solange China aufhört einen ähnlichen Lebensstandard wie wir anzustreben? Die sollen die Bedürfnisse ihrer Bewohner bitte komplett ignorieren, damit wir Deutschen die es schon zu relativem Reichtum geschafft haben (mit riesigem CO2 Ausstoß) weniger unter dem Klimawandel leiden müssen?[...]
Hast Du Dir diese Rechnung schon mal zu Ende überlegt?
Ich finde diese Rechnungen interessant. Ungeachtet der virtuellen Voodoo-Kosten der Zukunft, mit der die aktuellen Zwangsmaßnahmen erklärt werde, stellt sich die Frage nach der Vergangenheit (wie Du es auch tust).
Besitzt Du Wohneigentum, ja? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Immobilie mit CO2-Blutgeld der deutschen Wirtschaftskraft der letzten Jahrzehnte finanziert wurde. Bist Du bereit, die Immobilie zu verkaufen und den Erlös an eine absaufende Südseeinsel zu spenden, um diese CO2-Erbschuld zu begleichen?
Nein? Warum nicht?
hallo7 schrieb:
Auch das könnte Deutschland signifikant ändern. Deutschland müsste dafür nur Gesetze erlassen, dass jegliche Produkte die in Asien bzw. generell produziert werden eine entsprechend gute Umweltbilanz aufweisen. Deutschland kann das sogar auf EU Ebene durchsetzen würde ich meinen.[...]
So einfach ist das? Sorry, aber als ich diesen Absatz gelesen hatte, musste ich an die Katholiken im Mittelalter denken, die die sehr ernste Überzeugung hatten, dass die Sonne und die Planeten sich um die Erde drehen.