Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Und auch wenn wir weiterhin ignorieren, dass China die CO2-Neutralität anstrebt, entbindet uns das nicht von unseren eigenen Verpflichtungen. Die Emissionen müssen auf 0 runter. Punkt. Nicht heute und nicht morgen, das lässt sich nicht erreichen. Aber so früh wie möglich. Um das zu erreichen, müssen wir heute aktiv werden, statt die Füße in die Luft zu legen, in den Sessel zu pupsen und zu sagen: "Tja, kann man nix machen".

Zudem verbauen wir uns mit dem Beharren auf überholter und schmutziger Technologie die eigenen wirtschaftlichen Chancen. Denn Green Tech ist nicht nur ein Vehikel, um Klimaschutz zu betreiben. Es ist auch der entscheidende Faktor in der Wirtschaftswelt von Morgen. Der Autohersteller BYD hat just in diesem Jahr Volkswagen in China als größten Autobauer abgelöst. BYD baut keine klassischen Verbrenner mehr, lediglich Hybridfahrzeuge finden sich noch im Portfolio. Der mit Abstand am schnellsten wachsende Autokonzern ist Tesla - bekanntlich komplett mit Elektrofahrzeugen.

Währenddessen setzt die hiesige Branche auf Luxusfahrzeuge, die kein Mensch bezahlen kann und wird sich in ein paar Jahren darüber wundern, abgehängt worden zu sein. Selbes Spiel bei den erneuerbaren Energien. Politisch motiviert wurden dieser Branche hierzulande immer wieder Steine in den Weg gelegt. Mittlerweile haben viele Unternehmen aufgegeben. Den Ton gibt China an. Die Produktionskapazitäten für Solar, Batterien und Wind überstrahlen dort sämtliche andere Nationen, so ich Informationen der Wochenendausgabe des Handelsblatts Glauben schenken darf. China wird mit dem Kram in Zukunft richtig Geld verdienen.

Währenddessen schlägt man sich in Deutschland die Köppe darüber ein, Verbrenner bis zum Sankt-Nimmerleinstag zu verwenden und ja keine Windräder in Bayern zu bauen. Der Klimawandel wird noch immer nicht ernst genug genommen und es reicht ein Regentag in Stuckenborstel aus, damit ein Pulk an Idioten ins Netz schreit "icH mERk gAr niX voN KliMAwaNDel, trolololol!".

Ebenfalls aus dem Handelsblatt dazu ein treffender Kommentar aus einem Essay über das Werk "Ecotopia":

[...]
Das Ringen der Menschen um einen Ausweg aus der globalen Klimakrise erinnert an das "Duell mit Knüppeln" von Francisco Goya: Zwei Männer gehen mit Stöcken aufeinander los und bemerken nicht, dass sie knietief im Treibsand stecken. Mit jeder Bewegung, mit jeder Sekunde, in der es ums Rechthaben geht, wächst die Gefahr, vom Sand verschlungen zu werden. Was könnte die Männer innehalten lassen? Was könnte sie wachrütteln aus der Verbohrtheit?

Wir sollten uns mehr intellektuelle Courage zutrauen und konkrete Bilder von der Zukunft entwickeln, nach denen wir streben oder an denen wir uns reiben können. Nicht Künstliche Intelligenz wird den CO2-Anstieg verhindern, sondern Politik, an deren Anfang Ideale und Träume stehen müssen. [...]

Sich einzubilden, einfach wie bisher weitermachen zu können, ist einfach nur blanke Idiotie, um es mal ganz knallhart auszudrücken. Es gibt keinen Weg zurück in Zeiten, die ohnehin nur in den verklärten Köpfen einiger Menschen existieren. Es wird nicht wieder "alles gut" und das Klima wird sich auch nicht mehr fangen. Wir können nur jetzt damit anfangen, die weitere Entwicklung zu mildern. Und das geschieht anderswo sehr wohl bereits, und das im großen Stil. Wer jetzt nicht investiert, wird morgen obsolet sein. Selbst die USA haben das erkannt, und so Trump dort nicht alles über den Haufen wirft, werden Erneuerbare Energien und Green Tech dort in den nächsten Jahrzehnten der mit Abstand am schnellsten wachsende Markt sein.

Am Thema Klimaschutz hängt ein ewig langer Rattenschwanz, und wer sich dem Thema verschließt, wird abgehängt. In mehrfacher Hinsicht. Mit dem teilweise schon hirnrissigen Widerstand gegen vergleichsweise milde Eingriffe setzen wir uns selbst nicht nur eine Mauer in den Weg. Wir nutzen die Gelegenheit auch gleich, und schlagen uns an selbiger fröhlich den Schädel ein. Aber im komplett debilen Zustand lässt sich die Fahrt im V8 zum nächsten Grillfest wahrscheinlich sowieso besser ertragen und auch die 50 °C im Schatten in den 30er Jahren sind dann wahrscheinlich gar nicht mehr so schlimm.

Also was soll's, hurra! Oder so.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: dideldei, Revan1710, Erkekjetter und eine weitere Person
OdinHades schrieb:
Und auch wenn wir weiterhin ignorieren, dass China die CO2-Neutralität anstrebt, entbindet uns das nicht von unseren eigenen Verpflichtungen. Die Emissionen müssen auf 0 runter. Punkt. Nicht heute und nicht morgen, das lässt sich nicht erreichen. Aber so früh wie möglich.[...]
Dagegen spricht nichts, das Ziel 100 % EE ist klar.

Aber über den Weg und die Geschwindigkeit wird man diskutieren müssen (und hoffentlich auch noch dürfen).

Wobei ich da zuletzt meine Zweifel bekommen habe, wer nicht 100% auf der grünen Agora/Graichen/Habeck-Linie ist, dem wird unterstellt, dass er gar nichts ändern will. Gekrönt wird dann das alles noch damit "die letzten Jahrzehnte wurde nichts unternommen". Da frage ich mich, woher der 50%-EE-Stromanteil kommt, wenn nichts unternommen wurde.

Natürlich muss man die Wirtschaft mit im Augen behalten, dort wurden die Milliarden verdient, die die Milliardensubventionen in EE ermöglicht haben. Heute noch wird eine 20jährige Einspeisevergütung beschieden. Was glaubt man eigentlich woher das Geld kommt, mit dem das Milliardenminus auf dem EEG-Konto ausgeglichen werden muss (im Jun23 -1,6 Milliarden €)? Und vom grünen Wirtschaftswunder fehlt jede Spur.

1,5°-Ziel - CO2-Budget - Dreisatz/Excel reicht nicht für die reale, komplexe Welt.

Und wenn einem das dann bei solchen Treffen vor Augen geführt wird...

"Habeck sagte nach dem Treffen, es sei nicht zu erklären, dass einige Staaten den Schutz der eigenen Industrie vor die gemeinsame Verantwortung für das Klima stellten.
Auch die von deutscher Seite angestrebte „ambitionierte Sprache“ für einen Ausstieg aus fossilen Energien, insbesondere Kohle, war am Ende nicht mehrheitsfähig. „Da hätten wir uns mehr gewünscht“, hieß es aus deutschen Delegationskreisen."
link

dann ist man beleidigt, weil sich die selbstzugesprochene Genialität und Weisheit als Trugschluss erweist.

Weniger Wünsche und mehr Realitätssinn wäre angebracht, denn ohne Mehrheiten läuft nix.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: getexact, Capet und Klingeldraht
Aber der Realitätssinn darf vernachlässigt werden, wenn man darüber diskutiert, wie sinnvoll/nötig der CO2 Ausstieg und seine Geschwindigkeit sein müsste? Wenn die Mehrheit aus bequemlichkeit nicht auf die Bremse treten will und weiter auf die Mauer zurasen will ist es der Realitätssinn der einem sagen sollte, dass man eine Mehrheit braucht? Auch dann wenn die Mehrheit sich irrt?
 
Das Grüne davon überzeugt sind schlauer als alle anderen zu sein ist mir klar. Das ist aber auch schon alles, davor mach ich keine Liegestütz.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klingeldraht
Das Ergebnis des Treffens ist doch eindeutig -> keine Mehrheit für Habecks Wünsche

"Dass es in Goa zum Ausbau der Erneuerbaren nur die Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gab, ist kein gutes Vorzeichen für die Weltklimakonferenz, die Anfang Dezember in Dubai stattfindet. Die Rollenverteilung – die Europäer wollen ambitionierte Ziele, die Schwellenländer bremsen – dürfte sich dort fortsetzen."
link

So ist es nun mal, ob man das gut oder schelcht finden mag ist völlig irrelevant.

Und natürlich zählen in einer Demokratie am Ende Mehrheiten, was denn sonst?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klingeldraht
Nein. Nicht in jedem fall. Wir leben in keiner reinen Mehrheitsdemokratie. Das wäre auch nicht wünschenswert. Eine Diktatur der Mehrheit ist genauso wenig erstrebenswert wie eine Diktatur durch Einzelne oder eine Oligarchie.
 
OdinHades schrieb:
und ja keine Windräder in Bayern zu bauen.
Ganz einfach: Wir hier im Süden haben wesentlich weniger Wind als an der Küste bzw. im Norden. Zu sehen hier: https://www.dwd.de/DE/leistungen/windkarten/deutschland_und_bundeslaender.html

Dafür rentiert sich halt hier mehr Solarenergie als im Norden, da mehr Sonnenstunden.

Erkekjetter schrieb:
Nein. Nicht in jedem fall. Wir leben in keiner reinen Mehrheitsdemokratie. Das wäre auch nicht wünschenswert. Eine Diktatur der Mehrheit ist genauso wenig erstrebenswert wie eine Diktatur durch Einzelne oder eine Oligarchie.
Ja wer kennt sie nicht die diktatorischen Mehrheitsbeschlüsse im Bundestag oder in den Landesparlamenten....
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Apacon und Klingeldraht
A415 schrieb:
a wer kennt sie nicht die diktatorischen Mehrheitsbeschlüsse im Bundestag oder in den Landesparlamenten....
Wenn man keine Ahnung hat...
Es gibt diverse Sachen in DE, die nicht mit einem einfachen Mehrheitsbeschluss geändert werden können. Manche gar nicht. Minderheitenschutz zum Beispiel.

Der Mehrheitsentscheidung sind in DE grenzen gesetz. Das ist ein Faktum.
 
A415 schrieb:
Wir hier im Süden haben wesentlich weniger Wind als an der Küste bzw. im Norden. Zu sehen hier:
"Aufgrund seiner Lage im Binnenland und seinem starken Relief ist Bayern ein eher windschwaches Gebiet. Doch auch hier gibt es Regionen mit hohen Windgeschwindigkeiten, die für Windenergieanlagen geeignet sind"
Link
 
OdinHades schrieb:
... Der mit Abstand am schnellsten wachsende Autokonzern ist Tesla - bekanntlich komplett mit Elektrofahrzeugen...

Währenddessen setzt die hiesige Branche auf Luxusfahrzeuge, die kein Mensch bezahlen kann und wird sich in ein paar Jahren darüber wundern, abgehängt worden zu sein.

Und was ist der Unterschied zu Tesla, preislich nimmt sich das beides nichts?

Unter 40k€ geht bei fast keinem viel, bei Tesla sind es auch 50k€ darunter wird es wohl selten Fahrzeuge geben bzw will die fast keiner.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klingeldraht
OdinHades schrieb:
Wir nutzen die Gelegenheit auch gleich, und schlagen uns an selbiger fröhlich den Schädel ein. Aber im komplett debilen Zustand lässt sich die Fahrt im V8 zum nächsten Grillfest wahrscheinlich sowieso besser ertragen und auch die 50 °C im Schatten in den 30er Jahren sind dann wahrscheinlich gar nicht mehr so schlimm.
Der Abschnitt zeigt sehr gut warum die Klimathematik ein regelrechter Stimmenfang für die AfD geworden ist, denn er ist in doppelter hinsicht einfach falsch: Das Problem von Millionen Menschen ist es nicht nicht mehr mit dem V8 zum Grillfest zu kommen, sondern nicht zu wissen ob sie die Energiekostennachzahlung in ein paar Monaten ohne Ratenzahlung stemmen können, insbesondere wenn Energie weiter verteuert wird durch zusätzliche Abgaben.

Dem V8 Fahrer ist das alles komplett egal, der kann höhere CO2 Steuern oder sonstiges bewältigen und wenn er nicht mehr "Brummen" darf holt er sich halt ein Hybrid-SUV für 80k und bekommt dafür sogar noch Geld vom Staat, wenn der alte Ofen nicht mehr will, naja holt er sich eine Wärmepumpe und bekommt dafür Geld vom Staat, so wie er es für sein Solardach bekam in einem EFH.

Ich weiss das die AfD keine schlüssigen Konzepte in dem Bereich hat, muss sie auch nicht, es reicht einfach wenn die anderen Parteien die Lebensrealität von Millionen Arbeitnehmern einfach ignoriert und das Leben der unteren Einkommensgruppen teurer wird. Das faktische Ignorieren der sozialen Frage beim Thema Klimaschutz (Buzzwords, undurchdachte Worthülsen wie "Klimadividende sind dabei irrelevant) in der Parteienlandschaft und bei einem Großteil der Massenmedien ist schon erstaunlich, es schein tatsächlich die Vorstellung vorhanden zu sein das "alle" einfach nur bequem und faul sind und das wahre Problem der Bürger ist es nicht mehr mit dem Hummer H1 und nem Kilo Rinderfilet am Sonntag flexen zu können.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Exit666, getexact, Apacon und 6 andere
The_waron schrieb:
Das Problem von Millionen Menschen ist es nicht nicht mehr mit dem V8 zum Grillfest zu kommen, sondern nicht zu wissen ob sie die Energiekostennachzahlung in ein paar Monaten ohne Ratenzahlung stemmen können, insbesondere wenn Energie weiter verteuert wird durch zusätzliche Abgaben
Du hast da definitiv ein Punkt. Es ist aber genauso auch nicht von der Hand zu weisen, dass ein Großteil jegliche Maßnahmen ablehnt, die sie selbst irgendwie betrifft, ohne auch nur annähernd davon Existenzprobleme fürchten zu müssen (Stichwort Tempolimit, Windrad störend für die Aussicht, Verbot von Verbrenner-Neuwagen(!),...).

Die sozial wirklich Gefährdeten dient für diese Gruppe gerne als Scheinargument, um selbst jedem drohenden persönlichem Verzicht zu entgehen. Genauso wie die "der Zug ist sowieso abgefahren, bringt eh alles nix mehr" - oder die "Bevor China nicht anfängt..."-Argumentationen.

Im Übrigen finde ich überhaupt nicht, dass die soziale Frage bei der ganzen Thematik komplett ignoriert wird - es wird nur zu gerne so dargestellt und ist eben ein Drahtseilakt. Siehe bzw. geplantes Heizungsgesetz: Deutlich mehr Förderung für geringe Einkommen, heruntergesetzte Kappungsgrenze für Mieter. Und das alles ja eben auch im Kontext eines immer weiter ansteigenden CO2-Preises - ein Nichtstun endet erst recht in einem Desaster für jene, die heute schon nur gerade so über die Runden kommen. Das geht mit Sicherheit auch besser, aber von einem kompletten Ignorieren des sozialen Frage ist das doch sehr weit entfernt.

The_waron schrieb:
Ich weiss das die AfD keine schlüssigen Konzepte in dem Bereich hat, muss sie auch nicht, es reicht einfach wenn die anderen Parteien die Lebensrealität von Millionen Arbeitnehmern einfach ignoriert und das Leben der unteren Einkommensgruppen teurer wird

Lösungen sind aber eben genau das was die sozial gefährdeten Bürger aber am dringendsten brauchen und worauf es am allermeisten ankommt. In ihrer Not gehen dann aber leider viele dem Populismus der Afd auf den Leim, glauben nur zu gerne, dass vieles einfach Mumpitz und unnötig ist, um dann den den Wolf im Schafspelz zu wählen. Da geb ich dir Recht: die etablierten Partien müssen dringend erfolgreicher dabei werden, diese Leute wieder mitzunehmen. Was allerdings auch nicht so einfach ist, wenn man den Problemen ins Auge sieht, Tacheles mit seinen Wählern spricht und nicht einfach auch mal das Blaue vom Himmel verpricht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: OdinHades und KitKat::new()
Nach den Gas-/Strom-/Ölpreisen kräht doch aktuell kein Hahn mehr. Der große Preisschock ist nachweislich ausgeblieben, die hohen Kosten haben sich auf ganz wenige Monate verteilt und wurden durch diverse Maßnahmen aufgefangen. Und zwar soweit, dass ich aktuell nahezu von jedem höre, dass er Rückzahlungen erhält bei den Heizkostenabrechnungen. So extentiell kann die Kostenbelastung dann irgendwie nicht sein und natürlich ist mir bewusst, dass das allein noch nicht vioel aussagt. Da aber auch in den Medien dazu nichts mehr zu vernehmen ist, scheint das Thema wohl (zunächst einmal) abgehakt.

PS: Strompreise sind sogar niedriger als vor der Krise, Gaspreise sind noch leicht erhöht, Heizölpreise sind leicht unterhalb vor "Krisen"niveau.
 
Erkekjetter schrieb:
So extentiell kann die Kostenbelastung dann irgendwie nicht sein und natürlich ist mir bewusst, dass das allein noch nicht vioel aussagt.
ich arbeite in der Energiebranche und kann dir sagen, dass deine Sicht leider recht exklusiv ist. Die Preissteigerungen im Gas treffen viele Kunden erst mit Jahresendabrechnung im Jahr 2024 für das Jahr 2023. Viele Kunden hatten noch Laufzeitverträge bis Ende 2022. Die Preise gingen also erst dieses Jahr richtig hoch für viele, sehen das schon teilweise in den deutlich höheren Abschlagszahlungen im Monat. Es gibt immer mehr Menschen, die Ratenpläne brauchen, die Abschläge nicht bezahlen können. Das Thema ist also leider nicht so, wie du es darstellst, dennoch gehen die Preise im Strom wieder zurück. Die Gaspreise gehen langsam wieder zurück, sind aber immer noch deutlich höher, als vor dem Krieg.

Da hatten viele Kunden noch so um die 6-8 Cent/kWh gezahlt. Aktuell sind viele bei über 12 Cent noch oder neuere Preise aktuell bei knapp 10 Cent. Bei Hausbesitzern von Mehrfamilienhäusern sind das Tausende Euro Mehrbelastung pro Jahr. Und die gehen in Vorleistung und müssen sich das von den Mietern wiederholen.

Dann gibts noch etliche Kunden, die hier bei uns landen und vom Jobcenter kommen und gesperrt werden. Auch die Zahlen nehmen zu, weil die Leute ihr Gas und den Strom nicht mehr zahlen können...Die Krise ist dementsprechend nicht weg, sondern es redet nur niemand mehr drüber.
 
Wie können die preise bei gas stark steigen, wenn die verträge bis jetzt liefen und die preise aktuell für endkunden nur leicht vor winter 2022 niveau liegen?
Ergänzung ()

getexact schrieb:
immer noch deutlich höher, als vor dem Krieg
Das ist schlicht nicht wahr. Das zeigt jedes vergleichsportal…aktuelle preise liegen zwischen 8-9 cent.

Selbst Biogas ist derzeit unter 10cent zu haben. Erst mit Biogas UND Preisgarantie über 12 Monate kommt man über die 10Cent...
 
Zuletzt bearbeitet:
Erkekjetter schrieb:
Wie können die preise bei gas stark steigen, wenn die verträge bis jetzt liefen
Also ich erkläre es dir mal: Kunden haben Anfang 2021 für die Jahre 2021 und 2022 Laufzeitverträge gehabt. Diese liefen Ende 2022 aus. In den Verträgen von Anfang 2021 darf der Kunde noch 6-7 Cent die kWh Gas zahlen. Ab 01.01.2023 dann 14 Cent. oder 20 Cent oder was auch immer. Die Preisbreme von 12 Cent kommt ja nicht von ungefähr. Die Preise gingen Ende 2022 ganz schön durch die Decke. Je nachdem was der Kunde da eben als Preissteigerung genannt bekommen hat.
Unsere Kunden haben dann neue Laufzeitprodukte bis Ende 2023 angeboten bekommen. Zu deutlich höheren Konditionen als 2021 und 2022. Ist ja klar.
So ging es vielen Energiekunden. Wohl dem, der Anfang 2022 vor dem Ukrainekrieg noch Laufzeitverträge im Gas hatte mit Laufzeit bis Ende 2023.

Laufzeitverträge, die 2022 abgeschlossen worden sind, vor dem Krieg lagen so bei 7-8 Cent im Schnitt brutto. Die bekommen also Ende 2023 dann ne Preiserhöhung auf ca. 10 Cent im Schnitt, denn im Einkauf kostet ne kWh grad so 7 Cent glaube ich.

Und hier rede ich von Kunden, die sich kümmern und Laufzeitvertäge haben. Die Kunden, die in der Grundversorgung sind, und jede Preissteigerung mitmachen...ja die triff es noch härter.
Ergänzung ()

Erkekjetter schrieb:
Das ist schlicht nicht wahr.
kommt immer auf den Wohnort an...das kann in deiner PLZ so sein, spreche aber bitte nicht für alle Energiekunden in diesem Land, danke.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Free Radical
Ja sorry, wer im Winter 2022 Verträge mit Mindestlaufzeit gemacht hat, hat es nicht anders verdient. Tut mir leid. Fakt ist, dass die Preise nur wenige Monate derart hoch waren und aktuell wie in meine3n letztem Beitrag beschrieben zwischen 8-9 Cent liegen und damit nur leicht über dem Niveau von vor Winter 2022...

Habt ihr eure Kunden also schön über den tisch gezogen, als ihr ihnen in dem Zeitraum Verträge mit VErtragslaufzeit angedreht habt.... Aber klar, liegt jetzt an der bösen politik, dass die Industrie den Kunden Laufzeitverträge angedreht hat und die Kunden die in Teilen angenommen haben...
Ergänzung ()

getexact schrieb:
kommt immer auf den Wohnort an...das kann in deiner PLZ so sein, spreche aber bitte nicht für alle Energiekunden in diesem Land, danke.
Tust du doch auch? Und ich denke nicht, dass der Großraum Frankfurt zu den günstigsten in DE gehört... Und glaube mir, ich bin in der Lage, in den Preisvergleichen eine PLZ zu ändern und damit zu schauen, wie die Preise anderswo in DE liegen....

Zeige mir doch bitte auf, in welchen PLZ die Preise deiner MEinung nach markant über die Preisspanne, die ich nannte hinausgehen. Ich checke das dann gern gegen... In den von mir gecheckten PLZ lagen die Preise alle um die 9 Cent. Mal minimal drüber meist eher drunter....
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt insgeamt 28.278 PLZ in Deutschland. Viel Spaß dabei.
Du hast leider keine Ahnung von Energeibeschaffung. Die Läuft in Tranchen und langfristig. Viele Energieanbieter mussten also Ende 2022 teure Energie für 2023 usw beschaffen. Das gibt man an die Kunden weiter ja. Aber damit fange ich jetzt nicht an. Die Gaspreise sind immer noch über dem Niveau vom vor dem Krieg und viele, viele Kunden müssen weiterhin teure Energie zahlen.
Erkekjetter schrieb:
Ja sorry, wer im Winter 2022 Verträge mit Mindestlaufzeit gemacht hat, hat es nicht anders verdient.
Ist deine Meinung, denn zu dem Zeitpunkt wusste man auch noch nicht, ob es nicht noch teuer werden kann, aber du hast ja ne Glaskugel wie es scheint und von Energiebeschaffung und Energievertrieb keine Ahnung wie es scheint. Aber gut, ich arbeite nur 15 Jahre in dem Bereich. Du wirst es besser wissen. :D
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: whtjimbo und Free Radical
@Erkekjetter
Bestandskunden werden gerne abgezogen. Da werden dann bei Ablauf der Preisgarantie deutlich höhere Preise verlangt oder neue Verträge mit langer Laufzeit zu schlechten Konditionen verkauft.

Es gibt da auch solche Experten von Anbieter, die angeblich eine Information geschickt haben und auf der Grundlage dann höhere Preise verlangen. Das Spiel hatte ich mit Goldgas. Komisch, dass im Online-Portal nichts hinterlegt war und die angebliche Post nie kam. Nach Beschwerde beim Support wurde dann auf einmal doch noch ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt.

Gas und Strom sind definitiv aktuell wieder günstiger zu haben. Manche Leute scheinen aber echt nicht regelmäßig den Markt zu beobachten. Auch von meinen Arbeitskollegen stecken immer noch manche in Verträgen, die sogar in die Preisbremse fallen. Da wünsche ich mir wie du es sagst auch mehr Eigeninitiative. Vergleichen und wechseln ist ja nun echt nicht schwer.
Allerdings müsste auch diese Masche, dass Bestandskunden schlechtere Konditionen bekommen, unterbunden werden.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben