Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Kassenwart schrieb:
Was haben die eigentlich die letzten 20 Jahre gewählt ?

CDU und FDP haben noch nie Politik für den "einfachen Mann" oder die "einfache Frau" gemacht und waren z.B. lange Zeit gegen die Einführung des Mindestlohn. Man könnte die Liste hier noch weiterführen.
Es gibt seit 2001 keine Partei mehr für den "kleinen" Mann, auch die SPD und die Grünen nicht, die Linke hat sich hier auch längst verabschiedet. Wer über ein Einkommen knapp über dem Mindestlohn/Sozialleistungen verfügt ist aktuell am meisten gekniffen, es gibt für diese Personengruppe keine politische Lobby mehr.

Kassenwart schrieb:
Und will die AfD Reiche nicht sogar mehr entlasten als die FDP ?
So wie sich das liest würde es im grunde darauf hinaus laufen, man hofft hier wohl auf sowas wie den Trickle-Down-Effekt auf den die US-Amerikaner seit 50 Jahren warten. Allerdings ist das für die AfD relativ irrelevant, denn (das hatten wir ja schon) sie muss sich gar nicht für ihr Programm rechtfertigen oder es verkaufen, da die anderen Parteien und die Medienlandschaft lieber den tausendsten Björn/Bernd Witz macht und öfters "Nazis" titelt als PI Nachkommastellen besitzt.
 
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Erkekjetter schrieb:
Ja sorry, wer im Winter 2022 Verträge mit Mindestlaufzeit gemacht hat, hat es nicht anders verdient.
Tja, als Mieter habe ich da mal absolut 0 Einfluss darauf. Wie Millionen anderer auch...

Bei mir ist vor 3 Tagen die Nebenkostenabrechnung für 2022 eingetrudelt.
Energieverbrauch für Heizen (01.03.2022-31.12.2022): knapp 1200 kWh, Gasheizung.
Wohnung: Altbau, zwei Zimmer Küche Bad, Fassade gedämmt wodurch in der Kaltmiete knapp 100€ Modernisierungsumlage enthalten sind. Das Haus hat laut Energieausweis Effizienzklasse D. Ich habe sehr wenig geheizt, gibt eine nette Rückzahlung.
Die Abrechnung enthält dabei nicht den Januar und Februar 2022 (Neu Eingezogen), und der Winter war sehr mild.
Ich bin mal gespannt ob der Kostenhammer dann nächstes Jahr kommt, oder ob die Hausverwaltung keinen miesen Vertrag an Lang gezogen hat. Aufs Wetter sollte man sich nicht verlassen...

Was das GEG angeht kann ich in der aktuellen Wohnung eigentlich recht antspannt sein. Innerhalb des Berliner S-Bahn Rings ist Fernwärme sehr gut verfügbar, laut einer 20 Jahre alten PDF-Datei der Stadtverwaltung auch an meiner Adresse.
Jetzt kann man natürlich nur hoffen, dass der Vermieter die Hütte (Baujahr 1890) dann auch ans Fernwärmenetz hängt und nicht eine Wärmepumpe einbauen lässt, getreu dem Motto zahlt ja eh der Mieter und nach xx Jahren habe ich das Investment wieder raus und verdiene an der Heizung.
Die Gasheizung ist in 9 Jahren 30 Jahre alt, ergo fällig. Bis dahin sind natürlich auch die 6 Jahre rum, innerhalb derer die Mieterhöhung durch energetische Sanierungen gekappt ist auf 3€/qm.

Die Wärmepumpe(n) kann ja dann beim Fernwärmeanbieter stehen - als Laie stelle ich mir vor, dass eine Großanlage, bei der dann auch richtig tief in die Erde gebohrt werden kann der Wirkungsgrad trotz Wärmeverlust in den Rohrleitungen wesentlich höher ist, als wenn jedes Haus hier eine Luftwärmepumpe in den Innenhof stellt (wofür auch nicht unbedingt immer Platz ist, Mülltonnen und Fahrräder müssen ja auch wo hin im Mehrfamilienhaus).
 
The_waron schrieb:
als PI Nachkommastellen besitzt.
Es gibt kein größer unendlich.

Und mir ist das zu billig und zu einfach, die "Schuld" am Aufstieg der AfD den Medien und den anderen Parteien anzulasten. Die setzen das Kreuz nicht im Namen der Menschen bei der AfD! Ich finde es, gelinde gesagt, lächerlich, das den Wählern der AfD jedwede Eigenverantwortung für ihr Handeln abgenommen wird durch diese Schuldzuweisung.
Ergänzung ()

Ratterkiste schrieb:
ob die Hausverwaltung keinen miesen Vertrag an Lang gezogen hat.
Die Wahrscheinlichkeit dürfte recht hocxh sein, dass sie nicht so dumm war für derart hohe Kosten einen langfristigen Vertrag abzuschließen.
 
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Ratterkiste schrieb:
Tja, als Mieter habe ich da mal absolut 0 Einfluss darauf. Wie Millionen anderer auch...
Ich warte nur noch, dass "irgendwer" das Umziehen-Argument bringt.
 
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Erkekjetter schrieb:
Die Wahrscheinlichkeit dürfte recht hocxh sein, dass sie nicht so dumm war für derart hohe Kosten einen langfristigen Vertrag abzuschließen.
Sagt der, der keine Ahnung hatte, was auf dem Energiemarkt los war Ende 2022. Entweder hätte der EGT sagen können, bei Ablauf seinen Vertrags zu einem noch teureren Versorger zu wechseln oder in die Ebenfalls teure Grundversorgung zu fallen. Diese beiden Optionen hatten viele, viele Kunden, die Ende des Jahres dicke Preiserhöhungen bekommen haben oder aber davon betroffen waren, dass Versorger den Kunden gekündigt haben, weil sie durch die extremen Preise an der Börse pleite gingen.

Der EGT hatte also Ende 2022 die Möglichkeit A: 15 Cent die kWh Gas für ein Jahr abschließen; B: zum anderen Versorger mit noch höheren Kosten oder C: in die GV zu rutschen und 20 Cent/kWh zu zahlen.
Viele EGT haben sich natürlich für Option A entschieden. Hör auf mit dem Märchen, dass man absehen konnte, dass die Preise wieder runter gehen. Das war NICHT so.

Die Bundesregierung war dann schon in Arbeit mit der Preisbremse um Schaden abzuwenden, die dann Anfang 2023 in Kraft trat.

Die Nebenostenkeule kommt also Im Jahr 2024 für viele Mieter da draußen.
 
Erkekjetter schrieb:
Es gibt kein größer unendlich.
Es steht der Verdacht im negativen Raum das genau dies die Anspielung war, möglicherweise kam dies aber nicht durch den Äther.

Exit666 schrieb:
Ich warte nur noch, dass "irgendwer" das Umziehen-Argument bringt.
Ich finde es schon interessant das bei der Sozialproblematik dann äußerst schnell, fast schon mit libertärer Logik argumentiert wird, wundern tut mich das aber nicht mehr, denn wenn alles auf das Individuum "geschoben" wird, muss man sich damit auch nicht mehr befassen.
 
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Kassenwart schrieb:
Was haben die eigentlich die letzten 20 Jahre gewählt ?
Ich glaube, die haben wirklich nichts gewählt. Ich dachte auch immer, wenn es so vielen Menschen so schlecht geht, würde man das doch an den Stimmen der Linken sehen, aber wirklich mächtig waren die nie. Sie waren also schon immer sah, aber Politisch sah man sie nie, da sie nicht gewählt haben.

Und viele Nichtwähler geben wohl nun an, AfD zu wählen, weshalb es kaum Sinn für die CDU ergibt, gerade diese Leute von der AfD abzuwerben, da es noch nie(/kaum) dessen Klientel war. Oder gar das Klientel je einer anderen Partei. Höchstens der Linke, aber damals gingen sie halt (leider) nicht wählen. Es gab ja neulich eine eine INSA-Umfrage für Thüringen in der eine "Wagenknecht-Partei" aus dem Stand raus, stärkste Partei wäre.

Ob die Leute, welche AfD aber Wählen wirklich glauben, dass sich ihre Situation dadurch bessert, weiß ich nicht. Ich habe oft eher das Gefühl, es geht darum, den anderen es rein zu drücken, nach dem Moto "Wenn es mir nicht gut geht, soll es euch auch nicht gut gehen."
 
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Erkekjetter schrieb:
Es gibt kein größer unendlich.
Natürlich gibt es das. Unendlich bedeutet erst mal immer abzählbar unendlich und darüber gibt es noch "überabzählbar unendlich". Die Nachkommastellen von Pi sind unendlich (abzählbar unendlich) die Menge der reellen Zahlen z.b. ist überabzählbar undendlich.

Viele Leute, die die AFD wählen brauchen gar keinen Grund, weil das Kreuz bei der AFD in meinen Augen nichts anderes ist als ein riesen Stinkefinger gegen die anderen Parteien. Deswegen ist das Wahlprogramm auch egal, es reicht, dass sich die anderen Parteien darüber aufregen. So interpretiere ich das jedenfalls. Besser wäre sicher sie würden die nicht wählen. Dazu müssten die anderen Parteien aber erst mal auf den Boden zurück und diese Leute auch ansprechen.
 
The_waron schrieb:
nicht von Absichten oder Wahlprogrammen
Die anderen Parteien haben ja nicht mal die Absicht etwas für Geringverdiener zu machen. Also dann wähle ich doch lieber die Partei die wenigstens die Absicht hat. Ist doch eigentlich logisch oder ?

Und wenn alle Nichtwähler 2021 z.B. die Grünen gewählt hätten wäre das die stärkste Kraft mit fast 40%.
 
Kassenwart schrieb:
Die anderen Parteien haben ja nicht mal die Absicht etwas für Geringverdiener zu machen. Also dann wähle ich doch lieber die Partei die wenigstens die Absicht hat. Ist doch eigentlich logisch oder ?
Nein das ist nicht logisch sondern das was du tun würdest oder ich, es wäre aber interessant hier mal tiefer in Erfahrung zu bringen wie groß tatsächlich die Politikverdrossenheit ist, als nur die relativ kleinen Umfragegrößen nach einer Wahl. Ich kann nur mußmaßen, ich denke aber wer sich soweit gekniffen von den etablierten Parteien fühlt, den interessiert es nicht mehr was auf dem Papier steht.

Kassenwart schrieb:
Und wenn alle Nichtwähler 2021 z.B. die Grünen gewählt hätten wäre das die stärkste Kraft mit fast 40%.
Das kann man auch alle Parteien übertragen und ist nur Wunschdenken was mit Realität gar nicht mehr in Berührung kommt, denn die Grünen sind eine etablierte Partei im System und gerade davon haben sich ja die Nichtwähler verabschiedet.
 
WhiteHelix schrieb:
Als die LG die Jets in Sylt ins Visier genommen hat gabs ja nen unglaublichen Aufschrei.

Der Aufschrei war größer, als LG Krankenwagen und Billiglohnpendler blockiert hat. Damit hatten sie ihren Ruf bereits ruiniert.

Außerdem hat LG nichts mit den Bundesgrünen zu tun, die mit der neoliberalen Plage unter einer Decke stecken.

Kassenwart schrieb:
Die anderen Parteien haben ja nicht mal die Absicht etwas für Geringverdiener zu machen. Also dann wähle ich doch lieber die Partei die wenigstens die Absicht hat. Ist doch eigentlich logisch oder ?

Von der Absicht sieht man nicht viel. Das "Bürgergeld" war ein Schwindel, und lustigerweise kam der einzige konstruktive Vorschlag ausgerechnet von der FDP (mehr Selbstbehalt bei Zuverdienst).

Der grundlegende Konstruktionsfehler, dass abservierte langjährige Beitragszahler aus Schröders "Arbeitslosenversicherung" schlechtere Leistungen bekommen, als Totalverweigerer, wird weiterhin von allen Parteien verleugnet.

Es ist eher zu befürchten, dass Linksgrün mit ihrer blindwütigen Klimapreistreiberei die Wirtschaft komplett an die Wand fahren, und damit ihren "Koalitionspartnern" die perfekte Ausrede für weiteren Sozialkahlschlag liefern. Bis das von Schröder herangezüchtete Heer von Grundsicherungsrentnern Fackeln und Mistgabeln auspackt.

Wenn es eine wählbare Partei gäbe, würde die Afd von selbst in der Versenkung verschwinden.
 
Robot schrieb:
[...]Viele Leute, die die AFD wählen brauchen gar keinen Grund, weil das Kreuz bei der AFD in meinen Augen nichts anderes ist als ein riesen Stinkefinger gegen die anderen Parteien. Deswegen ist das Wahlprogramm auch egal, es reicht, dass sich die anderen Parteien darüber aufregen. So interpretiere ich das jedenfalls. Besser wäre sicher sie würden die nicht wählen. Dazu müssten die anderen Parteien aber erst mal auf den Boden zurück und diese Leute auch ansprechen.[...]
Mit was ansprechen?

Ich bin auch der Meinung, dass es vielen AfD-Wählern nicht um Geringverdiener geht, sondern darum, wie sich der Staat in ihre Lebensplanung, -art und -weise einmischt und das auch noch in Form eines besserwisserischen Oberlehrers. Das kann in vielen Fällen nur zur totalen Abneigung und viel Groll führen.

"Ich will nicht angesprochen werden, ich will in Ruhe gelassen werden!" oder "Legst Du Hand an meine Heizung, leg ich Hand an Dein Mandat!"

Was soll da ansprechen helfen?
 
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SW987 schrieb:
"Legst Du Hand an meine Heizung, leg ich Hand an Dein Mandat!"
SW987 schrieb:
[...] wie sich der Staat in ihre Lebensplanung, -art und -weise einmischt [...]
Was haben Heizungsgesetze mit der Lebensplanung, der Lebensart und der Lebensweise zutun? Stehen bestimmte Heizungstypen bestimmten Lebensentwürfen im Weg?

Die AfD wurde vor über 10 Jahren gegründet. Ihr bisher bestes Bundestagswahlergebnis 2017 (12.6%) hat sicherlich nichts mit irgendwelchen Heizungen zutun. Das erste große Thema der AfD war der Euro, danach kam die Migrationspolitik. Beides hatte nichts mit Lebensentwürfen zutun oder mit der Einmischung des Staates in persönliche Angelegenheiten, sondern mit allgemeinem Misstrauen in die Politik und der Anfälligkeit bestimmter Teile der Wählerschaft gegenüber Falschmeldungen, die gezielt verbreitet werden.

Es würde schon helfen, wenn große Medien sachlich über gewisse Themen berichten und das Heizungsgesetz nicht polemisch-dämlich als "Heiz-Hammer" bezeichnen würden. Was glaubst du, wie viele AfD-Wähler haben den Gesetzesentwurf überhaupt gelesen und verstanden? Und wie viele glauben, mit dem Gesetz wird ihnen ihre funktionierende Gasheizung herausgerissen?
Es lässt sich zumindest erahnen, das viele Menschen das Gesetz und die Zusammenhänge nicht verstanden haben. Verbraucherschützer warnen vor dem Einbau neuer Gasheizungen, weil es langfristig keine sinnvolle Investition darstellt und trotzdem aktuell noch in großem Stil Gasheizungen gekauft werden. Das Heizungsgesetz könnte die Menschen vor einer Fehlinvestition bewahren, stattdessen - befeuert durch die unsachliche Berichterstattung - treibt es die Menschen dazu. Dafür kann die Bundesregierung aber nichts.
Darüber hinaus ist das Gesetz möglichst offen gestaltet, sodass beispielsweise eben nicht vorgeschrieben wird, Wärmepumpen verbauen zu müssen - wie es einige Medien fälschlicherweise immer wieder behaupten. Es gibt eine 65%-Quote für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen. Wie du das erreichst, kannst du gemäß deiner Lebensplanung frei entscheiden.
 
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Die Bild Berichterstattung ist doch gezielt anti-grün und sollte pro FDP sein. Ist halt daneben gegangen. Es hat halt keinerlei Konsequenzen gehabt, dass Döpfner ganz bewusst und gezielt die öffentliche Meinung manipuliert hat. Ich halte ihn am aktuellen Aufstieg der AfD für wesentlich schuldiger als die sonstigen Prellböcke, die immer genannt werden. Denn das war und ist gezielte Verbreitung von Falschmeldungen, die bewusst Menschen gegen die Grünen aufbringen sollte. Das hat auch einwandfrei geklappt, nur sind die Wähler dann nicht zur FPD gerannt wie geplant sondern zur AfD. Hat halt nicht geklappt, dass Lidner sich zeitgleich öffentlich gegen die Grünen gestellt hat (dass das zeitlich derart gepasst hat, war ganz bestimmt nicht abgesprochen.... Ein Schelm, wer sich seinen Teil denkt) Wird man Döpfner dafür irgendwann belangen? Ich befürchte nicht.
Genauso sehe ich Merz in der Schuld. Ganz aktuell mit seiner Aussage zur AfD Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene. Er hat das klar gesagt im Sommerinterview im ZDF um dann nach der völlig erwartbaren Kritik dann zu meinen, er habe das nie gesagt.

Sowas bringt Wähler zur AfD, denn das unterstreicht den Narrativ, den die AfD pflegt.
 
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Es ging um Unendlichkeit der Nachkommastellen von Pi!

als PI Nachkommastellen besitzt.
....
Es gibt kein größer unendlich.

Die Nachkommastellen von Pi sollten in der Mächtigkeit der Unendlichkeit N0 entsprechen. Ergo gibt es noch größere Unendlichkeiten! und zwar genau diese hier:

https://www.spektrum.de/news/gibt-es-ordnung-unter-den-unendlichkeiten/1667584
1690285598490.png
 
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Web-Schecki schrieb:
Was haben Heizungsgesetze mit der Lebensplanung, der Lebensart und der Lebensweise zutun? Stehen bestimmte Heizungstypen bestimmten Lebensentwürfen im Weg?[...]
Eventuell liegt da das Denkproblem gewisser Leute. Denn das, was man persönlich als Eingriff in seine Lebensplanung- art und -weise wahrnimmt, ist Sache des Betroffenen und nicht des Betrachters.
Web-Schecki schrieb:
Die AfD wurde vor über 10 Jahren gegründet. Ihr bisher bestes Bundestagswahlergebnis 2017 (12.6%) hat sicherlich nichts mit irgendwelchen Heizungen zutun. Das erste große Thema der AfD war der Euro, danach kam die Migrationspolitik. Beides hatte nichts mit Lebensentwürfen zutun oder mit der Einmischung des Staates in persönliche Angelegenheiten, sondern mit allgemeinem Misstrauen in die Politik und der Anfälligkeit bestimmter Teile der Wählerschaft gegenüber Falschmeldungen, die gezielt verbreitet werden.[...]
Sobald große Flüchtlingsunterkünfte im eigenen kleinen Heimatort entstehen, fühlen sich viele Menschen betroffen.
Web-Schecki schrieb:
Es würde schon helfen, wenn große Medien sachlich über gewisse Themen berichten und das Heizungsgesetz nicht polemisch-dämlich als "Heiz-Hammer" bezeichnen würden. Was glaubst du, wie viele AfD-Wähler haben den Gesetzesentwurf überhaupt gelesen und verstanden? Und wie viele glauben, mit dem Gesetz wird ihnen ihre funktionierende Gasheizung herausgerissen?[...]
Ich meine auch, dass nicht viele den Gesetzentwurf gelesen haben. Aber das gilt auch für die grüne Seite, die den ersten Entwurf gefeiert hat, obwohl der (wie sich ja nun mittlerweile herausgestellt hat) ein gesetzgeberisches Armutszeugnis darstellt.
Web-Schecki schrieb:
Es lässt sich zumindest erahnen, das viele Menschen das Gesetz und die Zusammenhänge nicht verstanden haben. Verbraucherschützer warnen vor dem Einbau neuer Gasheizungen, weil es langfristig keine sinnvolle Investition darstellt und trotzdem aktuell noch in großem Stil Gasheizungen gekauft werden. Das Heizungsgesetz könnte die Menschen vor einer Fehlinvestition bewahren, stattdessen - befeuert durch die unsachliche Berichterstattung - treibt es die Menschen dazu. Dafür kann die Bundesregierung aber nichts.[...]
Da muss man schon noch um zwei Ecken mehr denken.

Der Gesetzgeber argumentiert, die Menschen vor Fehlinvestitionen zu schützen, weil fossile Energie so teuer werden. Warum werden diese so teuer? Weil derselbe Gesetzgeber einen politischen CO2-Preis auf den Weltmarktpreis draufschlägt. Und die Krönung ist dann noch, dass der Gesetzgeber die Förderung glorifiziert, welche aus Steuergeldern der Menschen finanziert wird.

Ich bezahle meine Förderung selbst, für einen Schutz vor einer Gefahr, die der Gesetzgeber selbst schafft.

Man kann so ein zum Besten halten mögen, muss man aber nicht.
Web-Schecki schrieb:
Darüber hinaus ist das Gesetz möglichst offen gestaltet, sodass beispielsweise eben nicht vorgeschrieben wird, Wärmepumpen verbauen zu müssen - wie es einige Medien fälschlicherweise immer wieder behaupten. Es gibt eine 65%-Quote für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen. Wie du das erreichst, kannst du gemäß deiner Lebensplanung frei entscheiden.[...]
Aber doch nur in der Form was angeboten wird. Was passiert den mit Wohngebieten in denen nur EFH und ZFH stehen und eine hohe Gas- oder Ölheizungsdichte vorliegt? Können die frei entscheiden weiter mit Öl oder Gas zu heizen?

Da kommt weder eine Fern- oder Nahwärme hin (weil nicht wirtschaftlich) und was bleibt dann noch?

Ich bin sehr gespannt auf die Diskussion zum Wärmeplanungsgesetz, denn das wird die Diskussion zum Heizungsgesetz nochmal richtig befeuern.

Den Leuten werden nicht nur Heizarten vorenthalten (die es anderswo in der Welt bezahlbar weitergeben wird), sie werden mit ihrem persönlichen Problem auch noch alleingelassen werden.
 
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SW987 schrieb:
Eventuell liegt da das Denkproblem gewisser Leute. Denn das, was man persönlich als Eingriff in seine Lebensplanung- art und -weise wahrnimmt, ist Sache des Betroffenen und nicht des Betrachters.
Du willst mir also erzählen, dass der Zuwachs der AfD-Umfragewarte dadurch erklärt wird, dass viele Menschen eine Gas- oder Ölheizung in ihrer Lebensplanung vorsehen und jetzt von der Regierung enttäuscht sind?

SW987 schrieb:
Sobald große Flüchtlingsunterkünfte im eigenen kleinen Heimatort entstehen, fühlen sich viele Menschen betroffen.
Aber genau das ist das Problem. Sie fühlen sich betroffen. Warum? Weil mit erfundenen Behauptungen bewusst Stimmung dagegen gemacht wird. Sind sie faktisch in ihrer Lebensplanung, -art und -weise davon betroffen? In den meisten Fällen schlicht überhaupt nicht.

SW987 schrieb:
Ich meine auch, dass nicht viele den Gesetzentwurf gelesen haben. Aber das gilt auch für die grüne Seite, die den ersten Entwurf gefeiert hat, obwohl der (wie sich ja nun mittlerweile herausgestellt hat) ein gesetzgeberisches Armutszeugnis darstellt.
Netter whataboutism, der den Zuwachs der AfD-Umfragewerte eher weniger erklärt.

SW987 schrieb:
Da muss man schon noch um zwei Ecken mehr denken.

Der Gesetzgeber argumentiert, die Menschen vor Fehlinvestitionen zu schützen, weil fossile Energie so teuer werden. Warum werden diese so teuer? Weil derselbe Gesetzgeber einen politischen CO2-Preis auf den Weltmarktpreis draufschlägt. Und die Krönung ist dann noch, dass der Gesetzgeber die Förderung glorifiziert, welche aus Steuergeldern der Menschen finanziert wird.

Ich bezahle meine Förderung selbst, für einen Schutz vor einer Gefahr, die der Gesetzgeber selbst schafft.

Man kann so ein zum Besten halten mögen, muss man aber nicht.
Der CO2-Preis ist eine Folge aus dem völkerrechtlich bindenden Paris-Abkommen von 2015, zu dem sich (mehr oder weniger glaubwürdig) alle demokratischen Parteien in Deutschland bekannt haben. Wer dies also ablehnt, der hätte schon 2017 und 2021 eine Partei wählen müssen, die sich nicht dazu bekennt. Taugt meines Erachtens auch nicht als Erklärungsversuch.
Wenn die Förderung aus dem CO2-Preis bezahlt wird, dann bezahlen letztlich die Verursacher von Emissionen die Umrüstung auf CO2-arme Technologien, was sehr sinnvoll ist, wenn man sich einig ist, dass eine solche Umrüstung stattfinden muss, da man so die Anreize entsprechend setzt. Und man ist sich einig, sogar weltweit, denn 195 Staaten haben das Pariser Abkommen ratifiziert.

SW987 schrieb:
Aber doch nur in der Form was angeboten wird. Was passiert den mit Wohngebieten in denen nur EFH und ZFH stehen und eine hohe Gas- oder Ölheizungsdichte vorliegt? Können die frei entscheiden weiter mit Öl oder Gas zu heizen?

Da kommt weder eine Fern- oder Nahwärme hin (weil nicht wirtschaftlich) und was bleibt dann noch?
Du kannst auch eine Kombination aus Wärmepumpe und Gasheizung einsetzen, solange 65% der Wärme von der Wärmepumpe bereitgestellt wird. Das kann in Einzelfällen sinnvoll und wirtschaftlich sein.

SW987 schrieb:
Den Leuten werden nicht nur Heizarten vorenthalten (die es anderswo in der Welt bezahlbar weitergeben wird), sie werden mit ihrem persönlichen Problem auch noch alleingelassen werden.
Das Vorenthalten ist leider aus vielen Gründen sehr sinnvoll. Nicht nur aufgrund des CO2-Presies. Wir haben letztes Jahr gesehen, dass die Abhängigkeit von Gasimporten wirtschaftlich ein viel größeres Problem darstellt. Dass das scheinbar in der Wählerschaft der AfD nicht angekommen ist, bekräftigt meine These, dass diese Menschen sachlich-rationale Argumente nicht mehr erreichen, weil sie vermehrt von Lügen und unsachlicher Polemik umgeben sind.
Die Politik hat beim Anstieg der Energiepreise durch mehrere Maßnahmen gezeigt, dass sie eben niemanden mit diesem Problem alleine lassen will und auch bei dem Heizungsgesetz durch diverse Förderprogramme dafür sorgen will, dass es sozial verträglich ist. Mit Sicherheit ist das an vielen Stellen trotzdem ziemlich schlecht gelaufen. Wie bei jeder Bundesregierung, seitdem ich denken kann. Ist es ein Grund, Faschisten zu wählen? Ich kann nur hoffen, dass das Wahlvolk nicht derart verblödet ist.
 
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