SW987 schrieb:
Eventuell liegt da das Denkproblem gewisser Leute. Denn das, was man persönlich als Eingriff in seine Lebensplanung- art und -weise wahrnimmt, ist Sache des Betroffenen und nicht des Betrachters.
Du willst mir also erzählen, dass der Zuwachs der AfD-Umfragewarte dadurch erklärt wird, dass viele Menschen eine Gas- oder Ölheizung in ihrer Lebensplanung vorsehen und jetzt von der Regierung enttäuscht sind?
SW987 schrieb:
Sobald große Flüchtlingsunterkünfte im eigenen kleinen Heimatort entstehen, fühlen sich viele Menschen betroffen.
Aber genau das ist das Problem. Sie fühlen sich betroffen. Warum? Weil mit erfundenen Behauptungen bewusst Stimmung dagegen gemacht wird. Sind sie faktisch in ihrer Lebensplanung, -art und -weise davon betroffen? In den meisten Fällen schlicht überhaupt nicht.
SW987 schrieb:
Ich meine auch, dass nicht viele den Gesetzentwurf gelesen haben. Aber das gilt auch für die grüne Seite, die den ersten Entwurf gefeiert hat, obwohl der (wie sich ja nun mittlerweile herausgestellt hat) ein gesetzgeberisches Armutszeugnis darstellt.
Netter whataboutism, der den Zuwachs der AfD-Umfragewerte eher weniger erklärt.
SW987 schrieb:
Da muss man schon noch um zwei Ecken mehr denken.
Der Gesetzgeber argumentiert, die Menschen vor Fehlinvestitionen zu schützen, weil fossile Energie so teuer werden. Warum werden diese so teuer? Weil derselbe Gesetzgeber einen politischen CO2-Preis auf den Weltmarktpreis draufschlägt. Und die Krönung ist dann noch, dass der Gesetzgeber die Förderung glorifiziert, welche aus Steuergeldern der Menschen finanziert wird.
Ich bezahle meine Förderung selbst, für einen Schutz vor einer Gefahr, die der Gesetzgeber selbst schafft.
Man kann so ein zum Besten halten mögen, muss man aber nicht.
Der CO2-Preis ist eine Folge aus dem völkerrechtlich bindenden Paris-Abkommen von 2015, zu dem sich (mehr oder weniger glaubwürdig) alle demokratischen Parteien in Deutschland bekannt haben. Wer dies also ablehnt, der hätte schon 2017 und 2021 eine Partei wählen müssen, die sich nicht dazu bekennt. Taugt meines Erachtens auch nicht als Erklärungsversuch.
Wenn die Förderung aus dem CO2-Preis bezahlt wird, dann bezahlen letztlich die Verursacher von Emissionen die Umrüstung auf CO2-arme Technologien, was sehr sinnvoll ist, wenn man sich einig ist, dass eine solche Umrüstung stattfinden muss, da man so die Anreize entsprechend setzt. Und man ist sich einig, sogar weltweit, denn 195 Staaten haben das Pariser Abkommen ratifiziert.
SW987 schrieb:
Aber doch nur in der Form was angeboten wird. Was passiert den mit Wohngebieten in denen nur EFH und ZFH stehen und eine hohe Gas- oder Ölheizungsdichte vorliegt? Können die frei entscheiden weiter mit Öl oder Gas zu heizen?
Da kommt weder eine Fern- oder Nahwärme hin (weil nicht wirtschaftlich) und was bleibt dann noch?
Du kannst auch eine Kombination aus Wärmepumpe und Gasheizung einsetzen, solange 65% der Wärme von der Wärmepumpe bereitgestellt wird. Das kann in Einzelfällen sinnvoll und wirtschaftlich sein.
SW987 schrieb:
Den Leuten werden nicht nur Heizarten vorenthalten (die es anderswo in der Welt bezahlbar weitergeben wird), sie werden mit ihrem persönlichen Problem auch noch alleingelassen werden.
Das Vorenthalten ist leider aus vielen Gründen sehr sinnvoll. Nicht nur aufgrund des CO2-Presies. Wir haben letztes Jahr gesehen, dass die Abhängigkeit von Gasimporten wirtschaftlich ein viel größeres Problem darstellt. Dass das scheinbar in der Wählerschaft der AfD nicht angekommen ist, bekräftigt meine These, dass diese Menschen sachlich-rationale Argumente nicht mehr erreichen, weil sie vermehrt von Lügen und unsachlicher Polemik umgeben sind.
Die Politik hat beim Anstieg der Energiepreise durch mehrere Maßnahmen gezeigt, dass sie eben niemanden mit diesem Problem alleine lassen will und auch bei dem Heizungsgesetz durch diverse Förderprogramme dafür sorgen will, dass es sozial verträglich ist. Mit Sicherheit ist das an vielen Stellen trotzdem ziemlich schlecht gelaufen. Wie bei jeder Bundesregierung, seitdem ich denken kann. Ist es ein Grund, Faschisten zu wählen? Ich kann nur hoffen, dass das Wahlvolk nicht derart verblödet ist.