Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Zum Beispiel BloombergNEF. Dort wird sogar davon ausgegangen, dass China die Klimaneutralität früher als geplant erreichen wird.
 
@OdinHades
Die deutschen Hersteller stellen doch schon auf Elektro um. Weiterentwicklung der Verbrenner ist afaik abseits von Nischen wie Sportwagen auch nicht mehr geplant. Es wird aber (wieder) die Option offen gehalten, dass man in bestimmte Länder noch Verbrenner exportiert, weil in solchen Ländern bis zu unseren Stichtagen sicher immer noch die allermeisten Fahrzeuge Verbrenner sein werden.

Die Förderpolitik kritisiere ich auch. Seitdem die Förderung für BEV reduziert wurde und man nicht mehr sicher sein kann, überhaupt Förderung zu erhalten, geht der Absatz auch deutlich zurück. Das Ziel von 15 Mio BEV bis 2030 wurde kassiert.
Allerdings sind die BEV auch immer noch viel zu teuer, gerade bei den kleineren Fahrzeugen. Ein E-Kleinwagen kostet auch schon mal doppelt(!) so viel wie ein vergleichbarer Verbrenner.
Manche Hersteller wie Mercedes oder auch Audi haben nur ziemlich hochpreisige Modelle im Angebot, VW wird erst 2025 mit dem ID2 ein BEV für möglicherweise unter 25.000€ bringen.

In China gibt es nämlich auch im unteren Preissegment brauchbare BEV. Ob dort 2025 schon mehr BEV als Verbrenner neu zugelassen werden, muss sich zeigen.
Trotzdem müssen die Hersteller mal von ihrem hohen Preispodest kommen.

Die Förderung kann man auch Staffeln, dass z.B. Spitzengehälter von 150.000€ keinen Anspruch haben. Und ob Gewerbe Anspruch haben muss, würde ich auch zur Diskussion stellen. Außerdem muss man Betrug mit der Förderung unterbinden. Lange Zeit wurden geförderte BEV nach einem halben Jahr ja mit Gewinn ins Ausland weiter verkauft.
 
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The_waron schrieb:
Ich habe dieses Strohmannargument in der Form nirgends gelesen, wer schrieb denn das man garnichts tun soll bis die Chinesen etwas tun?
Es gibt in diesem faden einige Beiträge, die man sinngemäß mit "es ist egal, was wir tun, das Klima wird das nicht retten, solange China, USA, Indien ..." zusammenfassen kann.

"Lieber auf die Folgen des Wandels einstellen" ...

Die Begründung ist immer die selbe ... "unser Einfluss ist zu klein, und wir können unseren Ausstoss sogar auf Null senken, der globale CO2-Level würde weiter steigen, weil ... China, USA, Indien (u.s.w.)".

Das kann man übersetzen mit: "Wir sollten uns die Bemühungen sparen, denn es bringt ja eh nichts, wenn nicht alle mitmachen" oder etwas polemischer ... "Deutschland sollte das letzte Land sein, in dem etwas getan wird".
Manche reden sogar von einem Wettbewerbsvorteil, den man nicht anderen Überlassen sollte indem man sich selbst (durch CO2-Bepreisung) beschneidet (Stichwort "Selbstverzwergung").

Wir haben sogar schon jemanden gefunen, der dran schuld ist, wenn wir unsere Klimaziele nicht erreichen.

Gleichzeitig scheinen einige hier sogar der Meinung zu sein, Deutschland wäre das einzige Land, das überhaupt was tut ... und das ist erwiesenermaßen einfach nur Unsinn.
 
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OdinHades schrieb:
Auf Zahlen von Bloomberg. Steht da auch.
Nein, Bloomberg hat die Datenbasis aus China genommen und in die Zukunft prognostiziert oder glaubst du Bloomberg hat Beobachter vor Ort die unabhängige Umfragen durchführen können?

Erklär mir bitte mal folgendes: Warum genau vertraust du so bombenfest den Daten und Zahlen eines totalitären, faschistischen Regimes das alles offizielle filtert was nach außen dringt? Nur weil dies deine Meinung und Auffassung bestärkt? Hast du dich wirklich mal intensiv damit beschäftigt wie das chinesische System funktioniert?
 
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DerOlf schrieb:
Die Begründung ist immer die selbe ... "unser Einfluss ist zu klein, und wir können unseren Ausstoss sogar auf Null senken, der globale CO2-Level würde weiter steigen, weil ... China, USA, Indien (u.s.w.)".
Witzig finde ich eher, wie naiv die Menschen sind, die diese Argumente eben nicht gelten lassen.
Ich habe immer noch nicht vernommen, dass wir hier sagen, man sollte nichts tun. Aber man kann diese Argumente einfach nicht ignorieren, weil sie leider Fakt sind. Die Erde brennt und wird brennen, egal welche Maßnahmen in Deutschland per Heizungsgesetzt kommen, oder eben nicht. Der Einfluss ist und bleibt zu gering auf das Weltklima gesehen und der CO2 Ausstoß nimmt immer weiter zu, wie Statistiken zeigen. Er ist jetzt schon lange Zeit viel zu hoch und wird weiter steigen. Die Welt wird also definitiv brennen und daher ist es wichtig und richtig parallel Dinge zu tun, um mit den Auswirkungen klarzukommen. Gleichzeitig muss man dennoch unseren CO2 Ausstoß senken, aber da gibt es Streit drum, warum das zu Lasten der Ärmsten laufen muss...Man kann da jahrelang drüber streiten. Am Ende trifft es wie immer die kleinen Leute. die reichen müssen sich nicht einschränken. Fakt.
 
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Das hat eher damit zu tun das Reiche einen enormen politischen Einfluss haben in allen Parteien, mit Ausnahme der Linkspartei, sowie hoch mobil sind und sich deren Verhalten mittels Gesetze/Verordnungen gar nicht beeinflussen lässt.
 
getexact schrieb:
Aber man kann diese Argumente einfach nicht ignorieren, weil sie leider Fakt sind.
Donald Trump behauptete ebenfalls, amerikanische Maßnahmen könnten gegen den menschengemachten Klimawandel nichts tun. Im September 2018 nahm das US-Verkehrsministerium eine unter Obama beschlossene Emissionsbeschränkung für die amerikanische Autoindustrie mit der Begründung zurück, die Erde werde sich sowieso um 3 bis 4 Grad erwärmen. Einige Tausend Megatonnen amerikanisches Kohlendioxid mehr oder weniger im Jahr machten da keinen Unterschied.

Das ist also nichts anderes als eine selbsterfüllende Prophezeiung wenn man sich diese Argumentation zu eigen macht.
 
Lipovitan schrieb:
Einige Tausend Megatonnen amerikanisches Kohlendioxid mehr oder weniger im Jahr machten da keinen Unterschied.
ich weiß wohin du willst, aber jetzt mal ernsthaft außerhalb dieser komischen Computerbase Blase, wo jeder hinter seinem Handy oder seinem PC sitzt und gemütlich Beiträge verfasst...

Die meisten Menschen sagen, man müssen was gegen den Klimawandel tun. Die meisten Menschen gehen dennoch shoppen wie immer, essen wie immer, fahren und fliegen in den Urlaub wie immer. Die meisten Menschen steigen auch trotz aller Aussagen, was man so alles tun müsse, am nächsten Tag in ihren Verbrenner, wässern ihren grünen Rasen, hauen sich ne schöne Bockwurst rein.

Wollen wir hier weiterhin so tun, als würden die Aussagen nicht auch alle ein Fünkchen stimmen, dass die Welt sich einfach weiterdreht, niemand auf diesem Planeten will morgen ärmer sein, als am Vortag. Der Konsum geht weiter. Der Mensch dürstet nach Gütern.

Total toll, dass Windräder gebaut werden, PV Anlagen installiert werden usw. Aber warum steigt der CO2 Wert dennoch immer weiter? Der Klimawandel tritt ja seitdem ein, seitdem der Mensch fossile Energieträger verfeuert. Das Klima schwingt ja hinterher...das CO2 ist also schon da und die nächsten Jahrzehnte nimmt der Wert nicht ab...aber das führt ja dann laut den Berechnungen dazu, dass es definitiv keine Zielerreichung geben kann. Eben weil der Mensch einfach immer so weiter macht. Jeder von uns. Jeden Tag.
 
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getexact schrieb:
Die meisten Menschen sagen, man müssen was gegen den Klimawandel tun. Die meisten Menschen gehen dennoch shoppen wie immer, essen wie immer, fahren und fliegen in den Urlaub wie immer.
Ist das wirklich so ? Also ich sehe im Bekanten-, Freundeskreis und auf der Arbeit viele die am Umdenken sind.

Ich habe selbst seit 20 Jahren kein Auto mehr und mache nicht jeden Tag so weiter. Also bitte schließe nicht von dir auf andere.
 
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getexact schrieb:
Die meisten Menschen sagen, man müssen was gegen den Klimawandel tun.
Diese Diskrepanz zeigt sich in meinen Augen quasi ausschließlich aufgrund dieser zugrundeliegenden Fragegestellung und die anschließende Reaktion lässt sich quasi immer mit NIMBY ("Not in my backyard") beantworten.

Wenn du fragst "Sollte mehr für den Umwelt- / Klimaschutz getan werden?" wirst du von fast jedem Bürger ein "Ja" hören.
Würdest du dann aber mal nach konkreten Maßnahmen fragen wie
"Sollte Urlaub verboten / eingeschränkt / teurer werden?",
"Sollten bei Ihnen am Stadtrand Windräder aufgestellt werden?",
"Sollte Strom teurer werden?",
"Sollten Steuern für die Finanzierung des Schutzes erhöht werden?",
etc...
dann wirst du bei einigen sehr schnell ein "Nein" hören.

Es ist halt immer einfach für "das Richtige" zu sein, solange die Auswirkungen nicht greifbar oder konkret sind.

Kassenwart schrieb:
Ist das wirklich so ? Also ich sehe im Bekanten-, Freundeskreis und auf der Arbeit viele die am Umdenken sind.
Und ich habe Freunde die sogar auf FFF Demos gegangen sind, die mir auf Nachfrage, inwieweit sie Ihren Konsum denn einschränken, entgegnen "Wenn ich was ändere dann bringt das doch nichts. Die Politik muss an die großen Unternehmen ran, die sind verantwortlich".

Welcher Fall der Regelfall ist und welcher die Ausnahme ist weiß ich nicht. Solche Leute gibt es aber definitiv, entsprechend ist es dann iwie merkwürdig, wenn das Argument "Deutschland bringt nix, die großen Ausstoß-Länder müssen ran", was auf der gleichen Logik basiert, dann aber abgelehnt wird.
 
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Bonanca schrieb:
Die Politik muss an die großen Unternehmen ran, die sind verantwortlich".
Das ist das große, weltweite Problem. Die Politiker/innen werden die Kuh, die sie melken, nicht schlachten. Sprich: Die Politiker/innen leben einfach zu gut
von den Belohnungssystemen der großen Konzerne. Die weltweite "legale" Korruption in der Politik ist das große Ärgernis in meinen Augen. Deswegen
treten wir seit Jahrzehnten auf der Stelle und kommen z. B. beim Klimaschutz nur mit Babyschritten voran.
Edit: Das zweite Problem sind wir selber. Wenn wir ehrlich sind, möchte doch niemand auf den gewohnten Luxus verzichten, egal ob beim Essen oder
die teilweise unnötigen Dinge, die uns das Leben aber sehr vereinfachen und komfortabler machen.:D
 
getexact schrieb:
Total toll, dass Windräder gebaut werden, PV Anlagen installiert werden usw. Aber warum steigt der CO2 Wert dennoch immer weiter?
Das ist nicht neu und dieses Verhalten wurde bereits in anderen Bereichen wissenschaftlich Untersucht. Rund 70 % der Bundesbürgerinnen und -bürger sprechen sich für ein Verbot der Massentierhaltung aus. Aber 98% des in Deutschland verzehrten Fleisches stammt aus der Massentierhaltung.

Die Erklärung hierfür ist: Kognitive Dissonanz

Die Spitze von kognitiver Dissonanz kannst du übrigens hier bestaunen:
Kurz zusammengefasst: Ein Mann relativiert seinen Flug mit dem Privatjet nach Sylt damit, dass er ja mit dem Fahrrad zum Flughafen gefahren wäre. Und appelliert an die Menschen weniger anspruchsvoll zu sein und nicht pausenlos in den Urlaub zu fliegen.

Begünstigt wird diese kognitive Dissonanz noch dazu, dass die Debatte um den Klimaschutz nicht ehrlich geführt wird. Denn wirksamer Klimaschutz wird unweigerlich zu Verzicht führen, dass ist wissenschaftlicher Konsens.

Nun haben wir aber Jahrzehnte lang wie die Made im Speck gelebt. Und nun müssen wir zu der Einsicht kommen, dass diese Lebensweise "falsch" war. Schwierig den notwendigen Verzicht unter diesen Bedingungen zu vermitteln wenn gleichzeitig fast ein Viertel der Bevölkerung gar nicht an den Klimawandel glaubt.

Dann gibt es Vertreter in der Politik die den Menschen erzählen was sie eben hören wollen. Nämlich das alles so weiter gehen kann wie bisher. Technische Innovation würde das Problem, sofern es überhaupt eines gibt, lösen.

So sind notwendige systemische Veränderungen fast unmöglich.
 
getexact schrieb:
Wollen wir hier weiterhin so tun, als würden die Aussagen nicht auch alle ein Fünkchen stimmen, dass die Welt sich einfach weiterdreht, niemand auf diesem Planeten will morgen ärmer sein, als am Vortag. Der Konsum geht weiter.
Natürlich verzichtet niemand gerne auf etwas, es wird aber dennoch getan, wenn es die Umstände erfordern. Auf etwas zu verzichten/sich einzuschränken mit dem freiwilligen Gang in die Armut gleichzusetzen ist auch schon sehr polemisch.

Zumal dieser Verweis auf den eigenen Anteil am Klimaschutz auch nur billiger Whataboutism ist, um andere Maßnahmen auch nicht durchsetzen zu müssen. Der persönliche CO2-Fußabdruck war nicht ohne Grund eine Erfindung der Öl-Industrie.

Dieses ewige mit dem Finger auf andere zeigen ist einfach nur destruktiv und zeigt lediglich, dass man an einer Lösung schlicht nicht interessiert ist. Es würde vieles vereinfachen, wenn einige einfach den Mumm hätten klar zu sagen, dass es ihnen egal ist was in 50-100 Jahren hier los ist und für ihr restliches Leben einfach alles so weiterlaufen sollte wie bisher.

Die Welt wird sich weiterdrehen, aber trotzdem wird sich vieles verändern - egal ob man das will oder nicht. Jedenfalls war der Mensch in der Vergangenheit immer wieder erstaunlich anpassungsfähig, wenn auch selten freiwillig. Da könnte man doch glatt hoffen, dass man auch in einer Zukunft ohne Ölheizung oder Verbrenner zurechtkommt.
 
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Lipovitan schrieb:
Nun haben wir aber Jahrzehnte lang wie die Made im Speck gelebt. Und nun müssen wir zu der Einsicht kommen, dass diese Lebensweise "falsch" war. Schwierig den notwendigen Verzicht unter diesen Bedingungen zu vermitteln wenn gleichzeitig fast ein Viertel der Bevölkerung gar nicht an den Klimawandel glaubt.
Wer ist denn hier wieder dieses "wir"? Die Grundsicherungsempfänger im Alter? Die einfachen Arbeiter und Angestellten? Die Hausfrau Monika von nebenan? Die Unternehmen? Der Staat? Oder vielleicht doch nur Typen wie im Beitrag weiter oben verlinkt, welche nur 10% der Gesamtbevölkerung ausmachen?

Was unternimmst du ganz konkret gegen das "wie die Made im Speck leben"?
 
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A415 schrieb:
Wer ist denn hier wieder dieses "wir"?
Der privilegierte Deutsche vielleicht ?

Oder würdest du nicht sagen das es selbst unseren Grundsicherungsempfängern besser geht als Milliarden von Menschen ?

Also ich habe Zugang zu Bildung, Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung.
 
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A415 schrieb:
Wer ist denn hier wieder dieses "wir"? Die Grundsicherungsempfänger im Alter? Die einfachen Arbeiter und Angestellten? Die Hausfrau Monika von nebenan? Die Unternehmen? Der Staat? Oder vielleicht doch nur Typen wie im Beitrag weiter oben verlinkt, welche nur 10% der Gesamtbevölkerung ausmachen?
Ich finde es auch wirklich absurd einen Beitrag über Superreiche Zöglinge als Logikbrücke zu nutzen das wir hier wie die Made im Speck leben würden, das ist abseits der Lebensrealität von 99% der Bevölkerung.
 
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