Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Venyo schrieb:
Die aktuelle Generation kann sich Hausbesitz und eine Rente quasi abschminken, früher ging das in einer Familie mit mehreren Kindern sogar bei einem Alleinverdiener.
Das ist einer meiner Hauptkritikpunkte aktuell, der leider nicht wirklich betrachtet wird. Auch dass die Sozialversicherungen in Zukunft noch teurer werden, interessiert die wenigsten.

Venyo schrieb:
Dann beschweren sich noch Arbeitgeber, dass die aktuelle Generation sich nicht mehr so unterwürfig gegenüber Vorgesetzten verhält und nicht mehr unbezahlte Überstunden machen ohne Ende. Und man wundert sich, warum so wenig Paare Kinder bekommen.
Das kann ich sowieso nicht ernst nehmen. Selbst bei uns auf der Arbeit hat die Personalabteilung (!) gemerkt, dass das so nicht mehr funktioniert. Die Geschäftsführung(en) sehen das aber immer noch anders. Auch viele (aber nicht alle) ältere Vorgesetzte können sich nicht von dem Gedanken verabschieden. Da merkt man sehr schnell, wer für die Rolle als Vorgesetzter geeignet ist, und wer nicht.

Venyo schrieb:
Wurde das mal zu Ende gedacht?
Leider gehe ich davon nicht aus.

Venyo schrieb:
Die Lösung scheint mir aktuell eher zu sein, dass mittlere Management-Ebenen aufgebläht werden, damit die Jobs als Zweck, die Miete zu zahlen, erhalten bleiben.
Sehe ich auch irgendwo so. Wenn man mehr verdienen will, muss man zwangsläufig irgendwas im "Management" machen. Ist dann immer nur witzig anzusehen, was die ganzen Management-Leute machen, wenn plötzlich niemand mehr da ist, der die Technik betreut, weil die alle Ziele haben, die sie mit reinen Techniker-Stellen nicht finanziert bekommen. Also wechseln die alle in höhere Positionen, oder zu Firmen, die den Technikern genug zahlen, dass das doch klappt, was aber eine absolute Minderheit auf dem Markt ist.

Venyo schrieb:
Das kanns doch nicht sein. Wir müssen doch mal an den Punkt kommen, an dem Produktivitätssteigerungen zu weniger Arbeit führen und dann müssen Menschen noch vernünftig leben können ohne 40-Stunden-Job. Oder sind wir irgendwann so weit, dass 99% der Bevölkerung im Niedriglohnsektor arbeiten während die KI den Maschinen, die den reichsten 1% gehören, sagen, was produziert werden soll, damit die 99% Kredite aufnehmen können, um das zu kaufen?
Ich denke wir werden noch eine Weile in diese Richtung gehen, und irgendwann kippt das ganze dann, und es wird sich recht schnell viel ändern. Ich sehe zumindest aktuell keinen Weg, wie das in den kommenden Jahren anders laufen würde.
 
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Zumindest was die Rente angeht, da ist alles Blödsinn was uns die letzten Jahre erzählt wurde.
Hab das Vido zufällig bei youtube gesehen.

Was die Rente angeht habe ich mir mal die Mühe gemacht durchzurechnen was passieren würde, wenn man sämtliches Einkommen für die Rente heranziehen würde und die Beitragsbemessungsgrenzen abschaffen würde.
40,9 Millionen Haushalte in Deutschland
4979 Euro Haushaltsbruttoeinkommen
83 Millionen Deutsche
21 Millionen Rentner.

Zuerst mal rechnen wir das durchschnittliche Einkommen pro Person aus:
40,9 Millionen * 4979 Euro / 83 Millionen = 2453 Euro
So, diese 2453 Euro sind das Durchschnittseinkommen von jedem Einwohner Deutschlands.
Rentenbeitrag beträgt derzeit 18,6 % des Bruttolohns.
Also: 2453 * 0,186 = 456 Euro pro Monat pro Deutschem.
Das rechnen wir jetzt auf ein Jahr hoch.
456 * 12 * 83.000.000 = 454 Milliarden Euro im Jahr.

Im Jahr 2021 hat uns die Rente 346 Milliarden Euro im Jahr gekostet, bei 21 Millionen Rentnern.
Würde man einfach nur die Beitragsbemessungsgrenzen abschaffen und Rentenbeiträge auf sämtliches Einkommen erheben, egal wie es erzielt wird, hätte man beim selben Satz wie eben 108 Milliarden Euro mehr im Jahr für Rente zur Verfügung.

Und wenn wir diese 454 Milliarden Euro einfach gleichmäßig auf die 21 Millionen Rentner verteilen würden, würde jeder Rentner im Jahr 21.619 Euro bekommen. Das wären ca. 1800 Euro im Monat.

Unser Rentensystem würde mit den heutigen Sätzen wunderbar funktionieren wenn einfach alle einzahlen würden und alle im Alter eine Rente bekommen würden. Wäre kein Problem. Es funktioniert nur dann nicht, wenn die Reichen asozialen Schmarotzer sich aus dem System verpissen weil sie keinen Bock auf Solidarität haben.

Im Augenblick beträgt die Durchschnittsrente übrigens, nachdem man 35 Jahre eingezahlt hat, 1550 Euro im Monat. Würde man einfach das obere System verwenden würden bis zum durchschnitt hin ALLE profitieren, also schonmal 50% der Rentner und darüber hinaus noch alle die bisher weniger als 1800 Euro Rente haben.
Wer nicht profitieren würde, wären die die soviel im Leben verdient haben dass sie eigentlich gar keine Rente bräuchten. Deren Rente würde auf "nurnoch" 1800 Euro pro Monat zusammenschmelzen.
Und wer Überdurchschnittlich profitieren würde das wären Frauen, denn deren Rente ist meist viel niedriger. Frauen bekamen nach allen Abzügen im Schnitt im Jahr 2021 nur 856 Euro Rente. Die hätten einfach sofort 1000 Euro mehr im Monat.

Das System wäre sofort umsetzbar, es würden zwischen 50-70% der Rentner davon profitieren und es wäre finanzierbar ohne dass der Staat aus Steuergeldern was dazuzahlen müsste. Der einzige Grund warum das nie kommen wird: Die wirklich Reichen hätten etwas weniger Geld als jetzt, wären aber immernoch Reicher als ein Großteil der Gesellschaft.
 
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@DerOlf Wenn du der Meinung bist das du ein Dulli bist, dann ändere etwas daran. Es ist nicht in der Verantwortung der Gesellschaft Mami & Papi für dich zu spielen.

Finger aus dem Po nehmen, und Leben verändern -> ist deine Verantwortung nicht meine und auch nicht dich von @Tomislav2007 noch sonst jemanden.
 
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D0m1n4t0r schrieb:
Unser Rentensystem würde mit den heutigen Sätzen wunderbar funktionieren wenn einfach alle einzahlen würden und alle im Alter eine Rente bekommen würden. Wäre kein Problem. Es funktioniert nur dann nicht, wenn die Reichen asozialen Schmarotzer sich aus dem System verpissen weil sie keinen Bock auf Solidarität haben.
Jo, ich glaube, das wissen viele gar nicht, dass Selbstständige, Beamte und bestimmte Berufsgruppen (Ärzte, Rechtsanwälte, Notare, Apotheker, Architekten, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater) nicht in die allgemeine Rentenversicherung zahlen. Das sollte man mal breit erklären und dann mal per Volksentscheid abfragen, ob das Sinn ergibt, dass Reiche da ihr eigenes Süppchen kochen und keine Lust haben, die einkommensschwächeren mit zu stützen - das sollen gefälligst die Nicht-reichen Deppen alleine erledigen. Auch dass Beamte über 70% des letzten(!) Gehalts bekommen als Pension ist Wahnsinn. Jahrelang wenig einzahlen und auf den letzten Metern noch so viel Karriere machen wie es geht - die Rente basiert dann auf dem letzten Gehalt und nicht auf dem, was an Beiträgen eingezahlt wurde, völlig absurd.

Edit: denen, die ihr ganzes Leben keine Chancen, sondern nur auf den Deckel bekommen haben, zu sagen "verändert doch einfach selbstverantwortlich euer Leben" ist FDP-Zynismus vom Feinsten. Gleich kommt noch das Trickle Down-Argument. Einfach nur ekelhaft.
 
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Hallo

D0m1n4t0r schrieb:
Zuerst mal rechnen wir das durchschnittliche Einkommen pro Person aus:
40,9 Millionen * 4979 Euro / 83 Millionen = 2453 Euro
So, diese 2453 Euro sind das Durchschnittseinkommen von jedem Einwohner Deutschlands.
Rentenbeitrag beträgt derzeit 18,6 % des Bruttolohns.
Also: 2453 * 0,186 = 456 Euro pro Monat pro Deutschem.
Das rechnen wir jetzt auf ein Jahr hoch.
456 * 12 * 83.000.000 = 454 Milliarden Euro im Jahr.

Im Jahr 2021 hat uns die Rente 346 Milliarden Euro im Jahr gekostet, bei 21 Millionen Rentnern.
Würde man einfach nur die Beitragsbemessungsgrenzen abschaffen und Rentenbeiträge auf sämtliches Einkommen erheben, egal wie es erzielt wird, hätte man beim selben Satz wie eben 108 Milliarden Euro mehr im Jahr für Rente zur Verfügung.
Du hast entweder einen Rechenfehler gemacht oder läßt bewußt etwas ganz entscheidendes weg.
Ohne Beitragsbemessungsgrenze würde die gedeckelte Einzahlung genau so abgeschafft wie die gedeckelte Auszahlung.
Ohne Beitragsbemessungsgrenze würden sehr viele deutlich mehr einzahlen aber auch deutlich mehr ausgezahlt bekommen.
Oder möchtest du die Beitragsbemessungsgrenze nur bei der Einzahlung abschaffen aber bei der Auszahlung beibehalten ?

D0m1n4t0r schrieb:
Und wenn wir diese 454 Milliarden Euro einfach gleichmäßig auf die 21 Millionen Rentner verteilen würden, würde jeder Rentner im Jahr 21.619 Euro bekommen. Das wären ca. 1800 Euro im Monat.
Ach so, jeder soll die gleiche Rente bekommen, ganz egal wieviel er sein Leben lang eingezahlt hat, unfairer/ungerechter geht es nicht.
Solche linken/sozialen Phantasien würden nur dazu führen das niemand mehr etwas leisten will, zum Glück ist Die Linke unbedeutend.

kim88 schrieb:
Es ist nicht in der Verantwortung der Gesellschaft Mami & Papi für dich zu spielen.
Das scheinen sehr viele mit ihrer Vollkasko all inclusive Mentalität zu erwarten.
Ihre Rechte kennen alle aber ihre Pflichten scheinen sehr viele nicht zu kennen.

kim88 schrieb:
Finger aus dem Po nehmen, und Leben verändern ->
Es ist aber einfacher und bequemer über die Politik, den Staat, das System und über was auch immer zu meckern.

DerOlf schrieb:
Am aktuellen Personal auf diesen Stellen sieht man ja recht gut, dass das eigentlich jeder Dulli kann.
Ernsthaft, willst du dich über andere lustig machen, du der du mit einem Master Abschluss nur Teilzeitaushilfe an einer Tankstelle bist ?
Wer ist der Dulli, der nicht so kluge/gebildete der sich hoch gearbeitet hat oder der kluge/gebildete den niemand in Vollzeit einstellt ?

Grüße Tomi
 
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Venyo schrieb:
Jo, ich glaube, das wissen viele gar nicht, dass Selbstständige, Beamte und bestimmte Berufsgruppen (Ärzte, Rechtsanwälte, Notare, Apotheker, Architekten, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater) nicht in die allgemeine Rentenversicherung zahlen.
Doch, so unbekannt ist das nicht.
Venyo schrieb:
Das sollte man mal breit erklären und dann mal per Volksentscheid abfragen, ob das Sinn ergibt, dass Reiche da ihr eigenes Süppchen kochen und keine Lust haben, die einkommensschwächeren mit zu stützen - das sollen gefälligst die Nicht-reichen Deppen alleine erledigen.
Volksentscheide in Deutschland? Da wäre ich dafür. Aber dann auch bei Themen, die den Bürger viel mehr betreffen.
Venyo schrieb:
Auch dass Beamte über 70% des letzten(!) Gehalts bekommen als Pension ist Wahnsinn. Jahrelang wenig einzahlen und auf den letzten Metern noch so viel Karriere machen wie es geht - die Rente basiert dann auf dem letzten Gehalt und nicht auf dem, was an Beiträgen eingezahlt wurde, völlig absurd.
Der Ursprungsgedanke war so und ist auch richtig. Nur sind es mittlerweile zu viele. Einem Staatsdiener sollte schon etwas mehr zustehen.
Venyo schrieb:
Edit: denen, die ihr ganzes Leben keine Chancen, sondern nur auf den Deckel bekommen haben, zu sagen "verändert doch einfach selbstverantwortlich euer Leben" ist FDP-Zynismus vom Feinsten. Gleich kommt noch das Trickle Down-Argument. Einfach nur ekelhaft.
Jeder hat es selbst in der Hand, gerade hier in Deutschland. Den Beamtenstatus bekommt man nicht in die Wiege gelegt, genausowenig den Studienabschluss.
Die Erkenntnis, dass man für sein eigenes Handeln selbst verantwortlich ist, sollte jeder früher oder später erlangen...
Mich ekelt es ebenfalls an, wenn immer die anderen Schuld sind, und sich selbst in der Opferrolle gesuhlt wird.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Satz ergänzt)
Ach Tomislav, du mal wieder. Das war ein ganz einfaches Beispiel um zu erklären was heute möglich wäre wenn man wollte. Du hast es wie immer aus weltanschaulichen Gründen so richtig schön verdreht.

Beitragsbemessungsgrenzen sorgen aktuell dafür dass die Reichen die sowieso viel Einkommen haben prozentual weniger einzahlen müssen als die Armen und die Normalverdiener. Gerecht wäre wenn alle prozentual gleich viel einzahlen und zwar von allem Einkommen. Daher gehören die abgeschafft.

Bei dem Beispiel da würden 50-70% der Leute MEHR als jetzt bekommen. Die große Mehrheit würde davon profitieren. Aber das ist in deinen Augen ungerecht, ist klar.

Was du nicht verstehst, ist dass ein Solidarsystem nicht so funktioniert wie ein Sparbuch auf das es Zinsen aufs eingezahlte gibt und man am Ende mehr rausbekommt als man eingezahlt hat.

Bei einem solidarischen umlagebasiertem Rentensystem geht es zuerst mal darum sich folgende Fragen zu stellen:
1. Wieviel Rente braucht man mindestens um im Alter in Menschenwürde zu leben.
2. Wie finanziert man das?
Und es wäre absolut kein Problem Punkt 1 mit ner Mindestrente abzusichern und damit die Finanzierung gesichert ist Punkt 2 so zu gestalten dass alle von allem Einkommen einzahlen.
Und damit es nicht zu teuer wird macht man dann ne Maximalrente. Das wäre alles möglich und finanzierbar wenn man nur wollte und man könnte es so gestalten dass ein Großteil der Bürger mehr Geld als jetzt hätte ohne dass dabei irgendwer arm werden würde.

Wirst du aber wie immer nicht verstehen weil du es einfach nicht verstehen willst. Stattdessen wird lieber der Schwachsinn von der Rentenlücke geglaubt und dass alle länger arbeiten sollen damit die Rente sicher ist und dass jeder privat vorsorgen soll...

Und warum soll es eigentlich ungerecht sein wenn jemand der 20 oder 30 Jahre gearbeitet hat, genausoviel Rente bekommt wie jemand der 35 jahre gearbeitet hat? Wenn jemand hart körperlich malocht hat und krank wurde, aber seinen Beitrag geleistet hat dass die Gesellschaft läuft, wieso soll der weniger Rente bekommen als jemand der 35 Jahre im Büro rumsaß?
Gibst du deinen Kindern weniger essen wenn die mit ner 3 statt ner 2 von der Schule nach hause kommen? Bekommt das fleissigere Kind Markenklamotten und das verträumte künstlerisch begabte Kind bei dir nur 2nd Hand Zeug weils ja weniger leistet und weniger fleissig ist? Stell dir mal vor du hättest ein behindertes Kind. Das würde vermutlich in nem Jutesack bei dir rumlaufen, weils ja nix leistet und nur kosten verursacht.
Alle haben auf ihre Weise ihren eigenen Anteil daran dass die Gesellschaft so ist wie sie heute ist und daran kann man ruhig im Alter alle auch gleichermaßen beteiligen.
Das kommt halt drauf an welchen Wert man den Mitmenschen beimisst.
Wenn ich Mitmenschen als nützlich und mit hohem Wert einschätze komme ich z.b. zum Ergebnis: "Als Minimum für jeden ne Mindestrente im Alter von der man in Würde leben kann, unabhängig davon wieviel eingezahlt wurde."
 
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Hallo

D0m1n4t0r schrieb:
Und warum soll es eigentlich ungerecht sein wenn jemand der 20 oder 30 Jahre gearbeitet hat, genausoviel Rente bekommt wie jemand der 35 jahre gearbeitet hat?
Unterschiedlich hohe/lange Leistungen gleich zu bezahlen/behandeln wäre ungerecht und würde dafür sorgen das viele bis die meisten nichts mehr leisten wollen.

D0m1n4t0r schrieb:
Und damit es nicht zu teuer wird macht man dann ne Maximalrente.
Damit es nicht zu teuer wird muss es auch eine maximale Einzahlung geben und das nennt man dann Beitragsbemessungsgrenze.

D0m1n4t0r schrieb:
Beitragsbemessungsgrenzen sorgen aktuell dafür dass die Reichen die sowieso viel Einkommen haben prozentual weniger einzahlen müssen als die Armen und die Normalverdiener.
Beitragsbemessungsgrenzen sorgen auch dafür das die Reichen weniger ausgezahlt bekommen, die Beitragsbemessungsgrenze ist keine Einbahnstraße.

D0m1n4t0r schrieb:
Gerecht wäre wenn alle prozentual gleich viel einzahlen und zwar von allem Einkommen.
Gerecht wäre es erst wenn dann alle auch prozentual soviel raus bekommen wie sie eingezahlt haben, die Beitragsbemessungsgrenze ist keine Einbahnstraße.

Wie hoch wäre denn die Rente von einem Einkommensmillionär, wenn es gar keine Beitragsbemessungsgrenze (bei Einzahlung und Auszahlung) gäbe ?
Wie gerecht ist es das Langzeitarbeitslose die (fast) nie eingezahlt haben eine Rente bekommen, gerecht wäre es wenn die (fast) keine Rente bekommen.

Grüße Tomi
 
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Hallo

@WhiteHelix

Wenn du nur mittelfristig planst OK, ich plane langfristig, ich möchte das es mir mein ganzes Leben lang gut geht und nicht nur solange ich arbeiten gehe.
Bevor der Einwand kommt, ich habe in meiner Lebensplanung nicht nur die lächerlich geringe staatliche Rente eingeplant, da ist schon deutlich mehr drin.

Grüße Tomi
 
@Tomislav2007
Ich habs wohl falsch interpretiert.

Die von mir zitierte Stelle las sich, als könne "Jeder" (also auch der letzte Dulli) die Qualifikation für eine gut bezahlte Stelle erwerben.
Wenn dem so ist, dann können diese Jobs ja nicht so sonderlich anspruchsvoll sein und dann kann sie halt jeder Dulli.

Dass dem nicht so ist, sollte jedem klar sein (gerade angeblich Hochqualifizierten) .... schließlich wird die Sau "Fachkräftemangel" seit Jahrzehnten durchs Dorf gejagt und wenn "Fachkraft" so easy ist und noch dazu gut bezahlt wird, dann würden das doch auch mehr Menschen machen wollen.
Leider ist dem anscheinend nicht so, denn der Mangel nimmt ja nach dem was man hört und liest nicht ab.
Man sollte schon mal fragen, WARUM die Leute keine Lust auf "Fachkraft" in dieser Arbeitswelt haben.

"Fachkraft" (in Anführungszeichen) weil ich damit restlos alles meine, was unter dem Sammelbegriff "Fachkräfte" zusammengefasst werden kann.
 
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D0m1n4t0r schrieb:
Und warum soll es eigentlich ungerecht sein wenn jemand der 20 oder 30 Jahre gearbeitet hat, genausoviel Rente bekommt wie jemand der 35 jahre gearbeitet hat?
Weil daraus automatisch eine Folgeargumentation abzuleiten wäre die folgende ist:
Warum sollte jemand der 15 Jahre gearbeitet hat, weniger Rente bekommen?
Warum ..... 10 Jahre ....
Warum ..... 5 Jahre ....

In einer globalisierten Welt in der keine geregelte Migration auf die Reihe gebracht wird, sollte jeder der von A nach B denken kann, die Konsequenz davon klar werden.

Die aktuelle Situation der Mittelschicht steht eh kurz vor dem Kipppunkt.
Zu reich um arm zu sein, sich von diesem "Reichtum" nichts größeres (Auto, Immobilie) leisten können und deswegen alles in Aktien/ETF sparen zu müssen, von dessen Kursentwicklung die Reichen unendlich mal mehr profitieren, als die Sparer.

-> 10.000 € Guthaben -> 10% Wertzuwachs = 1.000 € (quasi unbrauchbar im Verhältnis)
-> 10.000.000 € Guthaben -> 10% Wertzuwachs = 1.000.000 € (lässt sich locker flocking ein gehobener Lifestyle pflegen, ohne das Vermögen ankratzen zu müssen)
 
Hallo

DerOlf schrieb:
Die von mir zitierte Stelle las sich, als könne "Jeder" (also auch der letzte Dulli) die Qualifikation für eine gut bezahlte Stelle erwerben.
Abgesehen von Kranken/Behinderten/Pflegebedürftigen/etc. kann jeder eine Qualifikation (zumindest eine einfache 2 jährige Berufsausbildung) erwerben.

DerOlf schrieb:
Dass dem nicht so ist, sollte jedem klar sein (gerade angeblich Hochqualifizierten) .... schließlich wird die Sau "Fachkräftemangel" seit Jahrzehnten durchs Dorf gejagt und wenn "Fachkraft" so easy ist und noch dazu gut bezahlt wird, dann würden das doch auch mehr Menschen machen wollen.
Fachkräfte sind für mich nicht nur Hochqualifizierte,...

DerOlf schrieb:
"Fachkraft" (in Anführungszeichen) weil ich damit restlos alles meine, was unter dem Sammelbegriff "Fachkräfte" zusammengefasst werden kann.
...jeder der eine Berufsausbildung oder ein Studium vorweisen kann ist eine Fachkraft.

DerOlf schrieb:
Man sollte schon mal fragen, WARUM die Leute keine Lust auf "Fachkraft" in dieser Arbeitswelt haben.
Es gibt so viele unbesetzte Ausbildungsplätze wie noch nie und es gibt gleichzeitig so viele junge Menschen ohne Berufsausbildung wie noch nie.
Wie paßt das zusammen, was stimmt denn da nicht, denken/glauben junge Menschen heutzutage das es nur ein Studium oder Bürgergeld gibt ?
Ja, eine einfache Berufsausbildung bringt einen in der Regel beruflich nicht so weit wie ein Studium, aber besser eine Berufsausbildung als nichts.

Wennd das so weiter geht bildet mangels Bewerbern niemand mehr aus und es gibt nur noch das Studium.
Dann hat jeder Bäcker/Koch/KFZler/etc. einen Bachelor und Akademiker inkl. Gehälter werden abgewertet.

Grüße Tomi
 
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Warum sollte jemand ne Ausbildung in nem Job machen wo am Ende dann 100 Euro mehr bei rum kommt als mit Bürgergeld ? Und während der Ausbildung hat man weniger und ist Arsch für alles.
Die Unternehmen sind selber schuld wenn sie keine Azubis finden. Viele haben entweder viel zu hohe Ansprüche und wollen selber nicht ordentlich zahlen bzw. haben miese Arbeitszeiten.

Hab vor 2-3 Wochen noch ne interessante Doku drüber gesehen. Die Unternehmen die am meisten rumgejammert haben dass sie keine Leute finden das waren meist diejenigen deren Ruf in der Region so unterirdisch war dass keiner mehr für die arbeiten wollte. Meist lags an den Chefs die dachten sie seien geradezu anbetungswürdig dafür dass sie anderen einen Arbeitsplatz bieten.

Gegenbeispiel war dann ne Malerin die einfach mal die 4-Tage eingeführt hat und bei der die Mitarbeiter sich frei entscheiden können ob sie um 7 oder um 8 Uhr morgens anfangen was super ist für Leute mit Kindern. Die konnte sich vor Bewerbern kaum retten und hat binnen eines Jahres ihre Mitarbeiterzahl und die Aufträge verdreifacht.

Viele Unternehmen sind hängen geblieben in der Zeit so um 2010 als die Unternehmen meinten sich alles erlauben zu können gegenüber Mitarbeitern oder Bewerbern. Die behandeln die Leute noch genauso scheisse wie damals. Und jammern dann rum dass keiner da arbeiten will.

Wenn sich heute wer wo bewirbt, dann ist die wichtigste Frage nicht die vom Arbeitgeber: "Warum wollen sie hier arbeiten?" sondern die vom Arbeitnehmer "Wieso sollte ich für ihr Unternehmen arbeiten und nicht für die Konkurrenz?" und wer dann nix zu bieten hat ist raus als Arbeitgeber. Und wer meint Bewerbungen ne Woche lang ignorieren zu können, der ist auch raus.
 
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D0m1n4t0r schrieb:
Warum sollte jemand ne Ausbildung in nem Job machen wo am Ende dann 100 Euro mehr bei rum kommt als mit Bürgergeld ? Und während der Ausbildung hat man weniger und ist Arsch für alles.
Warum muss es dann genau diese Ausbildung sein? Das weiß man doch vorher.
D0m1n4t0r schrieb:
Viele haben entweder viel zu hohe Ansprüche und wollen selber nicht ordentlich zahlen bzw. haben miese Arbeitszeiten.
Das gilt auch für die Arbeitnehmer. Fürstliche Ansprüche, obwohl nicht viel geleistet wird...
D0m1n4t0r schrieb:
Hab vor 2-3 Wochen noch ne interessante Doku drüber gesehen. Die Unternehmen die am meisten rumgejammert haben dass sie keine Leute finden das waren meist diejenigen deren Ruf in der Region so unterirdisch war dass keiner mehr für die arbeiten wollte.
Die werden es dann wohl nicht überleben.
D0m1n4t0r schrieb:
Gegenbeispiel war dann ne Malerin die einfach mal die 4-Tage eingeführt hat und bei der die Mitarbeiter sich frei entscheiden können ob sie um 7 oder um 8 Uhr morgens anfangen was super ist für Leute mit Kindern. Die konnte sich vor Bewerbern kaum retten und hat binnen eines Jahres ihre Mitarbeiterzahl und die Aufträge verdreifacht.
Ja, flexible Arbeitszeiten sind hoch im Kurs. Aber auch das hat seinen Preis.
D0m1n4t0r schrieb:
Wenn sich heute wer wo bewirbt, dann ist die wichtigste Frage nicht die vom Arbeitgeber: "Warum wollen sie hier arbeiten?" sondern die vom Arbeitnehmer "Wieso sollte ich für ihr Unternehmen arbeiten und nicht für die Konkurrenz?" und wer dann nix zu bieten hat ist raus als Arbeitgeber.
Wenn dich die Konkurenz mit Kusshand nimmt, verstehe ich das Problem nicht.
Nicht selten ist bei solchen Sprüchen aber nichts dahinter.
 
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Hallo

D0m1n4t0r schrieb:
Warum sollte jemand ne Ausbildung in nem Job machen wo am Ende dann 100 Euro mehr bei rum kommt als mit Bürgergeld ?
Um kein asozialer Schmarotzer zu sein/werden und um eine gute Ausgangsbasis zu schaffen, nach der Ausbildung muss doch nicht Ende sein.
Bevor der Einwand kommt, mit asozialer Schmarotzer meine ich die die nicht arbeiten wollen obwohl sie könnten und das System ausnutzen.
Nach einer Ausbildung kann man den Meister/Staatl. gepr. Techniker machen und damit kommt man dann in deutlich höhere Gehaltsklassen.
Ich kenne eine Bäckereifachverkäuferin die eine Weiterbildung zum Lebensmitteltechniker gemacht hat und jetzt über 4000€ Brutto verdient.
Wo kommt diese merkwürdige Einstellung her das man von Anfang an und ohne entsprechende Ausbildung ein gutes Gehalt haben sollte ?

D0m1n4t0r schrieb:
Und während der Ausbildung hat man weniger und ist Arsch für alles.
Wer so eine Einstellung hat soll weiter Computer/Smartphone/Playstation spielen und nicht die Schuld für sein eigenes Versagen bei anderen suchen.

Grüße Tomi
 
Könnte einfach der Anspruch sein dass man nach 3 Jahren Ausbildung und Vollzeit Arbeit deutlich mehr Geld zur verfügung haben sollte als ohne. Weisst schon wegen Leistung und Gerechtigkeit und so.
 
Tomislav2007 schrieb:
Nach einer Ausbildung kann man den Meister/Staatl. gepr. Techniker machen und damit kommt man dann in deutlich höhere Gehaltsklassen.
Wenn das mal so einfach wäre. Hab ich tatsächlich auch schon überlegt. Nachdem ich aber kein Abi hab geht das auch erst jetzt mit den x Jahren Berufserfahrung. Allerdings kann ich’s mir jetzt absolut nicht leisten, 2 Jahre Vollzeit das zu machen, + 10k dafür hinzulegen. Direkt nach der Ausbildung sowieso nicht, wo soll die Kohle her kommen.

Und von wegen Ausbildung, ich hab meine erste im Handwerk gemacht, um eben nicht daheim rumzusitzen und nichts zu tun. Für 400€/Monat stellenweise arbeiten als wärst du fertig mit nicht existierenden Überstunden, Scheiß Firma und stellenweise nur Aufgaben damit du irgendwie beschäftigt bist die sonst keiner machen will, ne danke. Ja als Azubi lernst du, etc. etc, aber deswegen muss man die nicht behandeln wie Leibeigene.
 
Hallo

WhiteHelix schrieb:
Wenn das mal so einfach wäre.
Es ist so einfach.

WhiteHelix schrieb:
Nachdem ich aber kein Abi hab geht das auch erst jetzt mit den x Jahren Berufserfahrung.
Das stimmt nicht, man braucht nur eine Berufsausbildung und kein Abi und in der Regel (wenn überhaupt) nur 1-2 Jahre Berufserfahrung.

WhiteHelix schrieb:
Allerdings kann ich’s mir jetzt absolut nicht leisten, 2 Jahre Vollzeit das zu machen,
Man kann auch Teilzeit (Abends oder Sa) machen, da braucht man keine Berufserfahrung, die Berufserfahrung kann man während der Weiterbildung sammeln.

WhiteHelix schrieb:
+ 10k dafür hinzulegen. Direkt nach der Ausbildung sowieso nicht, wo soll die Kohle her kommen.
Dafür gibt es das Aufstiegs BAföG, wovon man nur noch 25% zurück zahlen muss (1 Jahr nach Ende der Weiterbildung in kleinen (monatlich 128€) Raten).

Hast du noch andere Ausreden oder ist das alles ?

Grüße Tomi
 
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Eben. Es gibt BAföG oder (zinsbehaftet) KfW-Kredite.

D0m1n4t0r schrieb:
dass man nach 3 Jahren Ausbildung und Vollzeit Arbeit deutlich mehr Geld zur verfügung haben sollte als ohne
Ich hatte nach dem Studium effektiv deutlich weniger als wenn ich "so schon irgendetwas gearbeitet hätte".
Das ist so, wenn man eben kurzfristig denkt.
Muss halt den Kredit zurückzahlen, das senkt eben die Liquidität massiv (wenn man schnell tilgen will). Aber danach verdient man sich halt "dumm und dusselig".
Aber mit "was ordentlichem" sollte man halt monatlich schon vierstellig tilgen können.

Man muss mMn immer mittel- bzw. langfristig denken:

Man arbeitet irgend etwas "niedrigqualifiziertes" und kann schon 3-4 Jahre Geld scheffeln.
Oder man zieht den Gürtel für diese Jahre enger (wenn kein Duales Studium) und erntet danach über die Zeit die Früchte.

Wie schon genannt bildet die Ausbildung, aber auch das Studium nur das Fundament der Zukunft.
Es öffnet Türen und Wege - welche aber selbst genommen werden müssen!

Dafür gibt es das Aufstiegs BAföG, wovon man nur noch 25% zurück zahlen muss (1 Jahr nach Ende der Weiterbildung in kleinen (monatlich 128€) Raten).
Was mit dem Effekt des Zeitwert des Geldes nochmal deutlich weniger ist (bei höherer Inflation^^). Da BAföG zinslos ist und du dann den offenen Betrag über x Jahre gemütlich tilgst.

MfG, R++
 
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