Das mit dem Fachkräftemangel ist übrigens völliger Unsinn.
Wir haben offiziell 2,62 Millionen Arbeitslose.
Und dann kommt noch das dazu.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/hg-arbeitslosenzahlen-101.html
Hätten wir wirklich Fachkräftemangel dann würden die Arbeitslosenzahlen ja massiv nach unten gehen.
Was wir haben ist ein Mangel an Personen die sich ausbeuten lassen und unter schlechten Arbeitsbedingungen arbeiten wollen! Immer mehr Leute haben begriffen dass es auch anders gehen kann und fordern das jetzt ein.
Schichtarbeit? Wochenendarbeit? 40 Stunden Woche + Überstunden, also im Endeffekt 48 Stunden pro Woche. Arbeitsverträge in denen steht "Mit dem Lohn/Gehalt sind Überstunden bereits abgegolten." Bereitschaftsdienste auf Abruf ? Nachtarbeit. Und generell Arbeiten die so anstrengend sind dass man sie nicht ein Leben lang machen kann.
Ich kenne zufällig paar Frauen die als Altenpflegerin im Altenheim arbeiten. Die haben rotierend Frühschicht, Spätschicht und Nachtschicht was an sich schonmal extrem belastend ist. Aufgrund unseres geilen Gesundheitssystems siehts bei denen mittlerweile so aus dass pro Schicht 1 examinierte Altenpflegerin auf der Station ist, für ca. 30 Alte Leute, und dann noch 4-5 Hilfskräfte da sind.
Die haben alle ein hohes soziales Verantwortungsgefühl und wenn mal wer ausfällt und die Altenheimleitung deswegen dann anruft dann sind die auch ne Stunde später auf der Arbeit.
Was die Arbeit angeht, das ist von der Belastung her wie Akkordarbeit weil die Vorgaben wie lange man für welche Arbeit brauchen darf so niedrig sind. Die hetzen von Person zu Person.
Was die körperliche Belastung angeht, das ganze geht voll auf den Rücken weil die Alten Leute oft umgelagert werden müssen weil sie sich sonst wundliegen, sog. Dekubitus.
Die haben mit 17/18 die Ausbildung angefangen und wussten da schon, dass mit spätestens 50 Jahren der Rücken kaputt ist. Aber die machen die Arbeit gerne und sind sehr sozial eingestellt.
Aber das wird schamlos ausgenutzt von den Krankenkassen und Altenheimbetreibern, denn eigentlich bräuchten die Leute dringend mehr Personal und zwischen den Schichtwechseln mindestens 3 freie Tage, also im Endeffekt eine 4-Tage Woche weil man da sonst auf Dauer auf dem Zahnfleisch geht.
Durch die Schicht- und Wochenendarbeit kommt deren Familie natürlich auch zu kurz. Wenn schonmal 2 von 4 Wochenenden im Monat wegfallen ist das nicht gerade toll für die eigene Familie. Und wenn dann noch wer ausfällt werden daraus auchmal 0 Wochenenden im Monat oder 20 Tage Arbeit am Stück ohne freie Tage dazwischen.
Und solche Zustände herrschen ÜBERALL im Gesundheitssystem. Im Krankenhaus genauso wie im Altenheim, genauso wie in der häuslichen Pflege. Überall zu wenig Personal und zu wenig Zeit für die Patienten. Und wenn jemand krank wird, dann wirds richtig schlimm für die Angestellten.
Und was ich da geschrieben habe das ist nichts neues, sondern das ist seit mindestens 30 Jahren so.
Man schaue sich an was während Corona war. Wir haben die Pflegekräfte im Krankenhaus beklatscht und Helden genannt. Aber wir haben NIX getan um deren Arbeitsbedingungen zu verbessern, denn das würde ja Geld kosten.
Was dringend nötig wäre, wäre mehr Personal, weniger Arbeit für den einzelnen und eine bessere Bezahlung um überhaupt noch Leute zu motivieren den Job zu machen.
Übrigens in dem Zusammenhang interessant wäre wenn wir mal nach Nordeuropa gucken. Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland. Das sind die Länder mit der besten Bildung die regelmäßig den tollen PISA Test gewinnen, mit den höchsten Steuern, mit den glücklichsten Menschen und seit kurzem: Mit der 4-Tage Woche. Und deren Rente und Arbeitslosengeld ist übrigens auch ziemlich hoch.
Die haben sogar sowas wie BAFÖG für alle gemacht. Jeder der da studiert bekommt Bafög. Weil die wissen dass die Leute später mehr verdienen und das dann über Steuern mehr an Geld wieder reinkommt.
In Deutschland wäre sowas völlig undenkbar, da müsste jeder Einzelfall erstmal geprüft werden ob das dem überhaupt zusteht.
Alles wovon in Deutschland ständig geredet wird, dass das nicht gehen würde und schlecht für die Wirtschaft wäre, das haben die einfach gemacht und deren Bevölkerung ist glücklich und zufrieden damit. Und deren Wirtschaft läuft auch. Da ist nicht alles zusammengebrochen.
Wir werden hier in Deutschland verarscht, von Wirtschaft und Medien und meistens gehören die Medien dann auchnoch der Wirtschaft. Die Schreiben nicht das was gut für alle wäre sondern die schreiben das was gut für das Wirtschaftsunternehmen ist dem die Medien gehören.
Und Wirtschaftsunternehmen wollen immer dass die Leute viel arbeiten und die Löhne niedrig sind bei gleichzeitig wenig Rechten für die Beschäftigten.