Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Kassenwart schrieb:
Wir streichen also so lange Sozialleistungen bis Menschen gezwungen sind einen "beschissenen Job" anzunehmen.

Oder was meinst du mit "Motivation" ?
Oder halt ihre Faulheit überwinden und sich Aus- oder Weiterbilden. Darum geht es doch am Schluss - Menschen in Arbeit zu bringen und wieder wertvoll für die Gesellschaft zu machen.

Aus "Geld beziehen" -> "Nettozahler" machen. Wenn alle nur rumliegen, können wir ein Sozialsystem für Menschen die es wirklich nötig haben (weil sie eben z.b. krankheitsbedingt, etc nicht arbeiten können) irgendwann nicht mehr finanzieren. Und das wäre dann wirklich tragisch,

Gleichzeitig könnte man dadurch die Sozialleistungen auch mal wieder senken -> was Arbeiten für allen lohnenswerter machen würde.

DerOlf schrieb:
Ich versuche mir gerade vorzustellen, was wohl bei den Beinahe-Rentnern los wäre, wenn die GenZ sich hinstellt, und sinngemäß sagt: "Danke für die Ausbildung Deutschland, aber meine Kompetenzen stelle ich dann doch lieber ausländischen Unternehmen und Staaten zur Verfügung. Ach ja ... natürlich nehme ich die andere Staatsbürgerschaft an, weil ich keine Lust auf eure Steuern habe".
Ist doch super.
Witzig wie immer alle über die "böse Globalisierung" schimpfen oder sich darüber aufregen, dass sich Unternehmen die Vorteile der "Globalisierung" für sich nutzen.

Man selbst aber nicht ansatzweise auf die Idee kommt genau das gleiche zu tun.

Man stelle sich vor wenn plötzlich 50-70% den GenZ Richtung Ausland abwandert - weil die Arbeitsvorstellungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Ihnen dort besser passen. Was denkst du würde dann in Deutschland passieren?
Könnte es sein, dass sich dann etwas an den Bedinungen ändert, weil man die Arbeitskräfte im Land halten will?

Die Personenfreizügigkeit ist ein Markt: Offensichtlich für waren und Dienstleistungen -> aber eben auch für Staaten die interessant für Menschen sein können weil sie irgendwo etwas besser oder anders machen.

Das führt zu Wettbewerb und dazu, dass sich gute Ideen europaweit durchsetzen können. Aber eben - das funktioniert nicht wenn man sagt "denen im Norden geht es so gut und uns in Deutchland nicht" -> das funktioniert nur wenn ein wesentlicher Teil der erwerbsfähigen Menschen z.b. nach Norwegen abwandert.

Hier haben wir das gleiche Thema, wir bei Sozialschmarotzern, oder Menschen die darüber jammern das sie schlechte Arbeitsbedienungen haben.
Man hat IMMER die Möglichkeit selbst seine Situation zu verändern, man muss nur Finger aus dem A.. nehmen und let's go.
Aber man jammert lieber in Foren, Stammtischen, Demos und an allen anderen Orten wo es nichts bringt. "Staat soll Mami und Papi spielen und die Probleme lösen, statt selber was zu tun".

Ich finde es ja nur noch ermüdend.
DerOlf schrieb:
Im Grunde forderst du genau das ... den Abzug von Bildungskapital aus Deutschland. Du willst also das einzige Exportgut, welches wir noch haben, ins Auland jagen, weil die deutsche Wirtschaft es nicht schafft, ihre Arbeitsbedingungen ins 21. Jahrhundert zu holen?

Nochmal kurze Zusammenfassung. Der Markt funktioniert. Wenn Deutschland nennenswert Arbeitskräfte verliert, Zuwandere sich zunehmend für andere Länder als Deutschland entscheiden werden sich auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Arbeitsbedingungen ändern.

Solange die Menschen aber in Deutschland bleiben, und die Zuwanderer gerne nach Deutschland kommen, hat weder die Wirtschaft noch die Politik irgendeine Motivation irgendwas zu ändern.
 
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Hallo

_killy_ schrieb:
Und gerade deshalb ist bspw. der Ansatz von Frau Paus so wenig hilfreich. Die Kinderarmut bekämpft man nicht durch mehr Transferleistungen in Richtung Eltern.
Genau das, wenn man den Eltern mehr Geld gibt weiß man nicht ob das Geld wirklich bei den Kindern landet.
Im schlimmsten Fall wird für das Geld nur Alkohol und Zigaretten gekauft, wovon die Kinder gar nichts haben.

_killy_ schrieb:
Die Kinderarmut bekämpft man durch bessere Bildung/Bildungschancen in dem es einfach deutlich mehr Lehrer gibt, damit die Quote nicht bei 1 Lehrer für 30 Kinder liegt.
Das wäre der deutlich bessere Weg.
Das Problem ist nicht das böse System das den Kindern aus der unteren Schicht absichtlich weniger Chancen gibt.
Das Problem sind überlastete Lehrer die keine Zeit mehr haben um sich intensiv um schwache Schüler zu kümmern.

Grüße Tomi
 
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DerOlf schrieb:
Ich kann mir nicht mehr leisten als ein Bürgergeldempfänger ... aber wenigstens muss ich mir nicht mehr von dummen Karrieristen anhören, dass ich ja zu faul wäre.
Du hast mal über Deine Situation geschrieben, ist es richtig so ?: 1000 Euro monatlich / Teilzeit / Haus geerbt
Glaubst Du, dass Deutschland sich den Sozialstaat leisten kann, wenn alle genau wie Du arbeiten und kaum Einkommensteuern und Sozialabgaben zahlen?
DerOlf schrieb:
Es reicht, wenn mich ein Wirtschaftsmigrantensohn für dumm hält, weil ich noch nicht Millionär bin.
Der "Wirtschaftmigrantensohn": ist es einer der Gesprächspartner hier im Thread, der seine Chancen genutzt hat, gut verdient und weitaus mehr für den deutschen Sozialstaat tut als Du?
 
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Tomislav2007 schrieb:
...sich seit 30 Jahren von ihrem Arbeitgeber ausnutzen lassen dann sind sie selber schuld wenn sie das nicht ändern und kündigen.
Und wenn sich das alle zu herzen nehmen, dann gibt das was?
Genau Fachkräftemangel an allen ecken und enden, weil die alle nach einem Arbeitgeber suchen, der bessere Bedingungen bietet, aber es davon irgendwie nur eine halbe Hand voll gibt.

Jungen Leuten würde ich empfehlen, noch einige Jahre zu warten, bis die "alte Garde" endlich im Ruhestand ist. Vorher ändert sich ohnehin nichts mehr zum guten, denn diese Herrschaften haben all ihre Schäfchen im Trockenen. Wenn die deutsche Wirtrschaft den Bach runtergeht, dann geht denen das in dem Maß am Arsch vorbei, wie ihre Altersvorsorge nicht von staatlichen Systemen abhängig ist.

Die Alternativen zu "ausgebeutet werden" sind in Deutschland leider das Ausbeuten und das Bürgergeld ... andere gibt es nicht.
_killy_ schrieb:
Die Kinderarmut bekämpft man durch bessere Bildung/Bildungschancen in dem es einfach deutlich mehr Lehrer gibt, damit die Quote nicht bei 1 Lehrer für 30 Kinder liegt. Dann schaffen auch die Kids aus diesen Haushalten den Sprung in gute Verhältnisse.
Und in wiefern ist Lindners Wirtschaftspampers geeignet, für mehr Lehrkräfte zu sorgen?
Das ist einfach die übliche "paar-Milliarden-Gießkanne", die man regelmäßig über der deutschen Wirtschaft ausschüttet.
Dadurch wird es nicht einen einzigen zusätzlichen Lehrer geben ... nur ein paar zusätzliche Bullshitjobs und Boni ... z.B. für die Lindner-Flüsterer, die dieses Geschenk besorgt haben.

Eine besser ausgestattete Kindergrundsicherung verschaft den Eltern der Kinder etwas zusätzliche finanzielle Sicherheit ... vielleicht kann Mama dann ihre Stunden im zweitjob reduzieren, und hat doch wieder ein bisschen mehr Zeit und Muße für die Hausaufgabenbetreuung ... die dann auchn nicht in staatlich geförderte Bildungsinstitutionen abgeschoben werden müsste.
Das elterliche Umfeld ist mit bis zu 40% am Bildungserfolg beteiligt ... der Anteil der Lehrkräfte wird positiv auf maximal 1/3 geschätzt (der Rest hängt an Räumlichkeiten, Ausstattung und Peergroup).
Wenn wir ein leistungsfähiges Bildungssystem haben wollen, dann MÜSSEN wir die Eltern mit ins Boot holen ... und das bedeutet in den unteren Schichten (in denen dieses Problem am häufigsten auftritt) primär, dass die Eltern mehr Zeit für ihre Kinder aufbringen können müssen. Zwei mal Vollzeit ist da eben einfach niocht drin ... und da, wo unsere Gesellschaft genau das verlangt (beide Eltern arbeiten Vollzeit), ist sie im Klartext einfach mal verdammt Kinder- und Familienfeindlich.

Seien wir doch einfach mal konsequent und sagen jungen Müttern nach dem Schwangerschaftstest direkt, dass das Kind zwangsweise abgetrieben wird, weil das Haushaltseinkommen einfach nicht ausreicht, um einem Kind das für gute Bildungschancen gebrauchte Anregungsumfeld zu bieten.
"Bitte versuchen sie es erneut, wenn sie mit ihrem Partner zusammen auf ca. 3k netto im Monat kommen".
Einfach weil man auch eine Zuwanderung in die Sicherungssysteme aus dem Uterus vermeiden sollte.
 
DerOlf schrieb:
Und in wiefern ist Lindners Wirtschaftspampers geeignet, für mehr Lehrkräfte zu sorgen?

Ist dafür gar nicht geeignet. Es ist an Frau Paus Verantwortung für bessere Betreuung von Kindern zu sorgen! Der Witz ist doch, dass ein Teil des Budgets daher kommt, dass einfach ungenutzte Töpfe der Familienförderung nicht genutzt werden. Dies sind u.a. Gelder die die Familien abrufen können, um bspw. den Fußballverein zu bezahlen. Wenn die Eltern diese Mittel schon nicht abrufen, was machen sie dann mit den direkten Hilfen?

DerOlf schrieb:
Dadurch wird es nicht einen einzigen zusätzlichen Lehrer geben ... nur ein paar zusätzliche Bullshitjobs und Boni ... z.B. für die Lindner-Flüsterer, die dieses Geschenk besorgt haben.

Das Wirtschaftspaket kommt doch von Herrn Habeck - Lindner + restliche Ampel waren doch nur diejenigen, die es durchgewunken haben ... fast.

DerOlf schrieb:
Eine besser ausgestattete Kindergrundsicherung verschaft den Eltern der Kinder etwas zusätzliche finanzielle Sicherheit ... vielleicht kann Mama dann ihre Stunden im zweitjob reduzieren, und hat doch wieder ein bisschen mehr Zeit und Muße für die Hausaufgabenbetreuung ... die dann auchn nicht in staatlich geförderte Bildungsinstitutionen abgeschoben werden müsste.

Das Geld gehört in die Schulen und in die Kitas - auch für Sprachförderung. Mutti kann nicht auf ein mal den Job wuppen, die ausgebildete Pädagogen machen.

DerOlf schrieb:
Das elterliche Umfeld ist mit bis zu 40% am Bildungserfolg beteiligt ... der Anteil der Lehrkräfte wird positiv auf maximal 1/3 geschätzt (der Rest hängt an Räumlichkeiten, Ausstattung und Peergroup).

Und diese Quote können wir doch verbessern, indem einfach eine intensivere Betreuung durch Lehrer gewährleistet wird, damit der Bildungserfolg deutlicher von der erhaltenden Bildung abhängt als vom Elternhaus.
Man kann ja die Statistik so oder so lesen ... m.E. nach sind die Chancen für die Kids eher schlecht, wenn es weiterhin bei 1 Lehrer zu 30 Schüler bleibt ... da fallen die Leistungsschwachen immer aus dem Raster. So viel können die Eltern einfach nicht leisten.

Und ansonsten gibt es wirklich an der ein oder anderen Stelle deutliche Kinderfeindlichkeit in Deutschland - auch in der Politik. Kinder können sich nicht wehren und sind auch nicht die Wähler von heute ... somit sind sie der Politik absolut egal.
 
_killy_ schrieb:
Dann schaffen auch die Kids aus diesen Haushalten den Sprung in gute Verhältnisse.
Das Problem ist deutlich komplizierter. Einfach nur mehr Lehrer werden die strukturellen Ungleichheiten nicht beheben können, obwohl sie natürlich offensichtlich extrem wichtig wären bei Klassengrößen von >30 Kindern. Die Bedeutung der frühkindlichen Bildung ist unbestreitbar, aber weitestgehend Privatsache in Deutschland. Eine KiTa-Pflicht oder ähnliches gibt es nicht. Und ein intaktes Elternhaus kann durch eine KiTa auch nicht ersetzt werden.
Es ist aber sicherlich richtig, dass allein die Erhöhung der Transferleistungen nicht ausreicht, um die Chancengleichheit vollständig herzustellen. Bloß, das muss man auch hier immer wieder feststellen, gibt es ja eine fast schon erbärmliche Weigerung, diese faktisch belegte Chancenungleichheit überhaupt anzuerkennen.

kim88 schrieb:
kim88 schrieb:
Sozialschmarotzern
Wer mit solchen Begriffen und Kategorisierungen um sich wirft, der hat kein Interesse an Differenzierung oder ist intellektuell nicht dazu in der Lage.

kim88 schrieb:
Man hat IMMER die Möglichkeit selbst seine Situation zu verändern
Das deutet hingegen darauf hin, dass vielleicht doch letzteres der Fall ist, nachdem jetzt schon mehrfach betont wurde, dass eine statistische Chancenungleichheit nicht zwangsläufig unüberwindbare Barrieren impliziert. Es ist zynisch und menschenverachtend, sich bei derartiger statistischer Diskrepanz stupide auf die Eigenverantwortung zu berufen, anstatt sich mal eine Sekunde lang zu überlegen, was eine solche Diskrepanz eigentlich strukturell bedeutet.

kim88 schrieb:
Menschen in Arbeit zu bringen und wieder wertvoll für die Gesellschaft zu machen.
Es ist nicht weniger menschenverachtend, wenn man Menschen nur dann einen gesellschaftlichen Wert zuspricht, wenn sie arbeiten. Das nur am Rande.

kim88 schrieb:
Aber man jammert lieber in Foren, Stammtischen, Demos und an allen anderen Orten wo es nichts bringt. "Staat soll Mami und Papi spielen und die Probleme lösen, statt selber was zu tun".
Wer hier im Forum jammert über die eigene Situation? Es geht darum, strukturelle gesellschaftliche Probleme zu diskutieren. Du scheinst nicht begreifen zu können, dass die Fähigkeiten, die eigenen Probleme selbst zu lösen, extrem ungleich verteilt sind und es dadurch manchen Menschen sehr viel schwerer fällt als anderen. Diese Ungleichheit besteht bereits ab Geburt, was deine zynische "die sind halt alle faul"-Begründung als Blödsinn entlarvt.
 
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Hallo

DerOlf schrieb:
Und wenn sich das alle zu herzen nehmen, dann gibt das was?
Was ist dein Vorschlag, weiter den schlechten Job machen und jammern ?

DerOlf schrieb:
Genau Fachkräftemangel an allen ecken und enden,
Also genau das was wir schon haben und keine Verschlechterung.

DerOlf schrieb:
weil die alle nach einem Arbeitgeber suchen, der bessere Bedingungen bietet, aber es davon irgendwie nur eine halbe Hand voll gibt.
Wenn sich die mit den schlechten Jobs nach einem neuen Arbeitgeber umsehen würden wäre das zumindest eine Chance das mehr Arbeitgeber umdenken.
Arbeitgeber die schlechte Jobs anbieten werden sich nie ändern solange die Mitarbeiter nur in Foren und am Stammtisch jammern aber nicht woanders hingehen.

DerOlf schrieb:
Jungen Leuten würde ich empfehlen, noch einige Jahre zu warten, bis die "alte Garde" endlich im Ruhestand ist. Vorher ändert sich ohnehin nichts mehr zum guten, denn diese Herrschaften haben all ihre Schäfchen im Trockenen. Wenn die deutsche Wirtrschaft den Bach runtergeht, dann geht denen das in dem Maß am Arsch vorbei, wie ihre Altersvorsorge nicht von staatlichen Systemen abhängig ist.
Also die Wirtschaft und die eigene Zukunft komplett zerstören, sehr gute Idee.

Web-Schecki schrieb:
Es ist nicht weniger menschenverachtend, wenn man Menschen nur dann einen gesellschaftlichen Wert zuspricht, wenn sie arbeiten.
Wenn es menschenverachtend ist von Menschen zu erwarten das sie arbeiten (wenn sie körperlich/geistig dazu in der Lage sind) dann bin ich menschenverachtend.
Eine Sozialgemeinschaft lebt von den Einzahlern und nicht von den Entnehmern, wer gar nichts in die Sozialgemeinschaft einzahlt ist für die Gemeinschaft wertlos.

Grüße Tomi
 
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@Web-Schecki

Natürlich gibt es die Chancen Ungleichheit. Eltern mit hohen Bildungsabschluss produzieren eher Kinder die auch ein hohen Bildungsabschluss erzielen und gleiches gilt für Eltern mit niedriger Bildung. Grade deshalb hilft es aber nicht die Transferleistungen zu erhöhen. Die Eltern können ihren Kindern gar nicht bei den Hausaufgaben helfen. Wie soll das gehen? Mehr Geld macht einfach nicht mehr Intelligenz.
 
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_killy_ schrieb:
Mutti kann nicht auf ein mal den Job wuppen, die ausgebildete Pädagogen machen.
Wieso nicht?
Das haben bisher hunderte Elterngenerationen beschissen bekommen.
Woran scheitert es denn bei der aktuellen ... eventuell an der Doppelerwerbstätigkeit, ohne die eine Familie in DE einfach nicht mehr zu finanzieren ist?

Ausserdem muss Mutti nicht den Job eines ausgebildeten Pädagogen machen, sondern nur den einer Mutter ... auch damit die ausgebildeten Pädagogen mal wieder mehr Zeit für das haben, für das sie ausgebildet wurden.
Momentan verbringen die viel Zeit damit, Klein Luca zu erklären, warum man seinen Mitschülern nicht mit dem Stuhl auf den Kopf haut, und gleichzeitig klein Ida, dass man ein blutendes Kind nicht mit dem Handy streamt, sondern ihm hilft ... und das ist eigentlich die Aufgabe der Eltern.

Wenn man das ausgebildete Pädagogen machen lässt, dann ist das so, als wenn der Chef der Abfallentsorgung deinen Mülleimer befüllt, weil du das nicht mehr geschissen kriegst.
 
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Einem Kind Wissen so zu vermitteln, damit es das Kind auch versteht ist nicht so einfach.
Dann bräuchten wir ja auch keine Lehrer...
 
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Hallo

Vor allem gehört für die Chancen auf einem Gymnasium, wovon hier so oft geschrieben wird, deutlich mehr dazu als nur das Einmaleins.

Grüße Tomi
 
Web-Schecki schrieb:
Das deutet hingegen darauf hin, dass vielleicht doch letzteres der Fall ist, nachdem jetzt schon mehrfach betont wurde, dass eine statistische Chancenungleichheit nicht zwangsläufig unüberwindbare Barrieren impliziert. Es ist zynisch und menschenverachtend, sich bei derartiger statistischer Diskrepanz stupide auf die Eigenverantwortung zu berufen, anstatt sich mal eine Sekunde lang zu überlegen, was eine solche Diskrepanz eigentlich strukturell bedeutet.
Ich argumentiere nicht mit Chancengleichheit. Ich bezweifle das doch gar nicht. Ja Chancen sind ungleich verteilt gerade bei Kinder.

Das können wir aber nicht ändern. Gibt es keine Magie und keine bessere Welt. Übertrieben gesagt ein Kind von einem Junkie Paar hat immer beschissene Chancen als ein Kind von zwei Uniprofessoren in stabilen Familienverhältnissen - und völlig egal was wir da politisch machen oder wie viel Geld wir in Schulen oder Eltern stecken - das können wir nicht ändern.

Aber Chancenungleichheit darf keine Ausrede sein. Wenn nun Person X von den Junkieeltern nun 25 Jahre alt ist, in seinem jetzigen Beruf wegen Arbeitszeiten, oder Lohn unzufrieden ist - dann kann er vielleicht nicht aufs Gymnasium - er kann aber trotzdem einen anderen Arbeitgeber suchen, oder er kann dennoch eine Weiterbildung machen.

Oder was erstaunlich oft auch hilft, das Gespräch mit seinem jetzigen Arbeitgeber suchen.

Daher zum Mitschreiben: JEDER - wirklich JEDER kann seine MOMENTANE Situation verbessern - es braucht nur der WILLE dazu.

Mit Chancengleichheit hat das nichts zu tun.
Web-Schecki schrieb:
Es ist nicht weniger menschenverachtend, wenn man Menschen nur dann einen gesellschaftlichen Wert zuspricht, wenn sie arbeiten. Das nur am Rande.

Ist am Ende ein simple gesellschaftliche Rechnung. Sozialstaat funktioniert nur, wenn wir am Ende mehr Menschen haben die mehr Geld in diesen Sozialstaat reinzahlen als solche die dort Geld beziehen.

Wenn wir zu viele Bezüger haben, müssen wir entweder die arbeitende Bevölkerung ärgern in dem wir Sozialabgaben erhöhen -> was defacto eine Lohnkürzung für alle Arbeitende ist oder man muss Leistungen streichen.
Oder es ist eine Mischung zwischen beidem.

Beides ist ungerecht. Lohnsenkung von jemand der arbeitet für Menschen die nur soziale Hängematte chillen ist ungerecht. Und führt dazu das Arbeiten noch unattraktiver wird.

Und auch Leistungen kürzen ist für jemanden der wirklich auf die Leistungen angewiesen ist ungerecht.

Daher doch - Menschen die arbeiten können - es aber nicht tun weil sie es lieber bequem haben - sind asozial. Ich will mit denen nichts zu tun haben, und der Sozialstaat muss sie schnell wie möglich aussortieren und Ihnen die Leistungen entziehen -> wer nicht will (ich sage hier bewusst "Will" und nicht "Kann") muss eben gezwungen werden nicht mehr asozial zu sein.
 
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DerOlf schrieb:
Im Grunde forderst du genau das ... den Abzug von Bildungskapital aus Deutschland. Du willst also das einzige Exportgut, welches wir noch haben, ins Auland jagen, weil die deutsche Wirtschaft es nicht schafft, ihre Arbeitsbedingungen ins 21. Jahrhundert zu holen?
Das fordern bei uns doch auch die Unternehmen, Medien, Politik und Gesellschaft. "Spitzenfachkräfte" sollen nach D einwandern und somit ihrem einheimischen Markt entzogen werden. Da wird auch ganz schön Kapital abgezogen.

Oder ist das dann doch nicht so schlimm weil es ja zu unserem Vorteil ist? Wenn die Arbeitsbedingungen schlecht sind geht man halt als qualifizierte Fachkraft woanders hin.
 
kim88 schrieb:
Daher zum Mitschreiben: JEDER - wirklich JEDER kann seine MOMENTANE Situation verbessern - es braucht nur der WILLE dazu.
Genau das ist der Punkt. Seine eigene Verantwortung auf die Kindheit und den fianziellen Stand der Eltern abzugeben ist halt der bequeme Weg...
kim88 schrieb:
Ich argumentiere nicht mit Chancengleichheit. Ich bezweifle das doch gar nicht. Ja Chancen sind ungleich verteilt gerade bei Kinder.
Die sind immer ungleich verteilt. Jeder hat andere Veranlagungen, Gaben, Schwächen und Neigungen. Wie soll es da eine Gleichheit geben? Und nichts widerspricht der menschlichen Natur mehr als Gleichmacherei.
 
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Mein Altenpflegerinnen Beispiel einfach mit "dann sollen die sich einen neuen Arbeitgeber suchen" abzutun , zeigt einfach mal dass ihr vom Medizin- und Pflegebereich keine Ahnung habt.

Die Arbeitsbedingungen dort sind Branchenweit einheitlich geregelt. Den Arbeitgeber zu wechseln und in nem anderen Altenheim zu arbeiten bringt nichts weil die Arbeitsbedingungen da GENAUSO sind.
Es gibt Tabellen da steht ganz genau drauf wie lange eine Pflegekraft für welche Tätigkeit braucht und das gilt für ALLE Altenheime. Das haben Krankenkassen und Politik und Pflegeheimbetreiber untereinander ausgekungelt bzw. abgesegnet.
Daraus abgeleitet bzw. berechnet wird dann der Personalschlüssel und dementsprechend das Personal dann eingestellt. Die Zustände sind überall gleich. Da steht dann drin: Strümpfe anziehen: 30 Sekunden. Duschen: 5 Minuten. Toilette: 3 Minuten. Zähneputzen: 1 Minute, Bett beziehen: 1 Minute usw.
Da wird dann zusammengerechnet auf wieviel Minuten man insgesamt kommt, Also Anzahl zu Pflegende Personen x Pflegetätigkeiten, da kommt dann irgendwas raus z.b. 1.000, das wird dann durch 480 geteilt (8 Stunden in Minuten) und schon weiss man dass man 2,08 Pflegekräfte braucht um unter optimalbedingungen die 1000 Minuten an berechneter Pflegezeit durchzuführen.
Ist halt dann blöd wenn eine Person sich und das ganze Bett eingekotet hat und man alles gründlich sauber machen muss und die Person komplett umziehen und Duschen muss, obwohl ja eigentlich nur alle 3 Tage Duschtag ist. Wer sich mal ernsthaft mit dem Thema beschäftigt hat keinen Bock mehr drauf im ALtenheim zu landen.

Und in Krankenhäusern und sonstigen Pflegeeinrichtungen ist das genauso. Alles genau berechnet (natürlich zu niedrig weil das "kosten senkt") und dementsprechend zu wenig Personal hats dann überall mit all den üblen Auswirkungen.

Der einzige Weg da raus aus diesen Zuständen ist nicht mehr im Altenheim zu arbeiten sondern irgendwo anders. Den Job wechseln und in Altenheim B statt A arbeiten bringt genau gar nix.
Und dass niemand mehr in der Pflege und im Krankenhaus arbeitet, das wollen wir als Gesellschaft mit Sicherheit auch nicht.

Achja, und die Krankenkassen zahlen auch abhängig davon wie lange eine Tätigkeit dauert. Patient umlagern: 1 Minute. Braucht man länger macht das Altenheim verlust bzw. man hat dann keine Zeit mehr für andere Patienten.
 
D0m1n4t0r schrieb:
Die Arbeitsbedingungen dort sind Branchenweit einheitlich geregelt. Den Arbeitgeber zu wechseln und in nem anderen Altenheim zu arbeiten bringt nichts weil die Arbeitsbedingungen da GENAUSO sind.
Meine Schwester ist Altenpflegerin. Deine Aussage ist falsch...
D0m1n4t0r schrieb:
Es gibt Tabellen da steht ganz genau drauf wie lange eine Pflegekraft für welche Tätigkeit braucht und das gilt für ALLE Altenheime. Das haben Krankenkassen und Politik und Pflegeheimbetreiber untereinander ausgekungelt bzw. abgesegnet.
Diese Vorgaben gibt es. Diese sind aber so gut wie nie umsetzbar, da es an Personal fehlt.
D0m1n4t0r schrieb:
Der einzige Weg da raus aus diesen Zuständen ist nicht mehr im Altenheim zu arbeiten sondern irgendwo anders. Den Job wechseln und in Altenheim B statt A arbeiten bringt genau gar nix.
Und dass niemand mehr in der Pflege und im Krankenhaus arbeitet, das wollen wir als Gesellschaft mit Sicherheit auch nicht.
Es gibt Einrichtungen, da ist die Dichte an Personal höher, somit die Bedinungen besser. Klar, kann ein Wechsel positive Veränderungen bringen...
D0m1n4t0r schrieb:
Achja, und die Krankenkassen zahlen auch abhängig davon wie lange eine Tätigkeit dauert. Patient umlagern: 1 Minute. Braucht man länger macht das Altenheim verlust bzw. man hat dann keine Zeit mehr für andere Patienten.
So gehen nur die wenigsten Pfleger mit ihren Patienten um.
Ergänzung ()

D0m1n4t0r schrieb:
Wer sich mal ernsthaft mit dem Thema beschäftigt hat keinen Bock mehr drauf im ALtenheim zu landen.
Das ist wohl war...
 
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Kassenwart schrieb:
Wie soll was gehen ? Kannst du nicht das kleine Einmaleins ?
Blödsinn, ich habe vor 30 Jahren mein Abschluss gemacht meine Tochter vor paar Monaten ihr Abi und glaub mir eine Grosse Hilfe bei den Hausaufgaben war ich sicher nicht, erstens weil einfach viel mittlerweile verlernt wurde, da nie gebraucht und zweitens die Lehrpläne Heutzutage komplett anders sind wie vor 30 Jahren.

Englisch zb. haben wir erst ab der fünften Klasse gelernt und auch da denn erst mit Vokabeln wie Car, Cat, Doll House usw.
Meine Tochter hat schon in der fünften Klasse ganz andere Anforderungen gehabt.

Und ja, das kleine Einmaleins bekomme ich auch Heute noch hin, dass brauch ich aber im Leben, Algebra, Wurzel ziehen usw. musste ich aber seit 25 Jahren nicht mehr anwenden.
 
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Hallo

@Kassenwart
Wie haben es die Kinder die das 1 x 1 im Kopf nicht beherrschen geschafft ein Zeugnis zu bekommen das sie für eine weiterführende Schule qualifiziert ?
Evtl. ist das Problem das Schulzeugnisse heutzutage oft (fast) verschenkt werden weil die Lehrer/Schulen keine Lust auf wütende/klagende Eltern haben ?

D0m1n4t0r schrieb:
Mein Altenpflegerinnen Beispiel einfach mit "dann sollen die sich einen neuen Arbeitgeber suchen" abzutun , zeigt einfach mal dass ihr vom Medizin- und Pflegebereich keine Ahnung habt.
Ich arbeite seit Jahren in einem Krankenhaus mit angegliedertem Altenheim, ich weiß wie es in der Pflege abgeht.

D0m1n4t0r schrieb:
Die Arbeitsbedingungen dort sind Branchenweit einheitlich geregelt. Den Arbeitgeber zu wechseln und in nem anderen Altenheim zu arbeiten bringt nichts weil die Arbeitsbedingungen da GENAUSO sind.
Das stimmt nicht.
Ja es gibt gesetzliche Vorgaben (z.B. Pflegeschlüssel), es verbietet aber keiner den Arbeitgebern die Bedingungen zugunsten der Arbeitnehmer zu lockern.
Es gibt in der Pflege sehr unterschiedliche Vorgaben und Bezahlungen, es gibt Häuser die nach TVöD bezahlen und Häuser die deutlich weniger bezahlen.

D0m1n4t0r schrieb:
Den Arbeitgeber zu wechseln und in nem anderen Altenheim zu arbeiten bringt nichts weil die Arbeitsbedingungen da GENAUSO sind.
Das stimmt nicht.
Es macht z.B. einen großen Unterschied ob man bei einem städtischen, kirchlichen oder privaten Träger arbeitet.
Es macht auch einen großen Unterschied ob man in einem kleinen Haus oder in einem großen Konzern arbeitet.

D0m1n4t0r schrieb:
Es gibt Tabellen da steht ganz genau drauf wie lange eine Pflegekraft für welche Tätigkeit braucht und das gilt für ALLE Altenheime.
Das stimmt nur theoretisch, in der Realität gibt es große Unterschiede bei der Umsetzung.
Es gibt Häuser die das umsetzen und es gibt Häuser die dem Personal mehr Luft lassen und es gibt Häuser die das wegen Personalmangel nicht umsetzen können.
Es gibt Häuser die eine Überlastungsanzeige sehr ernst nehmen und was dagegen unternehmen und es gibt Häuser wo man die Überlastungsanzeige nur abheftet.

Du hast scheinbar keine eigenen/persönlichen Erfahrungen mit der Pflege und gibst nur das aufgeschnappte Gejammer von anderen wieder.

Grüße Tomi
 
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