Bevor ich zur aktuellen Diskussion komme:
Tomislav2007 schrieb:
Für Hilfsarbeiter mag das stimmen, wer einen vernünftigen Beruf gelernt hat der hat keine Probleme eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu bekommen.
Nein, das stimmt so leider nicht direkt. Es gibt einige Berufe, wo man als "Gelernter", also Geselle, z.B. nur ca. 14€ verdient. Das ist ein Problem, was ein paar Seiten vorher angespruchen wurde, wo ein gelernter weniger verdient als ein Hilfsarbeiter an anderer Stelle.
Mit 14€ Brutto kommt man aber in 47 Beitragsjahren auf eine durchschnittliche Rente von ca. 1152€ Brutto.
Das finde ich für 47 Beitragsjahre ziemlich wenig, und das ist genau Grundsicherungsniveau. D.h. wer Brutto weniger als 14€ verdient, verdient dadurch effektiv nur 565€ mehr als mit Grundsicherung, die Rente ist die gleiche wie Grundsicherung.
Und viel mehr als die 14€ kriegst du in Berufen wie auch zB Landschaftsgärtner o.ä. nicht bezahlt. Da sollte sich mMn. was tun.
Eventuell wäre eine Lösung zu sagen, dass der Mindestlohn so bleibt wie er ist, also bei 12€, und wer eine Berufsausbildung abgeschlossen hat, und auch in diesem Berufsfeld arbeitet, einen Mindestlohn von zB 16€ bekommen sollte. Damit würde man dem etwas entgegenkommen.
Aber gut, das muss die Politik entscheiden, wird also sowieso nie kommen/passieren.
Zum aktuellen Thema:
DerOlf schrieb:
Genau das ist struktureller Rassismus .. dafür brauchts nichtmal Rassisten, sondern nur Sachbearbeiter, die einen Fall möglichst schnell wieder vom Tisch haben wollen ... der Rest passiert dann halt automatisch entzieht sich aber dem Einfluss des Sachbearbeiters ... ist also egal für den.
Ich denke das Problem an der Stelle wird A) sein, dass einige dieser Menschen prinzipiell keinen Wert darauf legen, was einem die Frau im Amt sagt (Ich kenne eine junge Frau die dort arbeitet und genau diese Art von Mensch scheint da häufiger zu sein).
Zum anderen ist das Problem vermutlich, und das ist leider überall und in jedem Amt in DE so, die Überarbeitung der Mitarbeiter. Wenn du am Tag zum Beispiel 30 Fälle bearbeiten kannst, es aber effektiv 100 sein müssten, werden die Mitarbeiter künstlich unter Druck gestellt, weil sie wissen, dass sie nicht schnell genug sind. Das ist A) eine große Belastung für die Mitarbeiter, und B) kriegst du das Problem auch nicht so einfach gelöst.
Man kann das u.U. gerne weiter Strukturellen Rassismus nennen, darunter leiden aber alle Bevölkerungsgruppen. Beispiel: Versuch mal beim Amt einen Termin für die Ummeldung oder für die Reisepassbeantragung zu bekommen, und warte dann mal, bis der Reisepass da ist.
Oder: Versuch mal ne nach Stadt/Gemeinde vernünftige Infos zu bekommen. Da scheitern nicht nur die Leute dran, die seit 20 Jahren hier leben und immer noch kein Wort Deutsch lesen können, sondern auch alle andere, weil die Infos teilweise einfach nicht da ist, weil die Mitarbeiter keine Zeit haben sie zu erklären, und die Flyer seit Monaten nicht geliefert werden.