Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Es macht keinen Sinn Steuerhinterziehung und Sozialleistungsbetrug gegeneinander aufzuwiegen, da Ursachen und mögliche Folgenmaßnahmen vollständig unterschiedlich sind und das eine nicht das andere "besser" oder "schlechter" macht.
 
Kinschal schrieb:
Mag sein, dieses aufwendige Verfahren wird von potienziellen Missbrauch abschrecken und somit weniger zur Anwendung kommen.
Ach so ist das also gedacht. Du baust drauf, dass es weniger Anträge geben wird, wenn der Aufwand nur stark genug erhöht wird.
Naja ... seit der Agenda 2010 ist unser Sozialsystem ja eh zum Zulieferbetrieb für den Niedriglohnsektor umgebaut worden ... da wäre das nur die nächste logische Stufe.
Da kann man dann auch gleich noch eine "Augenscheinprüfung" durch den Erstsachbearbeiter einführen (die ist auch billiger, als Gutachten), und damit der Willkür Tür und Tor öffnen.
Das würde dazu führen, dass auch die Kranken und Behinderten es sich zweimal überlegen, ob sie wirklich Stütze haben wollen, oder sich doch weiter durch irgendeinen Arbeitsalltag durchqälen. Und das ist dann wohl auch der letztgültige Beweis dafür, dass sie ja doch arbeitsfähig waren.

Eine genauere Bedürftigkeitsprüfung (inkl. Prüfung der Arbeitsfähigkeit) trifft ALLE, die Stütze beantragen ... und das erhöht auch die Belastung für die, die wirklich Stütze brauchen.
Um ein paar schwarze Schafe auszusondern, schikaniert man also einfach alle.
Auch in der Unternehmenswelt gibt es ein paar schwarze Schafe ... sollen wir nun Steuererleichterungen an den Nachweis knüpfen, dass der Beantrager nicht dazugehört? Bei einem solchen Vorschlag hätte man wohl sofort sämtliche Rechtsabteilungen am Arsch, die einem das Ding mit der Unschuldsvermutung nochmal erklären.
 
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Discovery_1 schrieb:
Ein paar Leute, die evtl. das Sozialsystem missbrauchen, dürften da wohl eher weniger auffallen.
https://www.focus.de/finanzen/news/...nd-ab-weil-wir-zu-faul-sind_id_202430004.html
Über 600.000 sind ein paar Leute? Ich will gar nicht wissen, wie viel es in Wirklichkeit sind...
Ergänzung ()

DerOlf schrieb:
Um ein paar schwarze Schafe auszusondern, schikaniert man also einfach alle.
Es sind weit aus mehr als nur ein paar...
 
Man könnte das auch so machen: Jeder der es schafft nen Antrag auszufüllen und bei der Behörde aufzutauchen ist offensichtlich gesund genug zum arbeiten, denn wenn ers zur Behörde schafft schafft ers auch in die Firma.
Problem gelöst. Anzahl Arbeitsunfähiger Personen somit auf Null reduziert.
 
@Kinschal Die Zahl hört sich auf den ersten Blick hoch an (keine Ahnung, ob das stimmt). Aber der finanzielle Schaden, der dadurch evtl. für die Gesellschaft entsteht, ist im Vergleich zur jährlichen Steuerhinterziehung einfach nur ein Witz. Wir könnten uns das Sozialsystem doppelt leisten, wenn die Behörden jährlich nur die Hälfe der hinterzogenen Steuern eintreiben würde. So spielt man lieber die Normal/Besserverdiener gegen die Leute aus, die gar nichts haben. Und die Reichen (Steuerhinterzieher) lachen sich darüber tot und lehnen sich entspannt zurück.
 
@Kinschal
600k sind knapp 10%.
9 von 10 sind im Umkehrschluss tatsächlich bedürftig, teilweise sogar arbeitend, aber einfach zu schlecht bezahlt, um ohne Stütze über die Runden zu kommen.
Ihre Arbeitsunfähigkeit müssten aber auch die nachweisen ... einige werden das auch problemlos hinbekommen ... aber wahrscheinlich wirst du damit knapp 50% sofort aus der Stütze rauskegeln.

Ist das einzige Ziel, das Sozialsystem billiger zu kriegen?

Ich fände es sinnvoller, die Wirtschaft dazu zu zwingen, endlich mal die Arbeitslosenquote zu verringern. Aber freiwillig wird halt niemand auf die Vorteile der Existenz dieser "5. Kolonne" (Marx) verzichten wollen ... die ist nämlich bares Geld wert, solange der Staat sie bezahlt, denn sie hilft, die Löhne niedrig zu halten.
Zum Glück scheint die junge Generation das geblickt zu haben, und sagt nun "bezahlt uns ordentlich und gebt uns ordentliche Arbeitsbedingungen oder macht euren Scheiß alleine".
Ergänzung ()

Discovery_1 schrieb:
Wir könnten uns das Sozialsystem doppelt leisten, wenn die Behörden jährlich nur die Hälfe der hinterzogenen Steuern eintreiben würde.
Aber der arme Wirtschaftsstandort ... die mit zu wenig Personal bestückten Finanzämter sind ein handfester Standortvorteil.
 
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Ich kann nicht verstehen wie jemand fordern kann das der Mindestlohn nicht steigt. Die Inflation trifft die Leute die am wenigsten verdienen am härtesten. Die Unternehmen fahren dicke Profite ein und treiben die Inflation, aber die Mindestlohnarbeiter sollen mal schön weiter ackern ohne Erhöhungen, weil das dann natürlich die Inflation weiter treiben könnte. Also bleiben wir bei weiterer Umverteilung von den Armen zu den Reichen.

Mit Mindestlohn bezahlst du doch nur das Nötigste wie Miete, Strom, Wärme & Essen. Genau die Bereiche die mit am stärksten im Preis gestiegen sind. Das kann es doch nicht sein. Ich sehe keine Lösung, außer mehr von den Reichen zu nehmen und auf die Armen zu verteilen. Wenn das soziale Netz noch mehr Löcher bekommt, dann haben wir bald andere Probleme. Die Leute die da dann durchfallen sind richtig verzweifelt und das mündet dann unter anderem in mehr Kriminalität und Drogenmissbrauch. Das will keiner.
 
@DerOlf Bei mir sind die "Aufklärer" vor allem Volker Pispers, Martin Sonneborn und Ernst Wolff. Durch letzteren verstehe ich unser Geldsystem mittlerweile zumindest etwas besser.
 
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OdinHades schrieb:
Ist halt die Frage, wie viele es denn nun wirklich sind, die arbeiten können aber einfach nicht wollen.
Klar ist zumindest, dass die Boulevardpresse genüsslich jedes Beispiel dieser Art möglichst emotional aufbereitet. Das reicht natürlich aus, um in ungebildeten Teilen der Bevölkerung einen Neidreflex auszulösen und dort den Eindruck zu erwecken, dass es sich um ein massives Problem handelt. Tatsächlich belastbare Zahlen wären wohl schwer zu ermitteln.
Was deutlich seltener erwähnt wird ist z.B., dass ein signifikanter Teil der ALG-II-Empfänger alleinerziehend ist. Damit lässt sich halt weniger gut ein Feindbild konstruieren.
 
Kinschal schrieb:
https://www.focus.de/finanzen/news/...nd-ab-weil-wir-zu-faul-sind_id_202430004.html
Über 600.000 sind ein paar Leute? Ich will gar nicht wissen, wie viel es in Wirklichkeit sind...
Also ich hab mir nach der Schule auch ganz bewusst ein Jahr Auszeit genommen und mich nicht mal dafür geschämt. Es war zwar eine andere Zeit und Stellen waren generell Mangelware, noch dazu stand der Einzug durch die Bundeswehr an und ich hatte in der Zeit auch keine Leistungen beantragt. Trotzdem würde ich das heute exakt so wieder tun. So ein Sabbatical ist auch für junge Leute nicht verkehrt, um sich erstmal darüber klar zu werden, wo man mit seinem Leben überhaupt hin will. Ich glaube auch nicht, dass das unser ganz großes Problem ist, dass junge Leute nicht direkt nach Schule/Ausbildung/Studium zu Lohnsklaven verwandelt werden können.

Leider ist die Studie im Artikel nicht verlinkt, daher konnte ich auch nicht nachprüfen, ob bei Zitat: "nicht in Schule, Ausbildung oder Studium aktiv" Dinge wie FSJ, ehrenamtliche Tätigkeiten oder Auslandsreisen berücksichtigt sind. Dass die Leute "einfach nichts tun" wirkt dann aber doch dezent konstruiert im ersten Moment. Aber ich mag mich irren.
 
D0m1n4t0r schrieb:
Wer "wer nicht arbeitet soll auch kein Geld bekommen" fordert ist maximal asozial und eine Gefahr für die ganze Gesellschaft.
Je mehr Migranten nach Deutschland kommen um so mehr treibts dann so manche auch nach solchen Forderungen.
Um Schaden abzuwenden müssen die Grenzen für diese Leute zu sein.
Aber wer so etwas sagt ist dann gleich wieder Nazi.
 
Ach komm, wenns keine Ausländer sind sind es eben die faulen H4ler.

Nach unten treten ist halt einfacher und man fühlt sich direkt jemandem überlegen und hat nen Schuldigen gefunden. Funktioniert seit tausenden von Jahren.
 
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Kinschal schrieb:
https://www.focus.de/finanzen/news/...nd-ab-weil-wir-zu-faul-sind_id_202430004.html
Über 600.000 sind ein paar Leute? Ich will gar nicht wissen, wie viel es in Wirklichkeit sind...

Da steht nichts davon, dass von den 600000 alle Sozialleistungen beziehen. Gibt es überhaupt Bürgergeld für Jugendliche, die bei verdienenden Eltern wohnen ?

Selber schrieb:
Mit Mindestlohn bezahlst du doch nur das Nötigste wie Miete, Strom, Wärme & Essen. Genau die Bereiche die mit am stärksten im Preis gestiegen sind. Das kann es doch nicht sein. Ich sehe keine Lösung, außer mehr von den Reichen zu nehmen und auf die Armen zu verteilen.

Oder diese von Anfang an missratene Klimapolitik komplett umzustellen. Diese Wärmepumpenspinnereien müssen sofort gestoppt werden, rigoroser Kahlschlag bei den Bauvorschriften, Bauland freigeben.

Wohnungspreise halbieren, Preise für Flugreisen und anderen Luxuskram verdoppeln. Klimaschutzgriffel weg vom Existenzminimum, dann sinken die Sozialausgaben ganz automatisch. Und der Erwerbstätige wird gleich doppelt entlastet.
 
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JMP $FCE2 schrieb:
Diese Wärmepumpenspinnereien müssen sofort gestoppt werden, rigoroser Kahlschlag bei den Bauvorschriften, Bauland freigeben.
Wie kommt man denn bitte auf so ein schmales Brett? Zumal grade Bauland nicht aus Umweltgründen nicht frei gegeben wird. Die Bauvorschriften sind aus gutem
grund wie sie sind und hätten deutlich frpher verschärft werden müssen. Einfach alles wie feüher zu machen löst doch die Probleme nicht. Die sind doch so weil es früher gemacht wurde und man es ändern musste…

Dein Post ist so das typische Beispiel für Populismus. Einfach Lösungen krakelen und so tun, als wäre diese tatsächlich valide. Gänzlich ohne fakten…
 
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Wenn Neoliberale und Klimaspinner so weitermachen, gibt es hier bald Trailer Parks wie in den USA, mit Lagerfeuern. Und irgenwann sprechen Fackeln und Mistgabeln.
 
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Corto schrieb:
Ach komm, wenns keine Ausländer sind sind es eben die faulen H4ler.

Nach unten treten ist halt einfacher und man fühlt sich direkt jemandem überlegen und hat nen Schuldigen gefunden. Funktioniert seit tausenden von Jahren.
Siehst du, du denkst ich prügel auf Ausländer und H4er rum, mir ist aber egal was die machen, ich würde gerne auf die derzeitige Politik einprügeln weil die viele sachen erst ermöglicht.
 
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Was soll denn noch schlimmer werden ? Schröders mieses Billiglohn-Erpresserkonstrukt hat Millionen Abgehängte produziert, die im Alter unwiderruflich in der Grundsicherung landen werden. Und die werden sich sicher nicht friedlich zum Erfrieren oder Verhungern auf die Straße setzen.

Die Jugend kann die künstlich aufgeblasenen Lebenshaltungskosten auch nicht für alle erwirtschaften.

Irgendwann ist die kritische Masse erreicht, und dann kracht's.
 
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