Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Discovery_1 schrieb:
Das kannst du doch sicherlich selber aushandeln.
Nö, das ist ein Fakt, dass die private im Schnitt nicht günstiger ist, wenn die Leistungen besser. Kannst du gern selber vergleichen. Und insbesondere mit Kindern ist das auch klar. Kind in der privaten kostet, in der GKV nicht.
 
WhiteHelix schrieb:
Da muss dringend ne Änderung her
Leider hat alles irgendwie einen faden Beigeschmack in dem Sinne, ob dann nicht einfach alle Preise steigen würden, da die Unternehmen diese Kaufkraft dankend annehmen.

Meiner Meinung nach müsste man irgendwas grundlegendes bei der Unternehmensbesteuerung ändern, damit Unternehmen an niedrigen Preisen (außerhalb vom Konkurrenzdruck/Marktmacht) interessiert wären.

€: Vielleicht so etwas wie eine Margenbesteuerung, dh. je höher die Marge desto höher die Besteuerung.
Ein Unternehmen könnte die Marge dann auf drei Arten senken:
  • Mehr Lohn an die Mitarbeiter
  • Geringerer Verkaufspreis
  • Höhere Einkaufspreise beim Vorprodukt/Rohstoff (Zulieferer profitiert)
 
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Andy8891 schrieb:
Meiner Meinung nach müsste man irgendwas grundlegendes bei der Unternehmensbesteuerung ändern, damit Unternehmen an niedrigen Preisen (außerhalb vom Konkurrenzdruck/Marktmacht) interessiert wären
Vor allen Dingen müsste man erstmal dafür sorgen, dass die großen Konzerne hier ihre Steuern voll zahlen müssen. Diese Ungerechtigkeit führt im
Moment dazu, dass kleine und mittelständische Unternehmen immer weiter unter Druck geraten. Sie müssen nämlich die entsprechenden Steuern voll bezahlen. Ein weiterer, klarer Wettbewerbsvorteil für die großen Konzerne gegenüber normalen Unternehmen. Aber das ist ein weltweites Problem. Hier muss
die Politik weltweit geschlossen gegensteuern. Das ist wohl leider nur Wunschdenken von mir.
 
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Cyberdunk schrieb:
Früher hat es gelangt wenn eine Person im Haushalt gearbeitet hat und mann konnte trotzdem in den Urlaub fliegen besass ein Auto usw. Dass schaffen viele Haushalte heute nicht mehr obwohl beide Partner arbeiten.
Von welchem Früher redest du ?

Meine Eltern waren beide Vollzeit Berufstätig. In Urlaub sind wir noch nie geflogen. Unser Haus konnten wir uns nur leisten weil die Großeltern noch mit-wohnten.

Ich kann mir heute als Single mein eigenes Haus leisten.
 
Kassenwart schrieb:
Ich kann mir heute als Single mein eigenes Haus leisten.
Erzähl uns mehr, inweit dich deine Situation zur Ausnahme oder zur Regel macht ... :rolleyes:

Was glaubst du, welcher Bevölkerungsanteil in Deutschland deinem Profil entspricht?
 
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Beispiel: Meine Eltern, Zeitraum 70er - 90er Jahre.

Mein Vater Handwerk, normaler Lohn. Meine Mutter nicht berufstätig, erst wieder, als ich ein gewisses Alter erreicht hatte, dann halbtags, später wieder ganztags.

Aber schon in der "kritischen" Phase mit eben nur einem Verdienst konnten sie 1986 ein Haus kaufen (zugegeben, viel Eigenleistung). Mir mangelte es an nichts, es gab alle paar Jahre einen neuen Ford Escort, ein Mal im Jahr in Urlaub (Inland). Anfang der 2000er haben sie das Haus verkauft und neu gebaut. Zehn Jahre später kam ein kleines Ferienhaus dazu. Zudem bekommen sie immer wieder Geld aus irgendwelchen Lebensversicherungen (in die ja auch eingezahlt werden musste).

Ich frage mich schon, wie das ging. Zudem meine Eltern rel. früh Eltern wurden (wie es damals nicht unüblich war).

Meine Chefin argumentiert damit, dass man heutzutage so hohe Ansprüche habe. Großer TV, Computer, Konsole, schnickschnack. In Teilen mag das stimmen, aber wir hatten damals auch TV, Computer, Stereoanlage. Und das Zeug hat, in Relation zum damaligen Lohn, sehr viel Geld gekostet.

Und mein Vater war so ziemlicher Durchschnitt, was den Verdienst der Väter im Freundeskreis anging.
 
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Exit666 schrieb:
Ich frage mich schon, wie das ging.
Gern erneut: Weniger Konsum! Ihr hattet ein Auto, habt nur im Inland Urlaub gemacht, Haus wurde mit viel Eigenleistung erbaut. MIt SIcherheit nur einen TV, der kleiner und günstiger war als heute, kein Smartphone, kein Tablet, einen Computer, kein Laptop, Essen wurde selbst gekocht, oft weniger als heute, kein Lieferservice und es wurde seltener ins Restaurant gegangen. Selbst unter Berücksichtigung der Inflation wird heute deutlich mehr konsumiert als damals.

Auch wurde im Schnitt länger gearbeitet, was dann im Vergleich auch in höheren Löhnen resultierte.
 
Häuser sind heute nach wir vor erschwinglicher als z.b. in den 80ern. Allerdings ist der Konsum heute ein ganz Anderer und immer weniger Leute sind bereit sich für das Abbezahlen eines Hauskredits einzuschränken. Es wird weniger gespart und mehr auf Pump gekauft. Früher undenkbar.

@Exit666
Der Lebensstil Deiner Eltern war auch damals mit nur einem Gehalt als Handwerker glaube ich schwierig umzusetzen. Evtl. Zuschüsse der Großeltern oder Erbe? Heute wird schon ein sehr viel größerer Anteil des zur Verfügung stehenden Kapitals für nicht lebensnotwendigen Konsum ausgegeben als früher. Das gewöhnt man sich nur schwer wieder ab.
Wir hatten wirtschaftlich extrem gute 2010er Jahre, das das nicht ewig so weitergehen war klar.
 
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Buttkiss schrieb:
Der Lebensstil Deiner Eltern war auch damals mit nur einem Gehalt als Handwerker glaube ich schwierig umzusetzen
Mein verstorbener Opa hat früher mit seinem Schweißer-Gehalt eine 5-Köpfige Familie inkl. Haus und Auto durchgebracht. 1984 ist er dann in Rente gegangen.
 
@Buttkiss

Nein, meine Großeltern waren nicht wohlhabend.

Und dieser Lebensstil war ja nicht nur bei uns so. Die Eltern hatten allesamt Häuser, früher oder später. Ja, hier auf dem Land war es damals schon günstiger, das mag sein. Ich muss echt mal meine alten Klassenkameraden fragen, aber dass da die Mütter arbeiten waren, glaube ich nicht, zumindest nicht Vollzeit.

Da wurde vielleicht noch schwarz gekloppt, das kann sein.

Zugegeben: Das waren normale EFH. Heutzutage stellen sich manche Leute ja Bunker hin, kein Wunder, dass das viel Knete kostet.
 
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Exit666 schrieb:
Da wurde vielleicht noch schwarz gekloppt, das kann sein.
Vielleicht? Das ist zu 90% sicher. Mein Opa war Schreiner, rate mal wer sämtliche Dachstühle der Familie gebaut hat. Und nachdem wir Teile vom Haus mit der Zeit renoviert wurden, siehst du halt auch wenn da teilweise auch einfach, ich nenns mal günstig gebaut wurde. Nicht unbedingt Pfusch, aber zumindest kreativ.
 
Das Konsumverhalten hat sich halt einfach komplett geändert. Die Anzahl an Konsumkrediten ist z.B. explodiert. Internet, Handyverträge, diverse Streaminganbieter, App Abos, usw...

Da laufen 200 Euro einfach nebenbei weg.

Für ihr Haus haben meine Eltern 1987 übrigens 240000 DM bezahlt bei einem Zinssatz von 8%. Mit einem Einkommen war das für meine Eltern damals nicht finanzierbar.
 
Hä inflationsbereinigt sind das viel mehr als 120k€

Wenn es 1993 120k€ gekostet hätte (ältere Daten finde ich nicht) wären das heute 213k€
 
Cyberdunk schrieb:
Das wären heute ca. 120000€ dafür bekommste heute nicht mal eine Eigentumswohnung.
Aber hallo beklommst du die. MIt der heutigen Kaufkraft ergo ca. 240k bekommst du sogar Häuser je nach Region. Natürlich keines nach heutigem Standard, aber eines von 1993 ganz sicher.... Und ne ETW sogar neuwertig, je nachdem wo in DE und welche größe....

Wider mal sehr viel Meinung bei nicht vorhandenem Wissen....
 
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