Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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audiogenießer schrieb:
Geschirrspüler, Waschmaschine, Kühlschrank.
Was heisst denn „früher“? Denn die drei Dinge die du nennst gibts seit wievielen Jahren? Und das nicht dank der Großkonzerne sondern dank Forschung und Entwicklung. Dort sind Personen tätig, die eine gute Bildung erhalten haben. Das so viele Menschen gute Bildung erhalten haben, haben sie sich selber und dem was sie bilden, dem Staat, zu verdanken. Die Großkonzerne haben damit absolut nichts zu tun, sie sind lediglich Profiteure davon bzw. sind dadurch überhaupt erst möglich geworden.

Ich habe ja schon viele liberale Märchen gehört, aber das ist eines der mit Abstand naivsten…
 
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The_waron schrieb:
Früher höchstens 1, heute 1 macht dann welchen undenkbaren Unterschied?
Beide Elternteile können unabhängig voneinander Erwerbstätig sein, Kinder von der Schule abholen und in Vereine bringen/abholen, einkaufen fahren und vieles mehr. Ein Zweitauto ist ein riesiger Komfortgewinn.
Erkekjetter schrieb:
Was heisst denn „früher“? Denn die drei Dinge die du nennst gibts seit wievielen Jahren? Und das nicht dank der Großkonzerne sondern dank Forschung und Entwicklung.
Seit den 60ern kamen sie in jede Haushalte.

Erkekjetter schrieb:
Das so viele Menschen gute Bildung erhalten haben, haben sie sich selber und dem was sie bilden, dem Staat, zu verdanken.

Schöne romantische Umschreibung. Das haben sie ihren Lehrern und Professoren zu verdanken, sowie allen Menschen vor ihnen, die wichtige Grundlagen erforscht haben. Der Staat ist da völlig raus, höchstens ist er der finanzierer.

Erkekjetter schrieb:
Die Großkonzerne haben damit absolut nichts zu tun, sie sind lediglich Profiteure davon bzw. sind dadurch überhaupt erst möglich geworden.
Einfach Mal in der EPO stöbern, wie viele Patente aus Privatunternehmen stammen.
 
audiogenießer schrieb:
Beide Elternteile können unabhängig voneinander Erwerbstätig sein, Kinder von der Schule abholen und in Vereine bringen/abholen, einkaufen fahren und vieles mehr. Ein Zweitauto ist ein riesiger Komfortgewinn.
Du hast geschrieben das es damals nur 1 Auto gab im Gegensatz zu heute, wo es 1 Auto gibt - aus einem Auto aus der Vergangenheit mit einem Auto der Gegenwart wird nicht magischerweise 2 in der Zukunft, das ergab keinen Sinn, aber immerhin wissen wir jetzt du eigentlich einen "Zweitwagen" meintest.
 
audiogenießer schrieb:
Privatunternehmen
Sind keine Großkonzerne zwingend... Ein Privatunternehmen kann auch ne One Man Show sein...
audiogenießer schrieb:
Das haben sie ihren Lehrern und Professoren zu verdanken, sowie allen Menschen vor ihnen, die wichtige Grundlagen erforscht haben.
DAS ist der Staat. Bzw. legt er die Grundsteine dafür... Auf jedenfall siond das keine Großkonzerne. Gut das du dir selber direkt widersprichst...

PS: Massenware war der Geschirrspüler frühestens in den 70er Jahren, der Kühlschrank in den 50er, die Waschmaschine ebenfalls in den 70er Jahren. Zumindest in DE. Also soviel früher ist das nicht, deswegen genau die Frage.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja aber bei einer 1 Man show kostet der Geschirrspüler dann halt 25.000 Euro.

Erst die Massenproduktion mit grossen Maschinen und Industrieanlagen macht die Preise für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar.
 
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Bohnenhans schrieb:
Erst die Massenproduktion mit grossen Maschinen und Industrieanlagen macht die Preise für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar.
Du meinst wohl eher die Lohnsklaven in China und Indien 😉

Eine Waschmaschine die zu 100% in Deutschland gefertigt wird könnte sich die breite Masse gar nicht leisten. Das gleiche gilt eigentlich für den Großteil aller Konsumgüter.
 
Kassenwart schrieb:
Du meinst wohl eher die Lohnsklaven in China und Indien 😉
Die Alternative wäre oft, dass diese Menschen dann gar keine Arbeit haben. Davon abgesehen ist der Wohlstand in solchen Ländern durch die Produktion für das Ausland deutlich angestiegen in den letzten Jahrzehnten. Deswegen wechseln immer mehr Unternehmen in andere Länder. Mir wäre lieber, dass die Entwicklung sozial gerechter gestaltet werden würde mit faireren Löhnen, aber es ist nun auch nicht alles schlecht daran.

Erkekjetter schrieb:
Was heisst denn „früher“? Denn die drei Dinge die du nennst gibts seit wievielen Jahren? Und das nicht dank der Großkonzerne sondern dank Forschung und Entwicklung
Der Staat fördert primär F&E in Bereichen, die ökonomisch wenig aussichtsreich sind, weil alles andere die Unternehmen übernehmen. Geschirrspüler und Kühlschränke mit deutlich weniger Stromverbrauch stehen heute in jedem Haushalt, weil Unternehmen Geld in F&E investiert haben.
 
Ein Fabrikarbeiter verdient in China im Schnitt 12.500 Euro im Jahr. Das ist nach euopäischem Maßstab nicht viel aber überheblich und abwertend diese Menschen als Lohnsklaven zu bezeichnen.

Damit kann man in China ok bis "Mittelschicht gut" leben - 50% gehen für "normale" Lebenshaltungskosten drauf und der Rest ist frei für Konsum.
 
Aber ist doch egal - ohne grosse Massenproduktion wird das halt nichts mit vielen Gütern, dass die bezahlbar sind.
 
Die grossen Unternehmen liefern das was der Kunde halt nachfragt.

Wollen die mehr Öko wirdne die mehr Öko liefen - wollen die günstiger und weniger Öko werden sie auch das leifern.

Und wenn man sagt ja ne Verbraucher sind aber eigentlich dumme naive Menschen die sich durch z.B. Werbung und Co beeinflussen lassen dann bauchen sie doch umso mehr dass andere für sie entscheiden. :D
 
BeBur schrieb:
Davon abgesehen ist der Wohlstand in solchen Ländern durch die Produktion für das Ausland deutlich angestiegen in den letzten Jahrzehnten. Deswegen wechseln immer mehr Unternehmen in andere Länder
Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass man im Ausland produziert, weil man dort Arbeitsplätze schaffen und Wohlstand generieren kann. Sowas schreibt das Unternehmen vielleicht selbst in ein Hochglanzprospekt.

Für eine hochautomatisierte Massenproduktion braucht es auch keine Billigstarbeitskräfte oder miese Arbeitsbedingungen. Der Preis des Endproduktes wird dadurch jedenfalls nicht um ein Vielfaches günstiger. Das Problem ist, dass der Konsument eben solche Dinge beim Kauf nicht berücksichtigen will/kann.

Ich würde meinen, dass viele gerne einen gewissen Aufpreis zahlen würden für ein Produkt, dass nachhaltiger und unter fairen Bedingungen hergestellt wurde.

Bohnenhans schrieb:
Wollen die mehr Öko wirdne die mehr Öko liefen - wollen die günstiger und weniger Öko werden sie auch das leifern
Eben nicht, denn das erhöht zwangsläufig auch die Produktionskosten. Man will ja nicht nur viel verkaufen, sondern auch mit möglichst hoher Marge. Daher wird ja auch mit Greenwashing soviel getrickst.
 
Staaten stecken deutlich mehr in Grundlagenforschung, als die Privatwirtschaft. Weil Grundlagenforschung meist mit hohen Risiken belegt ist, und die Wrtschaft diese scheut (zumindest, wenn sie sie alleine tragen soll).
In Grundlagenforschung kann man eben auch mal ein paar Milliarden versenken und hat dennoch auch nach 50 Jahren nichts marktreifes, was man zum Patent anmelden könnte (siehe Kernfusion).

Schaut mal zum CERN ... wie viel Milliarden verschwinden in dieser Anlage ... nur um Theorien zu prüfen und im Zweifelsfall auch mal herauszufinden, dass man falsch lag.

Nicht davon ist aber patentfähig ... Patente gibts auf "marktfähige" Produkte ... und nicht auf die Grundlagenforschung, die die Entwicklung bis zur Marktreife begünstigt oder gar erst ermöglicht hat.
Und deswegen, liegen die meisten Patente (ich würde sogar sagen, fast alle) bei privatunternehmen.
Bei Patenten geht es auch nicht darum, irgendwas zu erfinden ... es geht darum, seine Erfindung zu vermarkten und auch dann noch Geld mit ihr zu verdienen, wenn das eigentlich schon ain "alter Hut" ist.

Dem Staat geht es darum, dass etwas erforscht wird ... der Wirtschaft geht es aber ausschließlich darum, aus der Forschung ein vielfaches der Investitionssumme rauszuholen. Und genau letztere Einstellung sorgt dafür, dass Wirtschaft eben nur das erforscht, von dem man schon vorher weiß, dass es einem die Milliarden zuspülen wird.

Patente sind das, womit eine Firma auch dann noch überleben kann, wenn sie selbst schon garnichts mehr produziert. Beispiel "Fischer und Krecke" ... die halten ein Patent auf eine "Papierbügelfaltmaschine" und leben momentan komplett von den Patentgebühren auf die Maschinen, welche die Bügel an unseren Papiertüten herstellen. Ein winziges Teil, welches aber überall gebraucht wird (gerade wenn man von Plastiktüten weg will) ... und da lebt ein "Industriebetrieb" mit ehemals mehreren tausend Mitarbeitern an verschiedenen Standorten von ... natürlich gibts von dem Unternehmen mittlerweile nur noch die Rechtsabteilung, die sich um die Patente kümmert. Die Maschinen bauen mittlerweile andere ... F&K lebt komplett von den Patentgebühren.
Es braucht nichtmal Mitarbeiter, um mit einem Privatunternehmen, welches einige Patente hält, richtig Kasse zu machen.
 
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Bohnenhans schrieb:
Ein Fabrikarbeiter verdient in China im Schnitt 12.500 Euro im Jahr. Das ist nach euopäischem Maßstab nicht viel aber überheblich und abwertend diese Menschen als Lohnsklaven zu bezeichnen.
Wie kommst du auf die Zahl von 12500 Euro fuer einen Fabrikarbeiter? Das scheint mir doch recht hoch zu sein.
 
Das findest auch einige Links woher die Datren stammen
https://de.indeed.com/karriere-guide/jobsuche/durchschnittsgehalt-china

Die allgemeinen Durchschnittsgehälter in China liegen jedoch auf einem deutlich höheren Niveau, und zwar bei 97.379 CNY (Stand 2020) pro Jahr. Das sind umgerechnet ungefähr 1225 US-Dollar pro Monat und 14.700 US-Dollar pro Jahr.

Arbeiten Sie in China in der Herstellung, dann liegen die Durchschnittsgehälter ein wenig niedriger. Mit Stand 2020 werden diese mit 82.783 CNY pro Jahr angegeben. Das sind umgerechnet pro Monat ungefähr 1041 US-Dollar und auf das Jahr gesehen circa 12.492 US-Dollar.

Naja ich hab das halt um 8 USD aufgerundet so eine Zahl wie 12492 merkt man sich ja nicht :D :D


Inzwischen sind die Durchschnittgehälter für Fabrikarbeiter sogar auf 97500 CNY gestiegen (2022) also ~ 13.400 Euro
 
Mike550155 schrieb:
Wie kommst du auf die Zahl von 12500 Euro fuer einen Fabrikarbeiter?
Das ist die offizielle Angabe, und die bezieht sich (wie immer) auf Vollzeit.
Und es ist ein Durchschnitt ... der durchschnittliche Lohn in DE wird ebenfalls in Sphären angesetzt, die ich für "etwas zu hoch" halte ... arithmetisches Mittel und Ausreißer eben.
Da gibts dann ein paar Branchen, die besonders gut zahlen ... und die sorgen dafür, dass ein großteil der Fabrikarbeiter eigentlich "unterdurchschnittlich" verdient.
Laut statista lag das Durchschnittsgehalt in China 2022 sogar bei über 15.000 USD im Jahr ... aber statista betrachtet natürlich nicht nur Fabrikarbeiter.

@Bohnenhans:
Woher habe ich nur geahnt, dass deine Zahlen von indeed kommen? Wahrscheinlich, weil das bei Google nunmal das erste Suchergebnis ist, wenn man nach dem Durchschnittsgehalt eines Fabrikarbeiters in China fragt.
 
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Äh die findet man auf google überall, ganz einfach weil das die offiziellen Zahlen des Statistkamts Chinas sind

Das ist ganz normal dass objektive Fakten und Daten bei google ganz vorne stehen und dass unbewiesene Verschwörungsgerede von Hauptschulabbrechern ganz weit hinten - genau das macht doch die Qualität der google Suche aus? :D
 
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Bohnenhans schrieb:
Äh die findet man auf google überall weil das die offiziellen Zahlend des Statiskamts Chinas sind.
Aha ... und da sie in diesem Fall in deinen Kram passen, ist das auch eine zuverlässige Quelle?
 
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