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Äh bei der Erieri Seite sehe ich jetzt kein Jahr und wie gross der Personenkreis ist?

Die Daten des Statistikamts sind nunmal die offiziellsten Daten, die man haben kann.
 
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Bohnenhans schrieb:
Das Chinesische Statistikamt erfasst dagegen jedes Jahr ALLE Fabrikarbeiter.
Das glaube ich mit meinem Wissen über statistische Erhebungen nur mit einer wissenschaftlichen Quelle hinterlegt.

Niemand erhebt Daten von "allen" in einer Grundgesamtheit, denn dadurch verändern sich die Ergebnisse meist nicht signifikant ... aber die Kosten einer solchen Erhebung würden einfach explodieren ... ohne weiteren Erkenntnisgewinn zu generieren.
Die ganze Statistik dreht sich im Grunde darum, wie man aus einer relativ kleinen Stichprobe (meist deutlich unter 5% der Grundgesamtheit) Durchschnittswerte für die Grundgesamtheit ermitteln kann.
Deswegen ist es so wichtig, eine "Zufallsstichprobe" zu ziehen, denn nur mit einer solchen lässt sich die Übertragbarkeit der Ergebnisse auch argumentativ verteidigen.

Und da es diese statistischen Instrumente nunmal gibt (und sie sich auch ziemlich gut bewährt haben), glaube ich erstmal nicht, dass in China wirklich "alle Fabrikarbeiter" in diese Statistik einfließen.
 
Äh staatliche Stellen wie das Finanzamt haben doch bereits alle Daten die müssen doch nicht extra erhoben werden nur noch ausgewertet. Das muss man doch eh machen für social scoring.
 
Ob du zufällig ausgewählte 100 Personen untersuchst, oder 1.000 oder 10.000.000 macht keinen Unterschied.
Wenn du wirklich zufällig ausgewählt hast, dann sollte sich der Mittelwert nicht groß verändern, egal, wie groß du die Stichprobe machst.
Du kannst 10 deutsche Untersuchen ... und wenn die Auswahl wirklich dem Zufall überlassen wurde, wirst du auf eine Durchschnittsgröße von um 1,7x m kommen. Eine ähnliche Zahl kommt auch bei 100 heraus, oder bei 1.000 oder bei 1.000.000 Untersuchten ... und auch wenn du alle Deutschen durchgemessen hast ... oder alle Menschen in Deutschland, wird sich dadurch keine besonders große Abweichung ergeben.

Ob du hundert oder tausend Datensätze einfließen lässt, oder eine halbe Milliarde macht nur beim Aufwand einen Unterschied ... die Ergebnisse werden sich bei zufälliger Auswahl dadurch nicht verändern.

Daran ändert sich auch dann nichts, wenn du nur eine zufällige Auswahl aus existierenden Datensätzen triffst, oder sie einfach alle einfließen lässt. Selbst wenn das nur Computer machen (vollautomatisiert), steigert die Masse an Datensätzen nur den Zeit- und Energieaufwand.
Und das, obwohl doch eigentlich jedem Statistiker klar sein müsste, dass dieser Aufwand an den Ergebnissen nichts ändern wird?
 
Aus der Gehälter - Diskussion möchte ich mich heraushalten, aber folgendes bedarf dann doch einer Korrektur:

Bohnenhans schrieb:
Die grossen Unternehmen liefern das was der Kunde halt nachfragt.

Wollen die mehr Öko wirdne die mehr Öko liefen - wollen die günstiger und weniger Öko werden sie auch das leifern.

Die Unternehmen haben vor allem umweltfreundlichere Geräte entwickelt, weil die Staaten diese Entwicklung durch gesetzliche Vorgaben erzwingen. Sowohl was Energieeffizienz als umweltschädliche Stoffe anbelangt, es sind die Staaten, die hier regulieren.

Ein Nutzer interessiert es nicht ob seine Kältemaschine/Wärmepumpe mit R23, R410A, R32 oder R744 betrieben wird. Der Gesetzgeber hat jedoch im Zuge der F-Gase Verordnung entsprechende Vorgaben gemacht um umweltschädliche Stoffe aus Produkten zu entfernen. Diese Verordnung ist auch in die Zukunft gedacht und wird alle paar Jahre überarbeitet um die Forschung und Entwicklung voranzutreiben. (FCKW wurde auch durch Gesetze aus Produkten entfernt, nicht weil die Leute es so toll fanden mehr Geld für Produkte zu bezahlen.)

Zur Erklärung, das GWP, Global Warming Potential, also das Treibhauspotential, wird in Stufen begrenzt.

  • R23, GWP von 14.800, war ab 2020 in Neugeräten verboten, ab 2030 grundsätzlich verboten
  • R410A, GWP von 2088, ist ab 2025 in Neugeräten verboten
  • R32, GWP von 675, voraussichtlich bis 2030 zugelassen, danach darf das GWP max 150 betragen
  • R744, GWP von 1, ist dauerhaft erlaubt

Das Ziel ist die Industrie zu zwingen klimaschädliche Kältemittel durch umweltfreundlichere zu ersetzen.

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Das Problem mit Kältemitteln mit geringem GWP ist, dass viele davon entweder leicht brennbar sind oder höheren technischen Aufwand benötigen. R290 zum Beispiel ist ein gutes Kältemittel mit einem GWP von 3 ... Es ist aber halt auch reines Propan und somit leicht entflammbar mit einer explosionsartigen Verbrennung.

Gleiches mit Abgasnormen, Energieeinsparverordnungen, EEWärmeG oder beispielsweise auch indirekt über die Verordnung für Energieverbrauchskennzeichnung. Die gibt es beispielsweise seit 1998 und wird regelmäßig angepasst. Geräte die heute noch als Energieklasse A++ gelten könnten nach der nächsten Überarbeitung bereits nur noch Klasse D sein.

Due Nutzer beschweren sich eher über die Bevormundung durch den Staat.
 
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Revan1710 schrieb:
Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass man im Ausland produziert, weil man dort Arbeitsplätze schaffen und Wohlstand generieren kann. Sowas schreibt das Unternehmen vielleicht selbst in ein Hochglanzprospekt.
Nein, habe ich auch nicht geschrieben. Es geht darum, dass die Ausbeutung zumindest einen positiven Langzeiteffekt hat. Das wurde hier dann ja aufgegriffen mit den heute relativ hohen Durchschnittsgehältern in China.
Revan1710 schrieb:
Ich würde meinen, dass viele gerne einen gewissen Aufpreis zahlen würden für ein Produkt, dass nachhaltiger und unter fairen Bedingungen hergestellt wurde.
Das ist ja nicht hypothetisch, Fair-Trade Produkte gibt es in vielen Supermärkten zu kaufen. Fair-Trade Kaffee z.B. wird bei mir hier vor Ort sehr präsent beworben. Ist aber weiterhin eine Nische.

DerOlf schrieb:
Es braucht nichtmal Mitarbeiter, um mit einem Privatunternehmen, welches einige Patente hält, richtig Kasse zu machen.
Perfekte Systeme gibt es nicht und sowas ist nicht der Regelfall. Patente erlauben es Unternehmen überhaupt erst, in die Entwicklung von Technologie zu investieren.

DerOlf schrieb:
Ob du zufällig ausgewählte 100 Personen untersuchst, oder 1.000 oder 10.000.000 macht keinen Unterschied.
Wenn du wirklich zufällig ausgewählt hast, dann sollte sich der Mittelwert nicht groß verändern, egal, wie groß du die Stichprobe machst.
Das stimmt nicht. Du hast jeweils eine von der Größe der Stichprobe abhängige Wahrscheinlichkeit, dass der Mittelwert gut repräsentiert ist durch die Stichprobe, bzw. kannst ein Konfidenzintervall dazu ausrechnen. Die gesamte Inferenzstatistik (also Hypothesentests, p-Wert, etc.) die in der empirischen Forschung weiterhin vornehmlich verwendet wird basiert auch auf genau der Beobachtung, dass du durch Zufall eine besonders auffällige/abweichende Stichprobe vorliegen haben könntest.

DerOlf schrieb:
Und es ist ein Durchschnitt ... der durchschnittliche Lohn in DE wird ebenfalls in Sphären angesetzt, die ich für "etwas zu hoch" halte ... arithmetisches Mittel und Ausreißer eben.
Da gibts dann ein paar Branchen, die besonders gut zahlen ... und die sorgen dafür, dass ein großteil der Fabrikarbeiter eigentlich "unterdurchschnittlich" verdient.
Laut statista lag das Durchschnittsgehalt in China 2022 sogar bei über 15.000 USD im Jahr ... aber statista betrachtet natürlich nicht nur Fabrikarbeiter.
Definitiv, deswegen sollte man bei Gehältern stets den Median betrachten und nicht das arithmetische Mittel.
 
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BeBur schrieb:
Nein, habe ich auch nicht geschrieben
Naja du hast schon geschrieben, dass die Vermehrung des Wohlstandes der dortigen Bevölkerung der Grund dafür sei, dass die Unternehmen ins Ausland abwandern..

BeBur schrieb:
Das ist ja nicht hypothetisch, Fair-Trade Produkte gibt es in vielen Supermärkten zu kaufen. Fair-Trade Kaffee z.B. wird bei mir hier vor Ort sehr präsent beworben. Ist aber weiterhin eine Nische.
Fair-Trade Siegel gibt es auch erst auf wenigen Produkten und allgemein ist es alles andere als transparent und einfach für den Käufer. Da muss man sich schon mit dutzenden verschiedenen Gütesiegeln auseinandersetzen und unterscheiden können, wo nun wirklich auch was vernünftiges dahintersteckt. In dem Bereich wird ja auch nicht ohne Grund vehement Lobby-Arbeit betrieben, damit der Käufer eben nicht auf einen Blick sieht, womit er es zu tun hat oder die Auflagen so lasch sind, dass so ziemlich jeder das Siegel auf sein Produkt drucken darf.

Wenn ich mir Fisch mit MSC-Siegel kaufe, kann ich mir bspw. nicht sicher sein, dass da wirklich nachhaltig gefischt wurde.
 
Revan1710 schrieb:
Naja du hast schon geschrieben, dass die Vermehrung des Wohlstandes der dortigen Bevölkerung der Grund dafür sei, dass die Unternehmen ins Ausland abwandern..
Ich hatte dich falsch verstanden. Genau, soweit ich weiß wandern Unternehmen auch aus diesem Grund vermehrt in Ostasienländer ab. Hier ist ein Artikel dazu Link. Natürlich gibt es noch weitere Gründe, von daher ist von "der Grund" zu sprechen zu eng gedacht.
Wobei soweit ich weiß generell die ganze Welt insgesamt wohlhabener geworden ist, auch Südostasien. Gibt natürlich auch etliche Statistiken, aber ein eigener Datenpunkt dazu: Ich kannte mal einen Auswanderer und der hat erzählt, dass sich mehr und mehr Auswanderer Südostasien immer weniger leisten können, weil man eben nicht mehr mit 200 Euro pro Monat (von mir ausgedachte Zahl, ich erinnere mich nicht mehr so genau) gut leben kann dort.

Revan1710 schrieb:
Fair-Trade Siegel gibt es auch erst auf wenigen Produkten und allgemein ist es alles andere als transparent und einfach für den Käufer. Da muss man sich schon mit dutzenden verschiedenen Gütesiegeln auseinandersetzen und unterscheiden können, wo nun wirklich auch was vernünftiges dahintersteckt. In dem Bereich wird ja auch nicht ohne Grund vehement Lobby-Arbeit betrieben, damit der Käufer eben nicht auf einen Blick sieht, womit er es zu tun hat oder die Auflagen so lasch sind, dass so ziemlich jeder das Siegel auf sein Produkt drucken darf.
Das klingt für mich nach einen No true Scotchman Argument. Das ist Fair Trade Kaffee. Speziell Fairtrade bei Kaffee hat eine lange Tradition und da gibt es heute einschlägige bekannte Marken im Discounter zu kaufen. Was im übrigen absolut großartig ist und ein Riesen Fortschritt und ich kann mir vorstellen, dass Fairtrade in einigen jahrzehnten die Norm ist. Auch Tschibo bietet seit einigen Jahren Fairtrade Kaffee an.
Von daher will ich dir gar nicht unbedingt widersprechen, dass viele Menschen mehr Geld ausgeben würden für Fair-Trade, aber solche Entwicklungen brauchen eben eine Zeit bis sich solche Tendenzen auch in der Breite realisieren.

Ich persönlich halte auch nicht so viel von diesem mäkeln und zerreden von solchen Siegel. Klar, die sind immer Kompromisse und manchmal ein Schritt in die richtige Richtung, manchmal zwei Schritte und manchmal viele Schritte. Aber wenn ich mir die allgemeine Entwicklung anschaue, dann ist die sehr positiv und letztendlich sehr schnell. Vor 20 Jahren noch war alles "Bio" ne minikleine Nische für Sonderlinge. Vor 20 Jahren hab ich als Vegetarier noch regelmäßig Sprüche bekommen und auswärts vegetarisch essen war oft schwierig. Zumindest hier in der Region ist das heute völlig anders.
 
BeBur schrieb:
Genau, soweit ich weiß wandern Unternehmen auch aus diesem Grund vermehrt in Ostasienländer ab. Hier ist ein Artikel dazu Link
Da geht es doch auch nur um strategische Gründe und dass auch die Produktionskosten in China nicht mehr ganz so niedrig sind. Wo liest du da denn da heraus, dass Unternehmen aus noblen Motiven gegenüber der Bevölkerung nun bspw. auch in Thailand produzieren?

BeBur schrieb:
Das klingt für mich nach einen No true Scotchman Argument.
Wieso? Ich sage ja nicht, dass das Fair Trade Siegel hier nicht zählt - es betrifft lediglich nur eine sehr kleine Gruppe an Produkten und beim großen Rest gibt es keine vergleichbaren Siegel oder eben jene, die sehr in der Kritik stehen. Daher kann man pauschal nicht sagen, dass der Kunde so etwas nicht nachfragen würde: In den meisten Fällen hapert es an Angebot & Transparenz
 
Revan1710 schrieb:
Wo liest du da denn da heraus, dass Unternehmen aus noblen Motiven gegenüber der Bevölkerung nun bspw. auch in Thailand produzieren?
Dann hatte ich dich doch richtig verstanden. Nirgendwo lese ich das heraus, habe ich auch nicht behauptet. Ich habe es auch schon nochmals erklärt:
BeBur schrieb:
Es geht darum, dass die Ausbeutung zumindest einen positiven Langzeiteffekt hat.

Revan1710 schrieb:
In den meisten Fällen hapert es an Angebot
Da hatte ich gegen argumentiert, dass Fair Trade Kaffee heute gut sichtbar im Regal steht mit einem gut sichtbaren und verständlichen Fair Trade Siegel. Die Verfügbarkeit ist daher erstmal gegeben. Aber natürlich kann es sein, dass manche genau diesen Kaffee dann nicht mögen, oder es generell nicht das passende Produkt gibt für den Kunden (wenig Koffein / viel Koffein / sauer / weniger sauer, etc.). Von daher bin ich nicht völlig anderer Meinung als du. Leichte Verfügbarkeit ist aber mMn nicht der einzige wichtige Faktor, sondern auch Gewohnheit und das allgemeine gesellschaftliche und ökonomische Klima.
 
BeBur schrieb:
Die gesamte Inferenzstatistik (also Hypothesentests, p-Wert, etc.) die in der empirischen Forschung weiterhin vornehmlich verwendet wird basiert auch auf genau der Beobachtung, dass du durch Zufall eine besonders auffällige/abweichende Stichprobe vorliegen haben könntest.
Bei George Spencer-Brown (Wahrscheinlichkeit und Wissenschaft) ist es die Wahrscheinlichkeit einer langen Reihe Einsen in einer unendlichen Reihe von Zufallszahlen ... die Wahrscheinlichkeit für sowas liegt rechnerisch auch nicht bei 0 (kann man genau ausrechnen, aber es reicht zu wissen, dass das bei echtem Zufall kein "unmögliches Ereignis" darstellt ... Zahlraum egal).

Also bauen wir auch keine Zufallsgeneratoren, denn das, was diese Programme ausgeben, entsteht eben nicht zufällig, denn dann könnte es theoretisch auch eine elend lange Reihe von Einsen geben ... denn die Wahrscheinlichkeit dafür ist bei echtem Zufall >0.
Genau wie die Wahrscheinlichkeit für eine zufällig verzerrte Zufallsstichprobe. Wenn die Stichprobe größer ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit natürlich kleiner ... da ist Statistik ein wenig wie Schrot ... je weiter das streut, desto eher kommt eine tote Ente dabei raus.

Eine Zufallsstichprobe kann mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit verzerrt sein ... eine nicht zufällige Stichprobe ist es auf jeden Fall ... denn da wäre es doch eher Zufall, wenn die Merkmalsausprägungen genau so verteilt wären, wie in der betrachteten Grundgesamtheit.

Diese Unsicherheit im Bezug auf die Zufallsstichprobe verschwindet erst, wenn du wirklich alle befragt hast.
Und das ist - wie weiter oben bereits dargelegt - ein Aufwand, den wirklich niemand für das bisschen Erkenntnisgewinn oder Übertragungssicherheit, die das bietet, auf sich nimmt.

Man kann es sogar bei Wahlen sehen ... denn oft kann man aus der ersten Hochrechnung schon sehen, wie die künftige Regierung zusammengesetzt sein könnte.
Die Endergebnisse (nach Auszählung aller abgegebenen Stimmen) weichen von den ersten Hochrechnungen (in die nur ein geringer Anteil der abgegebenen Stimmen einfließt), oft nur gering ab ... die Tendenz wird meist schon an den ersten vorliegenden Zahlen deutlich.
Ich habe bisher noch nicht erlebt, dass ein Wahlergebnis zwischen 18:00 am Wahlabend und endgültigem Ergebnis "gekippt" wäre.
Die statistischen Verfahren sind schon recht gut ... man kann ja mal in Forschungsberichte von Soziologen hineinschauen, mit was für Konfidenzintervallen man so arbeitet, wenn man 100, 1.000 oder 10.000 Leute befragt (mehr sind es meist eh nicht, weil der Aufwand explodiert).

Aber irgendwie ist das hier ziemlich OT. sorry
 
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DerOlf schrieb:
Eine Zufallsstichprobe kann mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit verzerrt sein
Das ist genau das, was ich geschrieben habe. Diese Wahrscheinlichkeit hängt insbesondere von der größe der Stichprobe ab, daher kann es einen großen Unterschied machen, ob die Größe 100 oder 10.000 ist.

DerOlf schrieb:
Also bauen wir auch keine Zufallsgeneratoren, denn das, was diese Programme ausgeben, entsteht eben nicht zufällig, denn dann könnte es theoretisch auch eine elend lange Reihen von Einsen geben
An dieser Aussage ist ziemlich viel falsch, das zu diskutieren ist hier ziemlich OffTopic.
A sei "Wir bauen keine Zufallsgeneratoren"
B sei "was diese Programme ausgeben, entsteht nicht zufällig"
C sei "es könnte eine elend lange Reihe von Einsen geben"
"A" ist falsch, "B->A" ist falsch, "B" ist falsch
"C->A" hast du glaube ich eher nicht gemeint, aber wäre jedenfalls auch falsch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nein. So wie du die Aussagen organisiert hast, habe ich das nicht geschrieben.
B ist keine wichtige Aussage (sie bedeutet das selbe, wie A).

A ist
"es könnte in einer unendlichen Reihe Zufallszahlen theoretisch eine elend lange Reihe Einsen geben"

B wäre
"unsere Zufallsgeneratoren schließen diesen Fall aus, weil das den Menschen misstrauisch machen würde und dieser an einen 'defekt' glauben könnte, der zu diesem 'Fehler' geführt hat".
Eine Lange Reihe Einsen wirkt nicht sonderlich zufällig auf die meisten Menschen.

C ist dann "wir bauen keine Zufallsgeneratoren sondernm lediglich Maschinen, die etwas ausgeben, was den Vorstellungen des Menschen von einer 'Zufallsreihe' entspricht.
Oder auch "Wir bauen keine "Zufalls"-Generatoren".

Schau einfach mal in das Buch rein. Ich meine es wäre in "Wahrscheinlichkeit und Wissenschaft" gewesen.
Danach denkst du nur noch "Jaja ... 'Zufall' :p ".
 
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Für mathematische oder technische Sachverhalte muss ich keine philosophischen Werke lesen, ich lese stattdessen direkt die jeweilige Fachliteratur. Das Buch ist im übrigen über 50 Jahre alt, daher kommt eventuell dein Irrglaube, man verwende keine Zufallszahlengeneratoren bei Computern. Vor 50 Jahren war das weitesgehend korrekt. Es interessiert auch niemanden, dass "111111111111111111111" raus kommen könnte bei einer Zufallszahl (oder wie viele einsen auch immer). Ganz im Gegenteil, das ist eine erwünschte und wichtige Eigenschaft und das ein Mensch abgeneigt ist, eine solche Zahl "zufällig" auszusuchen ist ein zentraler Grund, wieso ein Mensch keine Zufallszahlen generieren kann.
Wir bauen Zufallsgeneratoren, von daher sind alle Begründungen, wieso wir keine bauen falsch. Die Möglichkeit, zufällige Zahlen zu generieren in heutigen Computern ist tatsächlich eine technologische Errungenschaft, die noch gar nicht allzu alt ist und vorher ein Problem dargestellt hat.

DerOlf schrieb:
man kann ja mal in Forschungsberichte von Soziologen hineinschauen
Lieber nicht, Psychologen sind schon schlimm genug (also schlecht in Statistik) und Soziologen stehen in dem Ruf, noch viel schlimmer zu sein. Und ja, ich meine die Wissenschaftler, nicht die Studierenden.

DerOlf schrieb:
unsere Zufallsgeneratoren schließen diesen Fall aus
Wie gesagt, das ist schlicht falsch und war vielleicht mal der Wissensstand vor 50 Jahren, aber das macht wenn schon dann ewig niemand mehr so.

DerOlf schrieb:
wir bauen keine Zufallsgeneratoren sondernm lediglich Maschinen, die etwas ausgeben, was den Vorstellungen des Menschen von einer 'Zufallsreihe' entspricht
Das ist doppelt falsch, denn wir bauen sowohl echte Zufallsgeneratoren, als auch Generatoren, die zufällig aussehende Zahlenfolgen generieren. Aber auch diese versuchen nicht etwas zu generieren, das der intuitiven menschlichen falschen Vorstellung von Zufall entspricht, sondern diese generieren Zahlenfolgen die einer festgelegten Zufallsverteilung folgen.

Du hast da offenbar leider ein absolut nicht mehr aktuelles Werk gelesen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mir gings auch nur darum, wie man aus einer wirklich winzigen Wahrscheinlichkeit ein Problem machen kann.

Meiner Meinung nach ist das mit der zufälligen Verzerrung bei einer Zufallsstichprobe ein ähnlich "gravierendes" Problem.
 
DerOlf schrieb:
Meiner Meinung nach ist das mit der zufälligen Verzerrung bei einer Zufallsstichprobe ein ähnlich "gravierendes" Problem.
Vielleicht kann die Diskussion ja ein Ansatz sein zu überlegen, ob diese Meinung so stark fundiert ist, wie bisher angenommen. Bei Hochrechnungen zu Wahlergebnissen fließt sehr viel Erfahrung und Wissen ein das z.B. in der Forschung prinzipbedingt üblicherweise nicht vorhanden sein kann und selbst bei diesen Hochrechnungen geht immer mal wieder etwas schief und die Abweichung ist außergewöhnlich hoch bzw. qualitativ.
 
BeBur schrieb:
Lieber nicht, Psychologen sind schon schlimm genug (also schlecht in Statistik) und Soziologen stehen in dem Ruf, noch viel schlimmer zu sein. Und ja, ich meine die Wissenschaftler, nicht die Studierenden.
In welchem Fachbereich wurdest du denn diszipliniert?

Bei mir waren es Mathematik und Pädagogik ... und ja, eine gute Portion Soziologie ist dank des Studienorts dann auch dabei gewesen ... Luhmann zum Beispiel (an dem kam man in Bielefeld nicht vorbei).
 
DerOlf schrieb:
In welchem Fachbereich wurdest du denn diszipliniert?
Kommt darauf an, was du darunter verstehst. Studiert habe ich Philosophie, Informatik und Mathematik (ob und welche Abschlüsse verrate ich an dieser Stelle nicht), an der Uni unterrichtet habe ich Philosophie und Informatik in verschiedenen Rollen und wissenschaftlich veröffentlicht habe ich in Informatik und empirischer Psychologie.

Ich kenne deine Beiträge hier und du scheinst ein sehr guter Soziologe zu sein, aber ich vermute deine akademische mathematische Bildung bei den Inhalten des Grundschullehramtes.
 
BeBur schrieb:
Bei Hochrechnungen zu Wahlergebnissen fließt sehr viel Erfahrung und Wissen ein das z.B. in der Forschung prinzipbedingt üblicherweise nicht vorhanden sein kann und selbst bei diesen Hochrechnungen geht immer mal wieder etwas schief und die Abweichung ist außergewöhnlich hoch bzw. qualitativ.
Moment ... es geht hier um Forschungsmethoden ... und da steckt eine ganze Menge Erfahrung mit den Instrumenten drin (wir machen das nicht erst seit gestern).
Abweichungen sind wichtig ... denn wenn so etwas passiert, dann hat das eine Bedeutung ... dann wird die Forschung selbst zum Forschungsobjekt ... bis man Methoden entwickelt hat, die eine Abweichung vermeiden könnten ... die setzt man dann ein, bis man die nächste signifikante Abweichung bekommt.
Das ist ein Prozess, und kein Zustand und genaugenommen wissen auch die Hochrechner bei Wahlen nicht vorher schon, wie das Ergebnis aussehen wird.
Man hat viel Erfahrung mit den bisherigen Ergebnissen ... genau wie in jeder Statistik auch ... man forscht ja nicht einfach so vor sich hin, sondern versucht gleichzeitig am Diskurs anzuschließen. Man versucht auf bereits gelaufener Forschung aufzubauen, um offene Fragen zu klären, oder alternativen Erklärungsansätzen nachzugehen oder auch einfach als stabiles Fundament.

In jedem Forschungsbericht gibt es zwei Dinge ganz zwingend ... einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Thema (das ist die "Erfahrung") ... und einen Ausblick.
BeBur schrieb:
... aber dass du Mathematik studiert hast glaube ich dir schlicht nicht.
Das ist auch schon über 15 Jahre her. Ich setze es seitdem kaum im Alltag ein. Und ich habe auch "nur" einen Bachelor of Science gemacht.
Ausserdem habe ich es eigentlich immer gehasst ... zum Fach Mathematik bin ich gekommen, nachdem ich es als Nebenfach im Magisterstudiengang für Grundschullehramt belegt hatte, und dieses Fach nach der "Abwicklung" meines alten Studienganges das einzige war, in dem ich mir alle Scheine anerkennen lassen konnte. Also wurde das dann mein neues Hauptfach bis zum BA. Das war eine "Notlösung".
Ich habe immer gehofft, dass davon stofflich nicht allzuviel hängen bleiben wird.
Aufgegangen bin ich im "Nebenfach" Pädagogik ... da bin ich dann bis zum Master gegangen.
BeBur schrieb:
und empirischer Psychologie.
Als Pädagoge und Sozialforscher bin ich auch der Meinung, das zu viele Kollegen schlecht arbeiten ... aber was willste machen ... der Markt hat halt gewisse Anforderungen ... und Qualität gehört im außeruniversitärem Umfeld nicht unbedingt dazu ... leider.
 
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