Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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hallo7 schrieb:
Wieso lebst du dann nicht in Ländern in denen es so ist? Die Schweiz wäre ja schon mal naheliegend, da darfst du den Großteil selber machen.
Ich beantworte es gerne für mich:
- 1. Häufig ist man familiär eingebunden, ein Umzug würde hier erhebliche "Kosten" verursachen, da man seine Familie nicht, oder kaum mehr sieht.

- 2. Sprachbarriere und kulturelle Barriere
Länder, die es richtig machen, sind leider auf dem jeweils anderen Seiten des Globus.
Schaut man sich den economic freedom Index an, sind das vor allem Singapur, Neu Seeland, Taiwan. In Europa die Schweiz und Irland.

Leider ist das Preisniveau in der Schweiz sehr hoch, ein Umzug lohnt sich vor allem für junge Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen. Der Kaufkraftverlust sind weiterer
"Kosten", die beim Umzug bedacht werden müssen.

- 3. Hoffnung. Es mag kitschig klingen, aber man hat immernoch Hoffnung, dass sich die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland ändern werden. Die Sozialausgaben steigen ja immer weiter und weiter. Irgendwann wird die Reform des Sozialstaats unausweichlich anstehen.
Ich wünsche meinen Kindern, dass sie mit minimalen Sozialstaat aufwachsen werden und so schneller eigenes Kapital erlangen werden können, als es für mich möglich gewesen war.
Ergänzung ()

OdinHades schrieb:
Stimmt, gibt es ja alles in China nicht.
China ist ein kommunistischer Staat, der von der KpCh regiert wird und die sogenannte "sozialistische Marktwirtschaft" umsetzt.
 
Discovery_1 schrieb:
Natürlich sind das Wirtschaftsformen.
Nein, dass sind Wirtschfts-/GesellschaftsORDNUNGEN....
Die 3 Wirtschaftsformen/-systeme habe ich bereits genannt. Soziale Marktwirtschaft, freie Marktwirtschaft und Planwirtschaft...

@tomislav du schreibst dann demnächst aus Dubai ja? Niemand hält dich hier, es gibt hunderte ALternativen auf der Welt ohne oder deutlich geringeren Sozialabgaben, warum lebst du hier, wenn dir das derart unangenehm ist, dich an einer Solidargemeinschaft zu beteiligen?
 
Zuletzt bearbeitet:
audiogenießer schrieb:
Der Kapitalismus ist die einzige Gesellschaftsform, die uns vor Diktatur, Unterdrückung und Machtmissbrauch
Der war gut. Die untere Hälfte der Bevölkerung wird durch die politischen Entscheidungen quasi schon seit Jahren unterdrückt, vor allem finanziell. Der Machtmissbrauch unserer politischen Führung steigt seit Jahren kontinuierlich an, was besonders die Corona-Zeit bewiesen hat. Ich sage nur Spahn & Co. Und nein, das sind keine Einzelfälle. Gerade im Kapitalismus sind Korruption, Türen und Pforten geöffnet, oder wie das heißt. Mit Geld lassen sich Menschen (egal wo) wunderbar manipulieren. Was will ich damit sagen? Keine Wirtschaftsform ist gegen Unterdrückung und Machtmissbrauch gewappnet. Es gibt diese skrupellosen Egoisten halt überall. Nur könnte die richtige Wirtschaftsform dafür Sorge tragen, dass z. B. alle Menschen einen gewissen Lebensstandard erreichen können, ganz ohne Angst vor dem Morgen, wo man evtl. die Arbeit und/oder das zu Hause verlieren könnte oder im Alter in bitterer Armut leben muss. Diese vorher genannten Ansprüche spreche ich dem Kapitalismus klar ab. Deswegen strebe ich den Sozialismus als Wirtschaftsform-Ersatz in unserer Demokratie an. Wie es z. B. auch meine Linke tut.
 
Discovery_1 schrieb:
Der Machtmissbrauch unserer politischen Führung steigt seit Jahren kontinuierlich an
Hast du dafür, außer deiner Behauptung basierend auf deinem Beauchgefühl, auch substantielle, objektive Quellen?

Der Sozialismuss bleibt dabei eine Gesellschaftsordnung. ODer eine der 3 großen politischen Ideologien des 20 Jahrhunderts. Es ist aber nicht nur eine Wirtschsftform...

Davon ab gibts es sowas wie DEN Sozialismus nichtmal. Die Definitionsproblematik ist bis heute ungelöst.
 
audiogenießer schrieb:
Ich wünsche meinen Kindern, dass sie mit minimalen Sozialstaat aufwachsen werden und so schneller eigenes Kapital erlangen werden können, als es für mich möglich gewesen war.
Dann solltest du eher heute als morgen auswandern. Der Großteil der Menschen in Europa sieht das nämlich anders.
Und bitte nicht zurück kommen, wenn das Kapital dann doch nicht erlangt wird und man sich seine Krankheiten nicht mehr leisten kann. Oder wenn die Schule/Universitätsausbildung nicht leistbar ist... (kenne da einige die ihre Kinder zurück nach Europa schicken, aber ist ja alles so toll mit den geringen Abgaben)
 
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Erkekjetter schrieb:
substantielle, objektive Quellen?
Muss ich das jetzt wirklich? Der google spuckt das sofort aus. Ich habe mal den erstbesten Link genommen. Aber es gibt genug weitere Beweise. Mal selber gucken.

Edit: Ich muss mal kurz den PC neu starten. Die Updates sind durch. :D
 
audiogenießer schrieb:
China ist ein kommunistischer Staat, der von der KpCh regiert wird und die sogenannte "sozialistische Marktwirtschaft" umsetzt.
Das Wirtschaftssystem in China ist eindeutig auch kapitalistisch:

Die Ökonomie der Volksrepublik China hat sich durch die Wirtschaftsreformen von einem planwirtschaftlich organisiertem zu einem primär nach marktwirtschaftlichen Mechanismen funktionierenden Wirtschaftssystem gewandelt. Diese nach kapitalistischen Grundsätzen gelenkte Volkswirtschaft wird von der chinesischen Staatsführung als „Sozialismus chinesischer Prägung“ bezeichnet.
Wikipedia
 
Buttkiss schrieb:
Blindwütig ist da nur die Argumentation. Das waren vor allem CDU geführte Bundes- und Landesregierungen welche den Immobilienmarkt privatisiert und damit dem aktuell teilweise nicht mehr bezahlbaren Wohnraum Tür- und Tor geöffnet haben.
Nun, das ist nur zum Teil richtig. So gut wie alle Landesregierungen haben das Anfang der 2000er getan; es gab dabei keine Parteipräferenz. Die CDU stellte schlichtweg die Mehrheit der Landesregierungen. Am intensivsten trieb dies übrigens Berlin unter Rot-Rot voran.

Die Wohnungsnot ist ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Die teils unüberlegt und unter Wert getätigten Verkäufe sind nur ein Aspekt davon. Hinzu kommen die drastisch gestiegenen bautechnischen Anforderungen, die Verknappung von Baumaterial, Fehlanreize zur Bevorzugung von hochpreisigen Wohneinheiten und aktuell eine Hochzinsphase. Es gibt auch Vermutungen, dass der siebenstellige Zuzug von Menschen innerhalb weniger Jahre, die vor allem das niedrige Preissegment bevorzugen, damit in Verbindung steht. Allerdings wird dies, selbstredend, nur von Nazis behauptet und kann daher nicht stimmen.

Buttkiss schrieb:
ÖPNV Ausbau mit dem Verkehrsminister? das können wir wohl vergessen. Das ist alles zu kleinteilig und wird auf die Länder und Kommunen runtergebrochen und scheitert schon daran das es gar nicht genügend Fahrer gibt. Die haben ja schon Probleme den aktuellen Status quo zu halten, überall werden Fahrer gesucht.
Es spielt keine Rolle, welcher Verkehrsminister am Ruder ist. Du sagst es ja selbst: Wo sollen die benötigten Ressourcen herkommen? Man muss nur betrachten, wie viel Zeit selbst kleinere Verkehrsprojekte wie der RRX benötigen, um einen im Verhältnis geringen Kapazitätsausbau zu realisieren. Es wirkt nicht einmal allzu optimistisch, wenn die Bahn für den Deutschlandtakt das Jahr 2070 ins Auge fasst. Auch wenn sich einige dagegen sträuben: Der PKW wird auch in den nächsten 50 Jahren das primäre Verkehrsmittel für den Durchschnittsbürger bleiben, die Frage ist wie man dies handhabt um die vielfältigen Belastungen dadurch zu minimieren, man könnte sich beispielsweise mal anschauen warum genau neue PKWs immer mehr einem Kleinbus von vor 10 Jahren ähneln und ob dies nicht mit Fehlanreizen zu tun hat.
 
hallo7 schrieb:
Und bitte nicht zurück kommen, wenn das Kapital dann doch nicht erlangt wird und man sich seine Krankheiten nicht mehr leisten kann.
Wie es soviele Auswanderer tun, die genauso egostisch naiv meinen, dass man dort, wie man weniger Sozialabgaben hat, besser lebt und schneller reich wird. Und dann hier dem Staat auf der Tasche liegen.

Das Problem mit der Sache, Kapital zu erlangen ist nämlich IMMER, je schneller und einfacher es geht, desto schneller und einfacher verliert man es auch wieder. Schneller Erfolg ist unausweichlich mit hohem Risiko verbunden. Am überwältigsten und am extremsten zeigen das in aller Konsequenz Drogenkartelle und ihre Bosse wie Escobar. Die Drogenkartelle sind auch die reinste Form des Kapitalismus wenn man es so will.
Aber auch im regulierten, legalen Markt gilt das. Jeder, der an der Börse aktiv ist, weiß das, bzw. sollte es wissen.
Ergänzung ()

Discovery_1 schrieb:
Muss ich das jetzt wirklich?
Ja und dein Link beschäftigt sich mit Lobbyismus und nicht mit Machtbißbrauch? Und auch beim Thema Korruption steht in deinem Link nichts von Anstieg? Und das war deine Aussage.
Beim Thema Korruption ist deine Aussage eben komplett falsch, Deutschland stagniert dort seit Jahrzehnten auf einem guten hohem Niveau, sprich es gab und gibt wenig Korruption in DE: https://www.zdf.de/nachrichten/poli...ansparency-international-deutschland-100.html
 
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hallo7 schrieb:
Dann solltest du eher heute als morgen auswandern. Der Großteil der Menschen in Europa sieht das nämlich anders.
Und bitte nicht zurück kommen, wenn das Kapital dann doch nicht erlangt wird und man sich seine Krankheiten nicht mehr leisten kann. Oder wenn die Schule/Universitätsausbildung nicht leistbar ist... (kenne da einige die ihre Kinder zurück nach Europa schicken, aber ist ja alles so toll mit den geringen Abgaben)
Die Rückkehrerquote bei Auswanderern liegt eh im hohen 2stelligen Bereich.
Im Zweifelsfall geht's dann eben lieber zurück in die soziale Absicherung. Wäre man nicht ausgewandert, hätte man das den Sozialsystemen vielleicht erspart.
Man ist sogar privilegiert als gescheiterter deutscher Auswanderer, da die allermeisten Staaten auf diesem Planeten nicht "solch einen Service" für ihre Bürger bieten.
Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer klüger (hoffentlich). Auch als Auswanderer.
 
Naja aber mal ernsthaft wie viele von gut ausgebildeten Akademikern z.B. aus dem Bereich MINT kommen wieder (als Sozialfälle) nach D zurück....

Nach D kommen vor allem die Auswanderer doch zurück die mit 500 Euro Startkapital auf Mallorca die 200. Oktoberfestkneipe gründen wollten - und fast einen Schulabschluss haben. :D :D

Vor allem seit Schulbildung etc in Deutschland katastrophal in der Qualität am Abstürzen ist - das war früher mal sicher ein Rückkehrgrund wenn Kinder ins schulpflichtige Alter gekommen sind - aber heute denke ich ist Deutschlands Schulbildung so schlecht, dass eher deshalb junge Eltern extra schnell von dort wegziehen, sobald die Kinder schulpflichtig werden - ich meine dass es in den letzten Tagen einiger Artikel darüber gab (war wohl aktuelle PISA 2023 Auswertung?) Analphabetismus in Schulen sogar höher ist als in vielen Ländern der 2. oder 3. Welt.

Eine "kostenlose" Schulbildung ist dann trotzdem sehr teuer, wenn sie extrem mies ist - und am Ende nach vielen Jahren ausser Zeit absitzen und 1er Noten für "hat den Lehrer nicht oft zusammengeschlagen" sonst gar nichts gebracht hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist aber halt zentral relevant.

Denn wenn ein Grossteil derer wieder als Sozialfälle zurückkommen, von der Art sind, dass die auch in D zu 90% es auch nur zu Sozialfällen gebracht hätten ist das natürlich relevant.

Die Sache ist dann nämlich diese: wer es in Deutschland zu was bringen würde, der bringt es im Ausland viel einfacher zu sehr viel mehr. (mal solche Fachbereiche wie Genderwissenschaften etc aussen vor die es eher nur in D in der Form gibt)
 
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Bohnenhans schrieb:
Das ist aber halt zentral relevant.
Nö.
Und natürlich muss jemand, der zurück kommt und dessen ganzen Rücklagen aufgrund der gescheiterten Auswanderung aufgebraucht sind, nicht zwingend in DE ohnehin ein Sozialfall gewesen sein. Dieser Zusammenhang ist völlig konstruiert. Auswandern kostet Geld, viel Geld....

Bohnenhans schrieb:
e, der bringt es im Ausland viel einfacher zu sehr viel mehr
Das ist halt auch genauso unbewiesener Blödsinn. Ein höherer Nettoverdienst, wenn er denn überhaupt stattfindet, bedeutet eben nicht gleich ein Leben mit höherem Standard als in DE.

Beispiel Schweiz. Nahezu jeder Deutsche würde dort erheblich mehr verdienen und deutlich mehr Netto haben. Lebt er dadurch besser? Nö, weil die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sehr viel höher sind und das mehr netto dafür drauf geht.

Was für kosntruierte Märchen hier erzählt werden nur um einen saudummen Narrativ zu erhalten. Und das wie nahezu immer, völlig ohne Fakten oder Quellen...
 
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Bohnenhans schrieb:
dass eher deshalb junge Eltern extra schnell von dort wegziehen, sobald die Kinder schulpflichtig werden
Ganz ehrlich, das sind genau die Eltern die ich keinem Kind wünsche!

Oder wie meine Frau, Lehrerin, sagen würde, solche Eltern kriegen eben das Kind, das sie verdient haben. ;)
Ergänzung ()

Bohnenhans schrieb:
Das ist aber halt zentral relevant
Ist es nicht!
Es ist maximal ein Punkt unter vielen möglichen. Die meisten Auswanderer haben diverse ganz persönliche Gründe. Und wenn es nur das Wetter oder die neue Liebe ist.
 
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Erkekjetter schrieb:
Beispiel Schweiz. Nahezu jeder Deutsche würde dort erheblich mehr verdienen und deutlich mehr Netto haben. Lebt er dadurch besser? Nö, weil die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sehr viel höher sind und das mehr netto dafür drauf geht.

Es gibt ja auch noch andere Dinge, als Geld und Materialismus. Der eine lebt im Ausland besser als in Deutschland, weil vielleicht direkt am Meer lebt. Dem anderen ist das Egal und er zieht die Landschaften und das Klima in fernen Ländern vor. Wieder anderen ist auch das Egal. In der Schweiz hat man zum Beispiel eine viel höhere Wertschätzung als Bürger und kann sogar durch direkte Demokratie Einfluss nehmen auf politische Entscheidungen. Manchen sagt sowas auch zu!
 
Diese Art Lebensqualität war aber ebenfalls nicht Thema! Sondern das Lohngefüge! Es ging um reich werden. Kann man denn nicht einmal beim Thema bleiben?

Ach moment, das ja normnal, dass man ausweicht wenn man argumentativ halt komplett keinen Stich sieht...
 
Erkekjetter schrieb:
Kann man denn nicht einmal beim Thema bleiben?
Das ganze ist doch ohnehin nur eine Ablenkung, schließlich geht es nicht darum, ob das Leben in einem anderen Staat ohne deutschen Sozialstaat besser wäre, sondern ob das Leben in Deutschland mit minimalem Sozialstaat besser wäre, als es im Status Quo ist.
 
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