Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Thane schrieb:
Die "Aktienrente" finde ich zum Beispiel nicht verkehrt.
Lohnt sich aber wieder nur für diejenigen, die die nötigen finanziellen Mittel dafür haben. Wir brauchen im Gegenteil dringend eine große Reform beim Sozialversicherungssystem. Es müssen endlich alle Menschen in die jeweiligen Kassen einzahlen, also auch Beamte, Politiker, Anwälte, Ärzte etc. Weg von den ganzen Privatversicherungen, hin zu ein solidarisch finanzierten Sozialversicherungssystem. Wenn man das Umlage-System richtig macht, ist es das beste System für alle Menschen, denn dieses System kann nicht kaputtgehen. Aber die Politik hat in den letzten Jahrzehnten das Umlage-System zugunsten der Besserverdienenden und Reichen immer weiter ruiniert (Beitragsbemessungsgrenzen etc.). Deswegen sinkt z. B. das Rentenniveau kontinuierlich weiter. Besonders hart trifft das die Gruppe der Normal- und Geringverdiener. Die können in der Regel auch nicht privat vorsorgen. Wenn aber alle Menschen einzahlen würden und man dazu noch jede Art von Einkommen mit zur Finanzierung heranziehen würde, ist das Umlage-System das einzig vernünftige System, z. B. für die Rente, Gesundheit & Pflege, Bildung und zwar für alle Menschen. Dann könnte man jeden Bürger z. B. eine Mindestrente garantieren, von der man auch würdevoll existieren kann und eine Höchstrente, z. B. für Millionäre, die haben in der Regel sowieso nebenbei schon privat vorgesorgt. Auch hier wurde und wird weiterhin nur Politik für die Besserverdienenden und die Reichen gemacht. Denn CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne denken gar nicht daran, irgendwas daran zu ändern, auch wenn sie hin und wieder mal Lippenbekenntnisse von sich geben.
 
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Die Aktienrente, wie von der Politik derzeit geplant ist kein Instrument bei dem man selber anspart. Es wird, anders als bspw. bei den Schweden nicht vom Individuum in einem Fonds gespart, sondern die deutsche Rentenversicherung erhält aus Steuermitteln Geld zur Anlage, dessen Erträge die RV zur Beitragsstabilisierung erhält. Für die Aktienrente deutschen Modells ist ergo unabhängig von den finanziellen Mitteln des einzelnen. Es ist keine Zusatzversicherung o.ä., bei der man zusätzliche Einzahlungen leisten muss.
Man hätte damit vor Jahrzehnten schon beginnen müssen, mit den läppischen 10 Milliarden erreicht man da nicht viel angesichts der gewaltigen Ausgaben die noch kommen werden.

Das Problem für die Umlagenfinanzierte Rente ist schlicht und ergreifend der demographische Wandel.
Früher kamen auf einen Rentenempfänger 6 Einzahler - bald werden es weniger als 2 Einzahler auf einen Empfänger sein. Weite ich die Einzahlerbasis jetzt auf bspw. Beamte aus schaffe ich dafür in der Zukunft weitere Empfänger. Langfristig stützt man das Umlagenfinanzierte System dadurch nicht - man verlagert das Problem nur mal wieder in die Zukunft. Schaut man sich dazu noch Daten wie die Lebenserwartung von Beamten an kann das für die Rentenkasse langfristig sogar zu einem richtigen Disaster werden - Beamte leben im schnitt länger als nicht-Beamte.
 
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@Ratterkiste
Was hat das Umlagesystem mit der Einwohnerzahl, bzw. dem demografischen Wandel zu tun? Das verstehe ich nicht. Beides spielt für die Umlage keine Rolle. In anderen Ländern, wie z. B. in der Schweiz? funktioniert das wunderbar.
 
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ISt deine Frage wirklich ernst gemeint? Oo Dir ist nicht klar, warum ein Umnlagesystem wie in DE explizit und vollkommen von den Einzahlern abhängig ist?

Ey sorry, wie kann man bitte derartige Diskussionen fürhen, wenn man nicht mal im Ansatz unser Rentensystem (Umlagesystem) verstanden hat? Das ist dafür absolutes BAsiswissen....

Umlagesystem: "Die eingezahlten Beiträge werden unmittelbar zur Finanzierung der Leistungsberechtigten herangezogen, also an diese wieder ausbezahlt."

Wenn immer weniger einzahlen, es aber immer mehr Leistungsberechtigte gibt (demografischer Wandel), und die Einzahlungen unmittelbar wieder ausgezahlt werden, somit keinerlei Rücklagen gebildet werden können, dass ist doch absolut offensichtlich, warum die Zahl der Einzahler im Umlagensystem relevant und der demografische Wandel ein Problem ist?

Und was willst du mit Einwohnerzahl? Meinestz du Einzahler? Von Einwohner spricht Ratterkiste doch gar nicht...
 
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Erkekjetter schrieb:
ISt deine Frage wirklich ernst gemeint? Oo Dir ist nicht klar, warum ein Umnlagesystem wie in DE explizit und vollkommen von den Einzahlern abhängig ist?
Und deswegen muss das "Einzahlen" deutlich ausgeweitet werden ....

Wenn eine Maschine 10 Arbeitsplätze ersetzt, wer bezahlt die Rente dieser 10 ersetzen Arbeitsplätze?

Seit erkennbar wurde, dass das Verhältnis Einzahler -> Empfänger am kippen ist, hätte das Umlagesystem angepasst und auf andere Einkommensarten ausgeweitet werden müssen.
 
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Deswegen müssen auch alle Arten von Einkommen mit zur Finanzierung herangezogen werden. Auch Einannahmen aus Mieten, Zinsen/Dividenden etc.

Warum wird das wohl nicht gemacht? Richtig, weil die Reichen dann mehr abgeben müssten. Und seltsam, dass die Umlage in anderen Ländern sehr gut funktioniert, ohne dass die Reichen abhauen.
 
Nun aber diese anderen Einkommensarten werden Deutschland dann noch schneller wegbrechen als jetzt schon, wenn es diese Extraabgaben in anderen Ländern nicht gibt.

Wieso sollte ein Unternehmen in D eine "Rentenabgabe" für Maschinen zahlen wenn er das ein paar hundert km weiter nicht machen muss - und dort zusätzlich die Energie nur ein Bruchteil kostet und die Bürokratie etc besser funktioniert?

Wer würde dann überhaupt noch in Deutschland investieren?

Dann verlegen halt die Menschen ganz legal ihre Einnahmen ins Ausland in eine Gesellschaft und zahlen sich dann nur die Summe X aus - das ist selbst für Privatmenschen doch 0 Aufwand.

Einfach mal in Foren gehen mit einem sehr hohen Anteil an technikaffinen "Gutverdienern" wie z.B. im Tesla Forum - dort ist es komplett normal dass Aktien nicht mehr als Privatmensch gehalten werden von Privatanlegern - das wird sicher in Porsche oder Rolex Foren etc nicht anders sein, wenn es um das Thema geht.

Solche Möglichkeiten machen heute sofort die Runde - und viele der Gutverdiener sind halt heute im Internetnutzeralter das bekommt jeder mit wenn sich da legale Möglichkeiten ergeben die dnan auch einfach umsetzbar sind.
 
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Wenn man alle Arten von Einkommen zur Finanzierung der Umlage einsetzen würde, wären die einzelnen Beiträge natürlich viel geringer. Im Gegenteil, ich denke, so könnte man einen großen Teil der Arbeitnehmer bei den Sozialabgaben später deutlich entlasten und damit die Kaufkraft steigern.
 
Bohnenhans schrieb:
Wer würde dann überhaupt noch in Deutschland investieren?
Wenn das das Totschlagargument ist, dann gehört der Sozialstaat abgeschafft und wir orientieren uns an Amerika ...

Mich kotzt es an, dass der Mittelstand ausgepresst wird um die Welt zu retten, während diejenigen, die die Weltretterideoligie auf den Mittelstand durchdrücken, sich mit genau deinem Argument aus der Finanzierung rausklinken.
 
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Discovery_1 schrieb:
@Ratterkiste
Was hat das Umlagesystem mit der Einwohnerzahl, bzw. dem demografischen Wandel zu tun? Das verstehe ich nicht. Beides spielt für die Umlage keine Rolle. In anderen Ländern, wie z. B. in der Schweiz? funktioniert das wunderbar.
Mein Kopf ist gerade so hart auf die Tischkante gekracht, das gibt übelste Kopfschmerzen.
 
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Andy8891 schrieb:
Wenn das das Totschlagargument ist, dann gehört der Sozialstaat abgeschafft und wir orientieren uns an Amerika ...

Mich kotzt es an, dass der Mittelstand ausgepresst wird um die Welt zu retten, während diejenigen, die die Weltretterideoligie auf den Mittelstand durchdrücken, sich mit genau deinem Argument aus der Finanzierung rausklinken.
Da ist kein Totschlagargument das ist einfach so, dass vor allem grössere Unternehmen keine Nationalisten sind sondern weltoffen.

Sätze wie ja aber ein Unternehmen das aus dem Land X ursprünglich stammt muss doch nur Menschen im Land X Arbeit geben - ich glaube bei praktisch allen grösseren Unternehmen erntet man dafür nur Kopfschütteln. Da wird nicht mehr in solchen Kategorien gedacht. Die Mitarbeiter bis in die Führungsriege kommen längt von "irgendwo" das spielt keine Rolle mehr. Und dass Kunden von irgendwo anders auf der Wlet kommen ist nur ein Logistikprobnlem und vielleicht ein Marktpreisproblem aber keines das mit Nationalstaaten oder sowas zu tun hat.

Denen ist relativ egal wer für ihre Produkte Geld zahlt und auch recht egal wer für die arbeitet solange Qualität der bezahlte Preis und Co passt - mal Sonderfälle wie Diktaturen etc ausgenommen.
 
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Discovery_1 schrieb:
Deswegen müssen auch alle Arten von Einkommen mit zur Finanzierung herangezogen werden. Auch Einannahmen aus Mieten, Zinsen/Dividenden etc.
Unglaublich was sich hier für Abgründe auftun....

HArt am diskutieren und Meinung machen und dabei keinerlei Ahnung von irgendwas....

Dieses Einkommensarten werden bei bestimmten Gruppen bereits als Grundlage der Beitragshöhe hernagezogen. Das sind grade die Gruppen, in denen sich Reiche wiederfinden, die meistens ohnehin kein normales Angestelltenverhältnis haben.

Eine Erweiterung der Sozialabgaben bestraft doch grade kleine und mittlere Einkommen, die dann auf ihre kleinen Einkommen aus Zinsen und Dividenden noch mehr abdrücken dürfen, während reiche freiwillig versicherten ohnehin hieren Beitrag auch basierend auf diesen Einkomensarten berechnet bekommen.
Da die meisten Reichen aber nichtmal einer versicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen, wären sie auch dann nicht betroffen, wenn man Sozialabgaben auf Dividenden und Zinsen erheben würde. Die Pflicht ergibt sich aus der Tätigkeit, nicht aus der Einkommensart. Da diese dann aber auch keine gesetzliche Rente bekommen, kann man sie wohl kaum zwingen, einzuzahlen.

So viel Meinung, so wenig Ahnung...
 
Bohnenhans schrieb:
sondern weltoffen.
Ja, weil sie Regierungen erpressen können. Sie gehen immer dahin, wo es noch günstigere Produktionsmöglichkeiten gibt, als hier.

Erkekjetter schrieb:
Dieses Einkommensarten werden bei bestimmten Gruppen bereits als Grundlage der Beitragshöhe hernagezogen. Das sind grade die Gruppen, in denen sich Reiche wiederfinden, die meistens ohnehin kein normales Angestelltenverhältnis haben.
Ich würde vor allem an die oberen 3 Prozent herangehen. Da könnte die Politik so viel Geld abholen und diese Leute würden das noch nicht mal merken!
 
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Bohnenhans schrieb:
Begiffe die ja aber ein Unternehmen das aus dem Land X stammt muss doch nur Menschen im Land X Arbeit geben - ich glaube bei praktisch allen grösseren Unternehmen erntet man dafür nur Kopfschütteln. Da wird nicht mehr in solchen Kategorien gedacht.
Was du bei deinen weltoffnenen Unternehmen vergisst ist:

Woher sollen Leute das Geld nehmen um Produkte des Unternehmens zu kaufen?

Einfaches Beispiel:

Ich habe ein Unternehmen X mit 10 Mitarbeitern, das Produkte für 1.000 Menschen herstellen kann.

Meine 10 Mitarbeiter könnten das Produkt kaufen, weil ich Ihnen Lohn für die Prduktion bezahle ..

Woher soll das Geld der restlichen 990 Personen kommen?

In einem Sozialstaat funktioniert das so, dass das Unternehmen besteuert wird und die 990 restlichen ein "Bürgergeld" (oder in einem Beruf arbeiten, das keine Wertschöpfung beinhaltet (Staat, Polizei, Pflege, Erzieher usw.) bekommen, mit dem diese dann die Produkte des Unternehmens kaufen können ....

.... Aber ja ... in der heutigen Zeit baut man lieber Geisterstädte, die man als Vermögen für Kredite hinterlegt um mehr Geisterstädte zu bauen .....
 
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Discovery_1 schrieb:
Ich würde vor allem an die oberen 3 Prozent herangehen.
Und die Sozialkassen auch nicht, weil grad dort viele keiner versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen. Du hast doch keinen Plan von der Materie...

ODer willst du allen ernstes Menschen verpfichten ind die Rente einzuzahlen, die keinen anspruch daraus erhalten?
 
Grossen Unternehmen sind die Regierungen doch relativ egal - die suchen sich halt die besten Bedingungen auf der Welt heraus.

Klar machen die sich vielleicht wie Intel die Mühe massiv Subventionen rauszuholen wenn die merken eine Regierung wie die Ampel in D ist verzweifelt mal wieder eine Erfolgsmeldung mit einer Investition bringen zu können - aber wenn das nicht klappt dann gehen die halt woandershin. Da ist für die kein Kampf gegen die Regierungen - man probiert halt das beste rauszuholen wie bei jeder anderen Preisverhandlung auch.
 
@Erkekjetter Ich klinke mich jetzt aus. Es macht einfach keinen Sinn, mit Leuten wie dir zu diskutieren. Du hast nichts verstanden oder willst es nicht. Bis denn.
 
Erkekjetter schrieb:
ODer willst du allen ernstes Menschen verpfichten ind die Rente einzuzahlen, die keinen anspruch daraus erhalten?
Sie erhalten doch Anspruch ... einen zwar unverhältnismäßig geringen (gemessen daran, was sie eingezahlt haben) aber das ist doch die Kehrseite der gleichen Medaillie, dass Leute aus der Krankenversicherung Leistungen erhalten die zigmal mehr kosten, als diese jemand eingezahlt haben ... so funktioniert eine Versicherung nunmal ....
 
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Andy8891 schrieb:
Was du bei deinen weltoffnenen Unternehmen vergisst ist:

Woher sollen Leute das Geld nehmen um Produkte des Unternehmens zu kaufen?

Einfaches Beispiel:

Ich habe ein Unternehmen X mit 10 Mitarbeitern, das Produkte für 1.000 Menschen herstellen kann.

Meine 10 Mitarbeiter könnten das Produkt kaufen, weil ich Ihnen Lohn für die Prduktion bezahle ..

Woher soll das Geld der restlichen 990 Personen kommen?


4-5 Mrd Menschen auf der Welt sind gerade langsam dabei in den "Luxus" Konsum einzusteigen.

Das Szenario von Dir ist in vielleicht 100 Jahren relevant. Sicher ist das ganz langfristig ein Problem - und füpr die Regionen die jetzt abstürzen auch kurzfristig - aber es geht darum was macht man bis dahin. Global wird die Welt aktuell immer reicher und hat immer mehr Geld für Konsum.

Für jeden der in Deutschland/Europa wegfällt werden gleichzeitig 50 Menschen in Asien Südamerika und Co reich genug sich auch mal was leisten zu können das mehr als nur Überleben ist.

Bisher sind nur ganz ganz wenige Menschen "Luxuskonsumenten" auf der Welt, die sind jeden Tag unwichtiger was das Wachstum in den nächsten Jahrzehnten angeht.
 
Ich habe unser Umlagensystem verstanden und wer wie warum und wann darin einzahlt. Du nachweislich nicht. Das ist klar erkenntlich an den Dingen, die ich darlegt habe. Du kannst mit deinem Wissen offensichtlich aufch argumentativ dagegen nichts einwenden. Also spar dir dein ad hominem und befass dich lieber mit der Materie, über die du disktuerien willst.
 
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