Discovery_1 schrieb:
Lohnt sich aber wieder nur für diejenigen, die die nötigen finanziellen Mittel dafür haben.
Entweder, sie kommt so, wie die FDP sie vorsieht, dann ist sie vollkommen steuerfinanziert. Oder sie kommt garnicht, weil es wieder genügend Bedenkenträger in D gibt.
Es geht leider nicht darum, steuerlich gefördert mit Aktien für die eigene Rente vorsorgen zu dürfen (oder gar zu müssen), sondern nur darum, kreditfinanziert einen staatlichen Aktienstock aufzubauen, der viel zu klein ist, um in den nächsten Jahrzehnten einen essentiellen Teil der echten Steuerzuschüsse zur GRV tragen zu können. Sowas hätte man spätestens vor 3-5 Jahren in der Nullzinsphase beginnen müssen, wenn es ansatzweise zeitnah (also in den nächsten 20 Jahren) eine Wirkung zeigen soll.
Trotzdem ist das ganze immer noch besser wie nichts zu tun und könnte zumindest den heutigen Berufseinsteigern eine Entlastung bringen, falls die GRV bis dahin nicht komplett eingestellt wurde.
Discovery_1 schrieb:
Wir brauchen im Gegenteil dringend eine große Reform beim Sozialversicherungssystem. Es müssen endlich alle Menschen in die jeweiligen Kassen einzahlen, also auch Beamte, Politiker, Anwälte, Ärzte etc.
Wo sind die Selbstständigen/Freiberufler?
Es wundert mich immer, dass noch niemand grob berechnet hat, wieviel die öffentlichen Haushalte an Beiträgen für die GRV und die zusätzlich nötige BAV (falls man den Beamten nicht die Rente verringern möchte, um die neuen Stellen evtl. noch unattraktiver zu machen) zahlen müsste.
Discovery_1 schrieb:
Wenn man das Umlage-System richtig macht, ist es das beste System für alle Menschen, denn dieses System kann nicht kaputtgehen.
Klar kann es das. Mehr aktuelle Beitragszahler bedeutete auch mehr spätere Rentenempfänger. Da muss es halt erst in ein paar Jahrzehnten genügend Einzahler geben. Und zwar, da Du überwiegend höherdienende Berufe integrieren möchtest, auch mit höheren Renten. Egal, ob man die Beitragsbemessungsgrenze lässt oder nicht. Außer, man kommt auf die Idee, die BBG abzuschaffen, die Renten aber troztdem zu deckeln (die Besserverdiere zahlen ja bisher angeblich viel zu wenig).
Das Umlagesystem war zu Zeiten sinnvoll, als die Rentner keine oder nahezu keine Möglichkeit hatten, sich selber eine Rente aufzubauen (also max. bis zu den 1970ern, mit viel Wohlwollen noch teilweise für die Neurentner in den 1980er). Schon die Integration der ehemaligen DDR-Rentner ins Rentensystem West hätte es irgnedwie anders laufen müssen.
Discovery_1 schrieb:
Besonders hart trifft das die Gruppe der Normal- und Geringverdiener. Die können in der Regel auch nicht privat vorsorgen.
Dann rechne Dir mal aus, welche Rente Du von Deinen Beiträgen zur GRV (AN+AG) erhalten könntest, wenn Du das Geld schon nur mit 3-4% (vor Inflation) langfristig selber investieren dürftest und man die darauf erzielten Gewinne steuerfrei stellen würde.
Nehme ich als Vergleich meine eigene PRV (1999 abgeschlossen) mit dem dort garantierten Rentenwert und der ebenso garantiertren Rendite (3%, also ohne jegliche Überschussbeteiligung), wäre meine lebenslange Brutto-Rente nach 37 Jahren Einzahlung. mind. 1,5 mal so hoch wie sie mir derzeit prognostizierert wird (und das nur, wenn ich davon träume, dass die GRV weiterhin so hohe Erhöhungen erhält wie bisher, was m.M.n. nicht passieren wird).
Mit so einer, vor allem geschützten (insb. Arbeitslosigkeit, Plünderung durch den Staat und persönlichem Zugriff vor Rentenbeginn), selber finanzeirten Rente könnte man auch die derzeit versteckten (da nirgendwo vernünftig aufgeschlüssekten) politischen Geschenke (z.B. Anrechnung von Ausbildungszeiten, Mütterrrente, Rente mit "63") als direkten Zuschüsse korrekt verbuchen anstatt, wie bisher, nur zu melden, dass der Staat 100 Mrd Zuchuss im Jahr zur GRV zahlen muss.
Discovery_1 schrieb:
Wenn aber alle Menschen einzahlen würden und man dazu noch jede Art von Einkommen mit zur Finanzierung heranziehen würde, ist das Umlage-System das einzig vernünftige System,
Das überwiegende Vermögen (und dessen Wachstum) ist reines Buchvermögen, das Du allenfalls über eine Vermögenssteuer abschöpfen kannst. Die "Gewinne" (=Zinsen) aus den Mrd. an Sichteinlagen werden schon versteuert
Das Buchvermögen ist kein Einkommen, das am Staat vorbei erzielt wird. Aber gerne auch wieder eine Vermögenssteuer einführen und jede Einnnahme versteuern (am Besten ohne Freibeträge, also auch jeder Verkauf auf eBay), wenn man dann auch jegliche Schwarzarbeit (auf allen Ebenen, also auch beim Bürgergeldler, der nebenher schwarz putzen geht) auf diese Weise erreicht.
Aber jetzt betrifft es natürlichn schon wieder nicht nur die Reichen sondern alle. Das darf ja nicht sein, Eigenverantwortung (spätestens ab der Wahl der Ausbildung) ist ja eher weniger gewünscht und Vermögen gibt es nur durch Geschenke oder Erbe.
Discovery_1 schrieb:
Dann könnte man jeden Bürger z. B. eine Mindestrente garantieren, von der man auch würdevoll existieren kann und eine Höchstrente, z. B. für Millionäre, die haben in der Regel sowieso nebenbei schon privat vorgesorgt.
Mit Deinem Vorschlag können sie dieses Vermögen aber genauso wenig aufbauen wie Normalverdiener (auch der kann 100€/Monat langfristig sparen, wenn er will). Werden alle Vermögen mit mehr wie nur homöopathischen Steuern belegt, dann fehlt das Geld auch zum Vermögensaufbau.
Wie so üblich bei den Leuten, die panische Angst vor Aktien habe, sollen die Investoren weiterhin das Risiko tragen, ihre Buchgewinne aber brav sofort abgeben.
Für mich gehört eher das eingeführt, was Du vermutlich am Anfang unter einer Aktienrente verstanden hast, und was es in ähnlicher Form u.A: in den USA gibt: langfristige, sehr günstige Ansparmöghlichkeiten (gibt es kurzfristig mit VL-Sparplänen schon, da braucht es weder einen Versicherungsmantel noch hohe Gebühren), die bis zum Renteneintritt unantastbar sind (egal, ob privat oder bei Bezug von Sozialleistungen) und deren Gewinne im Rentenalter bis zu einer gewissen Höhe (mind. bis zur derzeitigen max. GRV Höhe) Steuerfrei sind, Abgaben zur GRV+PV darauf max. in der halben Höhe, also dem reinen AN Anteil.
Dazu dann zur Not (damit die breite Masse Ruhe gibt und nicht, weil es sinnvoll wäre) eine auskömmliche, umlagefinanzierte Basisrente für alle, die lange genug dazu beigetragen haben (in AT muss man 15 Jahre Beiträge geleistet haben nicht nur 5, wie in D). Diese ist eine echte Basisrente, auf welche die 2. (BAV) und 3. Säule (privates Ansparen für die Rente) nicht angerechnet wird. Und dann gibt gibt es halt für die, die nicht lange genug einzahlen konnten/wollten, eine Rente vergleichbar mit dem Bürgergeld, die aber inkl. aller Sachleistungen weit unter der Basisrente liegen muss.
Am Ende müsste man auch endlich die EM-"Rente" aus der GRV ausgliedern, diese auf eine eigene Finanzierung stellen und die Leistung soweit erhöhen, dass betroffene davon leben können. Dann auch gerne wieder mit einer integrierten BU.