Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Bohnenhans schrieb:
4-5 Mrd Menschen auf der Welt sind gerade langsam dabei in den "Luxus" Konsum einzusteigen.
Davon träumt der Kapitilismus vielleicht, aber wie sollen sich Leute ein 1.000 € Iphone kaufen, wenn diese 100 € pro Jahr verdienen?
Bohnenhans schrieb:
Für jeden der in Deutschland/Europa wegfällt werden gleichzeitig 50 Menschen in Asien Südamerika und Co reich genug sich auch mal was leisten zu können das mehr als nur Überleben ist.
Ja, für jeden Deutschen der 2.000 € verdient und sich ein Iphone leisten könnte, kommen 50 Menschen in Südamerika und Co. die 40 € verdienen und sich niemals ein Iphone werden leisten können.

€: Und dann wird das Iphone für 2 € vermietet und landet nach zwei Jahren im Recycling ... easy Wirtschaftskreislauf

Dann wird nur noch für die Mülltonne (Recycling) produziert, damit die Vermögen der Reichsten 0,01% auf einem PC Bildschirm jedes Jahr höher werden.
 
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Jupp aber bei Invstitione geht es nicht um den Status Quo sondern um die Entwicklung

Der status quo ist nur was wurde aus einem Euro den ich mal investiert habe.
Wer heute investiert muss sich fragen was wir aus einem Euro den ich heute investieren in 20 jahren.

Ich denke aus dem wird in Asien mehr und in Europa weniger xD
 
Bohnenhans schrieb:
Jupp aber bei Invstitione geht es nicht um den Status Quo sondern um die Entwicklung
Ja und die Kryptowelt darf ein fast schon satrieartiges Beispiel dafür sein, wie Investitionen auch größtenteils in der realen Welt funktionieren.

Es hat nichtsmehr mit Wohlstand im Einklang mit der Natur zu tun, sondern nur noch wie man eine Zahl auf dem Bildschirm jedes Jahr steigen lässt.
 
Andy8891 schrieb:
Sie erhalten doch Anspruch ... einen zwar unverhältnismäßig geringen (gemessen daran, was sie eingezahlt haben) aber das ist doch die Kehrseite der gleichen Medaillie, dass Leute aus der Krankenversicherung Leistungen erhalten die zigmal mehr kosten, als diese jemand eingezahlt haben ... so funktioniert eine Versicherung nunmal ....
Durch das Äquivalenzprinzip in der RV ist dem eben nicht so. Und die KV hier mit der RV zu vergleichen ergibt doch eher weniger Sinn - es wird sich ja gegen völlig unterschiedliche Dinge versichert.
 
Und wenn das Prinzip nichtmehr funktoniert, dann muss es angepasst oder auf etwas neues umgeschwenkt werden oder?

Was bezweckst du damit, ein System zu erklären und zu verteidigen, das offensichtlich ausgedient hat?
 
Discovery_1 schrieb:
Lohnt sich aber wieder nur für diejenigen, die die nötigen finanziellen Mittel dafür haben.
Entweder, sie kommt so, wie die FDP sie vorsieht, dann ist sie vollkommen steuerfinanziert. Oder sie kommt garnicht, weil es wieder genügend Bedenkenträger in D gibt.

Es geht leider nicht darum, steuerlich gefördert mit Aktien für die eigene Rente vorsorgen zu dürfen (oder gar zu müssen), sondern nur darum, kreditfinanziert einen staatlichen Aktienstock aufzubauen, der viel zu klein ist, um in den nächsten Jahrzehnten einen essentiellen Teil der echten Steuerzuschüsse zur GRV tragen zu können. Sowas hätte man spätestens vor 3-5 Jahren in der Nullzinsphase beginnen müssen, wenn es ansatzweise zeitnah (also in den nächsten 20 Jahren) eine Wirkung zeigen soll.

Trotzdem ist das ganze immer noch besser wie nichts zu tun und könnte zumindest den heutigen Berufseinsteigern eine Entlastung bringen, falls die GRV bis dahin nicht komplett eingestellt wurde.

Discovery_1 schrieb:
Wir brauchen im Gegenteil dringend eine große Reform beim Sozialversicherungssystem. Es müssen endlich alle Menschen in die jeweiligen Kassen einzahlen, also auch Beamte, Politiker, Anwälte, Ärzte etc.
Wo sind die Selbstständigen/Freiberufler?

Es wundert mich immer, dass noch niemand grob berechnet hat, wieviel die öffentlichen Haushalte an Beiträgen für die GRV und die zusätzlich nötige BAV (falls man den Beamten nicht die Rente verringern möchte, um die neuen Stellen evtl. noch unattraktiver zu machen) zahlen müsste.

Discovery_1 schrieb:
Wenn man das Umlage-System richtig macht, ist es das beste System für alle Menschen, denn dieses System kann nicht kaputtgehen.
Klar kann es das. Mehr aktuelle Beitragszahler bedeutete auch mehr spätere Rentenempfänger. Da muss es halt erst in ein paar Jahrzehnten genügend Einzahler geben. Und zwar, da Du überwiegend höherdienende Berufe integrieren möchtest, auch mit höheren Renten. Egal, ob man die Beitragsbemessungsgrenze lässt oder nicht. Außer, man kommt auf die Idee, die BBG abzuschaffen, die Renten aber troztdem zu deckeln (die Besserverdiere zahlen ja bisher angeblich viel zu wenig).

Das Umlagesystem war zu Zeiten sinnvoll, als die Rentner keine oder nahezu keine Möglichkeit hatten, sich selber eine Rente aufzubauen (also max. bis zu den 1970ern, mit viel Wohlwollen noch teilweise für die Neurentner in den 1980er). Schon die Integration der ehemaligen DDR-Rentner ins Rentensystem West hätte es irgnedwie anders laufen müssen.

Discovery_1 schrieb:
Besonders hart trifft das die Gruppe der Normal- und Geringverdiener. Die können in der Regel auch nicht privat vorsorgen.
Dann rechne Dir mal aus, welche Rente Du von Deinen Beiträgen zur GRV (AN+AG) erhalten könntest, wenn Du das Geld schon nur mit 3-4% (vor Inflation) langfristig selber investieren dürftest und man die darauf erzielten Gewinne steuerfrei stellen würde.

Nehme ich als Vergleich meine eigene PRV (1999 abgeschlossen) mit dem dort garantierten Rentenwert und der ebenso garantiertren Rendite (3%, also ohne jegliche Überschussbeteiligung), wäre meine lebenslange Brutto-Rente nach 37 Jahren Einzahlung. mind. 1,5 mal so hoch wie sie mir derzeit prognostizierert wird (und das nur, wenn ich davon träume, dass die GRV weiterhin so hohe Erhöhungen erhält wie bisher, was m.M.n. nicht passieren wird).

Mit so einer, vor allem geschützten (insb. Arbeitslosigkeit, Plünderung durch den Staat und persönlichem Zugriff vor Rentenbeginn), selber finanzeirten Rente könnte man auch die derzeit versteckten (da nirgendwo vernünftig aufgeschlüssekten) politischen Geschenke (z.B. Anrechnung von Ausbildungszeiten, Mütterrrente, Rente mit "63") als direkten Zuschüsse korrekt verbuchen anstatt, wie bisher, nur zu melden, dass der Staat 100 Mrd Zuchuss im Jahr zur GRV zahlen muss.

Discovery_1 schrieb:
Wenn aber alle Menschen einzahlen würden und man dazu noch jede Art von Einkommen mit zur Finanzierung heranziehen würde, ist das Umlage-System das einzig vernünftige System,
Das überwiegende Vermögen (und dessen Wachstum) ist reines Buchvermögen, das Du allenfalls über eine Vermögenssteuer abschöpfen kannst. Die "Gewinne" (=Zinsen) aus den Mrd. an Sichteinlagen werden schon versteuert

Das Buchvermögen ist kein Einkommen, das am Staat vorbei erzielt wird. Aber gerne auch wieder eine Vermögenssteuer einführen und jede Einnnahme versteuern (am Besten ohne Freibeträge, also auch jeder Verkauf auf eBay), wenn man dann auch jegliche Schwarzarbeit (auf allen Ebenen, also auch beim Bürgergeldler, der nebenher schwarz putzen geht) auf diese Weise erreicht.

Aber jetzt betrifft es natürlichn schon wieder nicht nur die Reichen sondern alle. Das darf ja nicht sein, Eigenverantwortung (spätestens ab der Wahl der Ausbildung) ist ja eher weniger gewünscht und Vermögen gibt es nur durch Geschenke oder Erbe.

Discovery_1 schrieb:
Dann könnte man jeden Bürger z. B. eine Mindestrente garantieren, von der man auch würdevoll existieren kann und eine Höchstrente, z. B. für Millionäre, die haben in der Regel sowieso nebenbei schon privat vorgesorgt.
Mit Deinem Vorschlag können sie dieses Vermögen aber genauso wenig aufbauen wie Normalverdiener (auch der kann 100€/Monat langfristig sparen, wenn er will). Werden alle Vermögen mit mehr wie nur homöopathischen Steuern belegt, dann fehlt das Geld auch zum Vermögensaufbau.

Wie so üblich bei den Leuten, die panische Angst vor Aktien habe, sollen die Investoren weiterhin das Risiko tragen, ihre Buchgewinne aber brav sofort abgeben.

Für mich gehört eher das eingeführt, was Du vermutlich am Anfang unter einer Aktienrente verstanden hast, und was es in ähnlicher Form u.A: in den USA gibt: langfristige, sehr günstige Ansparmöghlichkeiten (gibt es kurzfristig mit VL-Sparplänen schon, da braucht es weder einen Versicherungsmantel noch hohe Gebühren), die bis zum Renteneintritt unantastbar sind (egal, ob privat oder bei Bezug von Sozialleistungen) und deren Gewinne im Rentenalter bis zu einer gewissen Höhe (mind. bis zur derzeitigen max. GRV Höhe) Steuerfrei sind, Abgaben zur GRV+PV darauf max. in der halben Höhe, also dem reinen AN Anteil.

Dazu dann zur Not (damit die breite Masse Ruhe gibt und nicht, weil es sinnvoll wäre) eine auskömmliche, umlagefinanzierte Basisrente für alle, die lange genug dazu beigetragen haben (in AT muss man 15 Jahre Beiträge geleistet haben nicht nur 5, wie in D). Diese ist eine echte Basisrente, auf welche die 2. (BAV) und 3. Säule (privates Ansparen für die Rente) nicht angerechnet wird. Und dann gibt gibt es halt für die, die nicht lange genug einzahlen konnten/wollten, eine Rente vergleichbar mit dem Bürgergeld, die aber inkl. aller Sachleistungen weit unter der Basisrente liegen muss.

Am Ende müsste man auch endlich die EM-"Rente" aus der GRV ausgliedern, diese auf eine eigene Finanzierung stellen und die Leistung soweit erhöhen, dass betroffene davon leben können. Dann auch gerne wieder mit einer integrierten BU.
 
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gymfan schrieb:
Wo sind die Selbstständigen/Freiberufler?
Lass mich da raus. Für die GKV und PV zahl ich schon Höchstbeträge und zahle den AG-Anteil selbst. Auf RV hab ich so gar kein Bock. Größtenteils, weil ich nicht vorhabe, irgendwann mit Arbeiten aufzuhören, weil mir mein Job Spaß macht. Sollte ich es irgendwann gesundheitlich nicht mehr tun können, greift die Versicherung.
 
@OdinHades
Du bist doch Journalist oder? Ihr habt ja euer eigenes Versorgungswerk.

Wenn ich schon wieder lese Rentenbeiträge auf Kapitalerträge...
Man bekommt seit Jahren eingehämmert, die gesetzliche Rente wird nicht reichen im Alter, sorge gefälligst selber vor. Da habe ich folgende Möglichkeiten:
1. Riester/Lebensversicherung oder andere Produkte: Tja, da zahlt man die ersten Jahre nur die Provisionen ab, danach fressen die laufenden Kosten die Rendite auf.
2. Selber Geld anlegen. Sei es am Aktienmarkt oder Immobilien. Von Immobilien halte ich persönlich erstmal Abstand, da ein sehr hohes Klumpenrisiko besteht. Immobilien haben natürlich den Vorteil, dass man mit Fremdkapital gehebelt arbeiten kann, das muss man aber auch erstmal wollen.
Also packe ich jeden Monat Geld ins Depot - Geld das bereits voll versteuert und mit Sozialabgaben belegt wurde. Das bedeutet auch Verzicht, denn ich verdiene zwar ganz Gut, Wohnen ist hier in der Großstadt aber nicht ganz günstig. Dafür habe ich kein Privates Auto, und das letzte mal Urlaub weiter Weg ist auch schon länger her.
Der Blick in den neuesten Rentenbescheid hat mich nur nochmal darin bestärkt das es ohne private Vorsorge nicht gehen wird - gut, da sind noch Jahre drin enthalten in denen ich als Werkstudent zwar Beiträge zur RV gezahlt habe, aber natürlich waren diese nicht sonderlich hoch. Rechne ich hoch wie viele Rentenpunkte ich derzeit pro Jahr erhalte komme ich trotzdem auf keinen Betrag mit dem ich meinen Lebensstandard werde halten können - wie eigentlich jeder andere Arbeitnehmer im Land.
Also wieder zur privaten Vorsorge - in meinem Fall also weiter Aktien kaufen. Wenn jetzt der Staat kommt und mir sagt, dass ich zwar privat vorsorgen soll, er mir aber von der Vorsorge mal knapp die hälfte der Erträge abnehmen will (das Risiko trage natürlich zu 100% ich) dann frage ich mich wie das funktionieren soll? Dann kann ich es auch ganz lassen.
 
gymfan schrieb:
Für mich gehört eher das eingeführt, was Du vermutlich am Anfang unter einer Aktienrente verstanden hast, und was es in ähnlicher Form u.A: in den USA gibt: langfristige, sehr günstige Ansparmöghlichkeiten (gibt es kurzfristig mit VL-Sparplänen schon, da braucht es weder einen Versicherungsmantel noch hohe Gebühren), die bis zum Renteneintritt unantastbar sind (egal, ob privat oder bei Bezug von Sozialleistungen) und deren Gewinne im Rentenalter bis zu einer gewissen Höhe (mind. bis zur derzeitigen max. GRV Höhe) Steuerfrei sind, Abgaben zur GRV+PV darauf max. in der halben Höhe, also dem reinen AN Anteil.
Naja, gibt es ja fast schon. Nennt sich bei uns ja auch Basisrente bzw. Rürup-Rente. Da gibt es auch 2 gute Tarife. Europa Versicherung und Raisin. Raisin steht aktuell ein wenig in der Kritik, aber die Europa Versicherung hat da eigentlich ein ganz gutes Angebot. Niedrige laufende Kosten, große Auswahl an ETFs, und die Basisrente ist Pfändungs- und Insolvenzsicher und kann heute von der Steuer abgesetzt werden (Muss allerdings in der Rente nach versteuert werden).
Nachteil ist aber auch, dass man nicht an das Geld rankommt, bis es als Rentenplan ausgezahlt wird. Ist aber ja bei der Gesetzlichen auch so.
Eigentlich fände ich hier noch eine der Regelungen der Riester als Ergänzung schön: Beim Renteneintritt kann einmalig bis zu 30% als Einmalzahlung ausgezahlt werden. Das geht leider noch nicht.


Das Hauptproblem an der Rente ist aktuell ja auch einfach, dass die Reform seit 50 Jahren überfällig ist. Damals wäre das zumindest finanzierbar gewesen, wenn die jüngeren parallel zu den selbst gezahlten Beiträgen noch eine zweite Kapitalbasierte Säule aufgebaut hätte, wie die genannten Aktienpläne, wie es z.B. ja auch in Schweden, der Schweiz oder den USA möglich ist. Wurde leider nie gemacht, und jetzt sind die Sozialsysteme schon so am Limit und aktuell auch alles so teuer, dass man den jungen nicht noch zusätzlich den Aufbau einer zweiten Säule aufbürden kann. Typischer Fall von "Reform verschlafen", wie bei allen anderen Sachen auch.
Eigentlich müsste das komplett reformiert werden, im Zweifel alles Stück für Stück weg und wie die KV in Norwegen auf Steuerbasis. Dazu müssten die Leistungen der Gesetzlichen KV angepasst werden sowie, was ja hoffentlich endlich kommt, das Fallpauschalensystem weg.
 
Snowi schrieb:
Nachteil ist aber auch, dass man nicht an das Geld rankommt, bis es als Rentenplan ausgezahlt wird.
Ich habe auch einen Basis-Rentenvertrag und sehe das eher als Vorteil an.
 
Ja, ist ein Zweischneidiges Schwert. Prinzipiell aber ja, eigentlich ein Vorteil. Man kommt gar nicht auf die Idee seine Rente für irgendwas dummes auszahlen zu lassen, und sie ist (Bis auf das ggf. anfallende Risiko der gewählten Anlage) sicher. Ist auf jeden Fall einen Blick Wert.
Sowas wäre viel sinnvoller als die Riesterrente. Aber nein, will die Politik nicht, ist ja alles zockerei...
 
Snowi schrieb:
Man kommt gar nicht auf die Idee seine Rente für irgendwas dummes auszahlen zu lassen,
Ja und wenn man vorher stirbt war alles Umsonst, genau wie bei der Gesetzlichen Rente.
Arbeitskollege hatte genau zwei Wochen was von seiner Rente und ist dann leider verstorben.
So Pervers es auch klingt aber ich glaube das geht in die Berechnungen mit ein und bevor jetzt jemand kommt mit die Lebenserwartung steigt ja immer mehr, dass stimmt, aber auch viele Menschen erreichen das 60te Lebensjahr leider nicht.
 
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Cyberdunk schrieb:
Ja und wenn man vorher stirbt war alles Umsonst, genau wie bei der Gesetzlichen Rente.
Arbeitskollege hatte genau zwei Wochen was von seiner Rente und ist dann leider verstorben.
Naja, das kann man ja mit abschließen, also Hinterbliebendenversorgung. Klar, wenn du keine hast, dann hast du davon auch nichts. Aber ist das ein Grund, gar nicht für die Rente vorzusorgen?

Cyberdunk schrieb:
So Pervers es auch klingt aber ich glaube das geht in die Berechnungen mit ein und bevor jetzt jemand kommt mit die Lebenserwartung steigt ja immer mehr, dass stimmt, aber auch viele Menschen erreichen das 60te Lebensjahr leider nicht.
Das hat nichts mit "Pervers" zu tun, natürlich wird das mit einkalkuliert. Das ist weder offiziell noch inoffiziell ein Geheimnis. Es gibt Sterbetabellen anhand denen die Versicherungen sowas auch mit einrechnen.
Ob das vernünftig berechnet wird, also für den Versicherungsnehmer, steht auf einem anderen Blatt. Ich halte die meisten Verträge für viel zu teuer.
Hat schon seinen Grund, weshalb die Stiftung Finanztest die Überschrift "Wenige gute Basis-Renten" gewählt hat.
Das Problem ist meist, dass die Verträge viel zu hohe laufende Kosten haben. Das war/ist nicht nur bei der Riesterrente so, das betrifft auch viele normale Produkte, sowohl reine Privatrentenverträge als auch Basis/Rüruprentenverträge.
Die beiden Sieger im Test waren die Europa Versicherung sowie die Raisin Bank.
Alle anderen schnitten deutlich schlechter ab, einfach weil die Kosten viel zu hoch waren und die ganze Rendite auffressen.
Beispiele gibts auf YT genug von solchen Verträgen. Das ist eine absolute Unverschämtheit, was die meisten Versicherungen und Banken den Kunden anbieten.
 
Und genau deshalb will ich selbst entscheiden können wann ich die Rente, die ich 30-40 Jahre eingezahlt habe wieder haben möchte.
Wenn ich so fit bin und mit 70 noch Arbeiten kann, kann das ja jeder gerne machen, aber es gibt auch Menschen die sind mit 55-60 einfach fertig und denen denn noch mit Rentenkürzungen usw. zukommen ist einfach wiederlich.
 
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Ich kann mich an einen TV-Beitrag erinnern, da wurden Versicherungen Kritisiert weil diese unrealistisch hohe Alter bei der Kalkulation ansetzen - was natürlich zu ihrem Vorteil ist.
 
Cyberdunk schrieb:
Ja und wenn man vorher stirbt war alles Umsonst, genau wie bei der Gesetzlichen Rente.
Arbeitskollege hatte genau zwei Wochen was von seiner Rente und ist dann leider verstorben.
Es ist schade, dass er so früh verstorben ist. Seine RV-Beiträge hat er aber nicht nur für seine eigene Rente gezahlt. Er hat damit auch die Rente der Leute mit bezahlt, die damals bereits in Rente waren. Genauso, wie mit den Beiträgen zur KV auch nicht nur die jeweils eigenen in Anspruch genommenen Leistungen bezahlt werden.

Das nennt sich halt Solidarprinzip und deshalb sind das auch keine normalen Versicherungen.

Einige würden ganz schön dumm aus der Wäsche schauen, wenn die KV-Beiträge für sie plötzlich nach dem individuellen Risiko berechnet würden und wahrscheinlich auch alles alles mit reingerechnet würde, was sich negativ auf das jeweilige Risiko auswirken würde. Rauchen, Übergewicht, Vorerkrankungen (vielleicht sogar chronisch), und wehe, es werden falsche oder nicht vollständige Angaben gemacht. Da wären ganz schnell Leute da, die danach schreien würden, dass dieses oder jenes ja nicht in die Risikoermittlung einberechnet werden dürfte.

So lange du gesund bist, mag das alles ganz toll sein. Wehe du wirst länger krank, vielleicht noch mit OP oder langfristiger Therapie.

Die Finanzierung der Sozialversicherung, aller Zweige, bestimmte Leistungen, die bezahlt werden, versicherungsfremde Leistungen, welche die SV tragen muss und die Einwanderung in die Sozialsysteme kritisiere ich, aber in seinem grundlegenden Konzept ist dieses System ist mit das Beste, was wir hier in Deutschland haben.
 
Prinzipiel gebe ich dir Recht wir können froh sein dass wir eine Gesetzliche Krankenversicherung haben obwohl es da auch immer mehr iGel leistungen gibt und vieles schon nicht mehr 100% abgedeckt wird wie zb. Zähne, Brillen oder Hörgeräte.

Ich bin jetzt 47 müsste also noch 20 Jahre arbeiten um normal in Rente zugehen, nenn es Pessimistisch, aber ich glaube nicht das die Gesetzliche Rente so wie sie heute ist in 20 Jahren noch existiert.
 
Erkekjetter schrieb:
Wenn immer weniger einzahlen, es aber immer mehr Leistungsberechtigte gibt (demografischer Wandel), und die Einzahlungen unmittelbar wieder ausgezahlt werden, somit keinerlei Rücklagen gebildet werden können, dass ist doch absolut offensichtlich, warum die Zahl der Einzahler im Umlagensystem relevant und der demografische Wandel ein Problem ist?
Relevant ist aber nicht nur die Zahl der Einzahler und der Leistungsberechtigten, sondern eben auch die Höhe der Beiträge bzw. Ausschüttungen.
Wenn auf einen Einzahler heute doppelt so viele Leistungsberechtigte wie früher kommen, aber die Einzahlungen pro Einzahler gleichzeitig doppelt so hoch ausfallen, dann können die Leistungsberechtigten weiterhin dieselben Beträge ausgezahlt bekommen.
Natürlich kann man die Rentenbeiträge nicht einfach verdoppeln. Aber man muss sich meines Erachtens schon die Frage stellen, ob der Produktivitätszuwachs der letzten Jahrzehnte auch anteilig im Rentensystem ankommt. Sprich: Sind die Löhne unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze um den gleichen Faktor gestiegen wie das BIP? Wenn nein, warum nicht? Wo fließt das BIP hin?

Der demographische Wandel ist natürlich umgekehrt auch für die Wirtschaftsleistung ein Problem, Stichwort Fachkräftemangel. Keine Frage, das werden große Herausforderungen. Aber da trauen wir uns zu, Lösungen zu finden, um den Effekt abzuschwächen. Warum nicht auch bei der umlagefinanzierten Rente? Und woher kommt die Rendite aus den Aktienanlagen, die dieses System ergänzen soll?
 
Web-Schecki schrieb:
Relevant ist aber nicht nur die Zahl der Einzahler und der Leistungsberechtigten, sondern eben auch die Höhe der Beiträge bzw. Ausschüttungen.
Prinzipiell richtig. Aber wie die löhne gestiegen sind, wissen wir alle/können es nachschauen. Sie sind nicht doppelt so hoch, umhin kann der Beitrag nicht doppelt so hoch sein.

Zudem: Wir reden nicht nur von doppelt. 1962 kamen 6! Einzahler auf einen Empfänger. 1992 war die Relation 2,7, heute sind es 2,1 und in wenigen Jahren werden wir deutlich unter den 2 Einzahlern pro Empfänger liegen, zumindest zeitweise, bis die Babyboomer verstorben sind. dann wird das Verhältnis wieder steigen.

Wir reden also vom Faktor 3. DIe Löhne sind inflationsbereinigt definitiv nicht 3 mal höher als 1962. Daher habe ich das auch nicht explizit erwähnt, weil es offensichtlich ist, dass die Höhe der Beiträge das eben nicht auffangen können.
Web-Schecki schrieb:
Natürlich kann man die Rentenbeiträge nicht einfach verdoppeln. Aber man muss sich meines Erachtens schon die Frage stellen, ob der Produktivitätszuwachs der letzten Jahrzehnte auch anteilig im Rentensystem ankommt.
Das ist, ansich, eben gar nicht das Problem. Das Problem ist die fette Beule in der Bevölkerungsverteilung durch die Babyboomer. Dass das kommt, war seit 1970 abzusehen. Man wusste ja, wie hoch die Geburtenraten in der Babyboomer Generation war und man sah, dass die Geburtenraten danach massiv zurück gingen. Dass das in ca. 65 Jahren ein Problem werden wird, hätte man ab da wissen können und gegensteuern. Mit jedem Jahrzehnt, in dem die Geburtenrate nicht wieder stark stieg, wurde das Problem deutlicher und deutlicher.

Es wurde sehenden Auges von insbesondere der CDU ignoriert. Jahrzehntelang. Jeder mit Grundschul-Mathekenntnissen konnte sich ausrechnen, dass das System irgendwann kollabiert. UNd man hätte einfach nur eine temporäre Lösung finden müssen. Eine dauerhafte Änderung des Systems wäre und wird nicht zwingend nötig sein....
 
Zum aktuellen Zustand unserer Demokratie und wie die Bundespolitik wirklich real funktioniert, empfehle ich euch mal folgendes Video von Marco Bülow (ehem. Bundestagsabgeordneter der SPD) und Martin Sonneborn (Die Partei) anzusehen. Ich finde das Video wirklich sehr ernüchternd, und ich stelle mir jetzt immer öfter die Frage, wozu ich eigentlich überhaupt noch wählen gehen sollte. Bin auf eure Meinungen gespannt. Wenn's hier erlaubt ist.;)
 
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