Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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The_waron schrieb:
die sogenannte Geldmengeninflation
Also man braucht ja nur mal bezüglich Inflationsarten Tante Google bemühen.
Hat immer irgend etwas mit Geldmenge zu tun.
Kassenwart schrieb:
Die EZB kann gerne weiter den Leitzins erhöhen, ändern wird das gar nichts nur das Kredite unbezahlbar werden.
Und Ersparnisse ihren Wert behalten.

Gruß
R.G.
 
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Z.B. Meine.
Stell Dir mal vor, es gibt Menschen wie mich, welche studiert haben, danach als Ing. gearbeitet haben, Wohneigentum erworben haben, Geld zurückgelegt haben und dann im Ruhestand mit hoher Inflationsrate und GEG konfrontiert werden. Da kommt richtig Freude auf.

Gruß
R.G.
 
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ist ja immer der Unterschied wie man seinen Lebensunterhalt erwirtschaftet, viele hier werden es aber kaum verstehen:
  • es gibt Leute, die das Geld jeden Monat total einfach bekommen, sie nenen es manchmal sogar "verdienen", für die ist das Geld oft wertlos, das Geld kommt jeden Monat ohne besondere Anstrenung
  • dann gibt'sLeute, die hart dafür arbeiten müssen, vielleicht noch etwas zur Seite legen können, weil sie nicht wissen, ob sie weiterhin so hart arbeiten können, für die hat Geld einen Wert
 
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rgbs schrieb:
Wodurch denn dann bitte?
Es gibt zwei Hauptursachen:
1. Lieferschwierigkeiten als Nachwirkungen der Pandemie haben zu einer Knappheit und damit zu einer Teuerung bestimmter Güter geführt.
2. Die durch den russischen Angriffskrieg verursachte Energiekrise hat zu einem Anstieg der Produktionskosten und damit zu einer Teuerung vieler Güter geführt.
Nachgelagert gibt es dann eben noch weitere Faktoren, da es in der Wirtschaft einfach unheimlich viele Zusammenhänge gibt. Greedflation ist ja auch so ein Stichwort.

Die Geldmarktpolitik der EZB war bis letztes Jahr durch eine mehrjährige Niedrigzinsphase geprägt, die spätestens 2008/2009 eingeleitet wurde und sogar zu einem negativen Einlagenzins getrieben wurde. Die Inflation lag trotzdem die meiste Zeit unterhalb der angepeilten 2%. Deshalb niedrige Zinsen. Warum steigt die Inflation an, wird teilweise zweistellig, obwohl sich die Geldmarktpolitik zunächst gar nicht geändert hat? Offensichtlich liegt das dann nicht an der Geldmarktpolitik.

rgbs schrieb:
Stell Dir mal vor, die EZB würde den Leitzins auf 20 % setzen, meinst Du, es würde nicht die Inflation beeinflussen.
Denkst du, dann wäre die Inflation weg? Mitnichten. Wenn Unternehmen nicht mehr an günstige Kredite kommen, gehen sie pleite. Das ist genau das Gegenteil von dem, was man erreichen will, denn die aktuelle Inflation ist nicht durch Überproduktion ausgelöst worden. Dennoch versucht man durch die Zinsanhebung der durch die Krisen ausgelöste Knappheit entgegenzusteuern: Wenn es weniger Geld gibt, dann sinkt auch die Nachfrage nach knappen Gütern/Energie, wodurch sich der Preis stabilisiert. So zumindest die Überlegung der Zentralbanken. Offensichtlich ist Geldmarktpolitik ein Balanceakt und die EZB geht sehr vorsichtig vor. Das kann man inhaltlich kritisieren. Wer aber behauptet, die aktuelle Inflation sei durch die Geldmarktpolitik der EZB ausgelöst, der disqualifiziert sich selbst als vollkommen ahnungslos.
 
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rgbs schrieb:
Und Ersparnisse ihren Wert behalten.
Wann haben wir das denn zuletzt geschafft? Nehme ich Deine 6,8% Inflation und 4% Zinsen für den hyperängstlichen Garantiezinssparer in D, dann sind das immer noch 2,8% Kaufkraftverlust (eher fast 4% Verlust, KAP muss man dort ja sofort zahlen). Oder willst Du hier mit risikoreichen Hochzinsanleihen vergleichen?

rgbs schrieb:
Geld zurückgelegt haben und dann im Ruhestand mit hoher Inflationsrate und GEG konfrontiert werden. Da kommt richtig Freude auf.
Entweder falsches Wohneigentum gekauf oder nicht investiert (Rücklagen hast Du offensichtlich). Aber klar, wer ein miserabel gedämmtes Haus hat und das Geld bisher lieber für die indirekte Erwärmung der Umgebung ausgegeben hat, der könnte in teure Probleme laufen.

Was sich in Sachen GEG in 15-20 Jahren tun wird, falls das für meine Mutter mit dann knapp 100 noch relevant ist, wird sich zeigen. Bis dahin wird es hoffentlich auch technische Lösungen für Gasetagenheizungen geben.

Wer jetzt schon im Ruhestand ist und vorher Geld zurück legen konnte, hätte damit bis Ende 2021 mind. 15 Jahre lang locker 6-8% p.A. Rendite (nach Inflation) machen können. Mit dem Tagesgeld mit 0,05% oder 4% p.A. (bei sofortiger Versteuerung) klappt sowas natürlich nicht.
 
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gymfan schrieb:
Aber klar, wer ein miserabel gedämmtes Haus hat und das Geld bisher lieber für die indirekte Erwärmung der Umgebung ausgegeben hat, der könnte in teure Probleme laufen.
Und in Übergangszeiten läuft es dann anders herum , da wird dann mein Bau direkt durch Sonne warm.
Mit ca 1000€ Heizkosten pro Jahr ist mein CO2 Abdruck auch mit Ölheizung (Brennwertkessel) imo nicht gerade gross.

Gruß
R.G.
 
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An der Schweiz kann man ja halbwegs gut ablesen wie hoch die Inflation durch externe Faktoren die mit dem Ukrainekrieg zusammenhängen ist. denn das ist ja keine "Rohstoff" etc Insel, die nur Eigenversorgung hat.

Die aktuelle Inflation beträgt hier 1,6% YtY hat sich also seit 2022 wieder mehr als halbiert.

Deutschland hat diese Normalisierung nicht mehr wirklich hinbekommen - im Vergleich mit anderen Ländern schneidet D auch in diesem Punkt einfach objektiv nicht besonders gut ab es ist halt auch da eher in der Schlusslichtgruppe als ganz vorne.


Dadurch dass die Anleger das Vertrauen in Deutschlands Zukunftsfähigkeit was Industrie Produktion und Wirtschaft angeht verlieren ensteht halt auch viel zusätzliche durchaus sehr massive Liquidität durch das Geld, das die EZB jahrzehntelang in die Märkte gepumpt hat und das bisher in die Aktienmärkte, Immmobilien etc gewandert ist. Auch wenn ein Grossteil in Investitionen im Ausland fliesst - ein Teil wird sicher auch im Konsum landen, das doch immer so.
 
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Bohnenhans schrieb:
im Vergleich mit anderen Ländern schneidet D auch in diesem Punkt einfach objektiv schlecht ab.
Wie in den meisten anderen Bereichen auch. Wie nennt man sowas? Realitätsverweigerung seitens der Politik? Nein, ich nenne das Lobbyismus, der dahinter steckt. Ich kann mir die deutsche Politik einfach nicht anders erklären.
 
Bohnenhans schrieb:
An der Schweiz kann man ja halbwegs gut ablesen wie hoch die Inflation durch externe Faktoren
Kann man nicht. Zum einen schützt der enorm starke Franken vor stärker Inflation als auch die ohnehin emorm hohen Lebenshaltungskosten in der Schweiz. Denn bei den hohen Lebenshaltungskosten sind die 1,6% in absoluten Zahlen eben auch viel. Das ist die Krux mit prozentualen Angaben. Unterscheidet sich der Grundwert deutlich, können die reinen prozentualen Angaben völlig irreführend sein.

Zudem ist die Schweiz seit je her für ihre Energieversorgung gar nicht groß auf Öl oder Gas aus dem Ausland angewiesen. Umhin kann die Teuerung grade in diesem BEreich sich dann auch kaum auf die allgemeine Inflaton direkt auswirken sondern nur indirekt über die Produktteuerung und die war auch in der Schweiz merklich höher als der Schnitt.

Man müsste sich halt mit dem Thema als ganzes auseinander setzen um zu verstehen, wie Inflation funktioniert, was dabei betrachtet wird und dann noch die Besonderheiten der Schweiz verstehen um letztlich die niedrige Inflation der Schweiz in den richtigen Kontext zu setzen.

Du tust das enorm vereinfacht, weil es viel besser in deinen Narrativ passt. Hat nur eben relativ wenig mit der Rewaltitä zu tun...
 
Bohnenhans schrieb:
An der Schweiz kann man ja halbwegs gut ablesen wie hoch die Inflation durch externe Faktoren die mit dem Ukrainekrieg zusammenhängen ist. denn das ist ja keine "Rohstoff" etc Insel, die nur Eigenversorgung hat.
Das kann man eigentlich nicht. Die Schweiz ist wohl das Land mit den meisten Preisvorgaben und Beschränkungen in der westlichen Welt. Der Schweizer Protektionismus für viele Lebensmittel, aber auch andere Verbrauchsgegenstände hilft hier natürlich, denn der Staat gibt hier eine Preisobergrenze vor.
Aber auch beim Strom gibt es Regulierungen die strenger als in Europa sind. In der Schweiz darf der Strompreis nur einmal im Jahr geändert werden und zwar im Jänner. Also nach Kriegsbeginn im Februar und Panik um russisches Öl und Gas ist bis zum Jänner im Folgenden Jahr erstmal nichts passiert beim Strompreis, während im restlichen Europa die Preise stark anzogen. Im Jänner dann, ab dem erhöht werden durfte hat sich aber die vermeintliche Krise schon wieder etwas abgekühlt.

Zusätzlich hilft, dass im Schweizer Warenkorb für die Inflation Energie mit 3,4% berücksichtigt wird, während im Europäischen Warenkorb Energie mit 6,6% hineingenommen wird.

Die Aufwertung des Franken hat auch geholfen die Inflation zu dämpfen, der Franken hat um ca. 10% an Wert gegenüber dem Euro gewonnen über diese Zeit.

Mehr Details: https://www.faz.net/aktuell/wirtsch...nde-fuer-die-niedrige-inflation-18675154.html
 
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Da ist halt falsch.

Denn auch die Schweiz hatte natürlich genauso einen extremen Inflationsanstieg bedingt durch den Ukrainekrieg, die lange Zeit mehr als 100% höher lag als aktuell.

Der Unterschied ist die Schweiz hat die Inflation dann wieder mehr als halbieren können - Deutschland bekommt das nicht hin.

Auch die Schweiz ist natürlich durch den Ulkrainkrieg was Inflation anbelangt gewaltig auf den Boden gefallen - nur danach halt wieder selber aufgestanden - das ist nunmal der Unterschied, der sich an den objektiven Zahlen ablesen lässt.
 
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@Bohnenhans Also sind die Ausführungen in der FAZ falsch, oder was willst du uns sagen?

Die Schweiz reguliert viele Preise, damit hat sie die Inflation im Griff. Spanien schafft das mit dieser Methode übrigens auch + wenig Abhängigkeit von russischem Gas. Deutschland und andere Länder greifen nicht in den Markt ein und haben entsprechend eine hohe Inflation.

Das die Schweizer Notenbank einen recht guten Job macht steht außer Frage, es sind aber auch einfachere Vorraussetzungen gegenüber der EZB, da jedes Land in der EU andere politische Maßnahmen setzt und auch unterschiedlich betroffen ist.
 
Trotz teilweise regulierter Preise, war die Inflation in der Schweiz mehr als Doppelt so hoch wie heute.

Hätte es KEINEN (wesentlichen) Inflationsanstieg in der Schweiz gegeben dann wären regulierte Preise eine schlüssige Erklärung - aber es hat ein massiver Anstueg der Inflationsrate von 300% stattgefunden (ist in 2022 gegenüber 2021 auf den 4-fachen nominalen Wert gestiegen). Nur der Anstieg wurde halt dann mit der Zeit erfolgreich bekämpft.

Wenn man eine Vervielfachung der Inflationsrate trotz regulierter Preise auf manchen Dingen hat, dann sind die regulierten Preise offensichtlich nicht so wirklich ausschlaggebend.
 
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hallo7 schrieb:
Deutschland und andere Länder greifen nicht in den Markt ein und haben entsprechend eine hohe Inflation.
Und das nenne ich Lobbyismus. Die Politiker/innen der Ampel schlachten nicht die Kuh, von der sie regelmäßig finanziell belohnt werden. Rüstungs-, Energielobby etc. Und da unsere Politik deswegen quasi nichts reguliert (bis auf ein paar Wassertröpfchen vielleicht), wird für uns Verbraucher in Zukunft alles immer nur noch teurer werden. Ich freue mich schon jetzt auf meine nächste Strom- und Betriebskostenabrechnung.
 
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Europa bzw Brüssel hat ja erst vor ein paar Tagen verkündet man braucht ab jetzt ~1000 Euro im Jahr (> 500 Milliarden Euro bei ~ 500 Mio Einwohnern) von (statistisch) JEDEM Europa Bewohner JEDES Jahr nur für die Modernisierung der Stromnetze.... Deutsche Verbraucher - an denen wird halt das meisten hängenbleiben in der EU, weil die Löhne in vielen EU Ländern 200-300 Euro für den Durchschnittshaushalt nur für Stromnetze gar nicht hergeben - zahlen bald für einzelne "kleine" Stromnebenkosten wie Stromnetze etc mehr als die Menschen in anderen Ländern für den gesamten Strombezug.
 
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Bohnenhans schrieb:
Da ist halt falsch.
Nö. Ich denke die FAZ hat da weit mehr Erfahrung, Wissen und weit mehr recherchiert zu dem Thema als du, dessen einziger "Verdienst" dahingehend ist, dass du 15 Jahre in der Schweiz lebst.

Bohnenhans schrieb:
Denn auch die Schweiz hatte natürlich genauso einen extremen Inflationsanstieg
Das ist nachweislich falsch! Die Schweiz hatte zu keinem Zeitpunkt mit einer so hohen Inflation zu kämpfen wie Deutschland, die USA oder andere Länder dieser Welt. Aus den von mir und der FAZ genannten Gründen. Das sie von ca. 2,5% 2022 jetzt auf 1,6% gesunken ist, ist auch nicht mehr als halbiert. Diese Aussage trifft nur zu, wenn man Monatswerte heranzieht... Da war die Schweiz kurzfristig für wenige Monate mal bei 3,5%.
Es ist aber auch leichter zu halbieren wenn der Grundwert ebendeutlich niedriger ist. Von 3,5% auf 1,6% zu kommen ist halt einfacher als von 8,8% (Höchststand der Teuerung auf Monatsbasis in Deutschland) auf 4,4% zu kommen... Aber diese Krux prozentualer Angaben hatte ich ja schon erwähnt. Scheint dir nicht wirklich geläufig zu sein...
Bohnenhans schrieb:
Nur der Anstieg wurde halt dann mit der Zeit erfolgreich bekämpft.
Was heißt erfolgreich? 1,6% ist immer noch deutlich über dem sonst üblichen Niveau der letzten 10-15 Jahre: https://www.laenderdaten.info/Europ...lationsrate für Konsumgüter in,2,4 % pro Jahr.

Du betreibst auch hier wieder schöne Augenwischerei in dem du versuchst, die Zahlen aus dem Kontext zu reißen und ich bin mir sehr sicher, dass du absichtlich und in vollem Bewusstsein es vermeidest, konkrete Zahlen zu nennen. Das wird insbesondere am letzten Satz deutlich. Der klingt so viel extremer (vor allem in Anbetracht wenn man die Zahlen aus DE kennt) als sie sind wenn man weiß, dass die Teuerung 2021 in der Schweiz bei -1% ca lag und 2022 dann auf ca. 2,5% gestiegen ist. Oder eben bei der zitierten Aussage, die dann nachweislich falsch ist. Die Schweiz hat die Inflation bis jetzt eben nicht auf den Wert drücken können, den sie im Schnitt die letzten 10-15 Jahre hatte...
 
Bohnenhans schrieb:
Auch die Schweiz ist natürlich durch den Ulkrainkrieg was Inflation anbelangt gewaltig auf den Boden gefallen
weitaus weniger stark als andere Länder da, wie hier schon gesagt, die Schweiz energiewirtschaftlich schon vorher rel. unabhängig war und das Schweizer Bankensystem nach wie vor fröhlich Geschäfte mit russischem Oligarchengeld tätigt.
Wenn ein Land, wie die Schweiz, die Preise derart reguliert, wird die Rechnung zwangläufig an anderer Stelle oder eben später bezahlt werden.
Bohnenhans schrieb:
Der Unterschied ist die Schweiz hat die Inflation dann wieder mehr als halbieren können - Deutschland bekommt das nicht hin.
D.h. wenn Du eine aktuelle Rate von 1,6% angibts war die Ausgangslage 3,2%? Und das vergleichst Du mit anderen Ländern wie Deutschland?
 
Bohnenhans schrieb:
Europa bzw Brüssel hat ja erst vor ein paar Tagen verkündet man braucht ab jetzt ~1000 Euro im Jahr (> 500 Milliarden Euro bei ~ 500 Mio Einwohnern) von (statistisch) JEDEM Europa Bewohner JEDES Jahr nur für die Modernisierung der Stromnetze....
Gibts dazu ne Quelle. Google spuckt mir dazu absolut nichts aus...
 
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