Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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SW987 schrieb:
Eine Verlängerung der Legislaturperiode würde m. E. mehr Zeit für effektives Regieren
Also ich bin ja eher für eine Verkürzung der Legislaturperiode, wenn wie jetzt die Bevölkerung unzufrieden mit der Regierung ist.
SW987 schrieb:
Die einzige rechtssichere Umfrage ist eine Wahl.

Der Wähler muss bewusst sein Kreuz machen und nicht über allgemeine Themen lamentieren.

Eine Verlängerung der Legislaturperiode würde m. E. mehr Zeit für effektives Regieren und dem Wähler mehr bewusst machen, wie sich seine Entscheidung auswirken kann. Was seltener ist, erscheint oft wertvoller.
Sorry, damit verbinde ich das Ermächtigungsgesetz. Und das dieses in die Sch*iße geführt hat, ist doch eigentlich Jedem klar.

Gruß
R.G.
 
SW987 schrieb:
Die einzige rechtssichere Umfrage ist eine Wahl.
Rechtssicher natürlich, aber die Umfrage zur ersten Prognose am Wahltag ist i.d.R. sehr nahe am Endergebnis.

Und man kann natürlich jederzeit repräsentative Umfragen mit einer sehr hohen Trefferquote durchführen.
Das Problem dabei: Sehr teuer! Will halt keiner zahlen.
Daher greifen gerade viele Medien auf Billigmüll a la Civey, INSA, etc. zurück. Oder anders ausgedrückt, da wird dann mit Müll versucht Politik zu machen.

Die qualitativ hochwertigen Umfragen und Analysen gibt es aber trotzdem. Nur erblicken sie halt nicht das Licht der Öffentlichkeit, sondern bleiben "in den Schubladen" von Parteien und Organisationen zum Hausgebrauch und entsprechende strategische Entscheidungen.
 
rgbs schrieb:
[...]Sorry, damit verbinde ich das Ermächtigungsgesetz. Und das dieses in die Sch*iße geführt hat, ist doch eigentlich Jedem klar.[...]
Sorry zurück, nein, mir nicht.

Der Bundespräsident wird alle 5 Jahre gewählt, genauso wie viele Landesparlamente. Bei Bürgermeistern geht es sogar bis auf 8 Jahre hoch.

Das hat m. E. nichts mit Ermächtigung zu tun, solange gewährleistet ist, dass fristgerecht gewählt und frei gewählt wird.
 
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SW987 schrieb:
Die jetzige Ampelkoalition ist m. M. n. eine "politische Missgeburt", die es nur aufgrund einer allgemeinen Wohlstandsverwahrlosung und einer übertrieben fokusierten Klimahysterie an die Macht geschafft hat.
Man kann es aber auch viel simpler betrachten. Die Union hat schlichtweg einen beschissenen Wahlkampf geführt mit einem noch schlechteren Kandidaten. Bei den Grünen mit der lausigen Performance von Baerbock als KK nicht viel besser. Darüber hinaus waren sehr viele Wähler der Union nach 16 Jahren Merkel einfach überdrüssig. Lief ähnlich wie 98 nach ähnlich langer Zeit mit Kohl.
Dass dann ausgerechnet der langjährige Partner der Union am stärksten davon profitierte ist ausschließlich Scholz zu verdanken und nicht der Partei. Er war von den Kanzlerkandidaten einfach derjenige, der keine Fehler gemacht hat. Damit hat die Partei "überperformt". Jetzt ist wieder Normalmaß angesagt.


Eine Koalition weg von der Union war einfach nur logisch unter den gegebenen Umständen und hat relativ wenig Wohlstandsverwahrlosung oder Klimahysterie zu tun.

Grundsätzlich ist aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine belastbare Vorhersage eines nächsten Bundestagswahlergebnisses möglich, da keiner weiß, was bis dahin noch so alles passiert und wie dusselig sich z.B. die Kanzlerkandidaten dann anstellen. Oder eben überzeugen.
 
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@mo schrieb:
Rechtssicher natürlich, aber die Umfrage zur ersten Prognose am Wahltag ist i.d.R. sehr nahe am Endergebnis.[...]
Ich habe Deinen Beitrag gekürzt obwohl er m. E. insgesamt sehr lesenwert ist, aber Vollzitate sind nicht erwünscht.

Ich meine, dass viele Menschen bei regelmäßigen (folgelosen) Umfragen anderes entscheiden, als wenn es wirklich "ernst wird". D. h. nicht, dass die Umfragen nicht qualitativ hochwertig sind, aber sie zeigen m. M. n. ein Ergebnis in einem anderen Frageraum.

Maulen in der Legislatur und Ankreuzen bei der Wahl sind oft unterschiedlich.
 
JMP $FCE2 schrieb:
Die Wagenknecht scheint die einzige zu sein, die die Unlogik der "etablierten Politik" beim Namen nennt.
Und dafür immer mehr in die rechte Ecke gedrängt wird, obwohl das gar nicht wahr ist. Ich habe am 19.09.2023 Lanz gesehen, ekelhaft, wie Sahra Wagenknecht da von der Runde in die Zange genommen wurde. Aber sie hat es gut gemeistert. Dennoch stimme ich heute nicht mehr in allen Punkten mit ihr überein.
 
SW987 schrieb:
Ich meine, dass viele Menschen bei regelmäßigen (folgelosen) Umfragen anderes entscheiden, als wenn es wirklich "ernst wird". D. h. nicht, dass die Umfragen nicht qualitativ hochwertig sind, aber sie zeigen m. M. n. ein Ergebnis in einem anderen Frageraum.
Ein kleines Beispiel, nur aus dem Kopf, habe es jetzt nicht noch mal genau recherchiert.
Bei der letzten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde zeitnah zur Wahl eine Umfrage veröffentlicht, vom der AfD recht nahe stehenden Institut INSA meine ich. Das sah einen sehr hohen Anteil für die AfD voraus. Ich glaube es wich relativ stark von Umfragen anderer Institute ab.
Das Wahlergebnis sah dann völlig anders aus. Die Union schnitt ziemlich gut ab und die AfD bei weitem nicht dort wo sie das Institut gesehen hat.
Es gibt jetzt 2 Möglichkeiten:
1. Die Umfrage war schlichtweg Schrott
2. Viele Wähler haben von dem hohen AfD Anteil einen solchen Schreck bekommen, dass viele davon erst motiviert wurden

Ansonsten, wie gesagt, qualitativ hochwertig ist unter Kostendruck halt schwierig. Die FSGW für das ZDF, Infratest Dimap, ARD und Forsa sind aber eben die Institute, die noch am saubersten arbeiten und vor allem über sehr viel empirisches Wissen verfügen. Denn die eine Umfrage als solches besagt gar nichts. Sie wird immer erst im Kontext zu vorherigen Erkenntnissen relevant. So entsprechen die ermittelten Rohdaten auch nie dem, was anschließend veröffentlicht wird.
 
Ich halte qualitativ hochwertige Umfragen durchaus für repräsentativ und sie zeigen schon, wie das Wahlvolk derzeit tickt. Sie sind damit ein wichtiger Fingerzeig für die Parteien.

Ich meine nur, dass diese Umfragen keinen Rechtsakt wie eine Neuwahl begründen sollten.

Solange eine Regierungskoalition irgendwie hält, ist sie im Amt, oft halt bis zum bitteren Ende. Das gilt es in einer Demokratie zu akzeptieren.
 
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@mo schrieb:
[...] Die Union hat schlichtweg einen beschissenen Wahlkampf geführt mit einem noch schlechteren Kandidaten. Bei den Grünen mit der lausigen Performance von Baerbock als KK nicht viel besser. Darüber hinaus waren sehr viele Wähler der Union nach 16 Jahren Merkel einfach überdrüssig. Lief ähnlich wie 98 nach ähnlich langer Zeit mit Kohl.[...]
Ich glaube, Merkel wäre trotzdem nochmals Kanzlerin geworden, wäre sie angetreten, denn dass die CDU es nicht schaffte lag meiner Meinung nach dann am Ende doch an Laschet, und trotzdem war der Abstand am Schluss zwischen CDU und SPD nicht wirklich sehr groß. Kohl wiederum wurde wirklich abgewählt.
 
SW987 schrieb:
Solange eine Regierungskoalition irgendwie hält, ist sie im Amt, oft halt bis zum bitteren Ende.
Siehe bitte weiter oben #10774, Weimarer Republik. Das Ergebnis müsste ja eigentlich allgemein bekannt sein.

Gruß
R.G.
 
@mo schrieb:
Die qualitativ hochwertigen Umfragen und Analysen gibt es aber trotzdem. Nur erblicken sie halt nicht das Licht der Öffentlichkeit, sondern bleiben "in den Schubladen" von Parteien und Organisationen zum Hausgebrauch und entsprechende strategische Entscheidungen.
Kannst du bitte das etwas genauer erläutern? Das klingt etwas ungewöhnlich, gibt es Beispiele die bspw. Civey widerlegen?
Ah ich sehe gerade Du hast etwas mehr dazu geschrieben, aber die typischen Wahlumfragen sind doch eh meist ziemlich grob.
 
rgbs schrieb:
Siehe bitte weiter oben #10774, Weimarer Republik. Das Ergebnis müsste ja eigentlich allgemein bekannt sein.[...]
Von der Abschaffung der der 5%-Klausel halte ich nichts, das hatte ich weiter oben schon geschrieben.

Zudem taugen m. E. die Vergleiche mit der Weimarer Republik nur sehr bedingt, denn z. B. zu damals wurden die Befugnisse des Bundespräsidenten doch merklich beschnitten.
 
Kassenwart schrieb:
Da wurden 1297 zufällig ausgewählte Menschen befragt. Wie repräsentativ das sein soll kann jeder für sich entscheiden.

Sehr. 1297 ist eine sehr stabile Datenbasis. Das muss übrigens nicht jeder für sich selbst entscheiden, da Mathematik keine Meinung ist.

Wir gehen mal davon aus, dass die Stichprobe den Regeln entsprechend gewählt wird; aber du hängst dich ja nur an der reinen Zahl auf. Um auf circa 3 % Genauigkeit über das gesamte Wahrscheinlichkeitsspektrum (= Person wählt Partei ABC) braucht man circa 1.000 Teilnehmer. Für 2 % knapp über 2.000. 1297 ist eine hervorragende Stichprobengröße für die zu untersuchenden Fragestellungen. Das entnimmst du auch ganz einfach den Studieninformationen, 2-3 Zeilen weiter unten. Oder grafisch dargestellt:

1695578225548.png



SW987 schrieb:
Der Zeitstrahl ist nicht linear in gleicher Auflösung dargestellt. Geht's noch manipulativer?

Die Abszisse hat eine äquidistante Achsenbeschriftung mit zwei Datenpunkten pro Jahr. Was willst du mehr?

@rgbs: Wie die Daten belegen war die Wählerschaft am irgendeinem Punkt immer mit der Bundesregierung unzufrieden. Wir fangen hier doch nicht an, wegen jedem Meinungswechsel ständig neu zu wählen. 4 Jahre ist schon eher Sprint als Landstrecke. Gesetze, Gutachten usw schreiben sich nicht über Nacht und müssen auch mit der EU abgestimmt werden. Viele Themen aus dem Koalitionsvertragen liegen noch nicht mal als Ressortfassung vor. Wenn jetzt aller 2 Jahre (oder schlimmer) aufgrund von Umfragewerten neu gewählt werden soll; dann haben wir Weimarer Verhältnisse. Eine Regierung muss unpopuläre und schmerzhaftes Entscheidungen treffen können.
 
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whtjimbo schrieb:
Kannst du bitte das etwas genauer erläutern? Das klingt etwas ungewöhnlich, gibt es Beispiele die bspw. Civey widerlegen?
Ah ich sehe gerade Du hast etwas mehr dazu geschrieben, aber die typischen Wahlumfragen sind doch eh meist ziemlich grob.
Civey ist die Pest!
Hier ein Artikel dazu von vielen:
https://www.faz.net/aktuell/feuille...zweifelt-an-repraesentativitaet-19190986.html

Dass hochwertige Untersuchungen unter Verschluss bleiben ist nicht ungewöhnlich. Das ist der Normalfall. Wer viel Geld dafür ausgibt, möchte die Inhalte natürlich exklusiv haben und gibt allenfalls ein paar Häppchen preis.
Medien dagegen haben das gegenläufige Interesse. Sie wollen für möglichst kleines Geld, möglichst große Aufmerksamkeit.
 
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Ok, der hieß damals(!) Reichspräsident. Was ändert die Bezeichnung nun genau? Es geht doch um die vergleichbaren Befugnisse.
 
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Bei der 5% Klausel bin ich irgendwie gespalten.
Vielleicht sollte man mal in die Vergangenheit schauen.
In der alten Bundesrepublik gab es halt über viele Jahre ein 3 Parteien System. Das hat zwar im Prinzip den gewünschten Effekt der Stabilität gehabt. Aber eben auch den Effekt, dass die kleinste der 3 Parteien oft genug einfach bestimmt hat, wer Kanzler wird und wer nicht.
Diese verkrustete Situation wurde erst mit Einzug der Grünen in die Parlamente aufgeweicht. Später kamen dann eben noch die Linke und die AfD dazu, von anderen Gruppierungen mit Zwischenhochs abgesehen.

Jetzt könnte man der Meinung sein, 5-6 Parteien sind eigentlich genug. Senkt man nun die 5% Hürde auf sagen wir 3% ab, wird sich ja auch nichts wesentliches am Parteienspektrum ändern. Nur, dass Linke und FDP dann eben sicher im Bundestag vertreten sind.
Eine unbekannte Größe wären allenfalls die freien Wähler, die aber keine Einheit in sich darstellen. Die bürgerliche Mitte bis zum rechten Rand würde damit noch weiter zerfasern. Und da ist es mir persönlich schon lieber, wenn es hier eine verlässliches Sammelbecken mit der Union gibt, als wenn das ganze unkalkulierbar wird. Noch so eine Ansammlung von Opportunisten wie bei der AfD tut dem Land alles andere als gut.
Die Linke dagegen hat sich mehr oder weniger ihr eigenes Grab geschaufelt und warum einen toten Gaul mit einer geringeren Klausel künstlich am Leben halten...!?

Edit:
Was die FDP anbetrifft könnte die Wahl hier in Hessen schon richtungsweisend werden. Ihr Einzug ist alles andere als sicher, obwohl sie nicht in der Regierung vertreten ist. Auch ihr Wunschpartner CDU unternimmt nichts ihr zu helfen, damit sie aus alter Tradition als Koalitionspartner zur Verfügung steht.
Und fliegt sie hier auch raus, wird man sehen, wie man in Berlin reagiert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die 5% Hürde ändert doch nichts an der politischen Ausrichtung und hat rein gar nichts mit dem EU Parlament zu tun. Die Bedeutungslosigkeit der Linke ist eine selbstgewählte Entscheidung, man ist mit 120% auf den Zug der Identitätspolitik aufgesprungen und hat die klassische Wählerschaft "Hans-Hugo Niedriglöhner/H4 Bezieher" aufs Nebengleis gestellt.

Das funktioniert nur in den Großstädten und auch nur da eingeschränkt, da das "Original" eher bei den Grünen zu finden ist, ausnahme ist hierbei Thüringen, was allerdings in der Person Ramelow zu finden ist.

Eine 0, 3, 5, whatever Prozenthürde hat hier keinen Einfluss auf diese von der Partei selbstgewählte Entscheidung.
 
The_waron schrieb:
da das "Original" eher bei den Grünen zu finden ist
Falsch. Ihr versteht anscheinend immer noch nicht, was wirklich "links" ist. Echte Linke, wie ich z. B. :D lehnen die kapitalistische Wirtschaftsform komplett ab. Die heutigen Grünen sind aber Kapitalisten, durch und durch.
 
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