Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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welche Parteien liegen denn aktuell bei ca. 3 bis 5 %? Ich habe adhoc keine Liste dazu gefunden, aber für diesen Bereich "Sonstige" wird es wohl auch keine allgemeinen Umfragen geben.
 
Ich würde die heutigen Grünen eher als moderne FDP bezeichnen. So sieht es nämlich aus. Und das hat mit links nichts zu tun.

@Capet Das ist auch ein weiteres Problem, das Marco Bülow in seinem Podcast "Lobbyland" angesprochen hat. Nur sehr wenige Umfrage-Institute führen die einzelnen Parteien, die unter "Sonstige" geführt werden, bei Umfragen mit auf, selbst dann, wenn "Sonstige" zweistellige Prozent-Ergebnisse erreichen.
 
Ja, das macht es wirklich schwierig zu beurteilen. Wenn die Grenze auf 3% abgesenkt würde, wie würde dies das Ergebnis tatsächlich beeinflussen, abgesehen davon, dass bei einer Bundestagswahl Die Linke und die FDP nach ihrem aktuellen Stand nicht herausfliegen würden.

Würde es, abgesehen davon, tatsächlich etwas an der Zusammenstellung des Bundestages ändern? Keine Ahnung.

Bei den Umfragewerten für die Länderparlamente mag es anders aussehen, aber da habe ich noch weniger Überblick darüber, wie es dort jeweils mit der regionalen Parteienlandschaft aussieht.
 
Discovery_1 schrieb:
Ich würde die heutigen Grünen eher als moderne FDP bezeichnen. So sieht es nämlich aus. Und das hat mit links nichts zu tun.

Wo kann man denn zwischen FDP und Grünen eine Ähnlichkeit sehen? Thema Identitätspolitik, Umverteilung von Geldern ... die liegen in den Punkten doch diametral und das, was den Kern der FDP ausmacht, der ursprünglichen Kernidee des Libertarismus, ist doch ebenfalls den grünen Vorstellungen von Politik weit entgegengesetzt.
 
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Ich beurteile Parteien danach, wie sie politisch handeln, und nicht, was in deren Parteiprogramm steht.
 
Und an welcher Stelle handeln die Grünen wie die FDP? Ich sehs einfach nicht ...
 
Auch das liegen Welten zwischen FDP und Grüne.... Unter einer modernen FDP würde es viel weniger grüne Politik geben, da man auf die Eigenverantwortung der Wirtschaft bauen würde. Hat zwar nie funktioniert und würde man dem folgen wäre Rhein und Elbe noch immer tot und der Regen sauer, aber manche lernen es halt nicht. Wenn man persönliche Freiheit und Individualität als höchstes politisches Gut sieht, dann ist sich jeder selbst der nächste und das hat noch nie dazu geführt, das Personen, Dinge oder Sachen, die keine eigene Stimme haben, gut wegkommen.

Wer die Grünen als moderne FDP sieht, hat weder die Kerninhalte (und deren philosophischen Ansätze) der Grünen noch der FDP verstanden. Liberalismus und Libertarismus funktioniert halt auch vor allem dann, wenn man seine Schäfchen im Trockenen hat und arme werden dabei nur dann unterstützt, damit sie einen nicht belästigen oder man seine vorgeschobene Wohltäterschaft darstellen kann.
 
Madcat69 schrieb:
Und an welcher Stelle handeln die Grünen wie die FDP? Ich sehs einfach nicht ...
Es gibt gewisse Schnittmengen was die Wählerschaft angeht (tendenziell oberes Einkommensdrittel, Großstädtisch) allerdings würde ich die Trennmengen höher sehen, da die FDP weniger ein Publikum anspricht das einen moralischen Unterbau beispielsweise wünscht und die Art und Weise wie ein Haushalt funktionieren soll ist doch höchst verschieden.

Richtig ist nur das die Grünen sich von einer eher sozialistischen Denkweise hin zum Kapitalismus mit sozialem Unterbau entwickelt haben um überhaupt regierungsfähig zu sein, hier dran scheiterten beispielsweise die Linken im Westen völlig. Das macht sie aber nicht wirklich zu einer modernen FDP, die Trennmengen sind imo wie gesagt stärker als die Schnittmengen.
 
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Naja, bei den Grünen gibt's halt die Realos und die Fundis. Und ehrlicherweise gleichen die sich ganz gut aus und am Ende findet man immer irgendeinen Kompromiss, mit dem niemand richtig zufrieden ist. Das klingt blöd, ist aber das Wesen einer gelebten Demokratie. In einer solchen wird die Durchsetzung von Maximalforderungen immer ein Ding der Unmöglichkeit sein. Und das ist gut so.
 
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Wo ist denn der Post von @Erkekjetter geblieben?

Die Linke hat, wie keine andere Partei zuvor, für den Mindestlohn im Bundestag gekämpft. Zuerst gegen den Widerstand von SPD und Grünen und allen anderen Fraktionen. Aber die Linke hat weiter gekämpft und damit SPD und Grüne unter Dauerdruck gesetzt. Nur deswegen haben wir den Mindestlohn heute.

OdinHades schrieb:
In einer solchen wird die Durchsetzung von Maximalforderungen immer ein Ding der Unmöglichkeit sein. Und das ist gut so.
Deswegen mag ich keine Koalitionen. Diese ständigen Kompromisse bewirken irgendwann zwangsläufig, dass Parteien mit der Zeit politisch näher zusammenrücken. Da würde ich lieber von einer Minderheitsregierung regiert werden, die bei der Durchsetzung von Gesetzen auf die Mehrheit des Bundestages angewiesen ist. Mehr Streit = mehr Demokratie.
 
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Discovery_1 schrieb:
Die Linke hat, wie keine andere Partei zuvor, für den Mindestlohn im Bundestag gekämpft. Zuerst gegen den Widerstand von SPD und Grünen und allen anderen Fraktionen. Aber die Linke hat weiter gekämpft und damit SPD und Grüne unter Dauerdruck gesetzt. Nur deswegen haben wir den Mindestlohn heute.
Naaaja, das ist etwas zu arg eingedampt, der Prozess lief dann doch etwas anders sowie der Anteil aus den verschiedenen politischen Lagern daran.

Discovery_1 schrieb:
Deswegen mag ich keine Koalitionen. Diese ständigen Kompromisse bewirken irgendwann zwangsläufig, dass Parteien mit der Zeit politisch näher zusammenrücken. Da würde ich lieber von einer Minderheitsregierung regiert werden, die bei der Durchsetzung von Gesetzen auf die Mehrheit des Bundestages angewiesen ist. Mehr Streit = mehr Demokratie.
Das ergibt jetzt nicht viel Sinn, eine Minderheitsregierung ist noch deutlich stärker von Kompromissen geprägt, da sie nicht nur die eigenen Reihen berücksichtigen muss, sondern auch die der Opposition. Sehr gut kann man dies in Thüringen beobachten, wo eigentlich keiner zufrieden ist, der Landtag aber nur deshalb nicht aufgelöst wird weil alle wissen das bei einer Neuwahl die AfD mit Abstand die stärkste Kraft wird. Die Folge ist eine Lähmung und eher ein knirschendes Regieren.
 
@The_waron
Andere Länder, wie z. B. Schweden sind sehr gut damit gefahren. Lasst doch mal eine gewisse Gewöhnungszeit einkehren. Auf jeden Fall hätten es Profitlobbyisten dann deutlich schwerer, ihre Interessen durchzusetzen. So sehe ich das zumindest.
 
Und andere Länder wiederum sind politisch daran zerbrochen wie einst die Niederlande. Du kannst die politische Kultur von Staaten nicht einfach übereinander legen und hoffen das sich dann deine Erwartung erfüllt.

Inwiefern Lobbyisten es bei einer Minderheitsregierung schwerere hätten erschließt sich mir absolut nicht, ganz im Gegenteil, ich als Lobbyist kann ja dann überall ansetzen, beiße ich mir an der Regierungspartei die Zähne aus, versuche ich es halt bei einer der Oppositionsparteien. Da die ja auch von einem Großteil der Ressourcen abgeschnitten sind die eine Regierungspartei inne hat, sollte das sogar um ein vielfaches leichter sein, bin ich hingegen schon etablierter Lobbyist und "meine" Partei meint nun zu zicken, gehe ich zur Opposition, ich hab sogar noch ein Druckmittel mehr.

So einfach funktioniert es dann eben doch nicht wie du es dir vorstellst.
 
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Naja, wir werden sehen, was die Zukunft uns bringen wird. Auf jeden Fall darf es nicht so weitergehen, wie bisher. Ansonsten wird es immer mehr frustrierte Menschen geben, die sich von unserer Demokratie abwenden werden und davor habe ich Angst. Ich habe hier im Thread, glaube ich, schon irgendwo geschrieben (mit Beleg), dass der Zuspruch zu unserer Demokratie seit Jahren kontinuierlich sinkt.
 
The_waron schrieb:
Sehr gut kann man dies in Thüringen beobachten, wo eigentlich keiner zufrieden ist, der Landtag aber nur deshalb nicht aufgelöst wird weil alle wissen das bei einer Neuwahl die AfD mit Abstand die stärkste Kraft wird. Die Folge ist eine Lähmung und eher ein knirschendes Regieren.
Ist eigentlich traurig. Und ich finde auch antidemokratisch.
 
@Discovery_1 Die Demokratie ist ja nicht das Problem, sondern das ich an vielen Stellen nichts bewegt und die Politik teilweise das Gegenteil dessen macht was die Leute wollen.

Guck dir die geistigen Ergüsse von Fr Faeser an, sowas muss aufhören, Asylanten nach 6Monaten schon wählen lassen wollen, sowas finde ich untragbar, die kennen weder unsere Kultur noch Werte, noch die Sprache zumeist in dem Zeitraum.
 
drago-museweni schrieb:
Asylanten nach 6Monaten schon wählen lassen wollen, sowas finde ich untragbar.
Aber wie sieht es mit den Leuten aus, die schon viele Jahre hier arbeiten, leben und ihre Steuern zahlen. Sollten diese Menschen nicht auch ohne deutsche Staatsangehörigkeit zumindest wählen dürfen? Davon gibt es nämlich reichlich und diese Gruppe von Menschen ist somit auch nicht repräsentativ in der Politik vertreten. Aber richtig. Wo, bzw. wann, kann man eine Grenze ziehen, schwieriges Thema.
 
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