Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Tomislav2007 schrieb:
Linke wollen Rechts am liebsten abschaffen, so funktioniert das nicht, es wird immer Links und Rechts geben, das müssen Linke akzeptieren.
Ich kann nur für mich sprechen, aber als bekennender Linker kann ich mit Rechtskonservativen sehr gut leben, mich streiten, diskutieren und Kompromisse finden. So wie das in einer Demokratie nun mal läuft.

Die Toleranz hört auf bei Diskriminierung, Menschenverachtung, Rassismus, Misogynie und dergleichen mehr. Derlei Dinge sind übrigens nicht exklusiv dem rechten Spektrum vorbehalten. Auch wenn sie dort tendenziell sehr viel häufiger auftreten.

Es gibt eine gemeinsame Basis, auf die wir uns hierzulande geeinigt haben, bestehend aus Menschenrechten und Grundgesetz. Einige Spezialisten haben sich dazu entschlossen, diese Basis in Frage zu stellen. Entsprechend sind deren Positionen nicht verhandelbar.
 
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drago-museweni schrieb:
@Mo ist die Stiftung überhaut neutral wenn ein SPD Politiker ihr vorsitzt ich glaube nicht so ganz daran.
Selbstverständlich ist die Stiftung nicht neutral, genausowenig wie die Konrad-Adenauer oder Rosa-Luxemburg Stiftung, es sind politische Akteure der jeweiligen Parteien.

Deswegen ist die Bewertung der Stiftung auch eindeutig politisch geprägt, die Methodik und Herangehensweise ist soweit sauber, man muss allerdings sich nur die Fragestellungen anschauen und die darauf folgende Bewertung um zu verstehen das hier politisch und nicht neutral bewertet wird:

Wer beispielsweise ein Kreuz bei "Politiker nehmen sich mehr Rechte heraus als normale Bürger" gemacht hat, wird in die Menge "Demokratiegefährdende Einstellung" eingeteilt (S.118) - wenn du also beim nächsten "Drehtürvorfall" dich kritisch dazu äußerst, hast du eine demokratiegefährdende Einstellung - das ist einfach nur witzlos.

Oder wer ein Kreuzchen bei "Mehr Mut zu einem starken Nationalgefühl" machte ist in derselben Grobmenge (Rechtsextreme Einstellungen) gelandet wie jemand der ein Kreuzchen bei "Es gibt wertes und unwertes Leben" gemacht hat (S. 64) - so bekommt man natürlich ein Ergebnis was im Interesse der Stiftung und Partei ist und man mit einem "Rechtsruck der Mitte" medial erste Plätze.
 
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Ich denke nicht, dass die kategorisierung anhand einzelner Kreuzchen geschieht.

Aber so kann man ganz toll einen Narrativ konstruieren, mit der man die vorgefasste Meinung (die Studie ist politisch motiviert) „belegen“ kann…
 
Linke und Rechte haben mehr gemeinsam, als ihnen Lieb ist und als sie zugeben wollen. Beide Spektren basieren letztendlich auf Zwang, Autorität und lehnen Individualismus und Selbstbestimmung (in unterschiedlich starker) Ausprägung ab. In sofern ist diese Studie schon alarmierend.
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OdinHades schrieb:
Die Toleranz hört auf bei Diskriminierung, Menschenverachtung, Rassismus, Misogynie und dergleichen mehr. Derlei Dinge sind übrigens nicht exklusiv dem rechten Spektrum vorbehalten. Auch wenn sie dort tendenziell sehr viel häufiger auftreten.
 
Anarcho-links ist ein Oxymoron, weil linke eine kollektivierung der (bestehenden) Produktionsmittel fordern.

Es mag vereinzelt Idealisten geben, die eine neue kollektive Kommune gründen wollen und selbst Produktionsmittel aus dem Naturzustand aneignen. Wenn das alles auf freiwilliger Basis entsteht, haben sie kaum Gemeinsamkeiten mit dem rechte Spektrum.
 
audiogenießer schrieb:
weil linke eine kollektivierung der (bestehenden) Produktionsmittel fordern.
Nö eben nicht. das unterstellst du einfach aufgrund der Tatsache das Kommunismus für dich Links ist und das alles ist, was es an linken Strömungen gibt. Was halt totaler Schwachsinn ist.
Neben dem Kommunismus gibt es im Linken (Linkesextremen) Spektrum eben auch den Anarchismus. Die beiden Strömungen teilen sich eigentlich nur ein Ziel, nämlcih die radikale Absage an alle bestehenden oder herkömmlichen Herrschaftsformen. Darüber hinaus könnten die beiden Strömungen nicht unterschiedlicher sein.

Die Kollektivierung der Produktionsmittel ist ein kommunistisches Ziel, kein Ziel der Linken allgemein...

Also nix Oxymoron sondern nur wieder keine Ahnung deinerseits....
 
audiogenießer schrieb:
Linke und Rechte haben mehr gemeinsam, als ihnen Lieb ist und als sie zugeben wollen
Wie immer, gibt es in linken und rechten "Ideologien", Gruppen mit teilweise extremen Ansichten. Man nennt diese Gruppen auch Minderheiten. Das macht sich z. B. in einer Partei besonders gern bemerkbar. Aber man kann deswegen nicht alle "Konservativen" oder "Linken" in dieselbe Ecke stellen. Aber das tut unsere Gesellschaft trotzdem immer wieder, meist angeheizt von speziell dafür ausgelegten "Medien". Die Minderheiten in den einzelnen Parteien vertreten aber in der Regel nicht die Standpunkte einer gesamten Partei. Wie man innerhalb einer Partei mit diesen Minderheiten umgeht, das ist natürlich eine ganz andere Sache.
 
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Individualismus und Selbstbestimmung ist ok, solange dadurch kein anderer zu leiden hat. Das ist in meinen Augen eine ziemlich simple Angelegenheit.
 
Die Nagelprobe ist nicht links oder rechts sondern FDGO-konform ja oder nein.

Und darüber entscheiden hierzulande Gesetze und Gerichte und keine Schreihälse.
 
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OdinHades schrieb:
Individualismus und Selbstbestimmung ist ok, solange dadurch kein anderer zu leiden hat. Das ist in meinen Augen eine ziemlich simple Angelegenheit.
Das ist grundsätzlich richtig, aber eben auch genauso unscharf und beliebig interpretierbar, da der Punkt ab dem ein anderer "leidet" höchst unterschiedlich bewertet wird.
 
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Tja bei einigen soll man immer unterscheiden zwischen Gruppierungen und deren befinden, bei Anderen werden einfach alle über einen Kamm geschert und das hat man dann zu aktzeptieren, denn diese sind ja alle gleich und böse, da beschimpft der eine die anderen Faschisten und keiner ist einen deut besser, in seinem Verhalten und der angeblichen Toleranz sollange diese die eigene Einstellung stützt.

Mich regt diese ganze Politik so dermaßen auf, sich über Kleinigkeiten künstlich aufzuregen jedes Wort auf die Goldwaage zu legen aber im Endeffekt passiert nichts, ausser zu versuchen den Anderen auszugrenzen.


In einer Zeit wo ein Problem das nächste jagt nächster Brandherd möglicherweise.
 
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Erkekjetter schrieb:
Neben dem Kommunismus gibt es im Linken (Linkesextremen) Spektrum eben auch den Anarchismus.
Das ist dann aber keine Linke Strömung, sondern eine anarchistische. Es gibt ja auch Anarchokapitalisten und vieles weitere.
Ergänzung ()

Wenn dir der Begriff kollektivierung nicht gefällt, eine weitere wesentliche Gemeinsamkeit linker und rechter Politik ist der Etatismus durch den Staat.
 
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audiogenießer schrieb:
Etatismus durch den Staat.
Nein... Weil wie ich wie ich bereits sagte, es anarchistische Linke Strömungen gibt, die generell den Staat als solche ablehnen und somit auch keine staatliche Planwirtschaft aktzeptieren. Und wenn Anarchiesmus nichts linkes ist, dann ist es auch Kommunismus nicht per se.

Beides sind gesellschaftstheoretisch Ideen/Philosophien/Utopien. Wenn das eine nicht per se links ist, ists das andere auch nicht.
Ergänzung ()

drago-museweni schrieb:
In einer Zeit wo ein Problem das nächste jagt nächster Brandherd möglicherweise.
Serbien wäre extrem dumm, den Kosovo anzugreifen. 115 Staaten der UN haben den Kosovo als unabhängigigen Staat anerkannt, der IGH hat die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo als im Einklang mit dem Völkerrecht bewertet, auch wenn diese rechtlich nicht bindend ist. Diese BEwertung wurde ausgehend einer Initiative von Serbien durchgeführt. auch gibt es die EULEX, die von der UN, der EU und Serbien anerkannt ist. Serbien ist zudem BEitrittskandidat für die EU, auf eigene Initiative hin. Dieser Status wird mit Sicherheit nichtig sein im Falle eines militärischen Angriffs.

Serbiens Unterstützer ist vornehmlich Russland, vor allem militärisch. Serbien wird kaum Rückhalt finden, wenn sie den Kosovo militärisch angreifen. Und ein westliches Bündnis wird kurzen Prozess machen mit dem, was Serbien aktuell militärisch zu bieten hat.
 
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Ist ist das Jahrzehnt der dummen Entscheidungen siehe dazu Russland, und auch China zündelt sauber im Südchinesischen Meer, ich bin da mittlerweile vorsichtig.

Dennoch hoffe ich das Serbien nur etwas mit den Säbel rasselt und das nur ein Bluff ist.
 
Hallo

OdinHades schrieb:
Ich kann nur für mich sprechen, aber als bekennender Linker kann ich mit Rechtskonservativen sehr gut leben, mich streiten, diskutieren und Kompromisse finden.
Bei dir weiß ich das, es gibt da aber deutlich intolerantere und fast schon nicht demokratische Linke die das anders sehen/leben.
Wo endet eigentlich Rechtskonservativ und wo beginnt Rechtsextrem ? Das deuten die verschiedenen linken sehr unterschiedlich.
Es ist auch eine Frage des eigenen Standpunktes, ein für dich Rechtskonservativer könnte für mich nur ein Linker rechts außen sein.
Ich sehe mich rechts Konservativ, ein Linksextremer findet das ich Rechtsextrem bin, ein Rechtsextremer findet das ich links versifft bin.

OdinHades schrieb:
Individualismus und Selbstbestimmung ist ok, solange dadurch kein anderer zu leiden hat.
Das ist richtig, leiden ist aber auch sehr individuell, wo der eine nur genervt ist leidet der andere schon.
Ich habe recht häufig das Gefühl das leiden nur gespielt wird um (mediale) Aufmerksamkeit zu erlangen.
Wenn ich mir die Klimakleber ansehe weiß ich nicht ob die seit kurzem beim wegtragen wirklich leiden oder nur (mediale) Aufmerksamkeit erlangen wollen.

OdinHades schrieb:
Es gibt eine gemeinsame Basis, auf die wir uns hierzulande geeinigt haben, bestehend aus Menschenrechten und Grundgesetz. Einige Spezialisten haben sich dazu entschlossen, diese Basis in Frage zu stellen.
Diese Spezialisten findet man bei den Rechtsextremen genau so wie bei den Linksextremen.
Rechtsextreme und Linksextreme verhalten sich oft sehr ähnlich, der Unterschied ist nur das Feindbild.
Austeilen können beide Seiten gut aber sobald es ans einstecken geht suhlt man sich in der Opferrolle.

Grüße Tomi
 
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drago-museweni schrieb:
Dennoch hoffe ich das Serbien nur etwas mit den Säbel rasselt und das nur ein Bluff ist.
Ja ist es, denn in der Konsequenz würde Serbien die KFOR angreifen und damit die NATO und das macht niemand, nichtmal Russland weil man dann ungewollten Besuch der USAF bekommt und das ist wenig empfehlenswert. Dazu würde es alle Ambitionen Richtung EU-Mitgliedschaft auf Jahrzehnte zerstören zuzüglich einer katastrophalen, militärischen Niederlage.

Das ganze ist eine Drohgebärde, die vorallem auch innenpolitisch genutzt wird, dazu wird man vermutlich auch ein klein wenig darauf setzen das die kosovarische Seite einen dummen Fehler macht.
 
drago-museweni schrieb:
@Mo ist die Stiftung überhaut neutral wenn ein SPD Politiker ihr vorsitzt ich glaube nicht so ganz daran.
Die Stiftung ist natürlich nicht neutral. Das trifft letztlich für alle parteinahen Stiftungen zu.
Darum geht es aber auch nicht. Sondern sind die Zahlen stimmig, die sie publizieren.
Zur Methodik habe ich ja einen Satz geschrieben, für mich sind die Zahlen ansonsten plausibel.
Aber deren Publikationen folgt natürlich meist einem Zweck, der über die reine Faktenlage hinaus geht.
Dass die Parteien Umfragen von ihren Stiftungen durchführen lassen ist aber normal. Die KAS war da z.B. sehr aktiv.

drago-museweni schrieb:
Ich weiß ja nicht, habe etwas in der Studie gelesen, gibt es da wirklich Leute/gruppen die glauben ohne/weniger Demokratie würde es besser laufen bzw wenn die nur kurz ausgesetzt wird,
Ja, die gibt es und gab es eigentlich schon immer. Was sich geändert hat ist das Bekennerprinzip.
"Früher" hat sich in Umfragen kaum jemand getraut offen zuzugeben, dass er/sie Standpunkte teilt, die von z.B. der NPD oder anderen Parteien am rechten Rand vertreten werden oder Anmutungen an eine bestimmte Phase der deutschen Geschichte vermuten lassen. Man musste daher sehr subtil vorgehen, wenn man da mehr erfahren wollte. Bei simplen Umfragen, wie die Sonntagsfrage hat das aber dazu geführt, dass man nie den wahren Anteil solcher Parteien auf Grund der Rohdaten prognostizieren konnte. Man musste auf Grund von Erfahrungswerten (Empirie) deren Anteile immer ein Stück weit hoch rechnen.
Mit dem Erfolg der AfD ist die Bekenntnis zu solchen Standpunkten aber quasi gesellschaftsfähig geworden und man steht auch "öffentlich" dazu oder verfällt schon fast ins Gegenteil.

drago-museweni schrieb:
ich für meinen Teil möchte eher annehmen das gerade zu wenig Demokratie zu Problemen führt und das die Menschen mehr eingebunden gehören zumnindest geht es mir so.
Das Thema ist zu komplex, um es hier in wenigen Sätzen zu erörtern. Ich bin aber anderer Meinung.
 
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Die gleichen Umfragen der gleichen Institute die ja auch damals zum grössten Teil komplett anonym waren so wie heute auch haben aber wenigen (3-4) Jahren deutlich anders ausgehen.

2021 hatten noch ca 66% der dt Demokratie vertraut 1,5 Jahre später weniger als die Hälfte - Das Vertrauen in die Parteien ist von knapp 30% auf unter 10% gefallen.

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-08/koerber-stiftung-umfrage-demokratie

So eine doch deutliche Verschlechterung in so extrem kurzer Zeit ist doch äusserst ungewöhnlich.

Wenn über 90%(!) einer Bevölkerung nun den eigenen politischen Parteien misstraut - das ist schon heftig.
 
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