Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Web-Schecki schrieb:
Waren die Wählenden 2021, als die CDU knapp 9PP verloren und die SPD 5PP gewonnen hatte, mit den umgesetzten CDU-Vorhaben der vorherigen Großen Koalition extrem unzufrieden, während die SPD-Vorhaben weitgehend Anklang gefunden hatte?

Ich glaube Programmatik ist komplett nebensächlich

Wir haben eine komplexe Problemsituation mit Klima, Migration und Krieg seit 2014.
Die Menschen sind hirngef*ckt durch SocialMedia Populismus und den dadurch super einfachen Bubble-populismus.

Egal wer regiert, er wird stimmen verlieren weil die oppposition so tut als wäre nicht die Lage schwierig sondern nur die Regierung dumm und wenn man selbst regieren würde wäre alles wie früher und easy.

Das ist wirklich eine Demokratiekriese weil die Aufmerksamkeitsspanne der Wähler nicht zur Komplexität der Lage passt und wir keine Spitzenpolitiker haben die das zugeben (Habeck am ehesten), sondern es wird von der Opposition einfach die Lage ausgenutzt um dann mit der Regierung die Rollen zu tauschen für 4 Jahre.
 
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die FDP interessiert eigentlich "niemanden" (=mich) aber für die (Grünen)Wähler ist sie wohl wichtig
die (Grünen)Wähler reagieren so verbittert auf die FDP, weil sie sich immerwieder querstellt,
wäre ja viel angenehmer, wenn sie einfach sofort abnickt statt später zuzustimmen

die SPD ist in der Ampel passiv und widerstandslos, ab und zu kommt ein "Machtwort" des Kanzlers ansonsten wüsste man gar nicht, dass die SPD mitregiert

bin gespannt, wie es dann mit der CDU und AfD laufen wird, ob die AfD so das meiste an Kernthemen durchsetzt und die CDU des Machtwillens wie die SPD passiv bleibt
 
@Corto
Grundsätzlich würde ich dir zustimmen. Die Wahl 2021 war vor allem eine Personenwahl. Laschet war einfach sehr unbeliebt, vor allem das hat der CDU Stimmen gekostet. Baerbock hatte auch nicht gerade die größten Beliebtheitswerte. Scholz hatte weniger Schwierigkeiten, unter dem Radar zu fliegen - sicherlich auch deshalb, weil etwa die komplexe Verstrickung mit der Warburg-Bank schwieriger auf eine Boulevard-Schlagzeile heruntergebrochen werden kann. Bei Baerbocks Lebenslauf-Schummeleien oder Laschets Lachanfall ist das schon deutlich einfacher und auch für eher unterkomplexes Boulevard-Publikum gut nachvollziehbar.

whtjimbo schrieb:
die (Grünen)Wähler reagieren so verbittert auf die FDP, weil sie sich immerwieder querstellt, wäre ja viel angenehmer wenn sie einfach sofort abnickt statt später zuzustimmen
Manche Wähler erwarten womöglich einfach, dass die Koalition ihre Diskussionen intern austrägt und dann geschlossen das Ergebnis als Gesetzesvorlage präsentiert. Die FDP hingegen ist besorgt, dass man ihre Handschrift dann nicht mehr erkennt. Also trägt sie die Streitereien in die Öffentlichkeit.
Dass in einer Koalition nicht alle Parteien einer Meinung sind und die Differenzen zwischen FDP und dem Rest wohl größer sind als zwischen SPD und Grünen dürfte jedem klar sein - auch den Grünen und ihren Wählern.
 
Es wäre wirklich mal spannend, könnte man in einer Parallelwelt nachschauen wie die letzten zwei Jahre unter einer cdu geführten Regierung gelaufen wären. Ich denke die Unzufriedenheit der Wähler wäre nicht viel anders. In Krisenzeiten in denen es an den Geldbeutel der Wähler geht verliert die aktuelle Regierung immer.
 
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whtjimbo schrieb:
weil sie sich immerwieder querstellt,
Genau das erwartet man ja auch von einem Koalitionspartner, mit dem man sich vorab ja auf eine grundlegende Zusammenarbeit abgestimmt hat, richtig? Weil ne Koalition nur dafür da ist, völlig unerwartet und entgegen jede vorab geführte Kommunikation plötzlich in Blockadehaltung zu gehen. Was für ein heuchelnder Profilneurotiker Lindner dahingehend ist, hat er ja direkt gezeigt, als Frau Paus Lindners Pläne blockierte um die Kindergrundsicherung zu bekommen. Sprich exakt Lindners Taktik kopiert hat.

Ernst Wolff brauchen wir denke ich hier nicht wirklich diskutieren. Er ist ein knallharter Verschwörungstheoretiker, der sich im entsprechenden Milieu (unter anderem KenFM) bewegt. Er ist weder Ökonom noch hat er sonst eine bekannte, anerkannte Ausbildung, die aus dem Bereich stammen würd, über den er schreibt.
 
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Buttkiss schrieb:
Es wäre wirklich mal spannend, könnte man in einer Parallelwelt nachschauen wie die letzten zwei Jahre unter einer cdu geführten Regierung gelaufen wären.
Es gibt da ein spannendes Interview mit Merkels langjährigen Berater Hendrik Röller. Leider hinter einer Paywall. Aber ich zitiere mal daraus den für dich spannenden Teil:
Wie denn?
Wir hätten all die Dinge tun müssen, die die jetzige Regierung auch tut – mit den Folgekosten höherer Energiepreise, der Inflation und geringeren Wirtschaftswachstums. Vermutlich wäre uns die Umsetzung noch schwerer gefallen, weil politisches Handeln immer dann besonders schwierig ist, wenn ein Problem in der Zukunft verhindert werden soll. Das sehen wir ja aktuell beim Klimaschutz.
https://www.tagesspiegel.de/politik...hnt-hatten-wir-anders-gehandelt-10525231.html
Im Kontext ging es darum wie die CDU gehandelt hat und wie sie auf den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands reagiert hätte. Dies war jedoch für die damalige BuReg unvorstellbar.
 
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Jede Partei abseits der 5. Kolonne hätte genau so gehandelt. Aber im Fingerzeigen sind sie alle Großmeister.
 
interessante Aussage,
also kann jede Partei genommen werden, da alle gleich handeln, ziemlich abstrus
so einfach kann mans sich das nicht machen, schliesslich bekommen diese Leute die Stimmen, weil sie etwas versprechen und man glaubt, dass sie es handhaben können
 
whtjimbo schrieb:
bin gespannt, wie es dann mit der CDU und AfD laufen wird, ob die AfD so das meiste an Kernthemen durchsetzt und die CDU des Machtwillens wie die SPD passiv bleibt
Das setzt voraus, dass die CDU auf Bundesebene mit der AfD koaliert und das wird garantiert nicht bei der nächsten Bundestagswahl passieren.
 
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Skaiy schrieb:
das wird garantiert nicht bei der nächsten Bundestagswahl passieren.
Merz Brandmauer ist eher ne Papierwand. Die Wette würde ich nicht eingehen.
 
JimmyTheApe schrieb:
Merz Brandmauer ist eher ne Papierwand. Die Wette würde ich nicht eingehen.
Es wurde aber letzten Endes immer wieder klar gemacht, dass die AfD eine rote Linie ist und solange die AfD ihr Problem mit dem rechtsextremen Teil nicht in den Griff bekommt, sehe ich da keine Zukunft.

Davon ab koaliert die Union zu 100 % sofort mit der SPD, anstatt mit der AfD. Reicht das nicht, kommt ne' weitere Partei dazu.

Die Freien Wähler regieren in Bayern mit der CSU und das liegt auch daran, dass die FW eben nicht diese Probleme haben wie die AfD.

Der Höhenflug der AfD wird aber nicht langfristig sein. Die FW haben sich schon Gedanken gemacht in den Bundestag einzuziehen und wenn die Frau Wagenknecht ihre Partei gründen sollte, werden sich die ganz rechten Stimmen eh aufteilen.

Rechts ist halt nicht rechts. Die AfD und die FW schießen regelmäßig gegeneinander und die AfD sieht eine Wagenknecht-Partei ja nicht ohne Grund mehr als kritisch. ;)
 
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Merz wird es eher nicht machen, aber er wird auf jeden Fall den Weg dafür ebnen.
Wobei natürlich kann ja alles passieren, dass es notwendig und unvermeidbar wird.
Wenn bspw. nur eine instabile Regierung ansonsten gebildet werden kann wie CDU+Grün, die kommenden Krisen aber kein Zögern erlauben. Man wird sich nicht immer kleine Parteitage leisten können, die jederzeit am Rande des Machbaren agieren wollen und Druck auf die Regierung ausüben.
 
Skaiy schrieb:
Davon ab koaliert die Union zu 100 % sofort mit der SPD, anstatt mit der AfD. Reicht das nicht, kommt ne' weitere Partei dazu.
Das war ja das Problem der CDU bei der letzten Bundestagswahl. Sie hätten ja mit der SPD koalieren können, die hat aber abgewunken und sich lieber andere gesucht. Der CDU gehen mit dem Verschwinden der FDP die Partner aus, so muss man sich halt auf Experimente mit z.B. den Grünen einlassen die ja auch durchaus funktionieren können. Den einzigen gewichtigen thematischen Partner schließt man ja kategorisch aus.
 
whtjimbo schrieb:
Wenn bspw. nur eine instabile Regierung ansonsten gebildet werden kann wie CDU+Grün,
Mit so instabile CDU+Grün Regierungen wie in BW und Hessen kann ich gut leben.
Aber mit so stabilen Regierungen wie CDU+FDP zwischen 2009 bis 2013, oder CSU+FDP, zwischen CSU+FDP, wo am Ende einer der Koalitionspartner raus flog, hätte ich doch etwas sorge.
 
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Da wird gar nichts passieren. Die werden halt in der Opposition und hie und da mal unangenehm auffallen, aber eine Kollation wird keine Partei eingehen, eher gibt es dann Neuwahlen. Eher wird die AFD bis dahin ggf verboten sein, wie es ja der KPD ergangen ist.
 
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Buttkiss schrieb:
Das war ja das Problem der CDU bei der letzten Bundestagswahl. Sie hätten ja mit der SPD koalieren können, die hat aber abgewunken und sich lieber andere gesucht.
Die AfD war da aber noch nicht relevant genug, sodass die SPD diesen Weg gehen konnte.
 
JimmyTheApe schrieb:
Jede Partei abseits der 5. Kolonne hätte genau so gehandelt. Aber im Fingerzeigen sind sie alle Großmeister.

Abseits der Extreme wie den Russischen Angriffskrieg würde ich aber eine Menge möglicher Unterschiede sehen.

Beispielsweise im Hinblick auf Umweltschutz, Verteilung von Subventionen, Familienförderung etc. Hier kann man die FDP als eindeutige, negative, treibende Kraft identifizieren und ohne FDP in der Regierung wären diese Themen, potentiell, besser gehandhabt worden.

Außenpolitisch wäre aber alles gleich geblieben, ja, maximal mit etwas weniger Zögern bei anderen Parteien im Vergleich zu der ja schon satirischen Weigerung von Scholz.
 
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Damien White schrieb:
Abseits der Extreme wie den Russischen Angriffskrieg würde ich aber eine Menge möglicher Unterschiede sehen.
Definitiv. Ich bezog mich aber extra darauf, was Herr Röller in dem Interview gesagt hat, was @Lipovitan verlinkt hat.
 
brettler schrieb:
aber eine Kollation wird keine Partei eingehen, eher gibt es dann Neuwahlen.
alternativerweise können auch lange Zeit Minderheitsregierungen sein, die natürlich eher verwalten als regieren
brettler schrieb:
Eher wird die AFD bis dahin ggf verboten sein
wird nie passieren, sonst hätte man es schon längst gemacht, die Alternative der Alternative sind viel radikalere Varianten
 
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